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Externes Rechnungswesen - Durchschnittsbewertung

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Externes Rechnungswesen

Durchschnittsbewertung

Nach § 240 Abs. 4 HGB dürfen gleichartige Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens zu einer Gruppe zusammengefaßt und mit dem gewogenen Durchschnittswert angesetzt werden. Bei der Durchschnittsbewertung wird aus dem Anfangsbestand (AB) und den Zugängen der Periode ein Durchschnittswert gebildet. 

Methode

Es gibt zwei Möglichkeiten den Durchschnittswert zu ermitteln:

  • Die gewogene Durchschnittsmethode;
  • Die gleitende Durchschnittsmethode.

Merke

Wichtig!  Die beim Verkauf der Vorräte erzielbaren Erlöse haben nichts mit der Bilanzierung des verbliebenen Lagerbestandes zu tun. Wichtig ist bei der Bilanzierung von Vorräten, mit welchem Wert diese am Ende des Geschäftsjahres in der Bilanz angesetzt werden.

Die gewogene Durchschnittsmethode

Bei der gewogenen Durchschnittsmethode wird der Anfangsbestand und die gesamten Zugänge der Periode mit ihren Anschaffungskosten (AK) erfasst und daraus ein Durchschnittswert gebildet. Dieser wird dann zur Bewertung der Abgänge innerhalb der Periode und zur Bewertung des Schlussbestandes gewählt.

Beispiel

Das Unternehmen XY tätigt im Laufe des Geschäftsjahres folgende Materialeinkäufe:

Datum Menge    AK (€/Stk.)   
AB 500 10 €
Zugänge
05.03.2012 600 8 €
10.05.2012 150 12 €
22.07.2012 900 7 €
20.12.2012 100 10 €
Abgänge
10.03.2012 300
15.05.2012 200
29.07.2012 800

Wie hoch ist der Schlussbestand und wie ist dieser zu bewerten? Wie sind die Abgänge zu bewerten?

Der Anfangsbestand (AB) und die Zugänge im Laufe des Geschäftsjahres werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet und aufaddiert. 

Datum Menge    AK (€/Stk.)    Gesamte AK
AB 500 10 € 5.000 €
05.03.2012 600 8 € 4.800 €
10.05.2012 150 12 € 1.800 €
22.07.2012 900 7 € 6.300 €
20.12.2012 100 10 € 1.000 €
2.250 18.900 €

Die errechneten gesamt angefallenen Anschaffungskosten in Höhe von 18.900 € werden durch die gesamt eingekaufte Menge geteilt. 

Durchschnittswert = 18.900 € / 2.250 Stk = 8,40 €/Stk.

Der Endbestand in Höhe von 950 Stück wird mit 7.980 € (= 950 * 8,40) in der Bilanz angesetzt. Die Abgänge werden ebenfalls zu diesem Durschschnittspreis bewertet. 

Die gleitende Durchschnittsmethode

Bei der gleitenden Durchschnittsmethode wird nach jedem neuen Zugang ein neuer Durchschnittspreis errechnet. Sobald ein neuer Zugang eingeht, wird wieder ein neuer Durchschnittspreis errechnet. Der Unterschied zur gewogenen Durchschnittsmethode ist, dass hier die Abgänge im Laufe des Geschäftsjahres keinen einheitlichen Preis besitzen, sondern der Durchschnittepreis bei jedem Zugang neu berechnet wird.

Bei dem obigen Beispiel würde die Berechnung dann folgendermaßen aussehen: 

Datum Menge    AK (€/Stk.)    Gesamte AK
AB 500 10 € 5.000 €
+ Zugang 05.03. 600 8 € 4.800 €
1.100 9.800 €
= Durschnittspreis    8,91 € / Stk
- Abgang 10.03. 300 8,91 € 2.673 €
+ Zugang 10.05. 150 12 € 1.800 €
950 8.927
= Durschnittspreis 9,40 € / Stk
- Abgang 15.05. 200 9,40 € / Stk 1.880 €
+ Zugang 22.07. 900 7 € 6.300 €
1.650 13.347 €
= Durchschnittspreis 8,09 € / Stk
- Abgang 29.07. 800 8,09 € 6.472 €
+ Zugang 20.12. 100 10 € 1.000 €
950 7.875 €
Durschnittspreis =  8,29 € / Stk

Der Endbestand in Höhe von 950 Stk. wird mit 8,29 € bewertet. Dies ergibt einen Bilanzansatz i.H.v. 7.875 €.