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Beschaffungs- und logistikbezogene Entscheidungen

01.Was versteht man unter Supply Chain Management (SCM)?

Als Supply Chain (dt.: Versorgungskette) wird ein unternehmensübergreifendes virtuelles Organisationsgebilde bezeichnet, das als gesamtheitlich zu betrachtendes Leistungssystem spezifische Wirtschaftsgüter für einen definierten Zielmarkt hervorbringt.

Beispiele für Supply Chains sind etwa die Lieferketten der Automobilindustrie. Im extremen Falle kann die Supply Chain dabei von der Rohstoffgewinnung bis hin zum Recycling (ggf. inkl. der Entsorgung) von Alt-Produkten reichen.

Mit dem Begriff des Supply Chain Management (SCM) fasst man alle Maßnahmen zusammen, die darauf abzielen, den Wertschöpfungsprozess von den Lieferanten bis hin zu den Abnehmern optimal i. S. der Kundenzufriedenheit zu gestalten. Hierzu zählen organisatorische und informationstechnische Maßnahmen, die dazu führen, dass die beteiligten Knoten der Supply Chain miteinander kooperieren können und die dazu über ausreichend Informationen verfügen. Sind diese Voraussetzungen gegeben, dann besteht ein erhebliches Optimierungspotenzial, das durch den Einsatz geeigneter Methoden erschlossen werden kann.

Die charakteristischen Merkmale von SCM sind:

  • Ausgedehnte Optimierung der innerbetrieblichen Logistikkette auf externe Partner

  • Flexibilisierung der Leistungserstellung in Bezug auf Nachfrageschwankungen

  • Erhöhung der Transparenz der Wertschöpfungsstufen.

Vgl. dazu:>> 1.6.1.3 Maßnahmen des Risikomanagements (Risikosteuerung)

02.Welches sind die Ziele eines effizienten Supply Chain Management?

Das Supply Chain Management (SCM) zielt in diesem Sinne auf eine langfristige, mittelfristige und kurzfristige (operative) Verbesserung von Effektivität und Effizienz industrieller Wertschöpfungsketten ab. SCM dient der Integration aller Unternehmensaktivitäten von der Rohstoffbeschaffung bis zum Verkauf an den Endkunden in einen nahtlosen Prozess.

Die Einzelteile sind dabei:

  • Orientierung am Endkunden

  • Steigerung der Kundenzufriedenheit durch bedarfsorientierte Lieferung

  • raschere Anpassung an die Änderungen des Marktes

  • Reduzierung des Bullwhip-Effekts

  • Vermeidung von „Out-of-Stock“ (kein Lagerbestand)

  • Senkung der Lagerbestände in der gesamten Supply Chain

  • Kostenvorteile durch die Gesamt-Optimierung des Lieferprozesses über mehrere Stufen hinweg

  • Vereinfachung des Güterflusses

  • Verkürzung von Lieferzeiten

  • Qualitätsvorteile.

03.Was versteht man unter dem Bullwhip-Effekt?

Der Bullwhip-Effekt (dt.: Peitscheneffekt) ist ein zentrales Problem des Supply Chain Management, das sich aus dynamischen Prozessen der Wertschöpfungsketten ergibt. Er beschreibt, dass unterschiedliche Bedarfsverläufe bzw. kleine Veränderungen der Endkundennachfrage zu Schwankungen der Bestellmengen führen, die sich entlang der logistischen Kette wie ein Peitschenhieb aufschaukeln können.

04.Warum muss der Handel aktiv die Supply Chain mitgestalten?

Die Industrie muss zuerst produzieren, erst danach kann verkauft werden. Die meisten Produkte werden durch die Industrie auf eigenes Risiko vorproduziert. Die Industrie braucht deshalb genaue Informationen über den Kundenbedarf. Andererseits braucht der Handel Informationen über die Lieferfähigkeit. Beide Wünsche sind nur durch eine enge Zusammenarbeit von Industrie und Handel erfüllbar. Das heißt:

  • Der Handel versorgt die Industrie mit aktuellen und aussagekräftigen Zahlen vom Markt.

  • Die Industrie erhöht ihre Flexibilität und gibt dem Handel exaktere Informationen über die Lieferfähigkeit.

  • Ein wichtiger Punkt für eine gute Planung ist die richtige Prognose der Kundenwünsche. Durch den Austausch dieser Informationen, speziell der täglichen Abverkaufszahlen und der Lieferfähigkeit, wird das Risiko beider Seiten reduziert. Das Leistungsangebot wird bedarfsgerechter, die Kunden zufriedener.