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Verfahrenstechnologie

01. Was ist Gegenstand der Verfahrenstechnik?

Die Verfahrenstechnik beschäftigt sich mit der technischen und wirtschaftlichen Durchführung aller Prozesse, in denen Stoffe nach Art, Eigenschaft und Zusammensetzung verändert werden.

Teilgebiete der Verfahrenstechnik (VT) sind:

  • Mechanische VT

  • Thermische VT

  • Chemische VT

  • Bio-VT

  • Umwelttechnik.

02. Welche Stoffumwandlungsprozesse finden bei der Herstellung von Produkten statt?

Die meisten Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände einer Volkswirtschaft bestehen aus Stoffen, die in ihrer Form und Eigenschaft in der Natur nicht direkt vorkommen (z. B. Stahlblech, Pkw-Reifen, Motorengehäuse).

Innerhalb des Stoffumwandlungsprozesses (Verfahren) müssen die erforderlichen Ausgangsstoffe (Erdöl, Gummi, Eisen) z. B. zerkleinert, aufgelöst, gereinigt und vorgewärmt werden (Stoffvorbereitung).

Anschließend werden die Stoffe z. B. geformt, gehärtet, erwärmt, abgekühlt und gereinigt (Stoffumwandlung).

In der dritten Stufe erfahren die umgewandelten Stoffe eine Nachbereitung (z. B. Abkühlen, Prüfen, Verpacken, Transportieren).

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03. Welche Maßnahmen zur Optimierung der Verfahrenstechnik sind denkbar?


>> 2.1.3, 4.1.1, 4.4.2, 7.7.1, 9.2.2

Die Entscheidung über eine bestimmte Fertigungstechnologie bei der geplanten Herstellung eines Produktes ist abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, die wiederum in gegenseitiger Abhängigkeit stehen. Die wichtigsten Einflussfaktoren sind:

  1. Wahl der Werkstoffe:

    → Metalle, Kunststoffe, Keramik, Verbundstoffe

  2. Wahl der Fertigungstechnik:

    → Urformen, Umformen, Trennen usw.

  3. Wahl der Fertigungsorganisation:

    → Werkstattfertigung, Baustellenfertigung, Fließfertigung usw.

  4. Wahl der Kombination der Produktionsfaktoren:

    → Mechanisierung, Automation

  5. Wahl der Energieträger:

    → Elektrisch, Hydraulisch, Pneumatisch (Energieversorgung des Unternehmens) (>> 1.4)

  6. Wahl des Standortes:

    → innerbetrieblich, überbetrieblich (Inland/Ausland)

Damit führt jede Entscheidung über eine spezifische Fertigungstechnologie zwangsläufig zu einer daraus resultierenden Kostenstruktur und zu einer bestimmten Energie- und Ökobilanz sowie einer „gefertigten“ Qualitätslage. Daraus ergeben sich Konsequenzen für die Herstellungskosten eines Produktes, seiner Wettbewerbsfähigkeit am Markt sowie seiner nachhaltigen Verwendung.

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Der verantwortliche Meister ist mit Unterstützung seiner Mitarbeiter im Rahmen kontinuierlicher Verbesserung permanent in der Pflicht, diese Verfahrensprozesse zu optimieren zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, der Qualität und der ökologischen Kennwerte der Fertigung.

Geeignete Maßnahmen dazu sind beispielsweise:

  • Senkung des Primärenergieverbrauchs

  • Einsatz ressourcenschonender Werkstoffe

  • Vermeidung/Verminderung von Abfällen und Emissionen

  • Wirtschaftliche Nutzung des Maschinenparks

  • Erkennen von Rationalisierungsreserven (z. B. Abläufe, Personaleinsatz, Materialversorgung).