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Ziele und Aufgaben der betrieblichen Funktionen

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01. Welche betrieblichen Funktionen werden unterschieden?
→ 4.1.3

Der in der Betriebswirtschaftslehre verwendete Begriff „Funktion“ bezeichnet die Betätigungsweise und die Leistung von Organen eines Unternehmens.

Man unterscheidet im Wesentlichen folgende betriebliche Funktionen (Darstellung ohne hierarchische Struktur/Gliederung und ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Betriebliche Funktionen:

  • Leitung

  • Materialwirtschaft

  • Produktionswirtschaft

  • Finanzwirtschaft

  • Absatzwirtschaft

  • Logistik

  • Personalwirtschaft

  • Rechnungswesen

  • Controlling

  • Forschung/Entwicklung

  • Technische Information/EDV.

02. Welche charakteristischen Merkmale weisen die betrieblichen Grundfunktionen auf und welchen Beitrag zur Wertschöpfung haben sie zu leisten?

Leitung

Die Leitung eines Unternehmens gehört mit zu den dispositiven Produktionsfaktoren. Die begriffliche Verwendung ist unterschiedlich:

  • Leitung = Begriff der Organisationslehre; bezeichnet das oberste Weisungsorgan eines Unternehmens; = Tätigkeitsbegriff = Führung des Unternehmens; synonym mit dem Begriff „Unternehmensführung“.

  • Unter Führung versteht man das zielgerichtete Steuern, Beeinflussen und Lenken von Menschen oder Systemen.

  • Unternehmensführung bezeichnet damit die Gesamtheit aller Handlungen zur „zielorientierten Gestaltung und Steuerung eines sozio-technischen Systems“.

  • Management ist ein anglo-amerikanischer Begriff und wird meist synonym im Sinne „Unternehmensleitung/-führung“ verwendet.

Materialwirtschaft

auch: Beschaffung und Lagerhaltung

Als Beschaffung im weiteren Sinne bezeichnet man alle betrieblichen Tätigkeiten, die die Besorgung von Produktionsfaktoren und Finanzmitteln zum Ziel haben, um den betrieblichen Zweck bestmöglich zu erfüllen.

Als Beschaffung im engeren Sinne bezeichnet man den Einkauf von Werkstoffen und Betriebsmittel. Umfassender ist der Begriff (die Funktion) Materialwirtschaft. Er schließt die Lagerhaltung und -überwachung mit ein.

Produktionswirtschaft

Die Produktionswirtschaft ist bei den Industriebetrieben die Kernfunktion der Leistungserstellung. Zwischen Produktion und Fertigung besteht folgender Unterschied:

  • Produktion umfasst alle Arten der betrieblichen Leistungserstellung. Produktion erstreckt sich somit auf die betriebliche Erstellung von materiellen (Sachgüter/Energie) und immateriellen Gütern (Dienstleistungen/Rechte).

  • Fertigung i. S. von Herstellung meint nur die Seite der industriellen Leistungserstellung, d. h. der materiellen, absatzreifen Güter und Eigenerzeugnisse.

Forschung und Entwicklung

Die Forschung und Entwicklung ist eng mit der Produktionsfunktion verbunden. Sie hat die Aufgabe, bestehende Produkte zu „pflegen“ und weiterzuentwickeln (Serienbetreuung) sowie neue Produkte zu schaffen (Neuentwicklung). Diese Funktion ist erforderlich, weil die Mehrzahl der Produkte eine begrenzte Lebensdauer am Markt hat (Produktlebenszyklus) und bereits lange vor dem „Auslaufen“ bestehender Produkte „Nachfolger“ entwickelt werden müssen, um die zukünftige Ertragssituation des Unternehmens zu gewährleisten.

Streng genommen sind Forschung und Entwicklung zwei Teilfunktionen. Sie sind eng miteinander verknüpft. In der Praxis werden jedoch nur Großunternehmen über eine Forschung im Sinne von Grundlagenforschung verfügen.

Absatzwirtschaft

Zwischen den Begriffen Marketing und Absatz(wirtschaft) bestehen folgende Unterschiede:

  • Absatzwirtschaft ist der ältere Begriff und bezeichnet die betriebliche Grundfunktion, durch den Verkauf der Produkte und Dienstleistungen am Markt einen angemessenen Kapitalrückfluss zur Entlohnung der Produktionsfaktoren zu erhalten. Mitder Ergänzung „-wirtschaft“ wird abgehoben auf einen Bereich als organisatorische Einheit eines Unternehmens.

  • Die Verwendung des Begriffs Marketing stellt ab auf einen grundlegenden Wandel in der Unternehmensführung: Von der früher vorherrschenden Produktionsorientierung hin zur heute notwendigen Marktorientierung. Im Mittelli des Marketings der Anfänge stand zunächst das Produkt und nicht der Kunde, d. h., die Erfordernisse und Bedürfnisse des Marktes besaßen eine zweitrangige Bedeutung. Dieses Selbstverständnis hat sich seit dem Ende der siebziger Jahre als Folge langfristiger Strukturverschiebungen (globaler, intensiver Wettbewerb, gesättigte Märkte, „Information“ als neuer Elementarfaktor) grundlegend gewandelt. Hatte das Marketing bis dahin die Initiative zum Geschäftsabschluss weitgehend dem Kunden überlassen (Verkäufermarkt), so ist nun eine Marketingphilosophie erforderlich, deren Zielsetzung es ist, einerseits möglichst viele Kunden zu gewinnen und andererseits gewonnene Kundenbeziehungen zu sichern (Käufermarkt). Der eingeleitete Wechsel vom Verkäufer- zum Käufermarkt wurde und wird von staatlicher Seite durch eine Abschaffung der weitgehenden Sonderstellungen einzelner Branchen (z. B. Privatisierung der Telekom; Liberalisierung der Strommärkte) begleitet.

    Marketing ist (nach Meffert) die bewusst marktorientierte Führung des gesamten Unternehmens, die sich in Planung, Koordination und Kontrolle aller auf die aktuellen und potenziellen Märkte ausgerichteten Unternehmensaktivitäten niederschlägt.

Personalwirtschaft

Alle Aufgaben, die (direkt oder indirekt) mit der Betreuung und Verwaltung des Produktionsfaktors Arbeit anfallen, werden mit Begriffen wie Personalarbeit, Personalwirtschaft, Personalmanagement, Personalwesen, Human Resource Management (HRM) usw. umschrieben.

Rechnungswesen

Das Rechnungswesen (RW) eines Betriebes erfasst und überwacht sämtliche Mengen- und Wertbewegungen zwischen dem Betrieb und seiner Umwelt sowie innerhalb des Betriebes. Nach deren Aufbereitung liefert es Daten, die als Entscheidungsgrundlage für die operative Planung dienen. Neben diesen betriebsinternen Aufgaben hat das RW externe Aufgaben: Aufgrund gesetzlicher Vorschriften dient das RW als externes Informationsinstrument, mit dem die Informationsansprüche der Öffentlichkeit (z. B. Gläubiger, Aktionäre, Finanzamt) befriedigt werden können. Das Rechnungswesen gliedert sich in zwei Teile:

  • Der pagatorische Teil (pagatorisch = auf Zahlungsvorgängen beruhend) umfasst die Bilanz und die Erfolgsrechnung.

  • Der kalkulatorische Teil umfasst die Kosten- und Leistungsrechnung.

Controlling

Der Begriff Controlling stammt aus dem Amerikanischen („to control“) und bedeutet so viel wie „Unternehmenssteuerung“. Controlling ist also „mehr“ als der deutsche Begriff Kontrolle. Zum Controlling gehört, über alles informiert zu sein, was zur Zielerreichung und Steuerung des Unternehmens wesentlich ist.

Controlling wird heute als Prozess begriffen: Unternehmensteuerung ist nur dann möglich, wenn klare Ziele existieren. Zielfestlegungen machen nur dann Sinn, wenn Abweichungsanalysen (Soll-Ist-Vergleiche) erfolgen. Die aus der Kontrolle ggf. resultierenden Abweichungen müssen die Grundlage für entsprechende Korrekturmaßnahmen sein. Aufgaben des Controllings: Planung, Durchführung, Kontrolle (Soll-Ist-Analyse) und Steuerung (Berichterstattung).

Controlling als Instrument der Unternehmensteuerung ist damit ein Regelkreis mit den untereinander vernetzten Aufgaben der Planung, Durchführung, Kontrolle und Steuerung.

Finanzierung und Investition

Finanzierung umfasst alle Maßnahmen der Mittelbeschaffung und Mittelrückzahlung. Sie ist unbedingte Voraussetzung für Investitionen in Sachgüter zur Leistungserstellung (Anlagen, Vorräte, Fremdleistungen) oder für Finanzinvestitionen in Form von Beteiligungen. Auch die immaterielle Investition darf nicht vergessen werden, zu der Forschung und Entwicklung, Werbung und Ausbildung zählen. Sie ist auf der Passivseite der Bilanz unter dem Begriff Kapitalherkunft zu finden.

Demzufolge befindet sich die Investition auf der Aktivseite der Bilanz, im Anlage- und im Umlaufvermögen, wofür in der Literatur auch der Begriff Kapitalverwendung benutzt wird.

Logistik

Eine der wichtigen Aufgaben in einem Unternehmen ist die reibungslose Gestaltung des Material-, Wert- und Informationsflusses, um den betrieblichen Leistungsprozess optimal realisieren zu können. Die Umschreibung des Begriffs „Logistik“ ist in der Literatur uneinheitlich: Ältere Auffassungen sehen den Schwerli dieser Funktion im „Transportwesen“ – insbesondere in der Beförderung von Produkten und Leistungen zum Kunden (= reine Distributionslogistik). Die Tendenz geht heute verstärkt zu einem umfassenden Logistikbegriff , der folgende Elemente miteinander verbindet – und zwar nicht als Aneinanderreihung von Maßnahmen/Instrumenten sondern als ein in sich geschlossenes logisches Konzept:

  • Objekte (Produkte/Leistungen, Personen, Energie, Informationen)

  • Mengen, Orte, Zeitlie

  • Kosten, Qualitätsstandards.

Logistik ist daher die Vernetzung von planerischen und ausführenden Maßnahmen und Instrumenten, um den Material-, Wert- und Informationsfluss im Rahmen der betrieblichen Leistungserstellung zu gewährleisten. Dieser Prozess stellt eine eigene betriebliche Funktion dar.

Technische Information/Kommunikation und EDV-Informationstechnologien und -management

Die Optimierung der Informationsgewinnung und -verarbeitung als Grundlage ausgewogener unternehmerischer Entscheidungen hat sich heute zu einer eigenständigen betrieblichen Funktion entwickelt. Die Gründe dafür sind bekannt und z. B. in folgenden Entwicklungen zu sehen:

  • rasant wachsende Entwicklung der Kommunikationstechniken (Internet, Intranet)

  • zunehmende Globalisierung und Abhängigkeit der Güter- und Geldmärkte

  • Verdichtung von Raum und Zeit.

Von daher bestimmt die Rechtzeitigkeit und die Qualität der erforderlichen Informationen wesentlich mit über den Erfolg eines Unternehmens. „Insellösungen“ sind überholt – verlangt wird ein Informationsmanagement.

03. Nach welchen Merkmalen können betriebliche Funktionen gegliedert sein?
→ 4.1.3

Betriebliche Funktionen und Stellen (= kleinste Orga-Einheit) werden vorherrschend nach zwei Merkmalen gegliedert:

  • nach der Verrichtung:

    Die Aufgabe wird in „Teilfunktionen zerlegt“, die zur Erfüllung dieser Aufgabe notwendig sind; z. B. wird die Gesamtaufgabe der Leistungserstellung in einem kleineren Industriebetrieb in folgende Teilfunktionen zerlegt: Beschaffung, Forschung & Entwicklung (F&E), Fertigung, Vertrieb, Verwaltung.

    imported
  • nach dem Objekt:

    Objekte der Gliederung können z. B. sein:

    • Produkte (Maschine Typ A, Maschine Typ B)

    • Regionen (Nord, Süd; Nielsen-Gebiet 1, 2, 3 usw.; Hinweis: Nielsen Regionalstrukturen sind Handelspanels, die von der A. C. Nielsen Company erstmals in den USA entwickelt wurden)

    • Personen (Arbeiter, Angestellte)

    • Begriffe (z. B. Steuerarten beim Finanzamt).

    imported
  • Mischformen:

    In der Praxis ist eine bestehende Aufbauorganisation meist das Ergebnis einer Analyse, bei der verschiedene Gliederungskriterien verwendet werden (auf die Gliederungsmerkmale „Zweckbeziehung“, „Rang“ und „Phase“ wird hier nicht eingegangen, vgl. dazu ausführlich unter Ziffer 4.1.3).

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