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Statistische Methoden im Qualitätsmanagement

01. Was sind die Voraussetzungen für den Einsatz statistischer Methoden in der Qua litätsprüfung?

  • Datenerfassung:

    Sie ist die Grundvoraussetzung. Die bei der Merkmalsprüfung entstehenden Ist-Daten sind in geeigneter Form zu erfassen.

  • Datenzuordnung:

    Die erfassten Daten sind den Erfassungsorten bzw. den Merkmalen zuzuordnen.

  • Datendefinition:

    Die ermittelten Abweichungen sind in Form einer Fehlerbeschreibung eindeutig zu definieren.

  • Datenmenge:

    Für eine gesicherte statistische Aussage ist eine ausreichende Datenmenge eines Merkmals erforderlich. Ist diese nicht vorhanden, ist der Aussagegehalt der statistischen Ergebnisse fraglich.

  • Qualifikation:

    Das Qualitätspersonal ist für die Arbeit mit der Prüftechnik und der Anwendung der statistischen Methoden ausreichend zu qualifizieren.

02. Mit welchen Möglichkeiten (Techniken/Instrumenten) lassen sich Qualitätsdaten erfassen?

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  • Die Fehlersammelkarte ist ein Formular zur handschriftlichen Eintragung von Fehlern mit ihrer Häufigkeit in Form einer Strichliste. Die Eintragungen erfolgen für einen definierten Zeitraum und werden anschließend nach den Fehlerarten geordnet aufsummiert.

  • Die mitunter in der Prüftechnik enthaltene Software beinhaltet auch Module zur Datenerfassung und Auswertung.

  • Automatische Datenerfassung durch den Einsatz von Sensoren, Kameras oder Tastern, die die ermittelten Ergebnisse an einen Computer weiterleiten, wo sie in einer Datenbank zugeordnet abgelegt werden. Von hier aus können sie zur Auswertung abgerufen werden.

  • Zentrale Datenerfassung über ein Netzwerk. Die an unterschiedlichen Orten ermittelten Qualitätsdaten werden in einer zentralen Datenbank abgelegt. Diese ermöglicht einen Zugriff auf die Daten vom Arbeitsplatz der Qualitätsmitarbeiter aus. Bei entsprechender Datenorganisation lassen sich die Daten in vorhandene Statistiksoftware übernehmen und zur Auswertung weiterbearbeiten.

03. Welche statistischen Methoden sind speziell für die Prozesslenkung relevant?

Die wesentlichsten statistischen Methoden für die Prozesslenkung sind:

  • Stichprobenprüfung:

    Eine 100 %-Prüfung ist bei einer größeren Menge gleicher Einheiten wirtschaftlich nicht sinnvoll. Über eine definierte Anzahl von Einheiten aus dieser Gesamtmenge (Grundgesamtheit) wird die Stichprobengröße (Stichprobenumfang) festgelegt. Hierbei wird von der Annahme ausgegangen, die in der Stichprobe ermittelten Abweichungen lassen den Rückschluss auf die Fehlerhaftigkeit der Gesamtmenge zu.

  • SPC:

    Die Statistische Prozessregelung dient zur Überwachung der Wirksamkeit der Fertigungsanlagen durch prozessbegleitende Fehlererkennung. Sie basiert auf der Anwendung von Qualitätsregelkarten. Ihr Einsatz erfolgt vorrangig in der Großserienfertigung. Durch rechtzeitige Eingriffe in den Prozess bei Überschreitung der Prozesseingriffsgrenzen erfolgt eine systematische Prozessverbesserung.

  • Prozessfähigkeit:

    Bei der Prozessfähigkeit wird in Kurzzeitfähigkeit und Langzeitfähigkeit unterschieden. Sie liefert Aussagen über die Beherrschung des Prozesses und seine Stabilität.

  • Messsystemanalyse:

    Die MSA dient zur Ermittlung der Messunsicherheit, der Abgrenzungsfaktoren bei Qualitätsregelkarten, der Genauigkeit der Prüfmittel und zur Varianzanalyse.