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Inhouse-Logistik (Marktlogistik)

01. Welche Aufgabe hat die Marktlogistik im Handel?

Marktlogistik (Inhouse-Logistik) bedeutet die Planung und Durchführung von Maßnahmen zur optimalen Gestaltung des Verkaufsraumes (= Markt, Laden) und der Verkaufsfläche.

Schwerpunkte, z. B.:

  • Flächenmanagement:

    • Verhältnis von Verkaufsfläche zu Verkehrsfläche

    • Ladenlayout (Visual Merchandising)

    • Regalanordnung innerhalb der Verkaufsfläche

    • Aufteilung in verkaufsstarke/-schwache Zonen

  • Bestandsmanagement.

Viele Betriebsformen des Einzelhandels liegen im Zentrum der Städte. Die Möglichkeit der flexiblen Kostengestaltung für Ladenmiete/Pacht ist gering. Die Raumkosten sind in den Ballungszentren (z. B. München, Hamburg, Stuttgart und Frankfurt) steigend und erreichen Größenordnungen von 100 bis 500 € pro qm Ladenfläche. Der Verkaufsraum (Markt, Laden) ist daher ein bedeutender Leistungsfaktor – speziell im Einzelhandel.

Die Marktlogistik muss insbesondere folgende Aufgaben bearbeiten:

  • Planung und Realisierung einer optimalen Verkaufsfläche des Marktes:

    Dabei sollte die Verkaufsfläche zur Betriebsfläche möglichst groß sein ohne den „Erlebniswert“ für den Kunden einzuschränken. Zur Betriebsfläche werden gerechnet: Sozial- und Verwaltungsräume, Parkfläche, Verkehrs- und Grünfläche, Lagerraum, Verkaufsfläche, Ausstellungsfläche.

  • Optimale Aufteilung und Nutzung der Verkaufsfläche:

    • Warenplatzierung, Regalanordnung

    • Ermittlung verkaufsstarker und verkaufsschwacher Zonen und entsprechende Warenplatzierung (rechts zum Kunden, in der Hauptlaufrichtung)

    • Ziel ist eine möglichst große Verweildauer des Kunden im Markt.

02. Welche Faktoren sind bei der Wahl des Standortes grundsätzlich relevant?

Standortfaktoren
– ausgewählte Beispiele –
Faktoren der BeschaffungFaktoren des AbsatzesStaatliche RahmenbedingungenLandschaftsbedingungen
Rohstoffe,HilfsstoffeAbsatz, Umsatz, Nachfrage, Kaufkraft, EinzugsgebietSteuern, Zölle, Abgaben, SubventionenKlima, Umwelt
Energie,FremdleistungenKonkurrenz: Zahl, Größe, Entfernung, AttraktivitätWirtschaftspolitik,BildungspolitikGeologischeBedingungen
Arbeitskräfte,QualifikationenObjekt: Verkaufsfläche, Lagerfläche, Raumhöhe, gute Anlieferung, BaunutzungsverordnungVerbraucherschutz
Soziale Umwelt,Politische Umwelt
Verkehrsverhältnisse, TransportkostenForschung
Verkehrsverhältnisse, Parkplätze, VerkehrsanbindungUmweltschutz
Transportkosten
Absatzmittler

Daraus ergibt sich unter anderem, dass für Lagen mit hohen Preisen je qm Ladenfläche der Deckungsbeitrag pro Flächeneinheit ein wichtiges Auswahlkriterium für die Wahl des Sortiments ist.

Kennzahlen zur Produktivität und zur Wirtschaftlichkeit der Verkaufsflächen können z. B. sein:

$$Deckungsbeitrag\; pro\; Fläche = \frac{Deckungsbeitrag\; pro\; Stk.}{Flächenbedarf\; pro\; Stk.}$$

$$Umsatz\; je\; qm\; Verkaufsfläche = \frac{Bruttoumsatz}{Verkaufsfläche\; in\; qm}$$

$$Anteil\; der\; Verkaufsfläche\; in\; \% = \frac{Verkaufsfläche\; in\; qm}{Betriebsfläche\; in\; qm} * 100$$

03. Wie ist das Bestandsmanagement im Verkaufsraum (Markt) zu steuern?

Verkaufsfläche ist kostenintensiv. Die Bestände im Markt (Laden) sind zu optimieren zwischen dem Ziel der Bestandsminimierung und der Liefer-/Servicefähigkeit. Zu große Bestände im Markt bzw. dem ggf. angrenzenden Verkaufs-/Manipulationslager erhöhen die Bestandskosten, zu geringe Bestände können das Warenangebot mindern und führen zu Umsatzeinbußen (im Einzelfall oder auf Dauer).

Im Idealfall könnte die Verkaufsfläche der Lagerfläche entsprechen (nachfragesynchrone Belieferung des Marktes; vgl. z. B. Aldi). Dieses System führt allerdings zu geringeren Bestellmengen und einem häufigeren Bestellrhythmus (laufende Handlingkosten).

Beispiel

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Grundriss einer Verkaufsfläche (Markt) im Einzelhandel (Prinzipskizze):

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