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Funktionen der Preisbildung

01. Was versteht man unter dem Preis?

Unter dem Preis versteht man den in Geld ausgedrückten Gegenwert (Tauschwert) einer Ware, eines Rechtes oder einer Dienstleistung.

02. Welche Arten von Preisen unterscheidet man?

Man unterscheidet:

  • den Warenpreis

  • den Zins als Preis für das Kapital

  • den Lohn als Preis für die Arbeit.

03. Welche Arten des Warenpreises werden unterschieden?

  • Den Wettbewerbspreis (Marktpreis). Er wird zwischen Anbietern und Nachfragern im Wettbewerb auf dem Markt gebildet.

  • Den Monopolpreis, der autonom von einem alleinigen Anbieter – in seltenen Fällen auch von einem alleinigen Nachfrager – festgesetzt wird.

  • Den staatlich gebundenen Preis, der vom Staat durch Gesetz als Höchst- oder Mindestpreis unmittelbar festgesetzt wird.

04. Wie erfolgt die Preisbildung?

Der Preis für eine Ware oder eine Dienstleistung bildet sich am Markt unter dem Einfluss von Angebot und Nachfrage. Umgekehrt beeinflusst der Preis den Umfang von Angebot und Nachfrage mit der Tendenz, beide zum Ausgleich zu bringen.

Bei großem Angebot und knapper Nachfrage sinkt der Preis, sodass die Nachfrage sich ausweitet und das Angebot sinkt.

Bei knappem Angebot und großer Nachfrage steigt der Preis, sodass das Angebot sich ausweitet und die Nachfrage sinkt.

Steigen die Preise allgemein, so bedeutet dies ein Sinken der Kaufkraft des Geldes.

05. Welche Faktoren bestimmen die Höhe des Preises?

Für die Höhe des Preises, den ein Unternehmen erzielen kann, ist entscheidend, welche Marktform vorliegt. Je stärker der Wettbewerb ist, desto geringer ist die Marktmacht des einzelnen Unternehmens.

06. Wie bildet sich der Gleichgewichtspreis bei vollständiger Konkurrenz?

Prämissen (vollkommener Markt, vollständige Konkurrenz):

  • Markt für ein Gut

  • Polypol, d. h. auf beiden Seiten gibt es viele Marktteilnehmer

  • Wettbewerbsbedingungen

  • Markttransparenz

  • Homogenität des Gutes

  • Präferenzen auf der Nachfrageseite.

Es werden in einem Diagramm die dargestellte Angebots- sowie die Nachfragefunktion eingetragen; linearer Verlauf wird unterstellt:

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Merke

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Der Preismechanismus bewirkt, dass längerfristig kein Ungleichgewicht am Markt herrscht, sondern eine Tendenz zu einem Marktgleichgewicht besteht.

Das Marktgleichgewicht wird sich immer dann ändern, wenn eine Verschiebung der Gesamtnachfrage- oder der Gesamtangebotskurve erfolgt.

07. Welche Funktionen erfüllt der Marktpreis?

Der Preis ist das Hauptelement der sich selbst regulierenden Prozesse in einer Marktwirtschaft. Der Marktpreis erfüllt folgende Funktionen:

Funktionen des Marktpreises
Informations- und Signalfunktion
  • Der Preis zeigt die relative Knappheit eines Gutes.
  • Der Preis informiert über das Verhältnis von Gesamtangebot zu Gesamtnachfrage.
  • Änderungen des Marktpreises geben Signale über das Verhalten der Marktteilnehmer.
KoordinationsfunktionDer Preis koordiniert die Pläne der Marktteilnehmer und sorgt so für einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage.
Selektionsfunktion
  • Selektion der Anbieter:
    Produzenten, die nicht zum Marktpreis anbieten können – z. B. aus internen Kostennachteilen – werden vom Markt verdrängt.
  • Selektion der Nachfrager:
    Nachfrager, die nicht über die erforderliche Kaufkraft verfügen, um den aktuellen Marktpreis zahlen zu können, werden von denen mit hoher Kaufkraft abgesondert.
LenkungsfunktionDer Preis lenkt die Produktionsfaktoren und Güter in die Bereiche mit maximalem Nutzen bzw. Ertrag (auch: Allokationsfunktion).
VerteilungsfunktionDie Produktionsfaktoren werden über den Preis entlohnt (Zins, Warenpreis, Lohn; vgl. Frage 02.). Damit gibt der Preis den jeweiligen Beitrag zur Produktion wieder (Verteilung entsprechend dem Leistungsbeitrag).

Diese Funktionen des Marktpreises werden dann gestört, wenn einzelne Marktteilnehmer z. B. aufgrund von Marktmacht den Preis eines Gutes setzen können, oder wenn der Staat regulierend in den Marktmechanismus eingreift (z. B. Subventionen).

08. Was bezeichnet man als absolute und relative Preise?

  • Relative Preise: Der Wert eines Gutes oder einer Dienstleistung wird ermittelt, indem man ihn ins Verhältnis setzt zu dem Wert eines anderen Gutes. Bevor Geld als Tauschmittel eingeführt wurde, war dies notwendig um den Tausch von Waren zu gewährleisten:

    Beispiel

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    Der Preis für 1 kg Brot entspricht 0,5 kg Fleisch. Entsprechend bekommt man für 1 kg Fleisch 2 kg Brot.

    Die Ermittlung von relativen Preisen ist sehr aufwendig, weil alle Güter und Dienstleistungen miteinander verglichen werden müssen. Aber auch in der heutigen Zeit werden relative Preise verwendet, um Werte von Gütern auszudrücken.

    Beispiel

    Hier klicken zum Ausklappen

    Für einen Kinobesuch (9,00 €) muss eine Verkäuferin im Einzelhandel (Lohn 12,00 €/ Std.) 45 Minuten arbeiten.

  • Absolute Preise:
    Von absoluten Preisen spricht man, wenn ein Bezugsgut (heutzutage Geld) zur Bewertung von Gütern verwendet wird.

    Beispiel

    Hier klicken zum Ausklappen

    1 kg Brot kostet 3,00 €.