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Statistiken und Tabellen

01. Was ist das Wesen und die Aufgabe der Statistik?

Mit Statistik (= lateinisch: „status“ = Zustand) bezeichnet man die Gesamtheit aller Methoden zur Untersuchung von Massenerscheinungen sowie speziell die Aufbereitung von Zahlen und Daten in Form von Tabellen und Grafiken.

Die Aufgabe der Statistik besteht darin, Bestands- und Bewegungsmassen systematisch zu gewinnen, zu verarbeiten, darzustellen und zu analysieren. Dabei sind Bestandsmassen diejenigen Massen, die sich auf einen Zeitpunkt beziehen, während Bewegungsmassen auf einen bestimmten Zeitraum entfallen.

02. Welchen Stellenwert hat die Betriebsstatistik?

Die Statistik ist ein Teilgebiet des Rechnungswesens und ein eigenständiges Instrument der Analyse, des Vergleichs und der Prognose. Kernfragen des betrieblichen Alltags können ohne die Methoden der Statistik nicht gelöst werden; z. B.:

  • Mithilfe der Stichprobentheorie lässt sich von Teilgesamtheiten auf Grundgesamtheiten schließen.

  • Mithilfe der Indexlehre können z. B. durchschnittliche Veränderungen der Preise zu einer einheitlichen Basis ermittelt werden.

03. In welchen Schritten erfolgt die Lösung statischer Fragestellungen?

  1. Analyse der Ausgangssituation

  2. Erfassen des Zahlenmaterials

  3. Aufbereitung, d. h. Gruppierung und Auszählung der Daten und Fakten

  4. Auswertung, d. h. Analyse des Zahlenmaterials nach methodischen Gesichtspunkten.

04. Wie kann statistisches Ausgangsmaterial erfasst und aufbereitet werden?

  • Die Erfassung des Zahlenmaterials kann

    • als Befragung,

    • als Beobachtung oder

    • als Experiment

    erfolgen. Dabei kann es sich um eine Vollerhebung oder um eine Teilerhebung (Stichprobe) handeln bzw. die Daten können primärstatistisch oder sekundärstatistisch erhoben werden.

  • Aufbereitung:

    Das Zahlenmaterial kann erst dann ausgewertet und analysiert werden, wenn es in aufbereiteter Form vorliegt. Dazu werden die Merkmalsausprägungen geordnet – z. B. nach Geschlecht, Alter, Beruf, Region. Weitere Ordnungskriterien können sein:

    • Ordnen des Zahlenmaterials in einer Nominalskala (qualitative Merkmale; gleich/verschieden).

    • Ordnen des Zahlenmaterials in einer Kardinalskala oder einer Ordinalskala.

    • Unterscheidung in diskrete und stetige Merkmale.

    • Aufbereitung in Form einer Klassenbildung (bei stetigen Merkmalen).

    • Aufbereitung ungeordneter Reihen in geordnete Reihen.

    • Bildung absoluter und relativer Häufigkeiten (Verteilungen).

Schrittfolge bei der Lösung statistischer Fragestellungen:

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05. Welche Gesichtspunkte sind beim Aufbau einer statistischen Tabelle zu berücksichtigen?

  • Tabellen bestehen aus Spalten und Zeilen. Zur besseren Übersicht können Zeilen und Spalten nummeriert werden. Die Schnittpunkte von Zeilen und Spalten nennt man Felder oder Fächer.

  • Der Tabellenkopf ist die Erläuterung der Spalten. Er kann eine Aufgliederung (z. B. „Belegschaft gesamt“, „davon weibliche Belegschaft“, „davon männliche Belegschaft“), eine Ausgliederung („Belegschaft insgesamt“, „darunter weiblich“) oder eine mehrstufige Darstellung („Belegschaft gesamt“/„davon männlich“, „davon ledig“, „davon verheiratet“ usw.) enthalten. Es sind auch noch stärkere Untergliederungen möglich. Zu beachten ist aber, dass die notwendige Übersicht nicht verloren geht. Die nachfolgende Abbildung zeigt den schematischen Aufbau einer Tabelle:

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  • Tabellen können im Hoch- oder im Querformat wiedergegeben werden. Das linke obere Feld (der Schnittpunkt von Vorspalte und Tabellenkopf) kann als

    • Kopf zur Vorspalte,

    • als Vorspalte zum Kopf oder

    • als Kopf zur Vorspalte/Vorspalte zum Kopf

    gestaltet sein. Im Zweifelsfall kann dieses Fach auch leer bleiben, bevor eine nicht eindeutig zutreffende Bezeichnung gewählt wird.

    Kopf zur VorspalteVorspalte zum Kopf  
        
        
        
    Vorspalte zum Kopf   
    Kopf zur Vorspalte
        
        
       
  • Weitere Grundregeln zur Tabellengestaltung sind:

    • Jede Tabelle sollte eine Überschrift enthalten, aus der korrekt der Titel und ggf. weitere Inhaltspunkte hervorgehen.

    • Bei einer quer dargestellten Tabelle sollte die Vorspalte links liegen.

    • Erläuterungen, die sich auf die gesamte Tabelle beziehen, werden in einer Vorbemerkung wiedergegeben.

    • Erläuterungen, die sich auf einen Teil der Tabelle beziehen, stehen in der Fußnote.

  • Weitere Hinweise zur Tabellengestaltung können der DIN 55301 entnommen werden.