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Produktionsfaktor Arbeit

01. Welche Formen der Arbeit lassen sich unterscheiden?

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02. Welche Produktionsfaktoren unterscheidet die Betriebswirtschaftslehre?

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03. Welche Bedeutung hat der dispositive Faktor?

Der dispositive Faktor ist erforderlich um die übrigen Produktionsfaktoren so miteinander zu kombinieren, dass ein optimaler Unternehmenserfolg erzielt werden kann.

 

04. Wie wirken die Produktionsfaktoren im Betrieb zusammen?

Je nach dem Zweck des Unternehmens (Produktions- oder Handelsunternehmen) müssen unterschiedliche Grundsatzüberlegungen zur optimalen Kombination der Produktionsfaktoren angestellt werden:

  • Bei Produktionsunternehmungen sind Entscheidungen über die Wahl und die Gestaltung der Erzeugnisse sowie bei der Vorbereitung und dem Ablauf des Produktionsprozesses in Verbindung mit kostenmäßigen und finanzwirtschaftlichen Überlegungen anzustellen. Das optimale Produktionsprogramm kann mithilfe rechnerischer Verfahren bestimmt werden.

  • Bei Handelsunternehmen sind Entscheidungen im Hinblick auf das anzustrebende Absatzziel und die zur Erreichung dieses Zieles einzusetzenden Mittel zu treffen.

Von daher haben die einzelnen Produktionsfaktoren und Funktionen je nach dem Betriebszweck und nach der Art des Betriebes eine unterschiedliche Bedeutung. So tritt z. B. im Handelsbetrieb die Fertigungsfunktion in den Hintergrund, während die Lagerhaltung von besonderer Wichtigkeit ist.

 

05. Welche Faktoren bestimmen das Ergebnis menschlicher Arbeit?

Die Ergiebigkeit menschlicher Arbeit (das Leistungsergebnis) ist abhängig von dem Zusammenwirken drei zentraler Faktoren:

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06. Welchen Bedingungen unterliegt heute die menschliche Arbeitsleistung? Welche Veränderungen sind erkennbar?

Beispiel

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  1. Die qualifizierte Handarbeit verliert an Bedeutung. Eine fortschreitende Mechanisierung, Automatisierung und Rationalisierung ist zu verzeichnen.

  2. Der Grad der Arbeitsteilung wächst; ganzheitliche Arbeit ist zunehmend weniger vorhanden.

  3. Der Faktor Arbeit ist für viele Unternehmen der Kostenfaktor Nr. 1. Damit wächst der Druck im Hinblick auf Rationalisierungsmaßnahmen und Ersatz des Faktors Arbeit durch Kapital. Ebenfalls ansteigend ist die Tendenz zur Intensivierung der Arbeit (Anstieg der Verrichtungen pro Zeiteinheit).

  4. Neue Formen der Arbeitsorganisation entstehen (Teilzeit, Altersteilzeit, unterschiedliche Formen der Gruppenarbeit, Teamorganisation).

  5. Die Formen der Arbeitsstrukturierung werden differenzierter.

 

07. Welchen Formen der Arbeitsstrukturierung unterliegt der Produktionsfaktor Arbeit?

Unter Arbeitsstrukturierung versteht man die zeitliche, örtliche und logische Anordnung/Zuordnung von Arbeitsvorgängen nach grundlegenden Prinzipien. Es gibt folgende Möglichkeiten, die auszuführende Arbeit anzuordnen und zu gliedern:

  • nach dem Umfang der Delegation:

    Aufteilung in ausführende (operative) und entscheidende (dispositive) Tätigkeit

  • nach dem Interaktionsspielraum, den die Mitarbeiter haben:

    • Einzelarbeitsplatz

    • Gruppenarbeitsplatz

    • Teamarbeit.

  • nach der Arbeitsfeldvergrößerung/-verkleinerung:

    • Job-Enlargement

    • Job-Enrichment

    • Job-Rotation

    • teilautonome Gruppe.

  • Prinzipien der Art- und Mengenteilung:

    • Arbeitsteilung:

      • Artteilung:

      Jeder Mitarbeiter führt nur einen Teil der Gesamtarbeit aus; repetetive Teilarbeit.

      • Mengenteilung:

      Jeder Mitarbeiter erledigt den gesamten Arbeitsablauf und davon eine bestimmte Menge.

    • Arbeitszerlegung

    • Flussprinzip

    • Verrichtungsprinzip

    • Objektprinzip.

  • Prinzip der Bildung von Einheiten:

    • soziale Einheiten

    • funktionale Einheiten.

 

08. Welche Elemente umfasst das Arbeitssystem und welche Zusammenhänge bestehen?

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09. Was ist Leistung?

Im physikalischen Sinne ist

 

$$Leistung = \frac{Arbeit}{Zeit}$$

Nach REFA ist die

 

$$Arbeitsleistung = \frac{Arbeitsergebnis}{Zeit}$$

bzw.

 

$$Mengenleistung = \frac{Menge}{Zeit}$$

 

10. Was ist der Wirkungsgrad?

Der Wirkungsgrad eines Arbeitssystems ist das Verhältnis von Ausgabe (Arbeitsergebnis) zu Eingabe (Arbeitsgegenstand):

 

$$Wirkungsgrad = \frac{Ausgabe}{Eingabe}$$

 

11. Nach welchen Merkmalen wird der menschliche Leistungsgrad ermittelt?

Der Leistungsgrad L eines Arbeitenden ist die Beurteilung des Verhältnisses der Istleistung zur Bezugsleistung (i. d. R. = Normalleistung):

 

$$Leistungsgrad\; in\; \% = \frac{beobachtete\; (Ist-)Leistung}{Bezugs-(Normal-)Leistung} \cdot 100$$

Die Beurteilung des Leistungsgrades erfolgt i. d. R. nur bei Vorgängen, die vom Menschen beeinflussbar sind. Der Leistungsgrad ist abhängig von subjektiver Bewertung und setzt voraus, dass der Mitarbeiter eingearbeitet, hinreichend geübt, motiviert ist und geeignete Arbeitsbedingungen vorliegen. Der Leistungsgrad sollte während einer Zeitaufnahme laufend geschätzt werden. Je höher der Leistungsgrad, desto höher ist die Arbeitsproduktivität.

Die Höhe des Leistungsgrades hängt von zwei Faktoren ab:

  • der Intensität

  • der Wirksamkeit.

  • Intensität äußert sich in der Bewegungsgeschwindigkeit und der Kraftanspannung der Bewegungsausführung.

  • Wirksamkeit ist der Ausdruck für die Ausführungsgüte. Sie ist daran zu erkennen, wie geläufig, zügig, beherrscht usw. gearbeitet wird.

Die Bezugs-Mengenleistung (Normalleistung) hat den Leistungsgrad 100 %. Sie kann

  • als Durchschnittsleistung über viele Ist-Leistungserfassungen,

  • als Standard-Leistung (System vorbestimmter Leistungen auf Basis von Ist-Leistungen) oder

  • als REFA-Normalleistung

gebildet werden.

 

12. Wie ist die REFA-Normalleistung definiert?

Unter der REFA-Normalleistung wird eine Bewegungsausführung verstanden, die dem Beobachter hinsichtlich der Einzelbewegungen, der Bewegungsfolge und ihrer Koordination besonders harmonisch, natürlich und ausgeglichen erscheint. Sie kann erfahrungsgemäß von jedem in erforderlichem Maße geeigneten, geübten und voll eingearbeiteten Arbeiter auf die Dauer und im Mittel der Schichtzeit erbracht werden, sofern er die für persönliche Bedürfnisse und ggf. auch für Erholung vorgegebenen Zeiten einhält und die freie Entfaltung seiner Fähigkeit nicht behindert wird.

 

13. Wie wird der Zeitgrad errechnet?

Der Zeitgrad ist das Verhältnis von Vorgabezeit (Sollzeit) zur tatsächlich erzielten Zeit (Istzeit), also die Umkehrung des Leistungsgrades.

 

$$Zeitgrad\; in\; \% = \frac{∑\; Vorgabezeiten\; (Normalzeiten)}{∑\; Istzeiten} \cdot 100$$

z. B.:

Vorgabezeit:60 min
Istzeit:50 min

 

$$Zeitgrad = \frac{60\; min}{50\; min} \cdot 100 = 120 \%$$

Der Zeitgrad ist also Ausdruck der Soll-Zeit in Prozenten der Istzeit. Er wird i. d. R. für einen zurückliegenden Zeitraum berechnet und kann sich auf einen Auftrag, einen Mitarbeiter, eine Abteilung oder einen Betrieb beziehen.

Merke

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Der Leistungsgrad wird geschätzt!

Der Zeitgrad wird berechnet!

 

14. Was sagt die Größe „Produktivität“ aus?

Die Größe Produktivität stellt zwei Mengengrößen gegenüber, die sich nur im Zeitvergleich bzw. im zwischenbetrieblichen Vergleich beurteilen lässt:

 

$$Produktivität = \frac{Produktionsmenge}{Faktoreinsatzmenge}$$

Wichtige Teilproduktivitäten sind:

 

$$Arbeitsproduktivität = \frac{Erzeugte\; Menge\; [Stk.,\; Einheiten]}{Arbeitsstunden\; [h]}$$

 

$$Leistung\; pro\; Kopf = \frac{Erzeugte\; Menge}{Anzahl\; der\; Mitarbeiter}$$