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Formen der Kooperation

WebinarTerminankündigung aus unserem Online-Kurs Deskriptive Statistik:
 Am 26.01.2017 (ab 18:00 Uhr) findet unser nächstes Webinar statt.
Gratis-Webinar Deskriptive Statistik: Lage- und Streuungsmaße
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01. Was sind Kooperationen und warum haben sie sich entwickelt?

Kooperationen gibt es zwischen Hersteller und Handel, im Großhandel sowie im Einzelhandel. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass zwischen den beteiligten, rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen Unternehmen mehrere Elemente einer freiwilligen Zusammenarbeit vertraglich fixiert werden. Die rechtliche Selbstständigkeit bleibt erhalten, die wirtschaftliche Selbstständigkeit wird (im vertraglich vereinbarten Maße) eingeschränkt .

Kooperationen sind Überlebensstrategien vor dem Hintergrund wachsender Kostenbelastungen und zunehmend gesättigter Märkte: Die auf den gesättigten Märkten überlebensnotwendige Marktmacht ist nur durch Masse, die Wahrnehmung von Chancen sowie die Abwehr von Risiken zu erreichen und dies verlangt nach strategischen Allianzen.

Im Wesentlichen unterscheidet man folgende Kooperationsformen:

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  • Legale Kooperationsformen sind z. B.

    • Joint Ventures

    • Arbeits- und Interessengemeinschaften

    • Normierungskartelle

    • Verbandszusammenschlüsse

    • Einkaufsverbände.

  • Nicht erlaubte Kooperationsformen sind z. B.:

    • Preiskartelle

    • Quotenkartelle

    • Gebietskartelle.

02. Was sind Gelegenheitsgesellschaften?

  • Arbeitsgemeinschaft (Arge):

    Hier schließen sich mehrere Einzelunternehmen – meist in Form einer Arbeitsgemeinschaft (Rechtform der Gesellschaft des bürgerlichen Rechts, GbR) – zeitlich befristet und inhaltlich abgegrenzt zusammen, um eine gemeinsame Aufgabe auszuführen. Häufiges Beispiel ist die Zusammenarbeit auf horizontaler Ebene (gleicher Wirtschaftszweig) bei der Ausführung von Großprojekten (Bau eines Atomkraftwerks, einer Talsperre, von Autobahnen). Die Arge, an der die Unternehmen A bis C Mitglied ist, schließt mit dem Auftraggeber in eigenem Namen und für eigene Rechnung die Verträge mit dem Auftraggeber ( Außengesellschaft ).

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  • Konsortium:

    Diese Bezeichnung ist neben der Arge anzutreffen und bezieht sich vorrangig auf die zeitlich befristete Zusammenarbeit von Banken, z. B. bei der Emission von Wertpapieren (Verbesserung der Finanzkraft und der Platzierung der Wertpapiere am Markt).

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03. Was sind Interessengemeinschaften?

Interessengemeinschaften (IG) gleichen den Arbeitsgemeinschaften mit dem Unterschied, dass sie auf eine längerfristige Zusammenarbeit in bestimmten Funktionsbereichen angelegt sind. Interessengemeinschaften werden meist in der Rechtsform einer GbR (vertragliche Bindung) geführt und treten nach außen hin nicht in Erscheinung (Innengesellschaft). Typische Beispiele sind: gemeinsamer Einkauf, Zusammenarbeit in der Forschung und Entwicklung, gemeinsame Fertigung.

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04. Was sind Kartelle und Syndikate?

Ziel von Kartellen ist die Erlangung von Marktmacht durch Einschränkung des Wettbewerbs in Preis, Menge, Konditionen, Regionen, Qualität oder Kombinationen davon zur Verbesserung der wirtschaftlichen Stellung der Kartellmitglieder.

Merkmale:

  • Kartellmitglieder bleiben rechtlich selbstständig.

  • vertragliche Verflechtung ohne einheitliche Leitung

  • Wettbewerbsbeschränkung als Ziel der Kooperation.

Als Syndikat bezeichnet man die am straffsten geführte Form eines Kartells (straffe Innenorganisation; starke Wirkung in Bezug auf die Einschränkung des Wettbewerbs).

05. Wie sind Kartelle unter marktwirtschaftlichen Gesichtslien zu bewerten?
→ 3.1.6

Kartelle sind bestrebt, den Wettbewerb einzuschränken bzw. schränken ihn tatsächlich ein und widersprechen damit dem Gedanken der Marktwirtschaft. Kartelle sind daher grundsätzlich verboten (vgl. Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, GWB; vgl. im Einzelnen dazu unter Ziffer 3.1.6, Grundsätze des Wettbewerbsrechts).

Es gibt nur wenige Ausnahmen , die an bestimmte Voraussetzungen gebunden sind, z. B.:

  • Quotenregelung in der Landwirtschaft und Preisbindung bei Druckerzeugnissen

  • Kartell zur Förderung des technischen oder wirtschaftlichen Fortschritts

  • Die Kartellbildung darf nicht zu einer marktbeherrschenden Stellung führen.

  • Sogenannte Mittelstandskartelle sind zu Zwecken der Rationalisierung erlaubt.

  • In jedem Fall sind die EU-Verordnungen zu beachten.

06. Was sind Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures)?

Gemeinschaftsunternehmen werden im internationalen Bereich auch als Joint Ventures bezeichnet.

Hier gründen zwei oder mehrere rechtlich selbstständige und voneinander unabhängige Unternehmen ein Gemeinschaftsunternehmen unter gemeinsamer Leitung der Gesellschafterunternehmen (z. B. XY AG in Deutschland mit der Z AG in China; Zweck: Bau und Vertrieb landwirtschaftlicher Traktoren).

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Die Gründung von Gemeinschaftsunternehmen ist besonders häufig bei Investitionen im Ausland gegeben, wenn der ausländische Staat die Beteiligung von Ausländern beschränkt bzw. die Zusammenarbeit mit einheimischen Unternehmen fordert.

Weitere Ziele für die Gründung von Joint Ventures sind:

  • Synergieeffekte in- und ausländischer Unternehmen

  • Bündelung von Know-how (Forschung & Entwicklung)

  • Erschließung von Absatzmärkten

  • Sicherung der Versorgung mit Rohstoffen.

07. Welche Faktoren sind maßgeblich für den Erfolg von Kooperationen?

Kooperationen sind freiwillig auf der Basis vertraglicher Regelungen. Der Vertrag bildet die Rechtsbasis; er ist notwendig, aber nicht hinreichend. Unverzichtbar sind der Wille zur Zusammenarbeit und die Bereitstellung notwendiger Ressourcen. Es folgen beispielhaft wichtige Erfolgsfaktoren der Kooperation:

  • ausreichende Zeit und Ressourcen: Zeit, Personal, Finanzen

  • ausreichende Kenntnisse über den Markt, die Kunden und den Wettbewerb

  • passende „Chemie“: Strategien, Produkte, Marktverhalten usw.

  • Vertrauen: Die Kooperationspartner müssen sich aufeinander verlassen können.

  • klare Zuständigkeiten innerhalb der Organisation und zwischen den Unternehmen

  • permanenter, reibungsloser Informationsaustausch

  • passende Bedingungen: Unternehmensgröße, Firmenkultur, Marktsegment

  • ausgewogener Nutzen für alle Partner

  • Konfliktfähigkeit und Kompromissbereitschaft (der „Ruf nach dem Anwalt“ ist nicht geeignet).

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