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Struktur der funktionsfeldbezogenen Plankostenrechnung

01. Welche betrieblichen Funktionen (Funktionsbereiche) werden unterschieden?
→ A 2.1.2

Der in der Betriebswirtschaftslehre verwendete Begriff „Funktion“ bezeichnet die Betätigungsweise und die Leistung von Organen/Bereichen/Teilbereichen eines Unternehmens. Man unterscheidet im Wesentlichen folgende Hauptfunktionen:

  • Leitung (= Management, Unternehmensführung)

  • Beschaffung (Logistik)

  • Materialwirtschaft

  • Produktions- bzw. Fertigungswirtschaft

  • Forschung und Entwicklung

  • Absatzwirtschaft

  • Transport (Logistik)

  • Personalwirtschaft

  • Finanzwirtschaft

  • Informationswirtschaft.

02. Wie erfolgt die Gliederung der Kostenbereiche nach Funktionen?


>> 4.1.1, 4.5.2

Die einfachste Form der Aufteilung der Kostenbereiche ist die Gliederung des Gesamtbetriebes in vier Kostenbereiche, die sich aus den Funktionen des Betriebes ableitet:

Kostenbereiche nach Funktionen:

  1. Materialbereich

  2. Fertigungsbereich

  3. Verwaltungsbereich

  4. Vertriebsbereich.

Für kleine Betriebe genügt i. d. R. eine Kostenstelle je Kostenbereich. In größeren Betrieben erfolgt eine weitere Aufteilung in mehrere Kostenstellen – hierarchisch gegliedert – z. B. nach

► Abteilungen 
► Gruppen 
► einheitlichen Tätigkeitsfeldern (Funktionsfelder).>> Vgl. ausführlich: 4.5.2

Neben der Funktionsorientierung kann eine Berücksichtigung interner, räumlicher Gegebenheiten oder objektbezogener Gliederungsmerkmale erforderlich sein, z. B. Werk 1, Werk 2 bzw. Fertigung Produkt 1/2 bzw. Fertigung Ersatzteile usw.

03. Was sind funktionsfeldbezogene Kosten?

Es sind die Einzel- und Gemeinkosten, die von einem Funktionsfeld direkt und indirekt verursacht und verantwortet werden müssen.

Die Bildung von Funktionsfeldern/Kostenstellen hängt von der Größe des Betriebes, seinem Fertigungsprogramm und der notwendigen Genauigkeit der Kostenrechnung ab. In der Regel ist ein Funktionsfeld ein einheitliches Tätigkeitsfeld, z. B. Montage (bzw. Montage 1, Montage 2), Vorrichtungsbau, Gießerei, Schweißerei, Lackiererei, Blechfertigung u. Ä.

04. Welche Stufen sind beim Aufbau der Plankostenrechnung erforderlich?

Der Aufbau einer Plankostenrechnung umfasst:

  • Die Kostenartenrechnung:

    Planung der Kostenarten: Erfassung aller zu erwartenden Kosten in der Planperiode (z. B. für das kommende Geschäftsjahr).

  • Die Kostenstellenrechnung:

    Zuordnung der zukünftig anfallenden Kosten auf die Kostenstellen (Festlegung der Plankosten je Kostenart und Kostenstelle).

  • Soll-Ist-Vergleich:

    Gegenüberstellung geplanter und tatsächlich entstandener Kosten als Hauptziel der Plankostenrechnung.

  • Kostenträgerrechnung:

    Durchführung der Kostenträgerzeitraumrechnung bzw. der Kostenträgerstückrechnung auf der Basis von Plankosten; Ermittlung der Abweichungen bei einem Kostenträger je Periode bzw. Vergleich der Plankalkulation (auf Basis von Plankosten) mit der Nachkalkulation (auf Basis tatsächlich entstandener Istkosten).

05. Welche Kosten sind für die zukünftige Periode zu planen?

Die Struktur der funktionsfeldbezogenen Plankosten ist unterschiedlich – je nach Betriebsgröße und -art; die nachfolgende Abbildung enthält ein Beispiel zur Gliederung der wichtigsten Plankosten einer Kostenstelle. Dabei werden die einzelnen Kostenarten kurz erläutert (siehe Abbildung nächste Seite).