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Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen - Sicherheiten

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Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen

Sicherheiten

01. Welche Voraussetzungen müssen für die Kreditgewährung vorliegen?

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  • Kreditfähigkeit: Bei der juristischen Prüfung werden die rechtlichen Voraussetzungen geklärt:

    • bei natürlichen Personen:

    • Geschäftsfähigkeit, Güterstand bei Verheirateten (Haftung) und

    • bei juristische Personen:

      Nachweis der Vertretungsvollmacht (z. B. Prokura).

    Kreditwürdigkeit: Die Prüfung der Kreditwürdigkeit erstreckt sich auf zwei Bereiche:

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02. Welche Formen der Kreditsicherung gibt es?

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  • Einfacher (reiner) Personalkredit (ungedeckter Kredit, Blankokredit):

    Sicherung des Kredits nur in der Person begründet; i. d. R. kurzfristig.

  • Verstärkter Personalkredit:

    Neben dem Kreditnehmer haften noch weitere Personen.

  • Bürgschaft:

    Zwei Verträge: Kreditvertrag + (schriftlicher) Bürgschaftsvertrag; der Bürge haftet für die Verbindlichkeit des Hauptschuldners.

    • Ausfallbürgschaft: Bürge haftet erst, wenn Hauptschuldner nicht zahlen kann („Einrede der Vorausklage“).

    • Selbstschuldnerische Bürgschaft: Bürge haftet wie Hauptschuldner; Verzicht auf Einrede der Vorausklage; bevorzugtes Instrument der Banken.

  • Forderungsabtretung (Zession):

    Der Schuldner tritt seine Forderungen an Dritte/an die Bank ab; schriftlicher Vertrag.

    • Offene Zession: Dem Drittschuldner ist die Zession bekannt; er zahlt an die Bank.

    • Stille Zession: Dem Drittschuldner ist die Zession nicht bekannt; er zahlt weiterhin an den Gläubiger (= Kreditnehmer).

    • Einzelzession: Eine bestimmte Forderung wird abgetreten.

    • Mantelzession: Mehrere, spezifizierte Forderungen werden abgetreten.

    • Globalzession: Alle bestehenden und zukünftigen Forderungen werden abgetreten.

  • Garantie:

    Der Garantiegeber (z. B. die Bank) verpflichtet sich per Vertrag zu einer Risikoübernahme und kann in Anspruch genommen werden, ohne dass der Berechtigte den Bestand der garantierten Forderung nachweist.

  • Patronatserklärung:

    Sicherungsmittel bei der Kreditgewährung an Tochtergesellschaften eines Konzerns: Die Muttergesellschaft verpflichtet sich gegenüber der Bank, ihre Tochtergesellschaft jederzeit in die Lage zu versetzen, ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können.

  • Realkredit:

    Es haften der Kreditnehmer und bestimmte Vermögensgegenstände.

  • Hypothek:

    Die Hypothek ist die Belastung eines Grundstücks, durch die der Kreditgeber berechtigt ist, sich wegen einer bestimmten Forderung (z. B. wegen eines gewährten Baudarlehens) aus dem Grundstück zu befriedigen. Die Hypothek ist an den Bestand einer Forderung gebunden.

    Das heißt:

    • dingliche Haftung sowie mit dem Geschäfts- und Privatvermögen

    • gebunden an eine Forderung (akzessorisch)

    • Nach Rückzahlung der Forderung muss die Hypothek im Grundbuch gelöscht werden.

    • Wenn die Hypothek getilgt ist, kann die Umwandlung in eine Eigentümergrundschuld erfolgen.

  • Grundschuld:

    • Pfandrecht an einem Grundstück

    • Haftung nur mit der Sache (Grundstück)

    • keine Bindung an eine Forderung notwendig (fiduziarisch).

  • Verpfändung:

    Schuldner bleibt Eigentümer, verliert aber den Besitz an der Sache.

  • Lombardkredit:

    Kurzfristiges Darlehen unter Verpfändung beweglicher Sachen, Wertpapiere oder Forderungen.

  • Sicherungsübereignung:

    Schuldner bleibt Besitzer, verliert aber das Eigentum an der Sache.

  • Avalkredit:

    Bank als Bürge. Die Bank haftet selbstschuldnerisch aufgrund einer eingegangenen Bürgschaftsverpflichtung, sie gibt ihren guten Namen (Kosten für den Kreditnehmer).

  • Eigentumsvorbehalt:

    Bei Warengeschäften; übliche Sicherheit bei Lieferantenkrediten; die gelieferte Ware bleibt bis zur vollständigen Bezahlung Eigentum des Verkäufers.

    • Verlängerter Eigentumsvorbehalt: Lieferant erhält Abtretung der Rechte bei Weiterverkauf der Sache.

    • Erweiterter Eigentumsvorbehalt: Lieferant bleibt Eigentümer (auch) der weiterverarbeiteten Ware bzw. wird Eigentümer der hergestellten Sache.