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Mitarbeitergespräch

01. Was versteht man unter „Kommunikation“?

Kommunikation ist die Übermittlung von Reizen/Signalen vom Sender zum Empfänger. Man unterscheidet:

  • die verbale Kommunikation (verbal = in Worten)

    (Unterhaltung, Bitte, Information, Anweisung, Dienstgespräch, Fachgespräch, Lehrgespräch, Diskussion, Debatte, Aussprache, vertrauliches Gespräch) und

  • die nonverbale Kommunikation (nonverbal = ohne Worte) (Blickkontakt, Mimik, Gestik, Körperhaltung, Körperkontakt).

02. Welche Arten von Mitarbeitergesprächen sind für den Industriemeister von zentraler Bedeutung?

Grundsätzlich gehört das Gespräch mit dem einzelnen Mitarbeiter oder der Gruppe zu den zentralen Führungsinstrumenten. Mitarbeiter führen heißt, ihr Verhalten gezielt beeinflussen und dies bedeutet, „mit ihnen verbal oder nonverbal kommunizieren“.

Merke

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„Der sprachlose Vorgesetzte führt nicht!“

Für den Meister gibt es unterschiedliche Anlässe, mit den Mitarbeitern Gespräche zu führen. Diese sog. Gesprächsarten sind je nach Anlass und Einzelfall gezielt zur Förderung der Kommunikation und der Zusammenarbeit einzusetzen. Innerhalb der Fülle der Gesprächsarten sind vor allem folgende für die Prüfung relevant (vgl. Rahmenplan: 3.5.4, 3.6.2.5, 4.5.4, 4.5.5, 4.5.9):

  • Einstellungsgespräch

  • Beurteilungsgespräch

  • Anerkennungsgespräch

  • Kritikgespräch

  • Konfliktgespräch

  • Fehlzeitengespräch

  • Gruppengespräch.

03. Welche Vorbereitungen und Rahmenbedingungen sind für einen erfolgreichen Gesprächsverlauf zu beachten?

Obwohl jedes Gespräch je nach Anlass Besonderheiten aufweist, gibt es doch allgemein gültige Regeln, die der Meister bei jedem Mitarbeitergespräch einhalten sollte (vgl. dazu auch >> 4.5.9, Frage 07.):

  1. Vorbereitung/Rahmenbedingungen:

    • Ziel festlegen, Fakten sammeln, ggf. Termin vereinbaren, Notizen anfertigen

    • geeigneten Gesprächsort und -termin wählen, Gesprächsdauer planen.

  2. Gesprächsdurchführung/innere Bedingungen:

    Vertrauen, Offenheit, Takt, Rücksichtnahme, Zuhören, Aufgeschlossenheit, persönliche Verfassung, Vorurteilsfreiheit, Fachkompetenz, Ausdrucksfähigkeit, sich Zeit nehmen;

    Zu vermeiden sind: Ablenkung, Zerstreutheit, Ermüdung, Überforderung, Misstrauen, Ängstlichkeit, Kontaktarmut, Vorurteile, Verallgemeinerungen i. S. von „immer, stets, niemals“ usw.

Einzelempfehlungen:

  • Bei jedem Mitarbeitergespräch sollte die Fragetechnik gezielt eingesetzt werden:

    „Wer fragt, der führt!“

    „Fragen statt behaupten!“

    „Fragen stellen und den anderen darauf kommen lassen!“

    • Offene Fragen ermutigen den Gesprächspartner, über einen Beitrag nachzudenken und darüber zu sprechen, z. B.:

      • Was halten Sie davon?

      • Wie denken Sie darüber?

    • Geschlossene Fragen sind nur mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten und können ein Gespräch ersticken.

    • Die wiederholenden Fragen i. S. einer Wiederholung der Argumente des Gesprächspartners zeigen die Technik des „aktiven Zuhörens“ und können z. B. lauten:

      • Sie meinen also, dass …

      • Sie haben also die Erfahrung gemacht, dass …

      • Sie sind also der Überzeugung, dass …

      • Habe ich Sie richtig verstanden, wenn …

    • Mit richtungsweisenden Fragen werden im Gespräch Akzente gesetzt und der Gesprächsverlauf gesteuert, z. B.:

      • Sie sagten, Ihnen gefällt besonders …

      • Dann stimmen Sie also zu, dass …

      • Was würden Sie sagen, wenn …

04. Welches Gesprächsverhalten ist ziel- und adressatengerecht?

Der Meister kann Mitarbeitergespräche nur dann erfolgreich durchführen, wenn er sich

  • zielorientiert (Beachtung des Gesprächszieles) und

  • adressatenorientiert (sich auf den Mitarbeiter einstellen) verhält.

Dazu einige Leitgedanken:

  • Sich auf den anderen einstellen!

    seine Gedanken, seine Wünsche, Erfahrungen, seine früheren „Verletzungen

  • Widerstände sind keine Kampfansagen, sondern Hinweise auf mögliche Konflikte!

  • Worte und Erfahrungswelt des anderen benutzen!

    Für die Ohren des anderen argumentieren!

    seine Arbeitswelt, seine Sprache, seine Bedürfnisse

  • Das Gesprächsziel schriftlich formulieren!

    Die Zielerreichung überprüfen und festhalten!

    Den anderen beim Wort nehmen!

05. Welche Fragen sind geeignet, um bei schwierigen Gesprächen zu Beginn eine „Kontaktbrücke“ herzustellen?

Geeignete Fragen sind z. B.:

  • „Wie fühlen Sie sich?“

  • „Meinen Sie, dass Ihre Arbeit ausreichend anerkannt wird?“

  • „Wie empfinden Sie die Zusammenarbeit in der Abteilung?“

  • „Haben Sie Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsweise?“

  • „Was behindert Sie in Ihrer Arbeitsleistung?“

  • „Gibt es seit unserem letzten Gespräch etwas Neues?“

Weniger geeignet sind „Floskeln“ wie z. B.:

  • „Womit kann ich Ihnen helfen?“

  • „Was kann ich für Sie tun?“

  • „Wie geht es Ihnen?“