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Volkswirtschaftliche Grundlagen > Produktionsfaktoren, Markt, Preis und Wettbewerb:

Preisbildung

WebinarTerminankündigung aus unserem Online-Kurs Deskriptive Statistik:
 Am 26.01.2017 (ab 18:00 Uhr) findet unser nächstes Webinar statt.
Gratis-Webinar Deskriptive Statistik: Lage- und Streuungsmaße
- In diesem 60-minütigen Gratis-Webinar gibt Daniel Lambert einen Überblick über arithmetische Mittel und Standardabweichung, Modus, Median und die Spannweite
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01. Was versteht man unter dem Preis und welche Arten von Preisen werden unterschieden?

Unter dem Preis versteht man den in Geld ausgedrückten Gegenwert (Tauschwert) einer Ware, eines Rechts oder einer Dienstleistung.

Man unterscheidet:

Preise
Warenpreis Dieser wird wiederum unterteilt in:
  • Wettbewerbspreis (Marktpreis), der sich zwischen Anbietern und Nachfragern im Wettbewerb auf dem Markt bildet
  • Monopolpreis , der autonom von dem alleinigen Anbieter – in seltenen Fällen auch von dem alleinigen Nachfrager – festgesetzt wird
  • staatlich gebundener Preis , der vom Staat durch Gesetz als Höchst- oder Mindestpreis unmittelbar festgesetzt wird.
Zins Preis für das Kapital
Lohn Preis für die Arbeit

02. Wie bildet sich in der Regel der Preis einer Ware?

Der Preis für eine Ware (oder eine Dienstleistung) bildet sich am Markt unter dem Einfluss von Angebot und Nachfrage . Umgekehrt beeinflusst der Preis aber auch den Umfang von Angebot und Nachfrage mit der Tendenz, beides zum Ausgleich zu bringen. Bei großem Angebot und knapper Nachfrage sinkt der Preis, sodass mehr gekauft werden kann. Sinken die Preise allgemein, so bedeutet dies, dass die Kaufkraft des Geldes steigt und umgekehrt. Die Nachfrage reagiert anormal, wenn sie zunimmt, obwohl der Preis steigt.

Preispolitische Überlegungen spielen aber auch unter Kostengesichtslien und unter Berücksichtigung der Marktziele eine Rolle: Bei einem gewinnorientierten Unternehmen beeinflusst die Höhe der Kosten die Preisfestsetzung, wobei, je nach der angewandten Kostenrechnungsmethode, Unterschiede bei der Preisfestsetzung bestehen können. Die Unternehmen müssen entscheiden, ob sie lediglich für eine gewisse Zeit eine Kostendeckung anstreben oder ob sie auch einen Gewinn erzielen wollen.

Es können unterschiedliche Marktziele vorliegen, z. B.: die Durchsetzung eines Produkts auf dem Markt, die Gewinnung neuer Käuferschichten, eine Preisführerschaft, die Erhöhung des Marktanteils oder die Ausschaltung von Konkurrenzunternehmen. In derartigen Situationen werden z. B. Rabatte als Instrument der Preisgestaltung eingesetzt.

Bestimmungsfaktoren des Preises

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Für die Höhe des Preises, den ein Unternehmen auf dem Markt erzielen kann, ist es ebenfalls entscheidend, ob sein Vorgehen bei der Preisfestsetzung von den Aktionen anderer Unternehmen abhängig ist.

03. Von welchen Einflussgrößen hängt die Gesamtnachfrage nach einem Gut ab?

In einer Marktwirtschaft trägt jeder Einzelne durch seine Kaufentscheidungen dazu bei, die Höhe, Struktur und Art der Nachfrage am Markt mit zu beeinflussen.

Die nachgefragte Menge nach einem Gut ist abhängig:

  • von dem Preis dieses Gutes

  • von dem Preis konkurrierender Güter

  • dem Einkommen der Nachfrager

  • den Ersparnissen

  • der Bedürfnisstruktur

  • den Kreditmöglichkeiten.

04. Welche (idealtypische) Abhängigkeit der Nachfrage vom Preis des Gutes wird unterstellt?

Sinkt der Preis des Gutes, so steigt die Nachfrage und umgekehrt (inverse Beziehung). Preisänderungen des Gutes führen also zu Bewegungen auf der Nachfragefunktion:

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05. Welche Aussagekraft hat die Preiselastizität der Nachfrage?

Mit dem Begriff Elastizität wird die Wirkung einer unabhängigen Größe, wie z. B. des Preises, auf eine abhängige Größe, wie z. B. die Menge eines Gutes, verstanden, wenn beide Größen in einem funktionalen Zusammenhang zueinander stehen. Man unterscheidet:

Die direkte Preiselastizität der Nachfrage: sie gibt die prozentuale Änderung der nachgefragten Menge eines Gutes an, wenn sich der Preis dieses Gutes um 1 % ändert. Im Normalfall steigt die nachgefragte Menge mit sinkendem Preis. Ist die relative Mengenänderung geringer als die relative Preisänderung, so spricht man von einer unelastischen Nachfrage.

Bezeichnet man mit ElN die direkte Preiselastizität, mit Δx die relative Mengenänderung und mit Δp die relative Preisänderung, so gilt:

$$Direkte\; Preiselastizität = El_{N}\;  = \; \frac{\Delta\; x}{\Delta\; p}$$

Beispiel

Beispiel 1:

Bei einer Preiserhöhung von 20 % ergibt sich eine Mengenänderung von -25 %.

Das heißt:

$$El_{N} = \; \frac{\Delta\; x}{\Delta\; p}$$

$$= \; \frac{-25 \%}{20 \%}\;  = 1,25\; $$

Die Nachfrage reagiert also relativ elastisch auf die Preiserhöhung (das Vorzeichen wird vernachlässigt).

Die Kreuzpreiselastizität der Nachfrage: Mit ihrer Hilfe wird die Reaktion der mengenmäßigen Nachfrage nach einem Gut aufgrund einer Preisänderung eines Konkurrenzguts errechnet. Analog gilt:

$$Kreuzpreiselastizität = El_{N}\;  = \; \frac{\Delta\; x}{\Delta\; p*}$$

$$p* = Preis\; eines\; Konkurrenzproduktes$$

Beispiel 2:

Bei einer Preiserhöhung von 25 % bei Gut X, ergibt sich eine Mengenänderung von 30 % bei Gut Y:

Das heißt:

$$El_{N} = \; \frac{\Delta\; x}{\Delta\; p}$$

$$= \; \frac{30 \%}{25 \%}\;  = 1,20\; $$

Bei einer Preiserhöhung von Gut X ergibt sich eine Mengenänderung bei Gut → (Substitutionsgut).

06. Welche Einflussgrößen können die Gesamtnachfrage verändern?

Die Gesamtnachfrage kann sich verändern durch:

  • Änderung der Bedürfnisse

  • Veränderungen in der Höhe und Struktur der Einkommen

  • Änderung der Bevölkerungszahl oder deren altersmäßige Zusammensetzung.

07. Welche Reaktion zeigt die Gesamtnachfrage bei der Änderung der Bedürfnisstruktur?

Bleibt der Preis des Gutes konstant, ändert sich aber

  • die Bedürfnisstruktur,

  • der Preis anderer Güter,

  • die Zahl der Nachfrager,

so führt dies zu einer Verschiebung der Nachfragefunktion.

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08. Welche Faktoren können das Angebot der Unternehmen verändern?

Das Angebot der Unternehmen an einem Gut kann sich verändern durch:

  • die Preise anderer Güter, insbesondere von Substitutionsgütern

  • neue technische Produktionsverfahren

  • Veränderungen in den Produktionskosten

  • das Angebots- und Preisverhalten anderer Anbieter

  • die Änderung der Erwartungen der Konsumenten (Hamsterkäufe, die Annahme, dass die Preise steigen oder fallen; das Aufkommen alternativer Produkte).

09. Welche Größen beeinflussen das Angebot der Unternehmen?

Das Angebot der Unternehmen hängt von zwei entscheidenden Größen ab:

  • dem Kostenverlauf des Unternehmens und

  • den Erlösen, die erzielt werden können.

10. Welche Preis-Mengen-Relation wird bei der Angebotsfunktion unterstellt?

  • Steigt der Preis des Gutes (bei sonst konstanten Bedingungen), so steigt das Angebot (Bewegungen „ auf der Kurve “; proportionale Beziehung).

  • Eine Verschiebung der Angebotsfunktion („ Bewegung der Kurve “) erfolgt bei Änderung

    • der Technik

    • der Preise anderer Güter

    • der Produktionskosten

    • der Zahl der Anbieter.

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11. Wie bildet sich der Gleichgewichtspreis auf vollkommenen Märkten?

Prämissen:

  • Markt für ein Gut

  • Polypol, d. h. auf beiden Seiten gibt es viele Marktteilnehmer

  • Wettbewerbsbedingungen

  • Markttransparenz

  • Homogenität des Gutes

  • keine Präferenzen auf der Nachfrageseite.

Es werden in einem Diagramm die oben dargestellte Angebots- sowie die Nachfragefunktion eingetragen; linearer Verlauf wird unterstellt:

Bei vollständiger Konkurrenz bildet sich durch Angebot und Nachfrage ein Gleichgewichtspreis (Schnittli von Angebots- und Nachfragekurve). Der Gleichgewichtspreis ist für alle Marktteilnehmer ein Datum. Die Gleichgewichtsmenge ist eine maximale Menge. Der Markt wird beim Gleichgewichtspreis „geräumt“.

Marktgleichgewicht bei vollständiger Konkurrenz:

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12. Welche Funktionen hat der Preis bei vollständiger Konkurrenz?

  • Ausgleichsfunktion: Der Markt wird im Marktgleichgewicht „geräumt“ (vgl. Frage 11.).

  • Ausschaltungsfunktion (auch: Selektions-, Auslesefunktion): Es werden die Anbieter, die mit zu hohen Kosten produzieren bzw. die Nachfrager, die den Marktpreis nicht bezahlen können/wollen, vom Markt ausgeschlossen.

  • Lenkungs- oder Verteilungsfunktion: Der Marktpreis bestimmt, was und wie viel produziert werden kann. Ein steigender Preis führt zu ansteigender Produktion.

  • Signalfunktion (auch: Indikatorfunktion): Der Preis signalisiert i. d. R. die Knappheit eines Gutes. Ein steigender Preis signalisiert den Anbietern eine gestiegene Nachfrage und damit einen attraktiven Markt.

13. Wie bilden sich die Preise in anderen Marktformen?

  • Im Monopol hat der Anbieter keine Konkurrenz. Er kann eine unabhängige Preispolitik betreiben. Sein Absatz hängt allein von der Nachfragestruktur fest. Der Monopolist ist Preisfixierer.

  • Im Oligopol muss ein Anbieter bei seinen Preisaktionen mit den Reaktionen der anderen (wenigen) Anbieter rechnen. Der Oligopolist ist Preisfixierer mit begrenztem Preisspielraum.

  • Im Polypol auf unvollkommenem Markt (Fehlen der Markttransparenz u. Ä.) kann ein Anbieter seinen Preis wie ein Monopolist festsetzen – aber nur innerhalb bestimmter Grenzen. Er ist wie der Oligopolist Preisfixierer mit begrenztem Preisspielraum.

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