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Kosten- und Erlösrechnung

Stufenleiterverfahren BAB

Das Stufenleiterverfahren ist ein weiteres Verfahren, das im Rahmen der Kostenstellenrechnung angewendet wird. Ziel des Verfahrens ist es, die sich aus dem Betriebsabrechnungsbogen ergebenden Vorkostenstellen auf die Endkostenstellen weiter zu verrechnen. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass bestimmte Leistungen eines Betriebsbereiches an anderer Stelle verbraucht werden können.

Bei der Anwendung des Stufenleiterverfahrens beginnt man mit der Hilfskostenstelle, die die wenigsten Leistungen von anderen Hilfskostenstellen empfängt. Dann legt man ihre primären Kosten entsprechend der Leistungsabgabe auf die anderen Kostenstellen um. So verfährt man schrittweise auch mit den folgenden Kostenstellen. Das macht man solange, bis sämtliche Posten der Hilfskostenstellen durch Verrechnung aufgelöst wurden. Das folgende Beispiel dient der Verdeutlichung:

Stufenleiterverfahren Beispiel

Beispiel

Beispiel 31:
Die X-AG verfügt über insgesamt sechs Kostenstellen, denen die folgenden primären Gemeinkosten anzulasten sind und die die folgende Leistungsverflechtung aufweisen. Die angegebenen Mengeneinheiten sind Kubikmeter beim Wasser, Kilowattstunden beim Strom und geleistete Stunden in der Dienstleistungsstelle.
Empfangende Kostenstellen Primäre Gemeinkosten Leistende Stelle
Strom Wasser Dienstleistungen
Strom 3.000 -- -- --
Wasser 4.000 200 -- --
Dienstleistungen 5.000 200 500 --
Material 2.000 600 600 800
Fertigung 1.000 600 700 900
Verwaltung 2.500 400 350 100

Außerdem sei bekannt, dass Materialeinzelkosten von insgesamt 27.600 € anfallen. In der Fertigungsstelle liegen die Fertigungseinzelkosten bei insgesamt 3.225 €.

a) Was sind die Hilfskostenstellen, welche sind Hauptkostenstellen?

b) Errechne die innerbetrieblichen Verrechnungspreise.

c) Erstelle den Betriebsabrechnungsbogen.

d) Was sind die Zuschlagssätze der Hauptkostenstellen?

a) Jene Kostenstellen sind Hilfskostenstellen, die auch an andere Kostenstellen weiterverrechnen, hier also Strom, Wasser und Dienstleistungen. Die anderen Kostenstellen geben keine Leistungseinheiten ab, sie erhalten diese lediglich. Deswegen sind Material, Fertigung und Verwaltung die Hauptkostenstellen.

b) Man erhält exakte Verrechnungspreise nach dem mathematischen Verfahren und – weil keine Rückverflechtungen existieren – auch nach dem Stufenleiterverfahren, welches wir im vorliegenden Fall benutzen.

Zuerst wird die Stromstelle abgerechnet, dann die Wasser-, schließlich die Dienstleistungsstelle. Zunächst sind die Summen auszurechnen, damit man die insgesamt erstellten Leistungseinheiten kennt:

Berechnung der Bezugsgrößen der Hilfskostenstellen

Empfangende Kostenstellen Primäre Gemeinkosten Leistende Stelle
Strom Wasser Dienstleistungen
Strom 3.000 -- -- --
Wasser 4.000 200 -- --
Dienstleistungen 5.000 200 500 --
Material 2.000 600 600 800
Fertigung 1.000 600 700 900
Verwaltung 2.500 400 350 100
Summen 2.000 Kwh 2.150 cbm 1.800 h


Tab. 25: Berechnung der Bezugsgrößen der Hilfskostenstellen

Berechnung der Verrechnungspreise der Hilfskostenstellen nach dem Stufenleiterverfahren


Hiernach rechnet man nach dem Stufenleiterverfahren die Verrechnungspreise der Hilfskostenstellen aus:
$$\ q_1 = {3.000 \over 2.000} = 1,5\ {€ \over Kwh} $$
Der Verrechnungspreis der Wasserstelle ist
$$\ q_2 = {4.000 + 200 \cdot 1,5 \over 2.150} = 2\ {€ \over cbm} $$
Man beachte, dass man hier keine Leistungseinheiten im Nenner abziehen muss, denn die Wasserstelle hat an die Stromstelle keine Einheiten geliefert. Der Preis der Dienstleistungsstelle lautet schließlich
$$\ q_3 = {5.000 + 200 \cdot 1,5 + 500 \cdot 2 \over 1.800} $$
$$\ = {5.000 + 300 + 1.000} \over 1.800 $$
$$\ = 3,5\ {€ \over h} $$
Da die Dienstleistungsstelle nur erhalten hat und nichts an andere Hilfskostenstellen geliefert, muss wieder im Nenner nichts von der Gesamtzahl von 1.800 h abgezogen werden, wie sonst beim Stufenleiterverfahren verlangt.