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Organisationsentwicklung als Mittel für Veränderungsprozesse

01. Wie können sich Maßnahmen der Organisationsentwicklung (OE) auf betriebliche Prozesse und Funktionen auswirken?

  1. Der OE-Ansatz nutzt einerseits die Instrumente und Methoden der klassischen Organisationslehre (vgl. oben, Frage 02.), andererseits ist er von Fall zu Fall genötigt, diese Ansätze infrage zu stellen und zu prüfen, ob die formale Änderung von Prozesse von einer wirklichen Änderung im Denken und Handeln der Mitarbeiter begleitet ist.

    Beispiel

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    OE nutzt die bekannten Methoden der klassischen Organisationslehre, z. B.:

    • Optimierung der Aufbau- und Ablaufprozesse nach Raum, Zeit und Kosten

    • Einsatz der Instrumente: Fluss-, Balken-, Block-, Arbeitsablaufdiagramme, Netzplantechnik usw.

    • Einsatz und Optimierung der Arbeitspapiere und Belege: Laufkarten, Materialentnahmescheine, Lohnzettel, Terminkarten.

    Ausführlich werden die Methoden und Instrumente der klassischen Organisationslehre im 3. Prüfungsfach behandelt (Überschneidung im Rahmenplan).

  2. Organisationsentwicklung in Reinkultur darf weder vor Hierarchien noch vor Besitzständen Halt machen. OE muss das gesamte Unternehmen erfassen.

Die Veränderung der Märkte und der generellen Umwelt verlangt heute neue Strukturen der Aufbau-, Ablauf- und Arbeitsorganisation sowie einen Wandel im Hierarchie- und Rollenverständnis aller Führungskräfte und Mitarbeiter. In der Praxis finden sich dazu Ansätze unter folgenden Schlagworten:

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03. Welche Gründe können zur Notwendigkeit der Organisationsentwicklung führen?

  • Veränderung der Märkte (Globalisierung)

  • veränderte Technik

  • neue Gesetze

  • Veränderungen in der Gesellschaft (z. B. Nachfrage)

  • Kooperationen, Unternehmenszusammenschlüsse.

04. Welche Arbeitspapiere (Prozesspapiere) müssen ggf. im Rahmen der Organisationsentwicklung überprüft werden?

Die Prozess- bzw. Arbeitspapiere müssen laufend den betrieblichen Notwendigkeiten angepasst werden. Dies kann z. B. folgende Unterlagen betreffen, die i. d. R. von der Arbeitsvorbereitung erstellt werden:

Laufkarte

Sie ist ein Begleitformular für ein Werkstück beim Durchlauf durch die verschiedenen Betriebsabteilungen während der Fertigung (Anwendung bei der Einzel- und Kleinserienfertigung).

LaufkarteAuftrags-Nr.:
Werkstück/Benennung:Stückzahl:Termin:
 
Nr.ArbeitsgangWerkzeug Nr.Stückzahl
    
    

Terminkarte

In ihr werden die Start- und Endtermine der Arbeitsvorgänge festgehalten. Sie dienen bei Einzelfertigung der Überwachung des Arbeitsfortschritts.

TerminkarteAuftrags-Nr.:
Werkstück/Benennung:Stückzahl:Termin:
 
Nr.ArbeitsgangStartEnde
    
    

Materialentnahmescheine

Sie dienen der belegmäßigen Erfassung des Materialabgangs vom Lager (Materialbuchhaltung) und informieren darüber,

  • welche Kostenart verbraucht wird

  • in welcher Kostenstelle der Verbrauch stattfindet

  • für welchen Kostenträger der Materialverbrauch bestimmt ist

  • wann und durch wen die Entnahme erfolgte.

Materialentnahmeschein Nr.:Auftrags-Nr.:
Werkstück/Bennennung:Ausgabestelle:
 Anforderungsstelle
 
Nr.MengeGegenstandBuchungsvermerk
    
ausgegeben:empfangen:

Lohnschein

Formular, das für alle im Akkord ausgeführten Aufträge erstellt wird. Bestandteile sind Nummer des Arbeiters, Kostenträgernummer, Nummer der Kostenstelle; abgelieferte Stückzahl, Vorgabezeit je Stück Minutenfaktor/Geldfaktor, Lohnbetrag; Abrechnungsperiode; Unterschrift des Vorgesetzten. Der Lohnschein wird als Grundlage für die Lohnabrechnung verwendet.

Lohnschein:Auftrags-Nr.:
Personal-Nr.:Datum:
 Periode:
 
Datum:Arbeitsgang:Stückzahl:Unterschrift:
    
Unterschrift des Vorgesetzten:

05. Welcher gedankliche Ansatz wird mit dem Konzept „Change-Management“ verbunden?

Die Märkte, die Anforderungen der Kunden und die Produkte ändern sich heute mit rasanter Geschwindigkeit. Das Unternehmen muss sich den gegebenen Veränderungen anpassen.

Change-Management bedeutet übersetzt „Veränderungsmanagement“ und setzt sich zusammen aus den Worten „change“ (verändern, wandeln oder umstellen) und „manage“ (behandeln, führen, steuern). Change-Management bedeutet also, Veränderungen möglich machen und beinhaltet die systematisch-konzeptionelle, flexible Anpassung des Unternehmens an die ständigen Veränderungen der Umwelt.

06. Wie muss der Vorgesetzte heute seine Rolle als Change-Agent und Coach wahrnehmen?

  1. Grundgedanke:

    Führungsarbeit – heute – ist Personalentwicklungsarbeit, die im Sinne von Beratung, Betreuung, Wegbereitung und Coaching für alle Mitarbeiter ohne Eitelkeit und hierarchischem Denken, dafür aber mit hohem Engagement, Situations- und Menschengefühl vorangebracht wird. Verwaltungsakteure mit hoheitlichem Denken sind heute fehl am Platze.

  2. Notwendigkeit der Fachkompetenz und des Hintergrundwissens:

    Der Vorgesetzte hat die aufbau-, ablauf- und verfahrenstechnischen Hintergründe in seinem Unternehmen zu kennen (z. B. Ablauf der Personalplanung, Genehmigungsverfahren zur Einrichtung einer Planstelle, Organigramme).

07. Welche Anforderungen stellt das Change-Management an die Mitarbeiter?

Beispiele:

  • Beteiligung

  • Flexibilität

  • Eigenverantwortung

  • Teamorientierung

  • Selbstorganisation

  • Offenheit für neue Ideen

  • Kundenorientierung.