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Steuerrechtliche Bestimmungen > Unternehmensbezogene Steuern:

Gewerbesteuer

WebinarTerminankündigung aus unserem Online-Kurs Deskriptive Statistik:
 Am 26.01.2017 (ab 18:00 Uhr) findet unser nächstes Webinar statt.
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01. Was ist die Gewerbesteuer und wer erhebt diese?

Die Gewerbesteuer ist eine bundeseinheitlich geregelte Steuer für Gewerbetreibende. Die Gewerbesteuer fließt den Gemeinden zu und stellt für diese die wichtigste Einnahmequelle dar. Der Gewerbesteuer unterliegt der Gewerbebetrieb. Steuerschuldner ist der Unternehmer (§ 6 GewStG).

02. Was ist im steuerlichen Sinne ein Gewerbebetrieb?

Eine selbstständige nachhaltige Betätigung, die mit Gewinnabsicht unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, ist ein Gewerbebetrieb, wenn die Betätigung weder als Ausübung von Land- und Forstwirtschaft noch als Ausübung eines freien Berufs noch als eine andere selbstständige Arbeit noch als Vermögensverwaltung im Sinne des Einkommensteuerrechts anzusehen ist. Die Gewinnabsicht (das Streben nach Gewinn) braucht nicht der Hauptzweck der Betätigung zu sein. Ein Gewerbebetrieb liegt, wenn seine Voraussetzungen im Übrigen gegeben sind, auch dann vor, wenn das Streben nach Gewinn nur ein Nebenzweck ist.

03. Wer ist gewerbesteuerpflichtig und wann beginnt die Gewerbesteuerpflicht?

Steuergegenstand ist der Gewerbebetrieb als Objekt. Ist dieses Objekt existent, beginnt die sachliche Steuerpflicht. Je nach der Rechtsform der Unternehmung sind zu unterscheiden (Abschn. 21 GewStR):

  • Bei Einzelgewerbetreibenden und bei Personengesellschaften i. S. des § 2 Abs. 2 Nr. 1 GewStG beginnt die Steuerpflicht in dem Zeitli, in dem die maßgebliche Tätigkeit aufgenommen wird.

    Vorbereitungshandlungen (z. B. Anmietung eines Geschäftslokals, Errichtung eines Fabrikgebäudes) begründen die Gewerbesteuerpflicht noch nicht. Die Eintragung ins Handelsregister ist hier ohne Bedeutung.

  • Bei Gewerbetreibenden kraft Rechtsform gem. § 2 Abs. 2 Nr. 2 GewStG beginnt die Steuerpflicht

    • bei Kapitalgesellschaften mit der Eintragung ins Handelsregister,

    • bei Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften mit der Eintragung in das Genossenschaftsregister,

    • bei Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit mit der aufsichtsbehördlichen Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb.

04. Welche Gemeinde ist hebeberechtigt?

§ 4 GewStG Hebeberechtigte Gemeinde

Der Hebesatz der Gemeinden beträgt mindestens 200 %.

Abs. 1:

Die stehenden Gewerbebetriebe unterliegen der Gewerbesteuer in der Gemeinde, in der eine Betriebsstätte zur Ausübung des stehenden Gewerbes unterhalten wird. Befinden sich Betriebsstätten desselben Gewerbebetriebs in mehreren Gemeinden oder erstreckt sich eine Betriebsstätte über mehrere Gemeinden, so wird die Gewerbesteuer in jeder Gemeinde nach dem Teil des Steuermessbetrags erhoben, der auf sie entfällt.

Abs. 2:

Für Betriebsstätten in gemeindefreien Gebieten bestimmt die Landesregierung durch Rechtsverordnung, wer die nach diesem Gesetz den Gemeinden zustehenden Befugnisse ausübt.

05. Wie wird die Gewerbesteuer berechnet?

Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer ist der Gewerbeertrag. Als Gewerbeertrag gilt der einkommen- oder körperschaftsteuerliche Gewinn aus Gewerbebetrieb, vermehrt um bestimmte Hinzurechnungen (§ 8 GewStG) und vermindert um bestimmte Kürzungen (§ 9 GewStG).

Für alle Gesellschaften gilt seit 01.01.2008 einheitlich die gesenkte Steuermesszahl von 3,5 %. Der Steuermessbetrag ist mit dem Hebesatz der Gemeinde zu gewichten und ergibt so die Höhe der Gewerbesteuer (das nachfolgende Schema ist vereinfacht).

Im Einzelnen:

Berechnung der Gewerbesteuer eines Einzelunternehmens

    Beispiel (in €):
  Gewinn aus Gewerbebetrieb 80.000,00
+ Hinzurechnungen
(soweit der Freibetrag von 100.000 € überschritten wird)
3.000,00
= Summe des Gewinns und der Hinzurechnungen 83.000,00
Kürzungen –5.000,00
= vorläufiger Gewerbeertrag 78.000,00
Gewerbeverlust aus Vorjahren 0,00
  Abrundung (auf volle 100 €) 0,00
= Gewerbeertrag 78.000,00
Freibetrag (bei Personenunternehmen), § 11 GewStG 24.500,00
= Verbleibender Betrag

53.500,00

  davon 3,5 % (Steuermessbetrag) 1.872,50
Hebesatz der Gemeinde (im Beispiel: 350,00 v. H.)  
= Gewerbesteuer 6.553,75
  • Die wichtigsten Hinzurechnungspflichten:

    • 25 % der Summe aller Zinsen und Renten, dauernden Lasten, Gewinnanteile stiller Gesellschafter,

    • 20 % bei Mieten, Pachten und Leasingraten bei beweglichen Wirtschaftsgütern,

    • 50 % bei Mieten, Pachten und Leasingraten bei unbeweglichen Wirtschaftsgütern,

    • 25 % bei Lizenzen und Konzessionen

    abzüglich eines Freibetrages von 100.000 € für die Summe der Finanzierungsanteile.

  • Die wichtigste Kürzung ist bei Grundstücken:

    • 1,2 % des Einheitswertes von Grundstücken des Betriebsvermögens, soweit der Grundbesitz nicht von der Grundsteuer befreit ist.

06. Wie wird die Gewerbesteuer buchhalterisch erfasst?

  • Die Gewerbesteuer ist nicht mehr als Betriebsausgabe abzugsfähig.

  • Sie ist außerhalb der Steuerbilanz bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens wieder hinzuzurechnen.

  • Steuerliche Nebenleistungen, wie z. B. Zinsen, Säumnis- und Verspätungszuschläge sind ebenfalls als nichtabzugsfähige Betriebsausgaben zu erfassen.

  • Gewerbesteuererstattungen sind keine Betriebseinnahmen mehr.

  • Ausnahmen bestehen bei Erstattungen bzw. Nachzahlungen aus Vorjahren. Dann gelten die Nachzahlungen als Betriebsausgaben bzw. die Erstattungen als Betriebseinnahmen.

07. Muss in der Bilanz eine Rückstellung für die Gewerbesteuer gebildet werden?

Da die Gewerbesteuer eine betriebliche Steuer ist, muss sie in der Bilanz trotzdem passiviert werden.

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