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Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen - Entscheidungstechniken

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Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen

Entscheidungstechniken

01. Welche entscheidungstheoretischen Grundlagen sollte der Wirtschaftsfachwirt einsetzen können?

Vgl. dazu ausführlich unter >>  1.1.5.

02. Welches Ziel hat die Nutzwertanalyse?

Die Verfahren der statischen und dynamischen Investitionsrechnung sind quantitative Verfahren. Nutzwertanalysen berücksichtigen zusätzliche, qualitative Merkmale bei Investitionsentscheidungen .

Nutzwertanalyse (allgemein):

Bei der Nutzwertanalyse wird ein Gegenstand hinsichtlich einer Reihe von Merkmalen untersucht. Für die Ausgestaltung des Gegenstandes gibt es mehrere Varianten (z. B. Ausführung eines Gehäuses aus Blech oder Kunststoff). Jede Variante erhält einen in Zahlen ausgedrückten Wert. Die Skalierung kann nominal, ordinal oder kardinal erfolgen. Hauptgruppen der Bewertung sind i. d. R.

  • wirtschaftliche

  • technische

  • rechtliche

  • soziale

  • qualitätsbezogene

  • sicherheitsbezogene Merkmale.

Eine Erweiterung der Bewertung kann dadurch vorgenommen werden, indem jedes Merkmal eine Gewichtung erfährt, die seiner Bedeutung bei der Problemlösung gerecht wird (vgl. dazu in Analogie die Vorgehensweise bei der analytischen Arbeitsbewertung).

03. Welche Arten von Messskalen gibt es?

 

Man unterscheidet folgende Messskalen:

Messskalen
NominalskalaDie Skalenwerte können nur nach dem Kriterium gleich oder verschieden geordnet werden.a = b oder a ≠ b
Ordinalskala
(Rangskala)
Die Skalenwerte können nicht nur nach dem Kriterium gleich oder verschieden geordnet, sondern außerdem in eine natürliche Reihenfolge gebracht werden.a = b oder a  b
KardinalskalenDie Skalenwerte sind reelle Zahlen und besitzen alle Ordnungseigenschaften reeller Zahlen.
  • Intervallskala, z. B. Längengrade
  • Verhältnisskala, z. B. Entfernungen, Flächen, Gewichte
  • Absolutskala, z. B. Stückzahlen

04. Welche qualitativen Bewertungsmaßstäbe stehen bei der Beurteilung von Investitionsobjekten im Vordergrund?

 

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05. Welche Grundsätze sollten bei der Festlegung der Bewertungsmerkmale beachtet werden?

OperationalitätDie Merkmale müssen exakt beschrieben werden und möglichst messbar sein.
HierarchiebezogenheitAnordnung der Merkmale in einer sinnvollen, logischen Struktur (Bildung von Oberbegriffen und Subsummierung).
UnterschiedlichkeitDie Merkmale dürfen sich nicht überschneiden.
NutzenunabhängigkeitDie Merkmale müssen voneinander unabhängig sein.

06. In welchen Schritten wird eine Nutzwertanalyse durchgeführt?

Nutzwertanalyse
SchritteBeschreibung
1.Festlegung der MerkmaleAuswahl der Merkmale auf der Basis des vorliegenden Problems. Welches Ziel wird verfolgt?
2.Strukturierung der MerkmaleSchaffen eines Ordnungssystems mit Ober- und Unterbegriffen.
3.Gewichtung der MerkmaleGewichtsfaktoren festlegen und den Merkmalen zuordnen.
4.TeilnutzenermittlungFür jede Alternative wird der Nutzwert je Merkmal ermittelt.
5.NutzwertermittlungZusammenfassung der Teilnutzen je Alternative
6.BeurteilungErstellen einer Rangfolge der Nutzwerte. Es wird die Alternative mit dem höchsten Nutzwert ausgewählt.

07. Welche Vorteile und Risiken bietet die Nutzwertanalyse?

Nutzwertanalyse
VorteileRisiken
Einfache HandhabungFestlegung der Merkmale ist subjektiv
Erlaubt eine qualitative Bewertung von ObjektenFestlegung der Gewichtungsfaktoren ist subjektiv
Festlegung der Merkmale je nach Problemsituation möglichFestlegung der Merkmalsausprägung ist subjektiv
Gewichtung der Merkmale möglich

08. Was ist eine Entscheidungsmatrix?

Sie ist die knappe Darstellung von Entscheidungssituationen in einer Tabelle. Bei einer Entscheidungsmatrix werden Ergebnisse (A1 bis An) dargestellt, die bei bestimmten Bedingungen (B1 bis Bn) eintreten (sollen).

Beispiel

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Beispiel 1: Allgemein

B1JJNBiBedingungen
B2JNNAiErgebnisse, Aktionen
 Jja
  A1 A2 A3Nnein

Beispiel 2: Annahme eines Scheck; Entscheidungsmatrix für den Bankangestellten

Kreditrahmen überschrittenJJNN
Zahlungsverhalten gutJNJN
 
 Scheck
einlösen
Scheck
zurückgeben
Scheck
einlösen
Scheck
einlösen

In der einfachsten Form enthält eine Entscheidungsmatrix die Auflistung verschiedener Entscheidungsvarianten, z. B. Bewerber 1 bis 6 (Spalten der Matrix) und die Entscheidungsmerkmale von 1 bis n – ggf. gewichtet, z. B. fachliche Kompetenz, persönliche Kompetenz.