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Lieferantenbeziehungsmanagement

01. Welche Aufgaben obliegen dem Lieferantenbeziehungsmanagemet?

Wie unter Abschnitt 7.5.1 beschrieben, hat das Supplier Relationship Management die Aufgabe, die Beziehung zu den Lieferern so zu planen und zu gestalten, dass auf Dauer die Belieferung sicher ist. Beziehungen kann man nicht gestalten, ohne zu kommunizieren. Deshalb muss SRM die Kommunikation mit dem Lieferer in die Beschaffungsprozesse einbinden. Führen Lieferer mit ihren Kunden Gespräche, so erhalten sie u. U. direkt wertvolle Informationen über Produktverbesserungen. Das funktioniert auch gegenüber Lieferern. Als Kunde kann man den Lieferern eine Menge Anregungen geben. Somit hilft SRM

  • nicht nur Lieferer zu bewerten

  • sondern auch die Leistungen der Lieferer zu verbessern

  • bei der Entscheidung, an welcher Stelle der Lieferer Teil der Wertschöpfungskette werden soll.

02. Welche Mittel stehen dem SRM zur Verfügung?

Soweit die Lieferantenbeziehung vertraglich zu regeln ist – etwa über den Kaufvertrag, der ja immer am Anfang steht – können Anreizsysteme (natürlich ebenso Sanktionssysteme) vereinbart werden, um permanent die Qualität zu verbessern.

  • Aussicht auf weitere Aufträge ist ein Anreiz, um den Lieferer dazu zu bewegen, sich bzw. seine Produkte zertifizieren zu lassen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass keine weiteren Aufträge erteilt werden, wenn die Zertifizierung nicht bis zu einem bestimmten Termin vorliegt.

  • Prämien für Kennzahlenverbesserung (z. B. indem die Liefererrechnung früher beglichen wird) stimulieren den Lieferer, die Kennzahlen schneller bzw. besser zu erreichen oder zu übertreffen. Zum Beispiel kann die Reklamationsquote gesenkt werden, wenn der Lieferer die Endkontrolle seiner Produkte verbessert.

03. Wie wirkt sich SRM auf das Leistungsspektrum aus?

Das SRM sorgt dafür, dass der Lieferer mehr über den Kunden erfährt („Was ist ihm wichtig?“) und der Kunde mehr über den Lieferer („Welche Leistungen könnte der Lieferer noch erbringen?“). Der Kunde erlangt durch sein SRM Informationen, die sein Bild über den Lieferer vervollständigen. Je präziser er die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft des Lieferers kennt, um so eher wird er mit ihm weitere Wagnisse eingehen, z. B. indem er mit ihm Just-in-time-Lieferungen vereinbart oder indem er seine Ware beim Lieferer lagert (Kauf auf Abruf) oder ihn dazu bringt, die Ware direkt zu seinem Kunden zu liefern (Streckenhandel).

04. Was hat E-Procurement mit SRM zu tun?

Eine Aufgabe des SRM besteht ja darin, den Einkauf zu unterstützen und ihm seine Tätigkeit zu erleichtern. Mit E-Procurement (= elektronische Beschaffung) hat es der Einkauf tatsächlich leichter. E-Procurement ist mehr als lediglich ein elektronischer Einkauf. E-Procurement kann darüber hinaus das beinhalten, was vor dem eigentlichen Einkauf stattfindet: Verhandlungen und Vertragsabschlüsse. Im Rahmen des SRM muss dafür gesorgt werden, dass alle Daten verfügbar sind, dass die Daten gespeichert und sicher abgelegt werden und dass der Datenschutz eingehalten wird.

Überdies bietet E-Procurement einen praktischen Vorteil. Statt eines aufwendigen Printkatalogs können Lieferer ihren Produktkatalog digitalisieren und animieren, sodass der Kunde die Produkte elektronisch anschauen und sich ihre Funktionsweise demonstrieren lassen kann. Nicht zuletzt sind mittels E-Procurement routinemäßige Beschaffungen zu vereinfachen, indem einfach die WWS eines Lieferers und eines Kunden miteinander zum Maschine-Maschine-Dialog verknüpft werden.

E-Procurement wächst mit den technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten mit. Es ist daher kein jemals abgeschlossenes Projekt, sondern ist ausbaufähig und kann Erweiterungen integrieren. Finanziert der Lieferer den Kundenauftrag mit einem Bestellerkredit, kann E-Procurement auch genutzt werden, um Kreditvertrag und Kreditabsicherungen zu recherchieren und abzusichern. Die finanzierende Bank wird Teil des SRM. Alle diese Datenflüsse müssen ebenso organisiert werden, wie die Ergebnisse.

05. Umfasst SRM auch das Trennungsmanagement?

Das Auslisten von Lieferern und Produkten kommt vor. Wenn SRM dem Einkauf das Leben leichter machen soll, dann ist SRM gerade jetzt gefordert. Je enger die Beziehung zum Lieferer war, um so mehr ist es erforderlich, die Auslistung nicht nur zu vollziehen, sondern auch zu erklären. Das sollte schon im persönlichen Gespräch geschehen. Das SRM fungiert hierbei als Checkliste: Was ist bei einem Liefererwechsel bis wann von wem zu erledigen? Vielleicht bestehende elektronische B2B-Beziehungen sind zu kappen, dem WWS muss beim betroffenen Artikel ein Sperrvermerk eingefügt werden, damit nicht wieder neue Ware bei diesem Lieferer bestellt wird, sobald der Meldebestand erreicht wurde.