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Branchenspezifische Qualitätsmanagementsysteme durchführen

01. Wofür steht KTQ?

KTQ bedeutet Kooperation, Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen. Das Projekt KTQ startete in Tübingen 1997 als Machbarkeitsstudie mit einem Rahmenvertrag zwischen dem Verband der Angestellten-Krankenkassen, dem Verband der Arbeiter- Ersatzkassen und der Bundesärztekammer. Die Grundidee von KTQ war die Entwicklung eines krankenhausspezifischen Zertifizierungsverfahrens mit Punktevergabe. Die Gründung der KTQ-GmbH erfolgte 2001.

02. Welche Zertifizierungen bietet KTQ?

Die KTQ- Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen bietet Verfahren, die für verschiedene Bereiche des Gesundheitswesens angewandt werden können, z. B. Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken, Medizinische Versorgungszentren (MVZ), psychotherapeutische Praxen oder Arzt-/Zahnarztpraxen. Insgesamt bietet die KTQ fünf verschiedene Zertifizierungsverfahren in folgenden Bereichen an:

  • Krankenhaus

  • Rehabilitation

  • Praxen und Medizinisches Versorgungszentrum

  • Pflege/Hospiz

  • Rettungsdienst.

Jedes dieser KTQ-Verfahren wird mithilfe von sechs Kategorien durchgeführt, die auf dem PDCA-Zyklus basieren.

03. Wer sind die Partner von KTQ?

KTQ-Gesellschafter sind die folgenden Verbände:

  • AOK – Bundesverband

  • BKK – Bundesverband

  • Bundesärztekammer – Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern

  • Bundesverband der Innungskrankenkassen

  • Deutsche Krankenhausgesellschaft e. V.

  • Deutsche Rentenversicherung – Knappschaft-Bahn-See

  • Deutscher Pflegerat e. V.

  • Hartmannbund – Verband der Ärzte Deutschlands e. V.

  • Spitzenverband der landwirtschaftlichen Sozialversicherung

  • Verband der Ersatzkasse (vdek).

04. Welche Kategorien sieht der KTQ-Katalog vor?

Die Kriterien zur Qualitätssicherung sind in sechs Kategorien zusammengefasst, die im Rahmen der Zertifizierung von Einrichtungen des Gesundheitswesens abgefragt werden, um Aussagen über die Qualität der Prozessabläufe in der medizinischen Versorgung treffen zu können:

  1. Patientenorientierung (Patienteninformation zum Behandlungsablauf)

  2. Mitarbeiterorientierung (Fortbildung, Vorschlagswesen)

  3. Sicherheit (Hygiene)

  4. Informationswesen (Datenschutz, Dokumentation)

  5. Führung (Leitbild, Organisation)

  6. Qualitätsmanagement (Patientenzufriedenheitsmessungen).

05. In welchen Schritten läuft ein KTQ-Bewertungsverfahren ab?

Der Zertifizierungsprozess bei KTQ läuft in vier Schritten ab:

  1. Selbstbewertung des Unternehmens
    Hierbei geht es darum zu erkennen, ob und wenn ja, wo im Unternehmen Verbesserungspotenziale vorhanden sind. Anschließend erfolgt die:

  2. Anmeldung zu Fremdbewertung

  3. Durchführung der Fremdbewertung durch KTQ-Visitoren

  4. Zertifizierung und Veröffentlichung der KTQ-Qualitätsberichtes wenn Selbst- und Fremdbewertung weitestgehend übereinstimmen und mindestens 55 % der KTQ-Gesamtpunktezahl erzielt wurde, erhält das Unternehmen das KTQ-Zertifikat.

Das Zertifikat ist drei Jahre gültig, danach erfolgt eine Rezertifizierung.

06. Welche Aufgabe haben die Visitoren?

Die Visitation bzw. das Audit wird durch drei Visitoren durchgeführt, die aus dem ärztlichen, dem pflegerischen und dem kaufmännisch-verwalterischen Bereich stammen.

07. Auf welche Art und Weise erfolgt die KTQ-Bewertung?

Aus den Kategorien Patientenorientierung, Mitarbeiterorientierung, Sicherheit, Informationswesen, Führung, Qualitätsmanagement leiten sich weitere Unterkategorien und Kriterien ab. Die Bewertung dieser Kriterien basiert auf dem PDCA-Zyklus (Plan- Do-Check-Act). KTQ sieht den folgenden vierstufigen Zyklus vor:

  • Planphase: Ziel und Prozessplanung sowie Regelung der Verantwortlichkeiten.

  • Do-Phase: Umsetzung des Qualitätsmanagementsystems.

  • Check-Phase: Kontrollphase, in der Kennzahlen und Ergebnisse mit Blick auf den Plan und die Umsetzung nachzuweisen sind.

  • Act-Phase: Umsetzung der besseren Erkenntnisse aus der vorgehenden Check-Phase.

Zur Bewertung werden für diese vier Phasen Punkte vergeben, die sich zu einer Gesamtpunktzahl pro Kriterium addieren.

08. Was ist KTQ-ambulant?

KTQ-ambulant ist ein QM-Bewertungsmodell für die Praxen niedergelassener Ärzte.

Patientenorientierung in der Praxis: Dieses Hauptkriterium beinhaltet im Schwerpunkt die Kernprozesse der ärztlichen Praxis angefangen von der Einbestellung, über Anamnese, Diagnostik und Therapie bis hin zu Schulungs- und Überweisungsabläufen.

09. Welche Aspekte begutachtet KTQ-ambulant?

  • Führung der Praxis: Diese Kategorie setzt sich aus recht heterogenen Elementen zusammen, die sich zum einen auf grundlegende Führungsinstrumente wie Leitbild und Praxisziele sowie Aufbauorganisation und Finanz- und Investitionsplanung beziehen, andererseits solche eher „führungsfremden“ Aspekte wie Umweltschutz und Bereitstellung von Sprechstundenmaterialien umfasst.

  • Sicherstellung der Mitarbeiterorientierung: In diesem Kapitel werden zentrale personalwirtschaftliche Instrumente abgefragt; im Einzelnen sind dies Personalplanung (quantitativ und qualitativ), Aus-, Fort- und Weiterbildung, Einarbeitung sowie der Umgang mit Mitarbeiterideen und -beschwerden.

  • Sicherheit in der Praxis: Im Mittelpunkt stehen hier Arbeitsschutz/Hygiene, ein sachgerechter Umgang mit Medikamenten und Medizinprodukten sowie ein belastbares Notfallmanagement. Informationswesen: Hier geht es primär um einen vertraulichen Umgang mit Patientendaten (Datenschutz und -sicherheit).

  • Aufbau des Qualitätsmanagements: Auf dem Prüfstand stehen innerhalb dieser letzten Bewertungskategorie Maßnahmen der internen (interne Audits, Statistiken usw.) und externen (Benchmarking, Beteiligung an Qualitätszirkeln) Qualitätssicherung; ein hoher Stellenwert wird auch Patientenbefragungen sowie einem Beschwerdemanagement eingeräumt.

10. Was sind Vor- und Nachteile des KTQ-Modells?

VorteileNachteile
  • speziell für Gesundheitsinstitutionen entwickeltes Modell
  • Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität stehen im Vordergrund
  • Selbst- und Fremdbewertung ist möglich
  • Peer-Review-Verfahren
  • keine obligatorische Bewertung der medizinischen Ergebnisqualität und Angemessenheit der Leistungen
  • Zertifizierung nur für gesamtes Kranken- haus
  • keine Evaluation der Kosten-Nutzen-Relation

11. Wofür steht QEP?

QEP steht für Qualität und Entwicklung in Praxen® und wurde von der Kassenärztlichen Vereinigung für Arzt-, Psychotherapeutenpraxen und MVZ entwickelt. Laut § 135a SGB V sind auch diese zu einem Qualitätsmanagement verpflichtet. QEP erfüllt die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über grundsätzliche Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement für die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte, Psychotherapeuten und medizinischen Versorgungszentren (Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragsärztliche Versorgung). QEP soll diese Verpflichtung mit verhältnismäßig geringem Aufwand ermöglichen. Es ist in Modulen aufgebaut und hält von Anfang an Hilfsmittel wie z. B. Musterdokumente oder eine Auflistung anzustrebender Qualitätsziele bereit.

Die gesetzliche Grundlage bilden die §§ 135 und 136 SGB V. Demnach ist einrichtungsintern ein Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln, so wie es die verpflichtenden Maßnahmen des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zur Qualitätssicherung und die grundsätzlichen Anforderungen an ein Qualitätsmanagement bestimmen. Die Qualitätsmanagement-Richtlinien des G-BA sind zum 01.01.2006 in Kraft getreten. Zu beachten ist, dass keine Pflicht zur Zertifizierung besteht.

QEP orientiert sich an den Abläufen und Rahmenbedingungen von Praxen. Die Qualitätsziele bzw. Elemente sind:

  • Patientenversorgung

  • Patientenrechte und Patientensicherheit

  • Mitarbeiter und Fortbildung

  • Praxisführung und -organisation

  • Aufgaben der Qualitätsentwicklung.

Das QEP ähnelt bei Zertifizierung dem KTQ-Verfahren. Der Fremdbewertung durch externe Visitoren geht eine Selbstbewertung der Praxen voraus. Bei Einhaltung der Qualitätsvorgaben wird eine Zertifizierung durch eine der Zertifizierungsstellen erteilt.

12. Was ist das Kieler Instrumentarium für Elementarpädagogik und Leistungsqualität K.I.E.L.?

K.I.E.L. ist ein Instrument zur internen und externen Evaluation von Qualität in Kindertagesstätten, welches in den Jahren 1995 - 2000 von Dr. phil. Armin KrenzQuelle: www.ifap-kiel.de/qualitaetsmanagement, 03.02.2019. (Institut für angewandte Psychologie und Pädagogik, Kiel) speziell für elementarpädagogische Kindertageseinrichtungen entwickelt wurde, um die Qualität der Arbeit in Kitas zu steigern.

13. Welche Qualitätsbereiche hat K.I.E.L.?

Politik für Kindertagesstätten:
Die Qualität zeigt sich in der Schaffung, Bereitstellung, Sicherung von Finanzressourcen, damit Träger von Kitas und Kitas selbst eine qualitätsorientierte Pädagogik durchführen können. Zum Beispiel dadurch, dass Politiker sich direkt und persönlich über Leistungen und Anforderungen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Kitas informieren.

Eine professionelle Grundorientierung:
Gestaltung einer Kindertagestätte, die grundlegende Werte zum Ausgangspunkt der Pädagogik macht. Zum Beispiel dadurch, dass Mitarbeiter das „Berufsbild des Erziehers/der Erzieherin“ kennen und die Aussagen auf ihr Berufsverständnis übertragen.

Orientierung am Kind:
Eine identitätsgeprägte Entwicklung ermöglichen. Die Qualität einer professionellen Orientierung am Kind zeigt sich in deren Wertschätzung, dem Entgegenbringen von Respekt und Achtung sowie in einer kontinuierlichen Beziehungspflege mit Kindern. Zum Beispiel dadurch, dass Mitarbeiter den Kindern ihre Verlässlichkeit zeigen, indem sie für diese da sind.

Professionelles Selbstverständnis als Fachkraft:
Reflektieren der eigenen Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz und Umsetzung notwendiger Veränderungen. Zum Beispiel durch lebenslanges Lernen der Mitarbeiter.

Professionelle Arbeit mit Kindern:
Das aktuelle Wissen aus den Bereichen Entwicklungspsychologie und -pädagogik, Soziologie und Medizin nutzen. Durch ihre persönlich kompetenten Verhaltensweisen und ihre methodisch-didaktisch geplante Arbeit sind sie wichtige Orientierungshilfen für Kinder. Zum Beispiel dadurch, dass die Kinder selbst bestimmen was und wie viel sie essen möchten.

Leitungsfunktion:
Leitung sorgt für eine Grundorientierung der Einrichtung, für eine qualitätsgeprägte Förderung aller Mitarbeiter und für eine zielorientierte Weiterentwicklung der Einrichtung. Sie pflegt mit allen Ansprechpersonen einen freundlichen und konstruktiven Kontakt. Zum Beispiel durch intrinsische Motivation und klare Ziele hinsichtlich der eigenen Entwicklung.

Arbeit im Team:
Alle Mitarbeiter unterstützen ein professionelles und kompetentes Leben mit den Stakeholdern. Persönlich geprägte Wünsche werden im Gegensatz zu fachlichen Notwendigkeiten zurückgestellt und Gemeinsamkeiten als Ziele formuliert und umgesetzt. Zum Beispiel dadurch, dass Mitarbeiter sich bereit zeigen, sich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln und neue qualitätsgeprägte Ziele in realistische Vorhaben umsetzen.

Entwicklungsfördernde Raumgestaltung:
Kenntnisse über Psychologie der Farben, Raumstrukturen. Zum Beispiel dadurch, dass die Kita über ausreichenden Raum verfügt.

Öffentlichkeitsarbeit:
Wie sich die Fachkräfte dem Innenverhältnis einer Kita öffnen, so stellen sie sich auch einer professionellen Öffnung nach außen. Eine „stille Kleinkindpädagogik“ wird zur „aussagekräftigen Elementarpädagogik“. Zum Beispiel durch Aus- und Weitergabe eines Dokuments über die individuelle Einrichtungskonzeption an Stakeholder.

Fort- und Weiterbildung:
Mitarbeiter nehmen regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil. Zum Beispiel durch teaminterne Weiterbildungsseminare.

Zusammenarbeit mit Eltern:
Eltern für die Mitarbeit in der Kita zu gewinnen, Fachinformationen ermitteln und Elternressourcen stärken, z. B. dadurch, dass Mitarbeiter Eltern zur Zusammenarbeit und Mitarbeit motivieren.

Zusammenarbeit mit dem Träger:
Mitarbeiter informieren den Träger über Aktuelles. Zum Beispiel durch loyale Zusammenarbeit.

Zusammenarbeit mit Institutionen:
Kita ist Baustein eines vernetzten Sozialsystems mit Kontakt zu anderen Einrichtungen. Zum Beispiel dadurch, dass Mitarbeiter Außenkontakten mit anderen Institutionen wahrnehmen.

Begleitung und Beratung von Praktikanten und Praktikantinnen:
Praktikanten/innen werden als zukünftige Fachkräfte angesehen und während der Praktikumszeit strukturiert und professionell begleitet, z. B. dadurch, dass Mitarbeiter Mut und Klarheit in allen Fällen zeigen.

Verantwortungsvolle Trägerschaft:
Der Träger ist fachlichen Notwendigkeiten gegenüber aufgeschlossen und bringt organisatorische Regelungen mit pädagogischen Gesichtspunkten in eine ausgewogene Balance. Zum Beispiel dadurch, dass der Träger für die Bereiche tatsächlich Verantwortung übernimmt, für die er selbst verantwortlich ist.

14. Was ist KPQM 2006 (KV Praxis Qualitätsmanagement)?

Die KVWL (Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe) hat ebenfalls ein QMS für Praxen entwickelt. KPQM 2006 lehnt sich an die DIN EN ISO 9001 an und ist vom Ansatz her prozessorientiert. KPQM 2006 lässt eine Zertifizierung durch qualifizierte, externe Auditoren zu. Es schließt Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität ein und verfolgt die kontinuierliche Verbesserung als Prozess des Qualitätsmanagements. Die Qualitätspolitik und mindestens zehn Prozesse müssen dargestellt festgelegt werden.

15. Welche sind die KPQM-Pflichtprozesse?

  • Notfallmanagement

  • Teambesprechung

  • Beschwerdemanagement

  • Beschreibung der Kooperation an den Nahtstellen der Versorgung.

16. Was ist qu.no?

Qu.no ist das Qualitätsmanagementsystem für Ärzte und Psychotherapeuten, der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Es ist modular erweiterbar. Die Basis sind Qualitätsziele und Qualitätsmanagementkriterien.

Die Qualitätsziele sind dem QEP-Qualitätszielkatalog entnommen. Es sind in drei Bereichen zehn Prozesse darzustellen.

  • Patienten (Diagnostik/Therapie)
    verpflichtend: Notfallmanagement

  • Mitarbeiter-Personalführung
    verpflichtend: regelmäßige, strukturierte Teambesprechungen (bei Praxen mit Mitarbeitern)

  • Allgemeines Praxismanagement/Administration
    verpflichtend: Beschwerdemanagement und Kooperation und Management der Nahtstellen der Versorgung in Qualitätsmanagement gerechter Form: d. h. durch Erstellen von

    • Ablaufschemata und

    • Arbeitsanweisungen und

    • Bereitstellung, der mit geltenden Unterlagen (z. B. in Form von Mustern, Kopien, bei Gerätegebrauchsanweisungen bitte auf Aufbewahrungsort verweisen).

17. Wie wird man in qu.no auditiert und zertifiziert?

Eine Zertifizierung ist nicht verpflichtend. Es ist ein Qualitätsbericht zu schreiben. Voraussetzung hierfür sind die Aufbereitung o. g. Prozesse und folgende Angaben:

  • Beschreibung der Praxisstruktur (Selbstdarstellung und Organigramm),

  • Beschreibung der Grundsätze der Qualitätspolitik der Praxis mit grundlegenden allgemeinen (strategischen) Qualitätszielen,

  • Nachweis des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses mit:

    • jährlicher Definition konkreter operativer Einzel-Qualitätsziele mit Qualitätsindikatoren und

    • jährlicher Rückschau unter Berücksichtigung der Ergebnisse von Patientenbefragungen mit Beurteilung der Zielerreichung, der Wirksamkeit des QM-Systems und ggf. nötiger Änderungsmaßnahmen mit schriftlicher Darlegung.

Das Auditverfahren ist zweischrittig:

  • Prüfung des Qualitätsberichtes,

  • dreistündiges Vor-Ort-Audit in der zu prüfenden Praxis.

Sofern grundlegende Qualitätsmanagement-Fähigkeiten nachgewiesen wurden, stellt die Zertifizierungsgesellschaft der Vertragspraxis ein qu.no-Zertifikat aus. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren, die KVNo wird informiert.

18. Welche Qualifikation sollen qu.no-Auditoren haben?

Die qu.no-Auditoren sollen folgende Qualifikationen haben:

  • fachärztliche/psychotherapeutische Qualifikation; muss die Zulassung zur Abrechnung mit der GKV besitzen

  • eine mindestens 100-stündige QM-Weiterbildung (mit mindestens 40-stündiger Auditoren-Schulung)

  • mindestens fünf durchgeführte Audits

  • und die qu.no-Auditorenlizenz.

19. Was ist EPA (Europäisches Praxisassesment)?

EPA ist ein QM-Modell, für niedergelassene Praxen. Es erfüllt die Qualitätsmanagement-Richtlinie vertragsärztlicher Versorgung des G-BA. EPA als QM-System ist für verschiedene Fachärzte z. B.: Hausärzte, Kinder- und Jugendmediziner, Zahnärzte, Ärzte sonstiger Fachrichtungen (z. B. Augenheilkunde, Gynäkologie, Neurologie, Orthopädie) sowie für Medizinische Versorgungszentren (MVZ) entwickelt.

EPA beruht auf Befragung der Praxismitarbeiter und den Patienten sowie Begehung und Interview.

20. Wie wird man in EPA zertifiziert?

Wer die Befragung und die ca. 6-stündige Begehung mit EDV-gestütztem Interview erfolgreich absolviert hat, kann eine Zertifizierung durch die gemeinnützige Stiftung Praxissiegel e. V. erhalten. Diese ist drei Jahre gültig. Danach ist eine Rezertifizierung möglich. Die Anforderungen an die Rezertifizierung erweitern sich dann um die Beschreibung von in der Praxis durchgeführten Qualitätsprojekten.

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21. Was ist proCum Cert?

ProCum Cert ist ein zusammengesetzter Begriff aus den Worten pro (für) cum (mit) und cert (zertifizieren).

„Hierbei bezieht sich pro auf:

  • für den Patienten

  • für die kirchlichen Krankenhäuser

  • für gute und nachweisbare Qualität in kirchlichen Krankenhäusern sowie

  • für die Institution Krankenhaus.

Cum bedeutet in diesem Zusammenhang:

  • mit den Patienten, ihren Anliegen, Erwartungen und Wünschen,

  • mit den anderen katholischen und evangelischen Krankenhäusern als Interessengemeinschaft,

  • mit den Mitarbeitern aller Berufe in den Krankenhäusern und in den vernetzten Diensten,

  • mit den anderen Partnern im Gesundheitswesen, insbesondere Deutsche Krankenhausgesellschaft, Krankenkassen, Bundesärztekammer und Deutscher Pflegerat.

Cert bezieht sich auf:

  • Strukturen, Normen, Abläufe etc., die vorhanden sein müssen, sie werden von einem Experten-Fachbeirat festgelegt,

  • von ausgebildeten Visitoren überprüft,

  • und bei ausreichender Vorhaltung und Installierung durch proCum Cert zertifiziert.“Quelle: Ertl-Wagner/Steinbrucker/Wagner 2009

Die proCum Cert GmbH (pCC) ist sowohl im Gesundheits-, und Sozial- als auch Bildungswesen zertifiziert. Träger sind u. a. der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (KKVD), der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEVK), die Caritas und die Diakonie und die Ecclesia. ProCum Cert basiert auf KTQ, bringt jedoch zusätzliche Aspekte ein:

  • Seelsorge

  • Sozialkompetenz beim Umgang mit Mitarbeitern und Patienten

  • Verantwortung der Einrichtung gegenüber der Gesellschaft

  • Verantwortung der Träger.

22. Wie wird man mit proCum Cert zertifiziert?

ProCum Cert ist zudem für mindestens 37 Zertifizierungen zugelassen, z. B.

  • CaSu: Caritas Suchthilfe

  • Diakonie-Siegel Fachstelle Sucht

  • Diakonie-Siegel Kita: Kindertagesstätten

  • Diakonie-Siegel medizinische Rehabilitation

  • Diakonie-Siegel Pflege: ambulante, teilstationäre und stationäre Altenhilfeeinrichtungen

  • Diakonie-Siegel Vorsorge- und Rehabilitation für Mütter/Mutter-Kind

  • DIN EN ISO 900: in den Branchen Erbringung von Dienstleistungen, Erziehung und Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen

  • Evangelisches Gütesiegel BETA: diakonische Tageseinrichtungen für Kinder,

  • KTK-Gütesiegel: Katholische Tageseinrichtungen für Kinder

  • PPQ: Behinderteneinrichtungen

  • Qualitätssiegel Geriatrie: Bundesarbeitsgemeinschaft für Geriatrie

  • QVB: Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE) und Arbeit und Leben (AuL).

23. Unterscheiden Sie KTQ und proCumCert (pCC).

Bei proCumCert handelt es sich um eine konfessionelle Zertifizierungsgesellschaft, die auf Initiative des Katholischen Krankenhausverbands (KKVD) gemeinsam mit dem Deutschen Evangelischen Krankenhausverband (DEKV) und den Wohlfahrtsverbänden Caritas (DCV) und Diakonie (DWdEKD) sowie deren Versicherungsgesellschaft Ecclesia gegründet wurde. Die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen ist ein weiterer Gesellschafter. Das Zertifizierungsverfahren der pCC für Krankenhäuser entspricht dem KTQ, deren Katalog um Qualitätskriterien erweitert wurde, die die kirchlichen Krankenhäuser in besonderem Maße prägen:

  • Trägerverantwortung

  • Sozialkompetenz im Umgang mit Patienten und Mitarbeitern

  • Spiritualität

  • Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.

24. Was ist DEGEMED (Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e. V.)?

Die DEGEMED ist Spitzenverband der medizinischen Rehabilitation. Ihr QM-System basiert auf der DIN EN ISO 9001, geht aber über deren Anforderungen hinaus.

25. Wie wird von der DEGEMED zertifiziert?

Das Zertifizierungsverfahren basiert auf einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

„Es zeichnet sich aus durch

  • hohe Rehabilitationsspezifität

  • konzeptgestützte Therapie und Definition der Basisziele

  • Einführung einer Basisdokumentation

  • systematische Messung von Ergebnisparametern

  • Transparenz in der Qualitätsmanagement-Darlegung

  • Kompatibilität mit externen Qualitätssicherungsprogrammen.

Das Verfahren besteht aus vier Elementen:

  • den DIN EN ISO 9001-Normen und ausgewählten Kategorien der European Foundation for Quality Management (EFQM),

  • den Qualitätsgrundsätzen der DEGEMED, eingearbeitet in die einzelnen Regeln der DIN EN ISO, bzw. ihnen zugeordnet sowie

  • den von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) gem. § 20 Abs. 2a Sozialgesetzbuch IX festgelegten Anforderungen an ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem und

  • den Anforderungen der Leistungsträger an die Qualität der Rehabilitation“.Quelle: http://www.degemed.de/qualitaetsreha/zertifizierungsverfahren.html

Stationäre Rehabilitationseinrichtungen sind seit dem 01.10.2009 verpflichtet, ihr internes Qualitätsmanagement zertifizieren zu lassen. Es hat ein BAR (Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V.) zugelassenes QM-System zu sein, dessen Umsetzung der BAR nachzuweisen ist. Eine Rezertifizierung durch DEGEMED ist alle drei Jahre notwendig.

26. Was ist deQus (Deutsche Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Suchttherapie e. V.)?

Speziell für die Suchttherapie wurde das von der BAR zertifizierte QM-Verfahren deQus entwickelt. Es kann sowohl ambulante Einrichtungen, stationäre Rehabilitationseinrichtungen, Tagespflegeeinrichtungen, stationäre Eingliederungshilfe für chronisch mehrfach geschädigte Abhängigkeitskranke (CMA Einrichtungen) oder Einrichtungen des Betreuten Wohnens, die sich der Suchthilfe widmen, zertifizieren. DeQus stellt für diese Bereiche Muster-Handbücher zur Verfügung, z. B.

  • CMA (chronisch mehrfachgeschädigter Abhängigkeitskranker) Einrichtungen

  • HACCP zur Umsetzung der Lebensmittel-Hygiene-Verordnung in Kliniken und Heimen

  • IQMS (Integriertes Qualitätsmanagement Sucht) für ambulante Einrichtungen der Suchthilfe

  • Qualitätsmanagement für stationäre Einrichtungen

  • Qualitätsmanagement für Tageskliniken.

Dabei baut deQus auf der DIN ISO 9001 auf. Das Verfahren ist für stationäre Rehabilitationseinrichtungen seit 2010 von der BAR zugelassen. Ein weiterer Schwerpunkt bei deQus ist die Ausbildung von QM-Beauftragten.