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Steuerung des Fertigungsprozesses >> 5.2.2

Hinweis

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Vgl. dazu ausführlich unter 5.2.2, Kernaufgaben der Produktions-/Fertigungsplanung und -steuerung.

01. Was versteht man unter Fertigungssteuerung?

Fertigungssteuerung ist die mengen- und termingemäße Planung, Veranlassung und Überwachung der Fertigungsdurchführung. Dabei sind menschliche Arbeit, Anlagen und Materialien aufgrund der Vorgaben des Fertigungsprogramms und der Arbeitsplanung miteinander zu kombinieren.

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02. Was sind die Ziele der Fertigungssteuerung?

Minimierungder Rüstkosten und der Durchlaufzeiten
Maximierungder Materialausnutzung
Optimierungder Lagerbestände und der Nutzung vorhandener Fertigungskapazitäten
Einhaltungder Termin- und Qualitätsvorgaben
Humanisierungder Arbeit

03. Welche Variablen des Fertigungsprozesses sind im Rahmen der Fertigungssteuerung besonders zu beachten?

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  • Beachten der Kapazitätsgrenzen: vgl. 5.2.2 Kapazitätsplanung

    Ist die verfügbare Kapazität auf Dauer höher als die erforderliche Kapazität, so führt dies zu einer Minderauslastung. Es werden mehr Ressourcen zur Verfügung gestellt als notwendig. Die Folge ist u. a. eine hohe Kapitalbindung mit entsprechenden Kapitalkosten (Wettbewerbsnachteil).

    Im umgekehrten Fall besteht die Gefahr, dass die Kapazität nicht ausreichend ist, um die Aufträge termingerecht fertigen zu können (Gefährdung der Aufträge und der Kundenbeziehung).

    Durch Maßnahmen der Kapazitätsabstimmung (Kapazitätsabgleich/-anpassung) können Engpässe vermieden werden.

  • Nutzung von Fertigungsalternativen:

    Infrage kommen z. B.:

    • Wechsel von konventioneller Fertigung zu automatischer Fertigung

    • Wechsel der Betriebsmittel/des Arbeitsplatzes

    • Losteilung

    • Fremdvergabe/Outsourcing

  • Störungen im Fertigungsprozess sind zu analysieren und kurzfristig zu beheben; neben der Störungsbeseitigung ist grundsätzlich die Ursachenquelle zu betrachten. Störungen können folgenden Bereichen zugeordnet werden:

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    Werden derartige Störungen nicht rechtzeitig behoben, sind die Ziele der Fertigungssteuerung gefährdet (vgl. 02.); es kann z. B. zu Terminüberschreitungen, Qualitätseinbußen oder unwirtschaftlicher Fertigung kommen.

  • Störungsmanagement:

    Geeignete Maßnahmen zur Behebung von Störungen sind u. a.:

    • Überstunden, Personalversetzung

    • Verlagerung auf andere Betriebsmittel (Reserveanlagen)

    • Einsatz alternativer Materialien

    • Nutzen des Materialsicherheitsbestandes

    • Nacharbeit.

  • Überwachung der Termineinhaltung:

    Die Termingrobplanung ermöglicht es, Engpässe und Überkapazitäten zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ihrer Beseitigung zu treffen. Zentrales Thema ist die Durchlaufterminierung und die Kapazitätsanpassung (→ vgl. 5.2.2). Ermittlung der Terminfeinplanung ist die Ermittlung der frühesten und spätesten Anfangs- und Endtermine der Aufträge bzw. Arbeitsgänge. Die Terminüberwachung erfordert eine sorgfältige Auswertung der Rückmeldungen, um weitere Steuerungsaktivitäten einzuleiten.

    Beispiel

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    Bei drohender Terminüberschreitung sind z. B. Fertigungsalternativen zur Reduzierung der Durchlaufzeit zu prüfen.

04. Mit welchen Maßnahmen lässt sich die Durchlaufzeit verkürzen?

Die Darstellung beschränkt sich auf ausgewählte Beispiele:

  1. Splitten von Fertigungsaufträgen

    Liegen entsprechende, technische Voraussetzungen vor (Werkzeuge, Betriebsmittel), können Fertigungslose auch auf zwei oder mehr Maschinen bzw. Arbeitsplätze verteilt werden.

    Für das Gesamtlos verkürzt sich die Durchlaufzeit (DLZ). Die Rüstzeiten fallen jedoch mehrfach an.

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    Legende: Ri = Rüsten; Bi = Bearbeiten

  2. Überlappung von Arbeitsgängen

    Bei der Terminierung wurde bisher davon ausgegangen, dass ein Folgearbeitsgang erst begonnen wird, wenn der vorhergehende Arbeitsgang vollständig abgeschlossen ist. Liegen entsprechende Voraussetzungen vor (kurze und losfixe Übergangszeiten, ähnliche Bearbeitungszeiten in beiden Arbeitsgängen), können Teile des Fertigungsloses unmittelbar nach ihrer Fertigstellung zum nächsten Betriebsmittel transportiert und dort weiterbearbeitet werden. Da die Überlappung eine genauere Koordination der Betriebsmittel und einen erhöhten administrativen Aufwand erfordert, lohnt sie sich nur für große Lose mit langen Bearbeitungszeiten, wenn die obengenannten Voraussetzungen vorliegen. Man unterscheidet: Überlappung der Bearbeitungszeit sowie Überlappung der Rüst- und Bearbeitungszeit (R = Rüsten):

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    Legende: TLi = Teillos 1 … n

05. Welche Bedeutung hat die Rückmeldung?

Die Rückmeldung sagt aus, in welcher Weise die Aufträge erledigt worden sind. Sie muss jeweils kurzfristig, fehlerfrei und vollständig erfolgen, um im Zustand der Planung noch Änderungen berücksichtigen zu können, um bei Erledigung des Auftrages aus der Auftragsnummer die weiteren kaufmännischen Schritte abzuleiten und aus der aufgewandten Zeit die Löhne zu errechnen. Die Rückmeldung signalisiert zugleich, dass über die Maschinen neu verfügt und andere Aufträge bearbeitet werden können.

Immer dann, wenn die Fertigungsdurchführung vom Plan abweicht (Termine, Qualitäten, Mengen usw.) – wenn also Störungen im Prozess erkennbar sind – müssen über Korrekturmaßnahmen/Maßnahmenbündel die Störungen beseitigt und (möglichst) zukünftig vermieden werden; mitunter kommt es aufgrund von Soll-Ist-Abweichungen auch zu Änderungen in der (ursprünglichen) Planung (vgl. dazu ausführlich unter 5.2.2, Fertigungsplanung und -steuerung und 2.1.1).

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