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Personelle Maßnahmen

01. Was sind personelle Maßnahmen?

Personelle Maßnahmen sind alle Handlungen einer Führungskraft, die seine Mitarbeiter direkt betreffen. Der Meister trägt hier die Hauptverantwortung für die Führung der ihm unterstellten Mannschaft. Er muss seine Mitarbeiter z. B.:

  • einarbeiten

  • fördern und beraten

  • beurteilen

  • informieren

  • beschaffen und auswählen

  • richtig einsetzen

  • kontrollieren

  • gerecht entlohnen

  • ggf. auch entlassen.

02. Mit welchen Stellen im Betrieb muss der Industriemeister bei personellen Maßnahmen zusammenarbeiten? Warum ist diese Zusammenarbeit erforderlich?

Bei personellen Maßnahmen muss der Industriemeister mit den im Betrieb zuständigen Stellen zusammenarbeiten: Er muss u. a. die Fachkompetenz dieser Abteilungen nutzen, personelle Maßnahmen veranlassen und abstimmen, Beteiligte informieren und beraten sowie die Rechte des Betriebsrates berücksichtigen. Vielfach wird der Meister (nur) Auslöser personeller Maßnahmen sein; die eigentliche Hauptarbeit übernimmt dann weiterführend z. B. die Personalabteilung, die ihn mit ihrem Knowhow entlastet; Beispiele: Gehaltsüberprüfung → Schreiben der Gehaltsmitteilung, Information des Mitarbeiters, Ablage usw.

In der Fachliteratur nennt man die Stellen, die über personelle Maßnahmen zu entscheiden haben und die betriebliche Personalarbeit (mit)tragen, auch Träger der Personalarbeit. Es sind dies:

  • der direkte Vorgesetzte (also der Meister)

  • die nächsthöheren Vorgesetzten

  • die Unternehmensleitung

  • die Personalabteilung

  • der Betriebsrat (soweit vorhanden)

  • die zuständigen externen Stellen (z. B. die IHK in Fragen der Ausbildung).

In der Praxis ist dabei die Form der Zusammenarbeit zwischen dem Meister und den oben genannten Stellen unterschiedlich geregelt; mitunter kommt es auch bei der Frage der Kompetenzabgrenzung zu Konflikten.

In der Zusammenarbeit von Fachabteilung (der Meister) und Personalabteilung hat sich heute folgendes Prinzip durchgesetzt:

  • Dort, wo generelle Regelungen erforderlich sind und die Fachkompetenz der Personalabteilung zwingend gebraucht wird, entscheidet vorrangig das Personalwesen allein, während der Meister als Fachmann der Abläufe vor Ort berät und unterstützt.

    Beispiele: Entgeltstrukturen, -abrechnung, Sozialwesen.

  • Personelle Maßnahmen im Einzelfall, die eine genaue Regelung der speziellen Fakten vor Ort erfordern, entscheidet vorrangig der Fachvorgesetzte, also der Meister; natürlich im Rahmen der betrieblich geltenden Regelungen.

    Beispiele: Lohnüberprüfung, Urlaubsgewährung, Versetzung.

Heute ist in den meisten Unternehmen eine Aufgabenteilung und Kompetenzabgrenzung zwischen Personalabteilung und Fachabteilung (Meister) anzutreffen, die in etwa folgende Struktur aufweist:

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03. Welche Planungsmittel kann der Meister bei personellen Maßnahmen einsetzen?

Personelle Maßnahmen sind kurz-, mittel- und langfristig zu treffen. Sie sind mit Mitarbeitern und zuständigen Stellen abzustimmen. Für eine bessere Entscheidungsfindung, zur Information und Dokumentation geplanter oder realisierter personeller Maßnahmen sollte der Meister geeignete Planungsmittel nutzen. Er verbessert damit die Qualität seiner Entscheidungen und behält die Übersicht über das, was er personell beabsichtigt.

Die nachfolgende Aufzählung gibt eine Auswahl aus der Fülle geeigneter Planungsmittel, die in der Praxis vorhanden sein können und meist eine spezielle Ausgestaltung haben – je nach Größe und Branche des Betriebes:

Personelle Maßnahmen
PlanungsinhaltBeispiele für Planungsmittel
Personalplanung
  • Personalstatistiken des Betriebes, der Abteilung
  • Urlaubspläne
  • Vertretungspläne
  • Formular Stellenanforderung
Personalauswahl
  • Stellenbeschreibungen
  • Anforderungsprofile
  • Arbeitsanweisungen
  • Formular zur Gestaltung von Stellenanzeigen
  • Formular für ein strukturiertes Interview
  • Arbeitsvertragsmuster, -formular
Personaleinsatz
  • Arbeitseinsatzpläne
  • Maschinenbelegungspläne
  • Netzpläne
  • Meilensteindiagramme
  • Balkendiagramme
Personalfreisetzung
  • Beurteilungsbogen
  • Bogen zur Erstellung eines Sozialplans

Diese Aufzählung ist nur ein kleiner Ausschnitt. Jedem Meister ist zu empfehlen, sich die im Betrieb vorhandenen Instrumente und Mittel der Personalarbeit zu beschaffen und damit zu arbeiten.

04. Welche Aspekte sind bei der Urlaubsplanung zu beachten?

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