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Voraussetzungen der Existenzgründung

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01. Welche persönlichen Voraussetzungen sollte ein Existenzgründer/Unternehmer mitbringen?

Bevor man den Schritt in die Selbstständigkeit konkret plant, ist es erforderlich einige Grundvoraussetzungen zu prüfen. Dazu gehört es im Vorfeld zu ermitteln, ob man ein „Unternehmertyp“ ist, das heißt ob man persönlich für eine selbstständige Tätigkeit überhaupt geeignet ist. Wichtige Voraussetzungen sollten erfüllt sein:

  • stabile Gesundheit (geistig, körperlich, psychisch)

  • stabiles Umfeld (Ehe, Kinder; emotionale Unterstützung Ihres Vorhabens durch die Familie)

  • stabile Persönlichkeit und Eignung als Unternehmer (kontaktfähig, risikobereit, selbstbewusst, handlungsaktiv, aufgeschlossen für Neues)

  • finanzielle Rücklagen zur Überbrückung der Zeit, in der noch keine Einnahmen aus der Geschäftstätigkeit entstehen.

Nachfolgend finden Sie eine Checkliste, die hilft, die notwendigen, persönlichen Voraussetzungen für eine Existenzgründung zu prüfen (in Anlehnung an: Existenzgründung, Wege in die Selbstständigkeit, Bundesanstalt für Arbeit):

Prüfen Sie Ihre Voraussetzungen für eine Existenzgründung!
Passt Ihre Berufsausbildung und ihre Erfahrung zur Branche, in der Sie sich selbstständig machen wollen?  
Sind Sie bereit in der ersten Zeit 60 Stunden und mehr zu arbeiten?
Haben Sie ein finanzielles Polster?  
Können Sie für mindestens zwei Jahre auf Urlaub und Freizeit verzichten?  
Sind Sie fit und leistungsfähig?  
Sind Sie stressstabil? Lösen Sie anstehende Probleme oder gehen Sie ihnen aus dem Wege?  
Können Sie noch ruhig schlafen, wenn Sie an alle Unsicherheiten einer selbstständigen Existenz denken?  
Wenn Sie Mitarbeiter beschäftigen: Haben Sie Führungserfahrung?  
Haben Sie Erfahrung im Vertrieb?  
Kommen Sie damit zurecht, dass Ihr Einkommen unregelmäßig und schwankend ist?  
Hat Ihr (Ehe-)Partner eine positive Einstellung zu Ihrem Vorhaben und unterstützt er Sie emotional?  
Haben Sie eine fundierte kaufmännische und/oder betriebswirtschaftliche Ausbildung/Erfahrung?  
Gibt es ergänzende Einkommensquellen (Eltern, Ehepartner, Kapitalanlage)?  

02. Welche Anmeldungen sind erforderlich? Welche Genehmigungen müssen eingeholt werden?

Die Mehrzahl der Existenzgründer unterschätzen den Zeitaufwand, der mit Anmeldungen und Genehmigungen verbunden ist. Manche Vorgänge sind „reine Formsache“, andere wiederum Voraussetzung für den Beginn der Geschäftstätigkeit. Verzögerungen können eintreten, wenn Genehmigungen aufeinander aufbauen. Kosten entstehen (fast) immer.

Im Überblick:

Gewerbeerlaubnis In Deutschland herrscht Gewerbefreiheit. Für die Ausübung der meisten Gewerbe ist keine Erlaubnis erforderlich. In einigen Branchen ist eine spezielle Erlaubnis notwendig, z. B. Apotheken, Arbeitnehmerüberlassung, Bewachungsgewerbe. Restriktionen gibt die Handwerksordnung vor (z. B. Meisterzwang) sowie z. B. die Steuerberaterprüfung.
Gewerbeschein Jeder, der ein Gewerbe betreiben will (z. B. Handelsgewerbe nach § 1 Abs. 2 HGB), muss dies vorher anmelden: Den Gewerbeschein erhält man bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung; mitzubringen sind der Personalausweis oder Pass und ggf. erforderliche Nachweise/Genehmigungen (vgl.: Besondere Genehmigungen). Der Betrieb eines Gewerbes ist grundsätzlich jedermann gestattet. Das Gewerbeamt leitet die Anmeldung weiter an das Finanzamt, das statistische Landesamt, die Berufsgenossenschaft, die IHK bzw. Handwerkskammer und ggf. an das Handelsregister.
Agentur für Arbeit Pflicht zur Anmeldung, wenn Mitarbeiter beschäftigt werden. Die Agentur erteilt eine Betriebsnummer und händigt ein Schlüsselverzeichnis der versicherungspflichtigen Tätigkeiten aus.
Finanzamt Bei Gewerbetreibenden erhält das Finanzamt eine Mitteilung über die Existenzgründung vom Gewerbeamt (vgl. oben). Freiberufler müssen sich selbst anmelden. Gewerbetreibende können sich zusätzlich selbst anmelden und so ggf. den Vorgang beschleunigen. Das Finanzamt stellt Fragen (geschätzte Einnahmen/Ausgaben) und erteilt eine Steuernummer.
Handelsregister Die Pflicht oder die Möglichkeit der Handelsregistereintragung ist abhängig von der Rechtsform. Die IHK prüft und berät.
Krankenkasse Die Anmeldung ist erforderlich, wenn Mitarbeiter beschäftigt werden und kann nach der Betriebsgründung erfolgen.
Berufsgenossenschaft Bei Gründung oder Übernahme besteht Anmeldepflicht. Die BG prüft, ob der Geschäftsbetrieb versicherungspflichtig ist. Gegebenenfalls kann sich eine freiwillige Versicherung lohnen, da die Beiträge niedrig sind.
Besondere Genehmigungen Für einige Geschäftszweige sind Sachkundenachweise erforderlich: Verkauf von Milch, Schusswaffen, frei verkäufliche Arzneimittel; Hotel und Gaststätten: Erlaubnis nach dem Gaststättengesetz und Teilnahme an einem 1-tägigen Kurs der IHK; Betreiben von Umwelt gefährdenden Anlagen: Genehmigung nach dem BImSchG; Reisegewerbe (ohne feste Betriebsstätte): Erlaubnis beim Gewerbeaufsichtsamt erforderlich. Über weitere, genehmigungspflichtige Gewerbe informiert die zuständige IHK.
Formalitäten in eigenem Interesse Anmeldung des Betriebes bei den Versorgungsbetrieben (Strom, Wasser, Müll); Bankverbindung, ggf. Postfach/Postvollmacht; Telefon-/Telefax-Anschluss; Webseite/Internetadresse; Firmenschild anbringen.

03. Welche Qualifikationen sind für eine selbstständige Existenz unerlässlich?

Da in Deutschland die Gewerbefreiheit im Artikel 12 des Grundgesetzes festgelegt ist, benötigt man vom Grundsatz her für die Ausübung eines Gewerbes keine Ausbildung. Nur in einigen Fällen ist die Sachkunde durch Ausbildung oder Prüfung nachzuweisen.

Auch wenn für die meisten Gründungen keine Ausbildung nachgewiesen werden muss, so gilt doch: Neben der persönlichen Eignung gehören Ausbildung und Erfahrung mit zum wichtigsten Startkapital des Existenzgründers. Gefordert sind Fachkenntnisse bezogen auf die Branche, in der man sein Geschäft eröffnen will (Produktkenntnisse, Marktbesonderheiten, Besonderheiten und Usancen der Branche, Detailkenntnisse über Preispolitik usw.). Unerlässlich sind betriebswirtschaftliche und kaufmännische Kenntnisse . Der Existenzgründer trifft schließlich auf Mitbewerber, die seit langer Zeit ihr Geschäft erfolgreich führen; gegen diese Erfahrung muss er antreten.

Die Universität Trier hat zusammen mit der Mittelstandsforschung Bonn die häufigsten Know-how-Defizite bei Existenzgründern ermittelt:

Quelle: InMit , Trier und IfM , Bonn
Die Top 20: Defizite bei Existenzgründern
Bankgespräch Liquiditätsplanung Marketing/Werbung Juristische Kenntnisse
Steuerrecht Versicherungen Fördermittel Buchhaltung
Preisfindung Verhandlungstechnik Bilanzanalyse Konfliktmanagement
Nachfrageeinschätzung Branchenkenntnisse Delegation Kundengespräch
Unternehmenskauf/-verkauf Strategische Unternehmensführung Gründungsformalitäten Beschaffungsmanagement

04. Wie findet der Existenzgründer geeignete Weiterbildungsmaßnahmen, um fachliche Defizite aufzuarbeiten?

Die Existenzgründung wird von Ministerien, Behörden und öffentlich-rechtlichen Einrichtungen intensiv durch Beratungsangebote, Sonderveröffentlichungen und Internetportale unterstützt. Weiterführend sind z. B. folgende Kontakte bzw. Schriften:

KURS NET

Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit; sie enthält Bildungsangebote von Kammern, Verbänden und anderen Bildungsträgern, die sich speziell an Existenzgründer richten.

BERUFE NET

Datenbank der Bundesagentur für Arbeit; zeigt aktuelle Anforderungen in den Berufen und erläutert Voraussetzungen und Chancen der Existenzgründung.

WIS

Weiterbildungs-Informationssystem des DIHK, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages; WIS informiert über aktuelle Weiterbildungsangebote bundesweit.

Broschüre „ Selbstständig machen

„Erste Überlegungen auf dem Weg zur Existenzgründung“; Sonderveröffentlichung des DIHK; www.ihk.de

Weitere Informationen liefern die IHKn, die Arbeitsagenturen, die Volkshochschulen und die mehr als 60 Weiterbildungs-Datenbanken im Internet. Erfolgreich ist auch die Recherche über eine Suchmaschine (z. B. www.google.de/Existenzgründung).

05. Welche Risiken sind mit einer selbstständigen Existenz verbunden?

Risiken einer selbstständigen Existenz (Beispiele)
Fehlende Liquidität Die Hauptursache von Firmeninsolvenzen in Deutschland ist Illiquidität, d. h. das Unternehmen kann seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Erst an zweiter Stelle kommt der Faktor „fehlende Aufträge bzw. fehlender Umsatz“.
Entscheidungen unter Unsicherheit Jede Entscheidung im Geschäftsleben ist eine Entscheidung unter Unsicherheit: Besteht für diese Geschäftsidee eine Nachfrage? Ist der Preis marktgerecht? Lohnt sich der Vertragsabschluss? Welchen Einfluss hat die Witterung auf das Käuferverhalten? usw. Die Unsicherheit kann durch sorgfältige Recherchen und Analyse der gewonnenen Daten verringert werden, ausgeschlossen werden kann sie nicht.
Gesundheit Nur bei stabiler psychischer, geistiger und körperlicher Verfassung lässt sich ein Geschäft auf Dauer erfolgreich führen.
Instabiles Umfeld Jeder Unternehmer ist auf ein stabiles Umfeld angewiesen. Ein Todesfall in der Familie, ständiger Streit, fehlende Unterstützung des Ehepartners, permanente Belastungen in der Kindererziehung und nicht zuletzt ständige finanzielle Sorgen mindern die Kraft, die im Unternehmen dringend benötigt wird.
Instabile Persönlichkeit Unternehmer sein heißt „etwas unternehmen/eine Sache tun/die Dinge anpacken“. Bei Unternehmerpersönlichkeiten sind in der Regel bestimmte Eigenschaften vorherrschend: selbstbewusst, zupackend, kontaktfreudig, risikobereit, offen für Neues und engagiert. Wer diese Eigenschaften auf Dauer nicht hat oder sie verliert (z. B. aufgrund psychischer Erkrankung) ist deshalb kein „schlechter Mensch“, sondern eben nur kein Unternehmer.
Haftung Vom Grundsatz her gilt: Der (Einzel-)Unternehmer haftet jederzeit und uneingeschränkt für sein Handeln. Jede Fehlentscheidung hat er selbst zu vertreten, jedes Risiko muss er allein tragen. Natürlich gibt es Ausnahmen: Haftungsbegrenzung, Verteilung der Haftung auf mehrere Gesellschaften, Abschluss von Versicherungen gegen bestimmte Risiken (freiwillig oder vom Gesetzgeber vorgeschrieben). Dies ändert jedoch nichts an der grundsätzlichen Richtigkeit der getroffenen Aussage.
Armut im Alter Leider trifft es auch auf erfolgreiche Unternehmer zu, dass sie in Zeiten des „Wachstums und der Blüte“ zu wenig an die Altersvorsorge denken. Manchmal liegt dies an fehlenden Finanzmitteln, an einem überzogenen Lebensstandard oder einfach an der Verdrängung.

06. Wie wird eine erste, vage Geschäftsidee überprüft (Analyse der Ausgangslage)?

Die Idee, sich selbstständig zu machen, kann unterschiedlich motiviert sein (Freiraum, „eigener Chef“, Produktidee, höheres Einkommen u. Ä.). Bei jeder Geschäftsidee muss unabhängig von der Branche grundsätzlich im Vorfeld geprüft werden, wie sich die Ausgangslage für diese Idee darstellt. Dazu gehört vor allem die Beantwortung folgender Schlüsselfragen:

Analyse der Ausgangslage
Eignung Eigne ich mich persönlich und fachlich zum Unternehmer?
Produkt/Leistung Welches Produkt/welche Leistung kann ich am Markt anbieten?
Was ist das Besondere an diesem Produkt/an dieser Leistung?
Kunden Gibt es eine Nachfrage nach diesem Produkt/nach dieser Leistung?
Warum werden die Kunden bei mir kaufen und nicht bei anderen?
Standort Wo sind meine Kunden?
Wie erreichen mich meine Kunden?
Wo muss meine Firma ihren Standort haben?
Wettbewerb Wer sind meine Wettbewerber?
Wo haben sie ihren Standort?
Welche Produkte/Leistungen bietet der Wettbewerb an?
Worin unterscheide ich mich vom Wettbewerb?

07. Wie lassen sich Erfolg versprechende Geschäftsideen entwickeln? Gibt es „fertige“ Konzepte, die sich nutzen lassen?

Die Basis für ein schlüssiges Unternehmenskonzept (Businessplan) ist eine Erfolg versprechende Geschäftsidee. Man kann auf bestehende Konzepte zurückgreifen (Fremdkonzept) oder selbst entwickeln (Eigenkonzept). Viele erfolgreich umgesetzte Geschäftsideen sind nicht wirklich neu, sondern wurden aus bereits existierenden weiterentwickelt oder auf andere Situationen/Märkte übertragen.

Das heißt: Erfolgreiche Geschäftsideen muss man sich erarbeiten. Eine erste, vage Idee, die dann ungeprüft realisiert wird, ist kein tauglicher Weg, um zu einem schlüssigen Unternehmenskonzept zu gelagen. Die Idee muss geprüft, verfeinert und auf ihre Markttauglichkeit hin „getestet“ werden. Dabei sollte man viele Informationsquellen auswerten:

  • Informationen über allgemeine wirtschaftliche Trends, „boomende“ Branchen

  • Lektüre erfolgreicher Geschäftsideen bzw. Beispiele gelungener Existenzgründungen

  • Auswerten einschlägiger Fachzeitschriften und Medien:

    • Wirtschaftsmagazine (Printmedien und TV-Sendungen)

    • Online-Informationen im Internet

    • Marketingfachzeitschriften

    • Veröffentlichungen von Unternehmensberatungen

    • Internet-Recherche nach Marktstudien (aktuelle Marktstudien von Marktforschungsinstituten stehen häufig kostenlos zum Download im Internet zur Verfügung)

    • Recherchen mit Metasuchmaschinen

    • Fachzeitschriften/-magazine (z. B. „die Geschäftsidee“, „Chef“, „franchise“, „Pro Firma“, „impulse“-Sonderhefte)

    • Gründermessen, Gründerwettbewerbe, Gründerinitiativen.

08. Welche Bestandteile hat ein Businessplan? Wie wird erverfasst?

Wer sich beruflich selbstständig machen will, muss wissen, wie er seine Geschäftsidee in ein schlüssiges Unternehmenskonzept umsetzen will. Dieser sogenannte Businessplan ist die Regieanweisung für die Existenzgründerin/den Existenzgründer und enthält alle Faktoren, die für Erfolg oder Misserfolg der Geschäftsidee entscheidend sein können.

Jedes Konzept enthält qualitative Elemente („Soft facts“; weiche Fakten, die schwer messbar sind) und quantitative Elemente („Hard facts“; harte Fakten lassen sich in Daten und Zahlen wiedergeben und haben messbaren Einfluss auf die Unternehmenstätigkeit).

Der Businessplan ist Voraussetzung für den Erfolg der Geschäftsidee und erforderlich, um Kredite von der Bank sowie Fördermittel von Bund und Ländern zu erhalten. Der Plan sollte vom Existenzgründer selbst geschrieben werden, damit er mit dem Konzept vertraut ist, „dahinter steht“ und es im Bankgespräch überzeugend präsentieren kann.

Form und Inhalt des Businessplans sollten folgende Anforderungen erfüllen:

  • Einfach, klar und gegliedert; keine komplizierten Fachbegriffe

  • vorangestellt wird immer eine Zusammenfassung

  • Angebot und Kundennutzen herausarbeiten

  • Konkurrenz und Kunden beschreiben

  • Standortwahl begründen.

Der Businessplan muss überzeugend präsentiert werden – z. B. beim Gespräch mit der Bank, bei der Beantragung von Fördermitteln, beim Gründungscoaching.

Der Umfang des Businessplans hängt von der Geschäftsidee und von der Größe des Unternehmens ab. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie empfiehlt folgende Grobgliederung (Quelle: in Anlehnung an BMWi in: www.existenzgruender.de/businessplaner/hintergrundinfos):

  • Zusammenfassung

    • Form: Nicht mehr als zwei Seiten, Schriftgröße 12 Punkt, Ränder, Absätze, Zwischenüberschriften

    • Name des zukünftigen Unternehmens?

    • Name/n des/der Gründer/s?

    • Was wird das Unternehmen anbieten?

    • Was ist das Besondere daran?

    • Welche Kunden kommen dafür infrage?

    • Wie soll das Angebot die Kunden erreichen?

    • Welche speziellen Bedürfnisse/Probleme haben Ihre Kunden?

    • Welchen Gesamtkapitalbedarf benötigt das Vorhaben?

    • Welcher Starttermin ist geplant?

    • Welches kurz- und langfristige Umsatzpotenzial ist damit verbunden?

    • Besteht Abhängigkeit von wenigen Großkunden?

  • Geschäftsidee

    • Was ist die Geschäftsidee (Kurzbeschreibung)?

    • Was ist das Besondere daran? (sog. „Alleinstellungsmerkmal“)

    • Was ist das kurz- und langfristige Unternehmensziel?

  • Unternehmen

    • Vorstellung des Unternehmens: Gründungsdatum, Gesellschafter, Geschäftsführer, Mitarbeiter, Sitz, Geschäftszweck, strategische Allianzen; ggf. Rechte, Lizenzen, Verträge.

    • In welcher Phase befindet sich das Unternehmen (Entwicklung, Gründung, Markteinführung, Wachstum)?

  • Produkt, Leistungsangebot

    • Welches Produkt/welche Leistung soll angeboten werden?

    • Was ist das Besondere an diesem Angebot/dieser Leistung?

    • Wie ist der Entwicklungsstand des Produktes/der Leistung?

    • Welche Voraussetzungen müssen bis zum Start noch erfüllt werden?

    • Welche gesetzlichen Vorgaben/Formalitäten (Zulassungen, Genehmigungen) sind noch zu erledigen?

  • Markt, Wettbewerb

    Kunden:

    • Wer sind die Kunden? Wo sind Ihre Kunden?

    • Welche Bedürfnisse/Probleme haben diese Kunden?

    • Wie setzen sich die einzelnen Kundensegmente zusammen (z. B. Alter, Geschlecht, Einkommen, Beruf, Einkaufsverhalten, Privat- oder Geschäftskunden)?

    • Gibt es Referenzkunden? Wenn ja, welche?

    • Welches kurz-/langfristige Umsatzpotenzial ist mit den Referenzkunden verbunden?

    • Besteht Abhängigkeit von Großkunden?

    Konkurrenz:

    • Wer sind die Konkurrenten?

    • Was kosten die vergleichbaren Produkte bei der Konkurrenz?

    • Welche Stärken/Schwächen haben die Konkurrenten?

    • Welche Schwächen hat das eigene Unternehmen? Wie können diese Schwächen abgebaut werden?

    Standort:

    • Wo werden die Produkte/Leistungen angeboten?

    • Warum wurde dieser Standort gewählt?

    • Welche Nachteile hat der Standort?

    • Wie wird sich der Standort zukünftig entwickeln?

  • Marketing

    Angebot:

    • Welchen Nutzen hat Ihr Angebot für potenzielle Kunden?

    • Was ist besser gegenüber dem Angebot der Konkurrenz?

    Preis:

    • Welche Preisstrategie verfolgen Sie und warum?

    • Zu welchem Preis wollen Sie Ihr Produkt/Ihre Leistung anbieten?

    • Welche Kalkulation liegt diesem Preis zugrunde?

    Vertrieb:

    • Welche Absatzgrößen steuern Sie in welchen Zeiträumen an?

    • Welche Zielgebiete steuern Sie an?

    • Welche Vertriebspartner werden Sie nutzen?

    • Welche Kosten entstehen durch den Vertrieb?

    Werbung:

    • Wie erfahren Ihre Kunden von Ihrem Produkt/Ihrer Dienstleistung?

    • Welche Werbemaßnahmen planen Sie wann?

  • Unternehmensorganisation

    Unternehmensgründer:

    • Welche Qualifikationen/Berufserfahrungen/Zulassungen hat der Gründer?

    • Welche fachlichen Defizite gibt es? Wie können diese ausgeglichen werden?

    • Rechtsform: Für welche Rechtsform haben Sie sich entschieden? Aus welchen Gründen?

    Mitarbeiter:

    • Wann sollen wie viele Mitarbeiter eingestellt werden?

    • Welche Qualifikationen sind erforderlich?

    • Welche Weiterbildungsmaßnahmen sind vorgesehen?

  • Chancen, Risiken

    • Welches sind die drei größten Chancen, die die weitere Entwicklung des Unternehmens positiv beeinflussen könnten?

    • Welches sind die drei größten Risiken, die eine positive Entwicklung des Unternehmens verhindern könnten?

    • Wie kann man diesen Risiken vorbeugend begegnen?

  • Finanzierung

    Investitionsplan:

    • Wie hoch ist der Gesamtkapitalbedarf für Anschaffungen und Vorlaufkosten für den Unternehmensstart sowie für eine Liquiditätsreserve während der Anlaufphase (sechs Monate nach Gründung)?

    • Liegen Ihnen Kostenvoranschläge vor, um die Investitionsplanung zu belegen?

    Finanzierungsplan:

    • Wie hoch ist das Eigenkapital?

    • Wie hoch ist der Fremdkapitalbedarf?

    • Welche Sicherheiten können eingesetzt werden?

    • Welche Förderprogramme kommen infrage?

    • Welche Beteiligungskapitalgeber kommen ggf. infrage?

    • Können bestimmte Objekte geleast werden? Zu welchen Konditionen?

    Liquiditätsplan:

    • Wie hoch sind die monatlichen Einnahmen (verteilt auf drei Jahre)?

    • Wie hoch schätzen Sie die monatlichen Ausgaben (Material, Personal, Miete u. a.)?

    • Wie hoch sind die Investitionskosten (verteilt auf die ersten zwölf Monate)?

    • Wie hoch ist der monatliche Kapitaldienst?

    • Mit welchen monatlichen Liquiditätsreserven kann gerechnet werden?

    Ertragsvorschau/Rentabilitätsrechnung:

    • Wie hoch ist der Umsatz in den nächsten drei Jahren? (Schätzung)

    • Wie hoch sind die Kosten in den nächsten drei Jahren? (Schätzung)

    • Wie hoch ist der Gewinn in den nächsten drei Jahren? (Schätzung)

  • Unterlagen (soweit erforderlich)

    • Tabellarischer Lebenslauf

    • Gesellschaftervertrag (Entwurf)

    • Pachtvertrag (Entwurf)

    • Kooperationsverträge (Entwurf)

    • Leasingvertrag (Entwurf)

    • Marktanalysen (Branchenkennzahlen, Gutachten)

    • Schutzrechte

    • Übersicht der Sicherheiten

    • Gegebenenfalls Organigramm des Unternehmens (mit Angaben zu den einzelnen Mitarbeitern: Alter, Qualifikation, Ausbildung, besondere Fähigkeiten).

09. Was sind qualitative Bestandteile eines Businessplanes?

Jeder Businessplan enthält qualitative Elemente . Es sind die „Soft facts“ (weiche Fakten), die schwer oder nicht messbar sind, aber trotzdem eine hohe Bedeutung für den Unternehmenserfolg haben. Beispiele: Management, Leistungspotenzial, Marketingkonzept, Standort.

10. Was sind quantitative Bestandteile eines Businessplanes?

Jeder Businessplan enthält weiterhin quantitative Elemente . Es sind die „Hard facts“ (harte Fakten), die sich in Daten und Zahlen darstellen lassen und messbaren Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben. Beispiele: Kapitalbedarf, Finanzierungsformen, Kapitalstruktur, Finanzierungsplan, Planbilanz/Ertragsplanung, Liquiditätsplanung.

11. Welche Bedeutung haben die Führungsmerkmale?

Als Führungsmerkmale kann man die Elemente der Unternehmensführung bezeichnen, die vorrangig für die erfolgreiche Steuerung einer Organisation verantwortlich sind. Hier lassen sich u. a. nennen:

  • Die Unternehmensziele

    sind der Maßstab des unternehmerischen Handelns. Sie müssen realistisch und messbar gestaltet sein und leiten sich aus der Analyse der Umwelt und der Potenziale des Unternehmens ab.

  • Die richtige Strategie (strategos = Heerführer)

    haben bedeutet allgemein, proaktiv/vorausschauend zu handeln und dabei die Handlungen anderer zu berücksichtigen. Im Rahmen der Existenzgründung verbergen sich dahinter grundsätzliche Entscheidungen:

    • Wie will ich mich am Markt positionieren?

    • Wer will ich sein/wer nicht? (z. B. Niedrigpreisanbieter, Anbieter für Nischenmarkt)

    • Wie differenziere ich mich vom Wettbewerb?

  • Das Management (die Gründerpersönlichkeit)

    muss über hinreichend persönliche und fachliche Voraussetzungen verfügen, um eine erste, vage Geschäftsidee in eine nachhaltig, erfolgreiche selbstständige Existenz zu überführen; vgl. dazu: 1.3 Gründerpersönlichkeit, 1.5 Managementaufgaben.

12. Welche Bedeutung hat die Wahl der Rechtsform?
→ 1.3.3

Grundsätzlich entscheiden der oder die Unternehmer bzw. die Eigentümer über die Wahl der Rechtsform. Sie müssen sich jedoch vor der endgültigen Festlegung darüber im Klaren sein, dass jede Rechtsform mit Vor- und mit Nachteilen verbunden ist und dass jede spätere Änderung der Rechtsform mit Kosten, veränderten Steuern und auch mit Organisationsproblemen verbunden ist. Deshalb müssen die Vor- und Nachteile der einzelnen Gesellschaftsformen nach betriebswirtschaftlichen, handelsrechtlichen, steuerlichen und ggf. erbrechtlichen Gesichtslien sorgfältig abgewogen werden. Der Existenzgründer sollte sich in jedem Fall beraten lassen.

Wichtig

In welche Kleider Unternehmen schlüpfen

Für die Rechtsbeziehungen zu Lieferanten, Kunden, Banken und Gesellschaftern benötigt jedes Unternehmen ein juristisches Kleid: die Rechtsform. Diese hängt von vielen Merkmalen ab, beispielsweise von der Unternehmensgröße, der Eigentümerstruktur und Fragen der Haftung. Mehr als 80 Prozent der rund 3,2 Millionen deutschen Unternehmen besitzen die Rechtsform der Personengesellschaft. Häufig handelt es sich dabei um eigentümergeführte Kleinstunternehmen, deren Inhaber mit ihrem gesamten Privatvermögen haften. Nur 15 Prozent der Unternehmen hierzulande sind Kapitalgesellschaften, fast überwiegend haben sie die Rechtsform der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).

Quelle: Globus

Bei der Wahl der Rechtsform sind folgende Entscheidungskriterien relevant:

  • die Haftung

  • die Leitungsbefugnis

  • die Gewinn- und Verlustbeteiligung

  • die Finanzierungsmöglichkeiten

  • die Steuerbelastung

  • die Aufwendungen der Rechtsform (Gründungs- und Kapitalerhöhungskosten, besondere Aufwendungen für die Rechnungslegung, wie z. B. Pflichtprüfung durch einen Wirtschaftsprüfer und Veröffentlichung des Jahresabschlusses).

Weitere Aussagen zur Rechtsform finden Sie unter 1.3.3 (lt. Rahmenplan).

13. Wer kann den Existenzgründer beraten?

Der Existenzgründer sollte seinen Businessplan so sorgfältig wie möglich ausarbeiten und sich dabei am besten von einem Existenzgründungsberater Unterstützung holen.

Der Berufs- bzw. Branchenverband oder auch die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen bieten Zahlenmaterial zu Kundenstrukturen in bestimmten Regionen, zur Wettbewerbssituation und zu Umsätzen nach Branchen gegliedert.

Jede Hausbank und die KfW-Mittelstandsbank berät über Förderprogramme.

Es gibt eine Vielzahl von Businessplan-Wettbewerben in Deutschland. Sie unterstützen Teilnehmer bei der perfekten Ausarbeitung eines Unternehmenskonzepts.

Die Vielzahl der Beratungsmöglichkeiten kann heute schon fast als „Beratungsdschungel“ bezeichnet werden. Nachfolgend sind einige Kontakte und Anlaufstellen zur Existenzgründungsberatung dargestellt:

  • www.ihk.de, www.zdh.de

    Der DIHK, die IHKn sowie die Handwerkskammern sind klassische Anlaufstellen für Existenzgründer. Sie halten eine Fülle von Informationsmaterialien vorrätig und verfügen meist über einen Beraterpool.

  • www.existenzgruender.de

    Informationsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi): mehr als 1.000 Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU; Beraterbörsen, Checklisten und Weiterbildungsangebote.

  • www.kfw.de

    Die KfW-Mittelstandsbank berät in Finanzierungsfragen und bietet nützliche Zusatz-Informationen für Selbstständige.

  • Gründernetzwerke

    Es gibt im Internet organisierte Netzwerke nach Branchen, Berufsgruppen und Themen gegliedert. Informationen erhält man über Verbände, IHKn und Recherchen im Internet.

  • Rechtsanwälte, Steuerberater

    Rechtsanwälte sollten bei Vertragsentwürfen konsultiert werden; Steuerberater klären Vor- und Nachteile einer bestimmten Rechtsform und helfen auch bei der Ertragsplanung (DATEV).

14. Wie ist der Kapitalbedarf bei einer Existenzgründung zu ermitteln?

Der Kapitalbedarf bei der Existenzgründung ergibt sich aus der Summe der Finanzmittel, die für das Anlage- und das Umlaufvermögen benötigt werden. Hinzu kommen Betriebskosten der Anlaufphase, die vorfinanziert werden müssen, weil das Geschäft noch keine ausreichenden Erträge erwirtschaftet (Kosten für Werbung, Personal, Miete/Pacht usw.). Weiterhin sind Gründungskosten (Beratung, Gebühren/Genehmigungen, Notar usw.) zu erfassen und es müssen für die Anlaufphase die Kosten der persönlichen Lebensführung gesichert sein (Liquiditätssicherung: der Unternehmer bezieht kein Gehalt mehr aus seiner früheren Angestelltentätigkeit; sein Geschäft erbringt jedoch noch keine ausreichenden Erträge, um die privaten Ausgaben zu begleichen).

Der Kapitalbedarf kann nach folgendem Muster ermittelt werden:

A. Gründungskosten   B. Anlagevermögen
Beratung   Grundstücke  
Anmeldungen   Fahrzeuge  
Genehmigungen   Betriebs-/Geschäftsausstattung  
Notar    
Handelsregister    
   
       
Gesamt   Gesamt  
 
C. Umlaufvermögen   D. Lebensunterhalt
Material-/Wareneinkauf   Private Miete  
Bezugskosten   Kleidung  
Betriebskosten in der Anlaufphase (Personal, Pacht, …)   Energiekosten  
   
  Versicherungen  
  Sonstiges  
Gesamt   Gesamt  
 
E. Gesamtkapitalbedarf    
A. Gründungskosten  
B. Anlagevermögen  
C. Umlaufvermögen  
D. Lebensunterhalt  
Gesamt  

15. Welchen Inhalt hat der Finanzierungsplan?

Der Finanzierungsplan zeigt, mit welchen Finanzmitteln der Kapitalbedarf gedeckt werden soll. Er wird im Anschluss an die Kapitalbedarfsermittlung erstellt. Die Existenzgründung kann grundsätzlich über folgende Quellen finanziert werden:

  • Das Eigenkapital sollte im Regelfall 20 % des Kapitalbedarfs der Gründung nicht unterschreiten. Ggf. kann dieser Anteil mit Unterstützung von Freunden oder Verwandten erhöht werden. Möglich ist auch die Kapitalbeschaffung durch Teilhaber. Dabei sind jedoch die Mitspracherechte der Kapitalgeber in Abhängigkeit von der Rechtsform zu berücksichtigen (vgl. 1.10.5).

  • Bei einem Darlehen des Verkäufers im Rahmen einer Firmenübernahme sollten die Kreditkonditionen sowie ggf. die Rückzahlungsmodalitäten genau vereinbart werden.

  • Stille Beteiligung einer Kapitalbeteiligungsgesellschaft (Venture Capital; Risikokapital ohne bankübliche Sicherheiten).

  • Bund und Länder ( öffentliche Mittel/Förderprogramme ) helfen Existenzgründern in Form von Darlehen und Beteiligungskapital. Die Konditionen wechseln laufend. Für den Laien ist die Fülle der Möglichkeiten kaum noch transparent. Er sollte sich hier Unterstützung durch die IHK bzw. einen Gründungsberater holen. Am bekanntesten sind:

    • KfW-Mikro-Darlehen

    • KfW-StartGeld

    • Unternehmerkredit

    • ERP-Kapital für Gründung.

  • Kredite von Banken und Sparkassen (fest/variable, mit/ohne Tilgungsstreckung).

Die Finanzierungsplanung sollte ein ausgewogener Mix sein: Eigen-/Fremdkapital, kurzfristige/langfristige Finanzierung, ggf. Festzinsvereinbarung/variable Verzinsung mit Sondertilgungsmöglichkeit, Beachtung der Finanzierungskosten und der Tilgungsleistungen.

16. Welche banküblichen Sicherheiten können gestellt werden?

Wer einen Bankkredit aufnimmt, muss in der Regel bankübliche Sicherheiten bieten, aus denen sich das Geldinstitut befriedigen kann, wenn der Kreditnehmer zahlungsunfähig wird. Nachfolgend ist eine Liste einzelner Sicherheiten dargestellt. Die aufgeführten Beleihungsgrenzen sind Erfahrungswerte aus der Praxis und verhandelbar:

Sicherheiten
Grundstücke 60 % des Beleihungswertes
Bankguthaben 100 % des Nennwertes
Lebensversicherungen 100 % des Rückkaufswertes
Kundenforderungen 50 – 80 % des Forderungsbetrages
Wertpapiere 50 – 80 % des Kurswertes
Bürgschaften Bürgschaft einer Bank: 100 % des Bürgschaftsbetrages
Bürgschaft von Dritten: Prozentsatz je nach Bonität
Warenlager 50 % des Einstandspreises
Ladeneinrichtung 40 % des Zeitwertes
Pkw 60 % des Zeitwertes

17. Welche Aussage liefert eine Planbilanz?

Die Planbilanz wird auf der Basis der Kapitalbedarfsplanung (Mittelverwendung) und der Finanzierungsplanung (Mittelherkunft) erstellt. Sie zeigt, welche Mittel für die Existenzgründung benötigt werden und woher diese Mittel stammen sollen. Im einfachen Fall wird eine Planbilanz folgendes Aussehen haben:

AKTIVA Planbilanz PASSIVA
       
   
Anlagevermögen 20.000,00 Eigenkapital 10.000,00
Umlaufvermögen 40.000,00 Fremdkapital, kurzfristig 20.000,00
       Fremdkapital, langfristig 30.000,00
  60.000,00   60.000,00

Umfang und Grad der Differenzierung der Planbilanz hängen ab von der Kredithöhe, der Größe des Betriebes und der Rechtsform. Für Einzelunternehmen mit einer kleinen Betriebsgröße wird von den Banken keine Planbilanz gefordert, für Kapitalgesellschaften in jedem Fall.

18. Welche Bedeutung hat die Ertragsplanung?

Die Ertragsplanung ist das „A und O“ der unternehmerischen Tätigkeit. Das Geschäft ist kein Selbstzweck oder Zeitvertreib, sondern angelegt, um Überschüsse (Erträge) zu erwirtschaften. Die Ertragsplanung (auch: Gewinnvorschau, Rentabilitätsvorschau) ist eine strukturierte Übersicht von Umsatzerlösen und Kosten sowie dem sich daraus ergebenden Jahresüberschuss. Der geplante Ertrag muss im Vergleich zur Angestelltentätigkeit über dem Nettogehalt liegen, da der Unternehmer die Beiträge für seine persönliche Kranken-, Renten- und Unfallversicherung allein tragen muss und der Gewinn noch zu versteuern ist (Einkommensteuer bei Einzelunternehmen).

Von besonderer Bedeutung im Handel ist der Rohertrag/Rohgewinn (Umsatz Wareneinsatz). Er zeigt, wie viel Umsatz bereits für den Wareneinkauf „verbraucht“ wurde und wie viel zur Verfügung steht, um die übrigen Kosten (Personalkosten, Sachgemeinkosten) zu decken. Gerade im Handel gliedert man zur besseren Übersicht die übrigen Kosten in Personal- und Sachgemeinkosten.

Die nachfolgende Übersicht enthält das Beispiel einer Ertragsplanung; dabei wurden die Begrifflichkeiten nach Datev verwendet (neutrale Erträge wurden nicht berücksichtigt). Diese Bezeichnungen werden dem Existenzgründer wiederbegegnen, wenn er von seinem Steuerberater die erste Monats-BWA erhält (Betriebswirtschaftliche Auswertung):

Ertragsplan
  Geplante Umsatzerlöse … € … %
Material/Wareneinkauf … € … %
= Rohertrag 1 … € … %
  Personalkosten … € … %
Löhne, Gehälter … € … %
AG-Anteil SV … € … %
AG-Anteil VL … € … %
Weihnachtsgeld … € … %
Urlaubsgeld … € … %
= Rohertrag 2 … € … %
  Sachgemeinkosten … € … %
Raumkosten … € … %
Energiekosten … € … %
Betriebliche Steuern … € … %
Versicherungen/Beiträge … € … %
Kfz-Kosten (ohne Steuern) … € … %
Werbe-/Reisekosten … € … %
Kosten der Warenabgabe … € … %
Abschreibungen … € … %
Reparatur/Instandhaltung … € … %
Bürobedarf, Telefon … € … %
Beratungskosten (Steuerberatung, Buchführung) … € … %
= Betriebsergebnis … € … %
Zinsaufwand … € … %
Übrige Steuern … € … %
Sonstige neutrale Aufwendungen … € … %
= Vorläufiges Ergebnis (hier: Planertrag) … € … %

19. Warum muss ein Liquiditätsplan erstellt werden?

Der kurzfristige Liquiditätsplan (auch: Finanzplan) muss sicherstellen, dass das Unternehmen jederzeit seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Die Einnahmen und Ausgaben werden wöchentlich bzw. monatlich gegenübergestellt, sodass der Kapitalbedarf und ggf. auftretende Liquiditätsengpässe erkennbar werden.

20. Welche Aspekte umfasst die Planung der Gewinnverwendung?

Wichtig

Die nachfolgende Darstellung bezieht sich auf Einzelunternehmen. Besonderheiten der Gewinnverwendung bei Kapitalgesellschaften mit ihren gesetzlichen Vorgaben und steuerlichen Auswirkungen werden nicht behandelt.

Nicht wenige Existenzgründer gehen von der irrigen Annahme aus, dass ihnen der erwirtschaftete Jahresgewinn persönlich in voller Höhe zur Verfügung steht. Diese Auffassung ist falsch: Der Einzelunternehmer muss entscheiden, welchen Betrag er selbst für seine Lebensführung entnehmen kann (Privatentnahmen), welchen Betrag er vorsieht für notwendige Investitionen des kommenden Geschäftsjahres, welche Rückstellungen er bilden muss für ausstehende Steuerzahlungen und in welcher Höhe er ggf. (freiwillige) Rücklagen für kritische Ertragsjahre (Erhöhung des Eigenkapitals) bildet. Dazu ein einfaches Rechenbeispiel (Einzelunternehmen):

Gewinnverwendung (Einzelunternehmen)

  Jahresüberschuss 70.000,00
Investitionsvorhaben –25.000,00
Rückstellungen für noch abzuführende Steuern
(z. B. Einkommen-, Umsatz-, Gewerbesteuer)
–12.000,00
(freiwillige) Rücklage/Erhöhung des Eigenkapitals –10.000,00
= Privatentnahmen 23.000,00

Investitionsvorhaben sind meist in den ersten Jahren nach der Unternehmensgründung weniger relevant, da das Anlagevermögen noch nicht abgeschrieben ist.

Zu beachten sind aber die Rückstellungen für noch ausstehende Steuerzahlungen. Gerade in der Anfangsphase schwanken Einnahmen und Ausgaben sowie die damit verbundenen Umsatzsteuervorauszahlungen (z. B. können in den ersten Monaten Vorsteuerüberhänge aufgrund der relativ hohen Anschaffungskosten für Anlage- und Umlaufvermögen entstehen). Weiterhin ist es möglich, dass das Finanzamt im ersten Jahr der Geschäftstätigkeit keine Einkommensteuervorauszahlung festsetzt, da das zu versteuernde Einkommen (aufgrund eines niedrigen Plangewinns) unterhalb der Progressionsgrenze liegt. Die Überraschung ist dann groß, wenn nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr „plötzlich“ der Bescheid über eine Einkommensteuernachzahlung „auf dem Tisch liegt“.

Manche Selbstständige „überstrapazieren“ den Ertragswert ihres Unternehmens, indem sie zu hohe Privatentnahmen tätigen (überzogener Lebensstil). Selbst bei guter Geschäftslage übersehen sie dabei, dass oft die Eigenkapitaldecke in der Gründungsphase sehr knapp ist, sodass in ertragsreichen Jahren der Eigenkapitalanteil verbessert werden sollte. Damit trifft der Einzelunternehmer nicht nur Vorsorge für ertragskritische Geschäftsjahre, sondern er verbessert die Eigenkapitalquote und damit auch seine Bonität gegenüber der Bank. Aufgrund eines verbesserten Ratings (Basel II) erhöht sich seine Kreditwürdigkeit (Kreditvolumen und -konditionen).

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