Suche

Login Daten vergessen?

Benutzer:
Passwort:
Notizen Statistik Einstellungen
einklappen

Statistik

einklappen

Schriftgröße

Standard

Dieses Dokument ist Teil eines interaktiven Online-Kurses zum Thema Steuerbilanzen.

Über 170 Dokumente und mehr als 250 Übungen bieten dir eine optimale Prüfungsvorbereitung.

Online-Kurs Steuerbilanzen

Kapitel 2:
Wirtschaftsgut > Grundsätze ordnungsmäßiger ...
zum Text 

Realisationsprinzip

Das Realisationsprinzip besagt, wie oben bereits erwähnt, dass Gewinne erst dann angesetzt werden dürfen, wenn sie realisiert sind. Sie gelten als realisiert bei Gefahrenübergang.

LAMBERT-METHODE:
Sehr wichtige Prinzipien für die Bewertung sind das Realisationsprinzip und das Imparitätsprinzip, die sich gewissermaßen widersprechen. Das Realisationsprinzip besagt, dass Gewinne erst dann angesetzt werden dürfen, wenn sie realisiert sind (d.h. bei Gefahrenübergang). Das Imparitätsprinzip (es bedeutet Imparität = Ungleichbehandlung) besagt hingegen, dass Gewinne und Verluste ungleich behandelt werden müssen. Gewinne dürfen nicht antizipiert (vorweggenommen) werden, Verluste müssen antizipiert werden. Das Imparitätsprinzip findet seinen Ausfluss insbesondere im strengen und gemilderten Niederstwertprinzip.

Beispiel 26:
Die X-GmbH produziert Tennisbälle. Ein Kaufvertrag zwischen der X-GmbH und der Boris-AG aus Leimen vereinbart die Abholung der produzierten Tennisbälle durch die Boris-AG mit einem firmeneigenen LKW, der extra aus Leimen anreist. Wann darf die X-GmbH den Gewinn aus dem Verkauf der Tennisbälle ansetzen?

Frage: Darf die X-GmbH bereits bei Vertragsabschluss den Ertrag ansetzen?

Nicht, sofern noch eine Möglichkeit der Stornierung existiert. Es könnte nämlich sein, dass nach abgeschlossenem Kaufvertrag die Bestellung noch rückgängig gemacht wird. Insofern wäre es verfrüht, den Erfolg als Ertrag bereits nach Vertragsunterzeichnung anzusetzen. Vielmehr darf, wenn im Vertrag davon die Rede ist, dass die Boris-AG die Tennisbälle abholen muss, erst dann der Erfolg angesetzt werden, wenn der Gefahrenübergang stattgefunden hat. Dies verdeutlicht die Fortsetzung des Beispiels 26: Die produzierten Tennisbälle werden durch einen Blitzeinschlag in die Produktionshalle der X-GmbH am Abend vor der Abholung durch die Boris-AG vollständig zerstört. Die X-GmbH muss weiterhin die Tennisbälle liefern und hat diese also neu zu produzieren, darf aber selbstverständlich nur einmal diese der Boris-AG in Rechnung stellen, hat also den Verlust der alten Tennisbälle zu verkraften. Der Gefahrenübergang hat damit noch nicht stattgefunden, da die Gefahr vielmehr noch bei der X-GmbH lag. Als Konsequenz aus dem Realisationsprinzip darf der Ertrag also noch nicht angesetzt werden.

Beispiel 27:
Die Boris-AG holt vereinbarungsgemäß die Tennisbälle bei der X-GmbH ab und verlässt das Firmengelände der X-GmbH. Auf dem Weg nach Leimen kommt der LKW in ein schweres Gewitter, bei dem ein herabfallender Baum den hinteren Teil des LKWs und leider auch die Tennisbälle vollständig zerstört. Der Fahrer kann sich glücklicherweise unverletzt retten.

In diesem Fall ist der Gefahrenübergang vollzogen worden, denn die Gefahr des zufälligen Untergangs liegt bei der Boris-AG. Diese muss die gelieferten und empfangenen Tennisbälle bezahlen und hat aber keine Bälle. Das Realisationsprinzip besagt hier also, dass die X-GmbH den Erfolg realisieren muss, weil der Gefahrenübergang stattgefunden hat.

MERKE:
Wann genau (zeitlich gesehen) der Gefahrenübergang stattfindet, ist von Vertrag zu Vertrag unterschiedlich. Im vorliegenden Beispiel der X-AG und der Boris-GmbH lag der Gefahrenübergang im Zeitpunkt der Abholung durch den Empfänger. Bei anderen Verträgen kann sehr wohl ein früherer Zeitpunkt vereinbart werden.




Online-Kurs Dieses Dokument ist Teil eines interaktiven Online-Kurses zum Thema Steuerbilanzen. Auf wiwiweb.de findest du Kurse zur optimalen Prüfungsvorbereitung unter anderem in den Fächern Buchführung und Abschluss, Marketing, Kosten- und Erlösrechnung, Investitionsrechnung, Deskriptive Statistik, Mikroökonomik und Steuerbilanzen.

Begriff hervorheben Text markieren Kennzeichnungen aufheben
X

Kursauswahl:

weitere Kurse hinzubuchen

Kursauswahl schließen

X

Verzeichnis:

  • Kapitel 1: Gewinnermittlungsmethoden  2 Videos enthalten2
  • Kapitel 2: Wirtschaftsgut  4 Videos enthalten4
    • Bilanzierungsfähigkeit im Steuerrecht
      • Begriff des positiven Wirtschaftsgutes
      • Begriff des negativen Wirtschaftsgutes
    • Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
      • Überblick über die GoB
      • Grundsatz der Einzelbewertung
      • Stichtagsprinzip
      • Abgrenzung der Sache nach
      • Realisationsprinzip
      • Allgemeines Imparitätsprinzip
      • Niederstwertprinzip
      • Zusammenfassung (Video)
    • Immaterielle Wirtschaftsgüter
      • Überblick
      • Patente und Lizenzen
      • Derivativer Geschäfts- oder Firmenwert
    • Forderungen
      • Überblick
      • Grundsätzliche Bewertung
      • Wertberichtigungen
      • Einzelwertberichtigungen
      • Pauschalwertberichtigungen
    • Verbindlichkeiten
      • Allgemein
      • Abzinsung von unverzinslichen Verbindlichkeiten
      • Tilgungsdarlehen
    • Immobilien
      • Einführung
      • Außenanlagen
      • Selbständige Gebäudeteile
      • Sonstige selbständige Gebäudeteile
      • Baumaßnahmen bei Gebäuden
      • Baumaßnahmen bei Gebäuden - Herstellungsaufwand
      • Baumaßnahmen bei Gebäuden - Erhaltungsaufwand
      • Abbruchkosten
    • Rücklagen
      • Überblick
      • Stille Rücklagen
      • Steuerfreie Rücklagen: Sonderposten mit Rücklageanteil
      • Steuerfreie Rücklagen: Rücklage für Ersatzbeschaffung I
      • Steuerfreie Rücklagen: Rücklage für Ersatzbeschaffung II
      • Steuerfreie Rücklagen: Rücklage für Ersatzbeschaffung III
    • Rückstellungen
      • Unterschied zu Verbindlichkeiten
      • Verbindlichkeiten und Rückstellungen (Video)
      • Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten
      • Prozessrückstellungen
      • Gewährleistungsrückstellungen
      • Pensionsrückstellungen - Ansatz
      • Pensionsrückstellungen - Bewertung
      • Pensionsrückstellungen - Indirekte Methode
      • Pensionsrückstellungen - Direkte Methode
      • Drohverlustrückstellungen
      • Kulanzrückstellungen
      • Rückstellungen für unterlassenen Instandhaltungsaufwand
      • Rückstellung für Abraumbeseitigung
      • Spezielle steuerrechtliche Arten von Rückstellungen
    • Rechnungsabgrenzungsposten
      • Überlick
      • Transitorische Abgrenzungsposten
      • Aktivische RAP I: Überblick
      • Aktivische RAP II: Normalfälle
      • Aktivische RAP III: Spezialfall Disagio
      • Passivische RAP
      • Antizipative Rechnungsabgrenzungsposten
    • Aufgaben zu Kapitel 2
      • Selbstkontrolle (Aufgabe 1)
      • Lösung zu Aufgabe 1
      • Selbstkontrolle (Aufgabe 2)
      • Lösung Aufgabe 2
      • Selbstkontrolle (Aufgabe 3)
      • Lösung zu Aufgabe 3
      • Selbstkontrolle (Aufgabe 4)
      • Lösung zu Aufgabe 4
  • Kapitel 3: Betriebsvermögen
  • Kapitel 4: Bewertung  1 Videos enthalten1
    • Anschaffungskosten
      • Lernziele
      • Anschaffungskosten und Anschaffungspreis
      • Anschaffungspreisminderungen
      • Anschaffungsnebenkosten
      • Nachträgliche Anschaffungskosten
    • Herstellungskosten
      • Allgemeines
      • Bestandteile
      • Herstellungs- und Erhaltungsaufwand
    • Teilwert
      • Teilwert und Teilwertvermutungen
      • Widerlegungstatbestände
      • Teilwertermittlung des Vorratsvermögens: Verfahrensüberblick
      • Teilwertermittlung des Vorratsvermögens: Subtraktionsmethode
      • Teilwertermittlung des Vorratsvermögens: Formelmethode
    • Bewertungsvereinfachungsverfahren
      • Verfahrensüberblick
      • Festwertverfahren
      • Gruppenbewertung I: Voraussetzungen
      • Gruppenbewertung II: Durchschnittsverfahren
      • Gruppenbewertung III: Gleitendes Durchschnittsverfahren
      • Gruppenbewertung IV: Periodisches Durchschnittsverfahren
      • Verbrauchs- bzw. Veräußerungsfolgen
      • Lifo-Verfahren
      • Perioden-Lifo
      • Permanentes Lifo
    • Abschreibungen und Absetzungen
      • Grundlagen
      • Abnutzbare Wirtschaftsgüter
      • Absetzungsberechtigung
      • Abschreibungszeitraum und -höhe
      • Allgemeine Absetzungsmethoden
    • Absetzung beweglicher Wirtschaftsgüter
      • Absetzung für Abnutzung
      • Lineare AfA
      • Degressive AfA
      • Leistungsabschreibung
      • Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung
      • Teilwertabschreibung
      • Unterschiede zwischen AfaA und Teilwertabschreibung
      • Sonderabschreibungen
      • Erhöhte Absetzung
      • Geringwertige Wirtschaftsgüter
      • AfA nach Privateinlage und -entnahme
    • Absetzung unbeweglicher Wirtschaftsgüter
      • Grundsatz und Begriffsdefinition
      • Abschreibungsmethoden
      • AfA nach einer Entnahme
      • AfA nach einer Privateinlage
      • AfA bei Immobilien
    • Aufgaben zu Kapitel 4
      • Selbskontrolle (Aufgabe 1)
      • Lösung zu Aufgabe 1
      • Selbstkontrolle (Aufgabe 2)
      • Lösung zu Aufgabe 2
      • Selbstkontrolle (Aufgabe 3)
      • Lösung zu Aufgabe 3
      • Selbstkontrolle (Aufgabe 4)
      • Lösung zu Aufgabe 4
      • Selbskontrolle (Aufgabe 5)
      • Lösung zu Aufgabe 5
  • Kapitel 5: Änderungen von Steuerbilanzen

Du hast Zugriff auf Kapitel 1 bis

Übersicht schließen

X

Notiz

Betreff:

Inhalt:

Abbrechen

X

Hinweis

Hinweis schließen