ZU DEN KURSEN!

Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen - Wertschöpfungskette

Kursangebot | Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen | Wertschöpfungskette

Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen

Wertschöpfungskette

x
Juracademy JETZT WEITER LERNEN!

Weitere Lernvideos sowie zahlreiche Materialien für deine Prüfungsvorbereitung erwarten dich:
Wirtschaftsfachwirte


226 Lerntexte mit den besten Erklärungen

113 weitere Lernvideos von unseren erfahrenen Dozenten

750 Übungen zum Trainieren der Inhalte

587 informative und einprägsame Abbildungen

Inhaltsverzeichnis

Wertschöpfung (Supply Chain)

01. Was bezeichnet man als „betriebliche Wertschöpfung“?

Die betriebliche Wertschöpfung ist der wertmäßige Unterschied zwischen den Vorleistungen anderer Wirtschaftseinheiten, die der Betrieb zur Erzeugung/Veredlung seiner Leistungen braucht und den vom Betrieb erzeugten und abgesetzten Leistungen.

 

$$Erlöse\; – \;Vorleistungen\; = \;Wertschöpfung$$

02. Was ist die Wertschöpfungskette eines Produkts?

Die Wertschöpfungskette eines Produkts umfasst alle Fertigungs- und Absatzschritte von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis hin zum Transport zum Konsumenten.

Wertschöpfungskette

imported

Eine typische Versorgungs- und Wertschöpfungskette ( Supply Chain ) ist zum Beispiel der Lebensmittelhandel, vom Produzenten über den Großhändler bis zur Distribution auf die Zwischen- und Endverkäufer. Zu einer Versorgungs- und Wertschöpfungskette zählen neben den physischen Aktivitäten des Produzierens, Lagerns oder Transportierens auch begleitende, nichtmaterielle Informationsflüsse sowie die Geldströme.

Die nachfolgende Abbildung zeigt die Stufen des industriellen Wertschöpfungsprozesses im Zusammenhang mit der Umweltbelastung (Rohstoffgewinnung/Ressourcenverbrauch, Abfall, Emissionen, Immissionen, Abfall, Energierückgewinnung):

imported

03. Welches sind die Ziele eines effizienten Supply Chain Management?

Das Supply Chain Management (SCM) zielt auf eine langfristige, mittelfristige und kurzfristige (operative) Verbesserung von Effektivität und Effizienz industrieller Wertschöpfungsketten ab. Sie dient der Integration aller Unternehmensaktivitäten von der Rohstoffbeschaffung bis zum Verkauf an den Endkunden in einen nahtlosen Prozess.

Die Einzelziele sind dabei z. B.:

  • Orientierung am Endkunden

  • Steigerung der Kundenzufriedenheit durch bedarfsorientierte Lieferung

  • raschere Anpassung an die Änderungen des Marktes

  • Reduzierung des Bullwhip-Effekts

  • Vermeidung von „Out-of-Stock“ (kein Lagerbestand, keine Lieferfähigkeit)

  • Senkung der Lagerbestände in der gesamten Supply Chain

  • Kostenvorteile durch die Gesamt-Optimierung des Lieferprozesses über mehrere Stufen hinweg

  • Vereinfachung des Güterflusses (intern und extern) und der Transportbewegungen

  • Rationalisierung der Fertigungssysteme.

Fertigungsprinzipien

01. Nach welchen Merkmalen werden Fertigungsverfahren unterschieden?

Die Fertigung (auch: Produktion) ist eine zentrale Stufe innerhalb der Wertschöpfungskette. Die Ausgestaltung und Optimierung der Fertigungsverfahren hat daher eine besondere Bedeutung im Rahmen der Wertschöpfung.

Die Fertigungsverfahren unterscheidet man nach folgenden Merkmalen:

Fertigungsverfahren (Überblick)
BezeichnungGliederungsprinzipBeispiele
Produktions-typenAnzahl der hergestellten, gleichartigen (Erzeugnismenge)Einzelfertigung:
  • sukzessiv
  • simultan
Mehrfachfertigung:
  • Serienfertigung:
  • Großserie
  • Kleinserie
Sortenfertigung:
  • Partiefertigung
  • Chargenfertigung
Massenfertigung:
  • Parallelfertigung
  • Kuppelproduktion
Organisations-typenAnordnung der Betriebsmittel (Fertigungsablauf)Verrichtungsprinzip:
  • Werkstattfertigung
  • Werkstättenfertigung
Flussprinzip:
  • Reihenfertigung
  • Fließfertigung
Objektprinzip:Baustellenfertigung
Mischform:Gruppenfertigung, z. B.
Fertigungsinseln
Fertigungs-technikGrad der AutomationkeineHandarbeit
teilweiseMechanisierung
totalVollautomation

Die fett gedruckten Verfahren sind im Rahmenplan genannt.

imported

Hinweis

Hier klicken zum Ausklappen

Laut Rahmenplan sind die Fertigungsprinzipien (auch: Fertigungsorganisation) zu behandeln und hier insbesondere Werkstattfertigung, Fließfertigung und Fertigungsinseln.

02. Welche charakteristischen Merkmale haben die einzelnen Organisationstypen (Fertigungsprinzipien)?

  1. Bei der Werkstattfertigung (auch: Werkstättenfertigung) wird der Weg der Werkstücke vom Standort der Arbeitsplätze und der Maschinen bestimmt. Als Werkstattfertigung werden daher die Verfahren bezeichnet, bei denen die zur Herstellung oder zur Be- bzw. Verarbeitung erforderlichen Maschinen an einem Ort, der Werkstatt, zusammengefasst sind. Die Werkstücke werden von Maschine zu Maschine transportiert. Dabei kann die gesamte Fertigung in einer einzigen Werkstatt erfolgen oder auf verschiedene Spezialwerkstätten verteilt werden. Die Werkstattfertigung ist dort zweckmäßig, wo eine Anordnung der Maschinen nicht nach dem Arbeitsablauf erfolgen kann und eine genaue zeitliche Abstimmung der einzelnen Arbeitsgänge nicht möglich ist, weil die Zahl der Erzeugnisse mit unterschiedlichen Fertigungsgängen sehr groß ist. Bei der Werkstattfertigung sind längere Transportwege meist unvermeidlich. Gelegentlich müssen einzelne Werkstücke auch mehrmals zwischen den gleichen Werkstätten hin- und her transportiert werden. Werkstattfertigungen haben oftmals auch eine längere Produktionsdauer, sodass meist Zwischenlagerungen für Halberzeugnisse notwendig werden.

    Werkstattfertigung – Fertigung nach dem Verrichtungsprinzip

    imported

    Voraussetzungen:

    • Einsatz von Universalmaschinen

    • hohe Qualifikation der Mitarbeiter, flexibler Einsatz

    • optimale Maschinenbelegung.

    Werkstattfertigung
    VorteileNachteile
    • geeignet für Einzelfertigung und Kleinserien
    • flexible Anpassung an Kundenwünsche
    • Anpassung an Marktveränderungen
    • geringere Investitionskosten
    • hohe Qualifikation der Mitarbeiter
    • relativ hohe Fertigungskosten
    • lange Transportwege
    • Zwischenläger erforderlich
    • hoher Facharbeiterlohn
    • aufwendige Arbeitsvorbereitung
    • aufwendige Kalkulation (Preisgestaltung)
  2. Die Fließfertigung ist eine örtlich fortschreitende, zeitlich bestimmte, lückenlose Folge von Arbeitsgängen. Bei der Fließfertigung ist der Standort der Maschinen vom Gang der Werkstücke abhängig und die Anordnung der Maschinen und Arbeitsplätze wird nach dem Fertigungsablauf vorgenommen, wobei sich der Durchfluss des Materials vom Rohstoff bis zum Fertigprodukt von Fertigungsstufe zu Fertigungsstufe ohne Unterbrechung vollzieht. Die Arbeitsgänge erfolgen pausenlos und sind zeitlich genau aufeinander abgestimmt, sodass eine Verkürzung der Durchlaufzeiten erfolgen kann.

    Sonderformen der Fließfertigung:

    2.1

    Bei der Reihenfertigung werden die Maschinen und Arbeitsplätze dem gemeinsamen Arbeitsablauf aller Produkte entsprechend angeordnet. Eine zeitliche Abstimmung der einzelnen Arbeitsvorgänge ist wegen der unterschiedlichen Bearbeitungsdauer nur begrenzt erreichbar. Deshalb sind Pufferlager zwischen den Arbeitsplätzen notwendig, um Zeitschwankungen während der Bearbeitung auszugleichen.

    Reihenfertigung: Anordnung der Maschinen und Arbeitsplätze in der durch den Fertigungsprozess bestimmten Reihenfolge

    imported
    Reihenfertigung
    VorteileNachteile
    • geeignet für größere Serien
    • Verkürzung der Durchlaufzeit
    • Spezialisierung der Tätigkeiten
    • verbesserte Maschinenauslastung
    • verbesserter Materialfluss
    • Flexibilität der Fertigung nimmt ab
    • höhere Investitionskosten für Maschinen
    • Anfälligkeit bei Störungen
    • höhere Lagerkosten (Zwischenläger)
    • repetitive Teilarbeit
    2.2

    Die Fließbandfertigung ist eine Sonderform der Fließfertigung –  mit vorgegebener Taktzeit. Die Voraussetzungen sind:

    • große Stückzahlen

    • weitgehende Zerlegung der Arbeitsgänge

    • Fertigungsschritte müssen abstimmbar sein.

    Fließbandfertigung: Taktgebundene Fließbandarbeit mit genauer Taktabstimmung ohne Zwischenlager

    imported

    Nach REFA ist die Taktzeit die Zeitspanne, in der jeweils eine Mengeneinheit fertiggestellt wird:

    Der Bandwirkungsfaktor berücksichtigt Störungen der Anlage, die das gesamte Fließsystem beeinträchtigen. Er ist deshalb immer kleiner als 1,0. Die ideale Taktabstimmung wird in der Praxis nur selten erreicht. Entscheidend ist eine optimale Abstimmung der einzelnen Bearbeitungs- und Wartezeiten.

    Beispiel

    Hier klicken zum Ausklappen

    Die Arbeitszeit einer Schicht beträgt 480 Minuten, die Soll-Ausbringung 80 Stück und der Bandwirkungsfaktor 0,9.

     

    $$Solltaktzeit = $$

     

    $$ \frac{Arbeitszeit\; je\; Schicht * Bandwirkungsfaktor}{Soll-Menge\; je\; Schicht}$$

     

    $$\frac{480 min * 0,9}{80\; Stk.} = 5,4\; min/Stk.$$

  3. Die Gruppenfertigung ist eine Zwischenform zwischen Fließfertigung und Werkstattfertigung, die die Nachteile der Werkstattfertigung zu vermeiden sucht. Bei diesem Verfahren werden verschiedene Arbeitsgänge zu Gruppen zusammengefasst und innerhalb jeder Gruppe nach dem Fließprinzip angeordnet.

    Schematische Darstellung einer Gruppenfertigung als Inselfertigung

    imported
    Gruppenfertigung
    VorteileNachteile
    • Eigenverantwortung der Gruppe
    • Motivation der Mitarbeiter
    • Abwechslung durch Rotation
    • Einsatz des Gruppenakkords
    • Verantwortungsdiffusion: Zuordnung der Leistung zu einer Einzelperson ist nicht mehr möglich
    • setzt intensive Vorbereitung voraus: Ausbildung, Teamentwicklung, Gruppendynamik

    Sonderformen der Gruppenfertigung:

    3.1

    Fertigungsinseln: Bestimmte Arbeitspakete (z. B. Motorblock) werden – ähnlich der ursprünglichen Werkstattfertigung – gebündelt. Dazu werden die notwendigen Maschinen und Werkzeuge zu sogenannten Inseln zusammengefügt. Erst nach Abschluss mehrerer Arbeitsgänge verlässt das (Zwischen-)Erzeugnis die Fertigungsinsel.

    3.2

    Bei der Boxen-Fertigung werden bestimmte Fertigungs- oder Montageschritte von einer oder mehreren Personen – ähnlich der Fertigungsinsel – räumlich zusammengefasst. Typischerweise wird die Boxen-Fertigung bzw. -Montage bei der Erzeugung von Modulen/Baugruppen eingesetzt (z. B. in der Automobilproduktion).

    3.3

    Die Stern-Fertigung ist eine räumliche Besonderheit der Fertigungsinsel bzw. der Boxen-Fertigung, bei der die verschiedenen Werkzeuge und Anlagen nicht insel- oder boxförmig, sondern im Layout eines Sterns angeordnet werden.

    3.4

    Bearbeitungszentren : Nicht nur die Bearbeitungsmaschine arbeitet computergesteuert, sondern auch der Wechsel der Arbeitsstücke sowie der Werkzeuge erfolgt automatisch. Es lassen sich damit komplexe Teile in Kleinserien bei relativ hoher Fertigungselastizität herstellen. Die Überwachung mehrerer Bearbeitungszentren kann von einem Mitarbeiter oder einer Gruppe durchgeführt werden.

    3.5

    Flexible Fertigungszellen haben zusätzlich zum Automatisierungsgrad der Bearbeitungszentren eine automatische Zu- und Abführung der Werkstücke in Verbindung mit einem Pufferlager. Diese Systeme können auch in Pausenzeiten der Belegschaft weiterlaufen.

    3.6

    Teilautonome Arbeitsgruppen sind ein mehrstufiges Modell, das den Mitgliedern Entscheidungsfreiräume ganz oder teilweise zugesteht; u. a.:

    • selbstständige Verrichtung, Einteilung und Verteilung von Aufgaben (inklusive Anwesenheitsplanung: Qualifizierung, Urlaub, Zeitausgleich usw.)

    • selbstständige Einrichtung, Wartung, teilweise Reparatur der Maschinen und Werkzeuge

    • selbstständige (Qualitäts-)Kontrolle der Arbeitsergebnisse.

  4. Bei der Baustellenfertigung ist der Arbeitsgegenstand entweder völlig ortsgebunden oder kann zumindest während der Bauzeit nicht bewegt werden. Die Materialien, Maschinen und Arbeitskräfte werden an der jeweiligen Baustelle eingesetzt. Die Baustellenfertigung ist in der Regel bei Großprojekten im Hoch- und Tiefbau, bei Brücken, Schiffen, Flugzeugen sowie dem Bau von Fabrikanlagen anzutreffen.

    Baustellenfertigung
    VorteileNachteile
    • Einsatz von Normteilen
    • Einsatz vorgefertigter Teile
    • rationelle Fertigung durch Standards
    • internationale Arbeitsteilung (z. B. Airbus)
    • Kosten: Errichtung/Abbau der Baustelle
    • Transportkosten für Stoffe, Mitarbeiter und Betriebsmittel (Logistikaufwand)

03. Erläutern Sie, was man unter Outsourcing versteht und gehen Sie auf Vor- und Nachteile ein.

Begriff „Outsourcing“:

Die Quelle (source) der Wertschöpfung (z. B. Konstruktionsabteilung, eine Werkstatt usw.) verlagert das Unternehmen nach außen (out). Dadurch ist ein Abbau von fixen Kosten verbunden. Die Leistungen können von den neu gegründeten Unternehmen beschafft werden. Allerdings müssen mehrere Lieferanten gesucht und ausgewählt sowie entsprechende Vertragsverhandlungen geführt werden. Diese Aktivitäten verursachen Transaktionskosten. Die Leistungen der Unternehmen, die von außen beschafft werden, stellen aus Unternehmenssicht variable Kosten dar. Unter quantitativen Gesichtspunkten sollten die variablen Kosten sowie die Transaktionskosten kleiner als diefixen Kosten sein. Allerdings spielen nicht nur die quantitativen, sondern auch qualitative Kriterien eine Rolle. Eine Outsourcing-Entscheidung basiert auf einer „Make-or-Buy-Entscheidung“.

Vor- und Nachteile des Outsourcing
VorteileNachteile
  • Abbau von fixen Kosten
  • geringe Kapitalbindung und höhere Liquidität
  • Konzentration auf das Kerngeschäft
  • Nutzung des Spezialwissens des Lieferanten
  • Auslagerung von kritischen Tätigkeiten (Emissionen, Lärm usw.)
  • geringere Qualität als bei Eigenfertigung
  • Mengen- und Terminprobleme
  • Abhängigkeit gegenüber Lieferanten
  • Informationsweitergabe an Lieferanten
  • geringere Fertigungstiefe

Transportsysteme

01. Was ist Transport?

Transport stellt die räumliche Überwindung des Transportgutes dar. Es wird zwischen innerbetrieblichem (internem) und außerbetrieblichem (externem) Transport unterschieden.

  • In der Logistik unterscheidet man folgende Vorgangsarten:

    Transportierenist das Verbringen von Gütern außerhalb eines Werksbereichs von A nach B, ohne die Gebrauchseigenschaften zu ändern (außerbetrieblicher Transport).
    Umschlagenist das Umladen von Transportgütern beim Wechsel der Transportmittel. Das Umschlagen erfolgt an dem Umschlagspunkt (Transshipment-Point). Das Umschlagen kann erfolgen, weil Transportgüter des Fernverkehrs auf Fahrzeuge des Nahverkehrs (z. B. Kurierdienste) umgeladen werden. Ein Umschlag kann in einem Güterverkehrszentrum oder im Rahmen des Cross Docking erfolgen.
    Fördernist das Verbringen von Gütern innerhalb eines Werkbereichs von A nach B. Die eingesetzten Instrumente und Einrichtungen im Rahmen des innerbetrieblichen Transports heißen Fördermittel.
    Speichernist das Aufbewahren von Stoffen (im Handel: Lagern).
  • Von daher können dem Transport folgende Prozesse vor- oder nachgelagert sein:

    • Verpacken (z. B. Transportverpackung, Umverpackung)

    • Umladen

    • Speichern (Verteilungslager, Verkaufslager, Zwischenlager).

    Man bezeichnet daher die Gesamtheit der Materialprozesse auch als TUL-Prozesse. Es sind die Kernprozesse des Materialflusses.

    TUL-Prozesse = Transfer (Transport) – Umschlag – Lagerung

  • In der Fertigungswirtschaft ist die Transportzeit Bestandteil der Durchlaufzeit:

    imported

    Die Transportzeit ist der Zeitbedarf für die Ortsveränderung des Werkstücks. Es gilt:

     

    $$Transportzeit = Förderzeit \;+\; Übergangszeit$$

02. Welche Bedeutung hat der Transport innerhalb der Wertschöpfungskette?

Neben der Beschaffung, der Fertigung, dem Absatz und der Entsorgung ist der Transport (inner- und außerbetriebliche) eine wesentliche Stufe im Wertschöpfungsprozess. Die Auswahl geeigneter Transportmittel sowie die Effizienz der Transportprozesse entscheidet u. a. wesentlich über das Verhältnis von Kosten und Leistungen und damit über den Grad der Wertschöpfung (= Erlöse – Vorleistungen).

03. Welche Transportsysteme werden unterschieden?

Aufgabe von Transportsystemen ist die Überwindung der räumlichen Distanz. Man unterscheidet:

imported

04. Welche wichtigen Verkehrsträger gibt es?

  • Straße: Straßengüterverkehr (Ladungsverkehr und Sammelgutverkehr)

  • Schiene: Eisenbahngüterverkehr

  • Schifffahrt (Binnenschifffahrt, Seeschifffahrt)

  • Lufttransport

  • kombinierter Verkehr

  • Rohrleitungssystem.

05. Welche Merkmale sind bei der Auswahl außerbetrieblicher Transportsysteme maßgeblich?

Merkmale bei der Auswahl außerbetrieblicher Transportsysteme (Transportmittel)
MerkmaleBeispiele
Rechtliche MerkmaleGesetze/Verordnungen, z. B. GGVSEB (Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn, Binnenschifffahrt)Fahr-/Lenkzeiten, -verboteSteuern/Abgaben (z. B. Maut)
  Tarife (Einfluss des Staates, der EU; z. B. Maut)
InfrastrukturStraßennetz, Schienennetz, WasserstraßenStandorte der Verkehrsdienst-leisterKlimatische Bedingungen
TransportkostenFrachtkosten und Frachtzusatzkosten, z. B.: Handlingkosten, Maut, Liegegebühren im Hafen, Zollgebühren; maßgeblich sind: Gewicht, Versandart, Transportgeschwindigkeit, Abmessungen des Transportgutes, Transportzeit
Leistung, Eignung des TransportmittelsTransportzeit, Transport-frequenzFlexibilitätSicherheit, Zuverlässigkeit
 Transport-kombinations-möglichkeiten (z. B. Schiene – Straße)Anfangs- und Endpunkte des TransportsystemsEignung des Transportträgers für Versendungsart/Warenart
TransportgutArt des Transportgutes, z. B. GefahrgutQualitätsvorgabenMaße und Gewicht

06. Welche Vor- und Nachteile bieten die einzelnen Transportsysteme?

Quelle: in Anlehnung an: Ehrmann, 2012, S. 65

Vergleich der Transportsysteme
TransportsystemVorteileNachteile
Straße
  • kostengünstig
  • Nah- und Flächenverkehr
  • flexibel, anpassungsfähig
  • spezifische Anforderungen können erfüllt werden
  • Terminabstimmung
  • keine „Fahrpläne“
  • witterungsabhängig
  • Ladebegrenzung
  • nicht für alle Gefahrgüter zugelassen
Schiene
  • hohes Ladungsgewicht
  • transparente Fahrpläne
  • witterungsunabhängig
  • auch für Gefahrgüter
  • Gleisanschluss erforderlich
  • Zusatzkosten bei kombiniertem Verkehr
Binnenschifffahrt
  • hohes Ladungsgewicht
  • sehr große Ladungsräume
  • sehr gut für Schüttgüter
  • kostengünstig
  • Spezialschiffe, z. B. Treibstoffe
  • Anlegestelle erforderlich
  • Zusatzkosten bei kombiniertem Verkehr
  • witterungsabhängig (Wasserstand, Eisbildung)
  • begrenztes Wasserstraßennetz
Seeschifffahrt
  • hohes Ladungsgewicht
  • sehr große Ladungsräume
  • Spezialschiffe
  • Verkehrsanbindung zu großen Häfen (Hamburg, Rotterdam) erforderlich
  • Zusatzkosten bei kombiniertem Verkehr
  • witterungsabhängig
  • meist an Schifffahrtsrouten gebunden
Lufttransport
  • sehr schnell
  • keine Seeverpackung
  • zuverlässig, termingenau
  • hohe Kosten
Kombinierter Verkehr
  • nutzt in Kombination die Vorteile der unterschiedlichen Transportsysteme
  • Zeitnachteile wegen Güterumschlag (ggf. Wartezeiten)
  • Störungen bei mangelhafter Planung der Kombination

07. Welche Formen des kombinierten Verkehrs gibt es?

Beim kombinierten Transport versucht man, die Vorteile der einzelnen Transportsysteme zu verbinden (z. B. Schiene – Wasser – Straße – Luft).

Quelle: in Anlehnung an: Ehrmann, 2012, S. 65

Formen des kombinierten Verkehrs
Straße – Schiene (Huckepackverkehr) Rollende Landstraße:
Komplette Lastzüge werden auf die Schiene verladen.
Transport von Sattelaufliegern:
Der Sattelauflieger wird ohne die Zugmaschine auf die Schiene verladen.
Wechselbehälter werden vom Lkw auf die Schiene verladen.
Straße – Schifffahrt (Ro/Ro-Verkehr) Schwimmende Landstraße:
Lkws werden auf Schiffe umgeladen und befördert.
Binnenschifffahrt – Seeschifffahrt Lash-Verkehr:
Schwimmende Leichter werden auf Seeschiffe verladen und transportiert.
Straße – Schiene – Luftfracht – Schifffahrt Container wechseln laufend das Transportmittel.
Rail Ro Cargo:
Haus-zu-Haus-Verkehr unter Einsatz von Straße, Schiene, Schifffahrt und Lufttransport

08. Welche Variablen bestimmen die Höhe der Transportkosten?

  • Transportstrecke

  • Ladungsgewicht

  • Art des Beförderungsgutes (Größe, Sperrigkeit, zerbrechlich usw.)

  • Handlingkosten.

09. Welche außerbetrieblichen Transporteure gibt es?

Transport
zu LandDeutsche Post AG (z. B. DHL Paket Services), Deutsche Bahn AG, private Paket- und Kurierdienste, private Fuhrunternehmen
zu WasserBinnenschifffahrt, z. B. Einzelschiffer, Reedereien, Befrachter
Seeschifffahrt, z. B. Reedereien
in der LuftLuftpost; Luftfracht, z. B. Lufthansa Cargo

10. Welche Merkmale sind bei der Entscheidung „Eigen- oder Fremdtransport“ zu berücksichtigen?

  • Quantitative Merkmale, z. B.:

    • Investitionskosten für den eigenen Fuhrpark (Lkw/AfA, Kapitalbindung, Stellflächen/Garagen, Betankungsanlage usw.)

    • variable Kosten (Treibstoffe, Wartungskosten, Steuern, Personalkosten usw.)

    • Lizenzgebühren, Maut

    • ggf. Subventionen/Investitionsförderhilfen/Steuervorteile für eigenen Fuhrpark

    • externe Frachtkosten/Frachtsätze

    • Fragen der Haftung und Versicherung.

  • Qualitative Merkmale, z. B.:

    • Know-how, ggf. Know-how-Verlust

    • Verfügbarkeit über die Transportkapazität/Flexibilität

    • Einflussnahme auf die Besonderheiten der Beförderung

    • Nutzen der Werbefläche bei eigenem Fuhrpark (Image).

11. Welche Bedeutung hat die Bündelung von Transportleistungen für Hersteller und Handel?

Durch die Bündelung von Transportleistungen können Handelsunternehmen in Zusammenarbeit mit Herstellern erhebliche Kostenreduzierungen beim Service, Handling und Transport realisieren, z. B. Reduzierung der Transportdisposition und -überwachung, der Anzahl der Anlieferungen an der Laderampe, der Umschlagsvorgänge und der Lagerkosten. Große Handelsunternehmen haben für diese Querschnittsfunktion eine eigene Abteilung bzw. Gesellschaft (vgl. bei der METRO Group die MGL, METRO Group Logistics, die für fast alle Vertriebslinien in Europa spartenübergreifend zuständig ist).

12. Welche innerbetrieblichen Transportsysteme werden eingesetzt?

  1. Fördermittel

    • Stetigförderer

    • Unstetigförderer

      • Flurförderfahrzeuge (Gabelstaplerarten usw.)

      • Hebezeuge

  2. Förderhilfsmittel:

    Paletten, Behälter, Rollen, Gebinde, Gitterboxpaletten, Container, Kisten usw.

  3. Technik der Lagereinrichtung:

    Regallager, Bodenlager, Hochregallager usw.

13. Nach welchen Merkmalen werden Fördermittel systematisiert (Fördermittelarten)?

Die Einteilung der Fördermittel kann nach folgenden Merkmalen erfolgen:

imported

 

Eine häufige Gliederung der Fördermittelarten ist die Unterteilung in Stetig- und Unstetigförderer. Ein weiteres Gliederungsmerkmal ist, ob sie auf der Flur (Flurförderer) oder über der Flur (flurfreie Förderer) arbeiten. Die Hebetechnik (Hebezeuge, Krananlagen) ist ein wichtiges Teilgebiet der Fördertechnik. Einen Gesamtüberblick gibt die Abbildung auf der nächsten Seite.

14. Wann werden Stetigförderer eingesetzt und welche Vor- und Nachteile sind damit verbunden?

Stetigförderer bringen das Transportgut stetig fließend über einen festen, gleichbleibenden Förderweg oder pulsierend (wie z. B. bei Becherwerken) von der Aufgabe- zur Abgabestelle. Ihr Einsatz ist dort wirtschaftlich, wo große Mengen gleichartiger Güter auf gleichartigen Wegen gefördert werden müssen.

Zu den Stetigförderern gehören zum Beispiel:

  • Gurtförderer

  • Kettenförderer/Schüttgutförderer

  • Rollenbahnförderer

  • Schwingrinnen

  • Schneckenförderer

  • Deckenkreisförderer.

  • Becherwerke.

Stetigförderer
VorteileNachteile
  • permanente Einsatzbereitschaft
  • relativ geringer Personalbedarf
  • relativ niedrige Betriebskosten
  • hohe Förderleistung
  • multifunktionell: fördern, puffern, sortieren
  • relativ einfach automatisierbar
  • hohe Investitionskosten (€ pro lfd. m)
  • meist ortsgebundene Installation
  • starre Streckenführung
  • Einsatz erst bei hoher Auslastung wirtschaftlich
imported

 

15. Wann werden Unstetigförderer eingesetzt?

Unstetige Fördermittel arbeiten mit Fördertechniken, die keinen kontinuierlichen Massenstrom zulassen und i. d. R. in frei wählbarer Bewegungsrichtung arbeiten.

Dazu zählen z. B.:

  • Krananlagen

  • Serienhebezeuge

  • Flurförderfahrzeuge

  • Aufzüge.

16. Was sind Flurförderfahrzeuge und welche Arten werden in der Praxis überwiegend eingesetzt?

Flurförderfahrzeuge sind Fördermittel, die

  • mit Rädern auf Flur laufen,

  • frei lenkbar sind,

  • sich auf Wegen zwischen den gelagerten Gütern bewegen,

  • sich zum Befördern, Ziehen und Schieben von Lasten eignen sowie

  • überwiegend innerbetrieblich eingesetzt werden.

Stapler sind die am häufigsten eingesetzten Flurförderfahrzeuge. Bei ihnen erfolgt der Lastangriff außerhalb der Radbasis. Konstruktiv unterscheiden sich Stapler vor allem hinsichtlich folgender Merkmale:

  • Antriebsart, z. B. Elektro-, Verbrennungsmotor,

  • konstruktiver Aufbau,

  • erforderliche Arbeitsfläche/Größe,

  • Tragkraft,

  • Gabelsystem und

  • Einsatz innerhalb/außerhalb von Hallen.

Am häufigsten kommen folgende Bauarten zum Einsatz:

Stapler – Ausgewählte Bauarten
Frontstapler
  • Last ist freitragend vor den Vorderrädern
  • Fahrersitz: in Fahrtrichtung
  • Einsatz: außen und innen, hohe Traglasten, hohe Geschwindigkeiten
Schubmaststapler
  • bei Lastaufnahme/-abgabe wird der Mast an die Vorderräder geschoben
  • Fahrersitz: quer zur Fahrtrichtung
  • Einsatz: überwiegend innen, Palettenlagerung, nicht für große Lasten geeignet
Gabelhubwagen
  • Antrieb: Muskelkraft oder Elektroantrieb
  • Einsatz: überwiegend innen, Palettenlagerung
Seitenstapler
  • Einsatz: Transport von Langgut
  • Mast ist quer zur Fahrtrichtung
Schmalgangstapler auch: Regalstapler
  • mit Schwenkhub- oder Teleskopgabel
  • Einsatz: für Stückgüter in Lagerhallen, enge Arbeitsgänge, große Stapelhöhen, optimale Nutzung der Lagerkapazität
  • hohe Arbeitsgeschwindigkeit

17. Welche Grundsätze der Arbeitssicherheit sind beim Einsatz von Staplern zu beachten?

  1. Beachten der Tragkraft.

  2. Unter schwebenden Lasten dürfen sich keine Personen aufhalten.

  3. Stapler dürfen nur von ausgebildetem Personal bedient werden (Nachweis der Berechtigung).

  4. Es dürfen nur geeignete Traglastmittel eingesetzt werden (z. B. genormte Paletten).

18. Wie werden Hebezeuge unterschieden?

imported

Krananlagen bieten folgende Vorteile:

  • kein Blockieren der Bodenfläche als Transportweg

  • geeignet für große Höhen/Flächen.

Die folgende Abbildung zeigt Prinzipskizzen verschiedener Kranausführungen:

imported

 

19. Welche Informationssysteme werden in der Logistik eingesetzt?

Unter dem Begriff E-Logistik (auch: E-Logistic) werden alle informationstechnisch gestützten Verfahren zur Planung und Steuerung der logistischen Prozesse zusammengefasst (z. B. Nutzung der Internet- und Intranet-Technologie).

Beispiel

Hier klicken zum Ausklappen
  • Sendungsverfolgung (auch: Tracking, Tracing):

    Diese ist ein Mittel, mit dem der Status einer Lieferung vor der Zustellung überwacht und festgestellt werden kann. Der jeweilige Status der Sendung und der aktuelle Aufenthaltsort sind jederzeit erkennbar.

    Bei der Sendungsverfolgung werden Pakete mit maschinell lesbaren Etiketten versehen (beispielsweise durch Barcode oder R adio F requency Identification, RFID-Chip) und automatische Sortierstationen können anhand der Etiketten erkennen, wohin das Paket geleitet werden soll. Der Scanvorgang wird in einer zentralen Datenbank gespeichert. Sowohl Kunden als auch der Paketdienst können über diese Datenbank nachvollziehen, zu welchem Zeitpunkt sich das Paket an welchem Ort befindet.

  • RFID:

    Auf einem RFID-Chip können Daten bei der Erstellung, z. B. eines Etikettes, gespeichert (geladen) werden. Diese können dann berührungslos, z. B. am Bestimmungsort, gelesen werden. Dies führt zu erheblichen Handling-Vorteilen, z. B. beim Wareneingang. Große Handelsketten wie Rewe, Metro oder WAL-Mart werden künftig ihren Lieferanten den Einsatz von RFID-Etiketten vorschreiben.

  • Container-Informations- und Kommunikationssysteme, z. B.: Seedos, Taldos, Condicos, Contradis, Ships u. a.

  • CIR (Computer Integraded Railroading):

    Computergestützte Zugsteuerung der Deutschen Bahn AG

  • EDI (Electronic Data Interchange):

    Elektronischer Datenaustausch der Deutschen Bahn AG über Internet mit ihren Kunden, soweit diese vernetzt sind.

  • Verkehrsmanagementsysteme, z. B.:

    Einsatz erd- oder satellitengestützter Systeme der Kommunikation und Navigation (z. B. Verkehrsleitsysteme, Fahrerassistenzsysteme, Flottenmanagement für Spediteure).

20. Welche Systeme der Warenerfassung und -kennzeichnung sowie der Informationserfassung und -übertragung werden im Handel eingesetzt?

Kleines ABC der Informationstechnologie im Handel:

Quellen: Die Beschreibungen basieren auf Darstellungen im Metro-Handelslexikon 2015/2016 und eigenen Internet-Recherchen.

AMAkustomagnetische Technik der Warensicherung: Im Ausgangsbereich des Verkaufsraums sendet ein System Ultraschall-Schwingungen aus, die zwei dünne Metallplättchen in der Warenetikettierung in Schwingung versetzen. Das System erkennt diese Schwingungen und löst Alarm aus. Bei ordnungsgemäßer Bezahlung der Ware wird das Etikett entfernt oder deaktiviert.
AAAutoaktive Technik der Warensicherung: Aktive Sicherungsetiketten an der Ware lösen beim Versuch, sie zu entfernen oder zu manipulieren, selbsttätig Alarm aus.
CPFRCollaborative Planning, Forecasting and Replenishment (dt.: gemeinsame Planung, Prognose und Management): Innovativer, internetbasierter Prozess zur Optimierung der Informations- und Warenströme zwischen Hersteller und Handel, der Ende der 90er-Jahre entwickelt wurde.
Data WarehouseDatenbanksystem, das interne und externe Daten (Datenbanken) verknüpft, bündelt und selektive Datenabfragen erlaubt.
EANEAN-Code: Artikelkodierung (Internationale Artikelnummerierung; früher: Europäische Artikelnummerierung); maschineller Strichcode auf der Ware. Die Vergabe der EAN an den Hersteller erfolgt durch die GS1. Die EAN ist Bestandteil des EPC (Electronic Product Code).
EDIElectronic Data Interchange (Elektronischer Datenaustausch innerhalb eines Unternehmens oder zwischen Unternehmen): Ziel ist die Beschleunigung des Datenaustausches, die Fehlerreduzierung und die Kostensenkung. EDI erlaubt eine Senkung der Warenbestände bei gleichzeitiger Verbesserung der Warenverfügbarkeit.
EASEuropäische Artikelsicherung: Verhindert durch Anbringen von Sicherungsetiketten Warendiebstahl, Manipulation der Warenauszeichnung bzw. Vertauschen der Verpackung. Es gibt vier Systeme: AM, AA, EM, RFID.
EMElektromagnetische Technik zur Warensicherung: Das System erkennt ein speziell ausgewähltes Metall an der Ware und löst Alarm aus.
ESLElectronic Shelf Labeling (Elektronische Preisauszeichnung): Die Verkaufsregale sind mit elektronischen Preisschildern ausgestattet (Displays). Über ein WLAN (Wireless Local Area Network) können Preisänderungen direkt an das Regaldisplay sowie an die Kasse gesendet werden. Das System wird bereits vereinzelt eingesetzt (vgl. Cash & Carry-Märkte der METRO Group).
EPCElectronic Product Code: Identifikationsnummer, die sich aus der EAN und einer neunstelligen Seriennummer zusammensetzt. Damit können zusätzliche Artikeldaten (Hersteller, Markenbezeichnung) gespeichert werden, sodass der Warenfluss lückenlos zu identifizieren ist. Trägertechnologie ist die RFID.
GS1-128-CodeInternationaler EAN-Standard zur Kodierung logistischer Informationen (Herstellungs- und Verfallsdatum, Gewicht, Größe, Chargennummer usw.), der Anfang der 90er-Jahre entwickelt wurde. Es lassen sich mehr als 70 Datenelemente darstellen. Zentraler Bestandteil ist die Nummer der Versandeinheit (NVE; international auch: SSCC = Serial Shipping Container Code).
GS1Global Standards One: Zusammenschluss von EAN International mit der amerikanischen Organisation UCC (Uniform Code Council) im Jahr 2004 zur international ausgerichteten Organisation GS1. Ziel ist die Entwicklung eines einzigen, weltweit gültigen Standards der Artikelnummerierung.
GLNGlobal Location Number: International gültige, eindeutige und überschneidungsfreie Nummer zur Identifizierung von Unternehmen, Tochtergesellschaften und Niederlassungen.
GTINGlobal Trade Item Number: International gültige, eindeutige und überschneidungsfreie Artikelnummer nach EAN-Standard; Voraussetzung für die Zuteilung ist die GLN.
Kennzeich-nungspflichtPflicht zur Warenkennzeichnung aufgrund gesetzlicher Vorgaben (z. B. Mindesthaltbarkeit, Materialzusammensetzung, Pflegeanleitung; als Text und/oder Symbol); Grundlage ist das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz.
RFIDRadiofrequenz-Identifikation: Die Artikelnummer (EPC) ist auf einem Smart-Chip unter dem Warenetikett angebracht. Der Smart Chip verfügt über eine Miniantenne, sodass die EPC ohne Sichtverbindung von einem Empfangsgerät (Reader) gelesen werden kann. Die Reichweite liegt zwischen einem und zehn Metern.

Die RFID kann auch zur Warensicherung eingesetzt werden: Mithilfe von Sende- und Empfangsantennen wird ein räumlich begrenztes Frequenzfeld erzeugt. Wird eine Ware aus diesem Feld entfernt, ertönt ein Alarmsignal.
SSCCSerial Shipping Container Code (auch: NVE, Nummer der Versandeinheit): Weltweit eindeutige und überschneidungsfreie Nummer der Versandeinheit (Palette, Karton usw.) als Strichcode. Damit kann jede Transporteinheit innerhalb des logistischen Prozesses eindeutig identifiziert werden.
SINFOSDienstleistungsunternehmen, das Artikelstammdaten sammelt und weitergibt. Damit wird ein Datenpool geschaffen, der die Informationsgewinnung für Lieferanten und Handelsunternehmen auf eine Datenbank konzentriert.

21. Welche Nummern- und Codiersysteme werden heute bei der IT-gestützten Transportsteuerung eingesetzt?

Zur Optimierung der inner- und außerbetrieblichen Transportlogistik (Waren-, Daten- und Wertlogistik) werden heute mithilfe von EAN-Standards logistische Informationen (Artikelkennzeichnung, Adressen/Herkunft, Versandeinheiten) numerisch verschlüsselt und maschinell lesbar gemacht. Gleichzeitig wird damit eine optimale Entsorgungslogistik sowie eine Rückverfolgung der Herkunft möglich.

Man bedient sich dabei des Strichcodes (Barcode). Ein weit verbreiteter Code ist der EAN-Code (European Article Number). Die EAN-Organisation wurde mit einer amerikanischen Code-Organisation zu GS1 (Global Standards 1) zusammengelegt (Quelle: www.logistik-knowhow.com).

Man unterscheidet im Wesentlichen drei Nummern- und Codiersysteme:

  • die Internationale Lokationsnummer ILN

  • die Internationale Artikelnummer EAN-Code bzw. GTIN (Global Trade Item Number)

  • die Nummer der Versandeinheit NVE bzw. SSCC (Serial Shipping Container Code).

22. Was sind fahrerlose Transportsysteme (FTS)?

Fahrerlose Transportsysteme (FTS) haben keine feststehenden mechanischen Führungen. Der Weg der Fahrtrichtung wird durch am Boden verlegte Leitlinien (optisch, magnetisch, induktiv) vorgegeben oder über rechnergestützte Umweltmodelle (Bildverarbeitung, Ultraschall) gesteuert. FTS haben zwei Ebenen:

  • physische Ebene (Fahrzeug, Fahrtrichtung, Lastübergabe)

  • informatorische Ebene:

    • Die Fahrzeugsteuerung ist die Zielsteuerung.

    • Die Anlagensteuerung soll Kollisionen vermeiden.

imported

 

23. Welche Entwicklungen und Fragestellungen stehen im Mittelpunkt der Distributionslogistik?

Zentrale Fragestellungen und Entwicklungen der Distributionslogistik (Distribution = Verteilung) sind u. a.:

  1. Lagerlogistik, z. B.:

    • Tendenz zur zentralen Lagerhaltung (vgl. den Aufbau von Logistikzentren großer Firmen wie z. B. Lidl, Aldi, DHL)

    • Optimierung der Lagertechnik, z. B.:

      • Automatisierung, chaotische Lagerhaltung

      • Identifikationssysteme, Lagerbeschilderung

      • Kommissioniersysteme und -techniken

    • Make-or-Buy-Überlegungen, z. B.:

      • Eigenlager/Fremdlager

      • Eigentransport/Fremdtransport

  2. Optimierung der Auftragsabwicklung

  3. Entscheidungen über geeignete Distributionskanäle, z. B.:

    • direkter/indirekter Absatz

    • Sonderformen (z. B. E-Commerce, FOC – Factory-Outlet-Center)

  4. Optimierung der Absatzwege, z. B.:

    • unternehmenseigene Absatzorgane, z. B.: Geschäftsleitung, Mitarbeiter der Marketingabteilung, Reisende

    • unternehmensfremde Absatzorgane, z. B.: Handelsvertreter, Kommissionäre, Makler

  5. Einsatz der Telekommunikation beim Transport, z. B.:

    • Funktelefonsysteme

    • mobile Datenkommunikation (Laptop, ISDN, DSL)

    • satellitengestützte Systeme (z. B. GPS – Global Positioning System)

  6. Optimierung der Tourenplanung, z. B.:

    • Minimierung von: Transportstrecke/-zeit, der variablen Kosten, der Anzahl der Fahrzeuge

    • Einsatz von Softwaresystemen zur Tourenplanung

  7. Tendenzen:

    • Die Individualisierung des Kundenbedarfs wird mit einer Anonymisierung der Versorgung beantwortet, z. B. Kostensenkung durch Zusammenfassung von Transportaufträgen (zeitlich und mengenmäßig)

    • Unterstützung der Güter- und Informationsverteilung durch EDV-Einsatz und Telekommunikation

    • Abkehr vom Bestandsmanagement hin zum Bewegungsmanagement: Neue Informationstechnologien erlauben das frühzeitige Erkennen von Planabweichungen in den Prozessen; Störungsbehebungen werden nicht mehr durch eine Steuerung der Bestände, sondern durch eine Beschleunigung/Verzögerung der Prozesse vorgenommen.

24. Welche Speditionskonzepte hinsichtlich des Transports gibt es?

  • Ladungsverkehr:

    • Komplettladungsverkehr:

      imported

      Lkws mit hoher Nutzlast von z. B. 24 t werden eingesetzt, um dem Empfänger ohne Zwischenumschlag die Komplettladung zuzustellen. Wesentlich ist dabei, dass die Ladekapazitäten voll ausgelastet sind und die Leerkosten minimiert werden.

    • Teilladungsverkehr:

      Der Lkw nimmt im Quellgebiet verschiedene Sendung auf, realisiert den Hauptlauf und entlädt im Zielgebiet Schritt für Schritt den Lkw. Beim Teilladungsverkehr entstehen Leerkosten.

  • Milk Run:

    imported

    Wenn die Auslieferungsfahrzeuge nach einem Rundtrip wieder zurückkehren, dann spricht man von einem Milk Run. Bei diesem Konzept spielen die Tourenplanungen (Methoden des Operations Research) sowie Umweltaspekte eine große Rolle. Die Fahrzeuge können auf dem Rückweg z. B. Behälter oder bei Werkstätten zu entsorgende Teile mitnehmen.

  • Transshipment-Konzept:

    imported

    TS = Transshipment-Point (Umschlagpunkt)

    Dem Transshipment-Point, der ein Netzknoten ist, geht ein Hauptlauf voraus, der dazu dient, die großen räumlichen Distanzen zu überwinden. Im Transshipment-Point erfolgt ein Umschlag der Waren, die dann in einem Nachlauf, der als Milk Run organisiert sein kann, beispielsweise an die Kunden (Filialen) verteilt werden. Bei den Nachlauf-Touren können die Kosten „der letzten Meile“ (Stopps beim Kunden, Entladevorgänge, häufig City-Touren mit Ampelstopps, Leerkosten durch Teilentladungen usw.) entstehen.

  • Gebietsspediteursystem:

    imported

    Durch die Komplexität der Produkte werden mehr Lieferanten benötigt. Aufgrund der individuellen Anforderungen werden die Losgrößen pro Lieferant geringer. Zudem kann die Zahl der Fahrten steigen, wenn vom Kunden „sofortness“ gefordert wird. Der Gebietsspediteur sammelt im Rahmen eines Vorlaufes die Einzelsendungen der Lieferanten und führt den Hauptlauf mit hohen Auslastungen durch. Dadurch sinken die Transportkosten und die Umweltbelastung, wenn ein Vergleich insofern durchgeführt wird, dass jeder einzelne Lieferant mit möglicherweise geringer Auslastung das Werk oder den Kunden beliefert. Durch eine zentrale Disposition beim Gebietsspediteur können administrative Kosten reduziert werden. Das Gebietsspediteurkonzept ist dem Konzept des Sammelgutspediteurs sehr ähnlich, der eine entsprechende Fähigkeit zur Abwicklung der Speditionsaufgaben vorweisen sollte. Er sollte den Fernverkehr abwickeln können, eine entsprechende Liefertreue und IT aufweisen sowie über die adäquaten Einrichtungen zur Bedienung der Aufträge verfügen.

  • Cross Docking:

    Dieses Konzept beinhaltet ein zentrales Umschlagterminal, in dem die Waren verschiedener Lieferanten kommissioniert, sortiert und umgeschlagen werden. Der Vorteil von Cross Docking liegt darin, dass bei n Lieferanten und m Kunden „n • m“-Fahrten notwendig sind, während durch den Umschlagspunkt Cross Docking lediglich „n + m“-Fahrten erforderlich sind. Insgesamt werden die Transportkosten reduziert sowie die Umwelt geschont.

25. Wie kann der außerbetriebliche Transport organisiert werden?

Güterverkehrszentren:

Diese Umschlagpunkte dienen dazu, Güter vom Fernverkehr auf den Nahverkehr in den Städten umzuverteilen. Güterverkehrszentren stellen einen Schnittpunkt zwischen den Verkehrsträgern dar und sind Ausgangspunkt für den kombinierten Verkehr. Güterverkehrszentren werden häufig in Kooperation mit Logistikdienstleistern (z. B. Speditionen) gegründet, um Synergieeffekte zu erzeugen.

Ziele: Kosten- und Verkehrsreduzierung, Umweltschäden minimieren, kombinierten Verkehr fördern.

City-Logistik:

Kooperation verschiedener Logistikdienstleister, um Auslieferungstouren zu bündeln.

Ziele: Reduktion von Umweltschäden in den Städten, Verkehrsreduzierung, Kosten senken.

Einsatz der IT:

Informations- und Kommunikationssysteme (Bordcomputer im Lkw, Verbindung zur Leitzentrale) spielen eine zunehmende Rolle. Es können über den Bordcomputer die Fahrzeugdaten, Standort usw. festgestellt werden. Bei Störungen können anhand von Modellen Ausweichrouten und -pläne erstellt werden. Die Grundlage für die Steuerung stellt ein Supply Chain Modell dar.

Über Edifact ( Electronic data interchange for administracion Commerce and Transport) können zwischen Spediteuren, Frachtführern und Empfängern Daten ausgetauscht werden.

Frachtbörsen:

Die Spediteure können im Rahmen von Frachtbörsen Daten austauschen. Es können Aufträge (online) ausgeschrieben werden, die ein Spediteur im Rahmen einer Rückfahrt und freien Kapazitäten nutzen kann.

Tourenplanung:

Einsatz von Software im Zusammenhang mit Operations Research Methoden, um die optimale Tour im Hinblick auf Transportkosten und Umwelt zu gestalten.

Verpackung

Video: Wertschöpfungskette

01. Welche Funktionen erfüllt die Verpackung?

Funktionen der Verpackung
Technische Funktion
Verantwortlich für die transportsichere Verpackung ist der Absender. Er haftet für evtl. Schäden (§ 411 HGB).
Schutzleistung (Beschädigung, Schwund, Umwelteinflüsse, Schutz von Menschen/der Umwelt), Lager- und Transportleistung (z. B. normierte Abmessungen), kostengünstig
Absatzwirtschaftliche Funktion
Die Verpackung ist ein Bestandteil der Lieferbedingungen.
Information (Inhalt, Art, Unterscheidung), Kaufanreiz, Verwendung
Ökologische Funktion
Die Verpackung kann aufgrund wertanalytischer Ergebnisse ökonomisch und ökologisch verbessert werden (Einsatz kostenreduzierter und umweltgerechter Verpackungen; Verbesserung der Wertschöpfung und Umweltschutz).
umweltverträglich, Mehrwegfunktion, Nachfüllpackungen, recyclefähig
Festlegung der Verpackung im Rahmen der Lieferbedingungen – Beispiele
KonstruktionVerpackungsart: Papier, Pappe, Metall usw.; Erfüllung bestimmter Funktionen: Schutz, Transport, Lagerfähigkeit, Wiederverwendung u. Ä.
FormGröße, Proportionen, in Teilen, als Ganzes
BestandteileZubehör, Gebrauchsanleitung
KostenVereinbarung, wer die Kosten der Verpackung trägt (Schuldner oder Gläubiger).
EntsorgungVereinbarungen über Rücknahme, Rückvergütung, Kosten der Entsorgung usw.

02. Welche Anforderungen werden an Transportverpackungen generell gestellt?

Die Verpackungsverordnung (VerpackV) unterscheidet:

 

imported
  • Verkaufsverpackungen sind Verpackungen, die mit der Ware angeboten werden und diese direkt umhüllen. Sie werden i. d. R. erst beim Endverbraucher entsorgt.

  • Transportverpackungen schützen die Waren beim Transport und/oder erleichtern den Transport. Sie fallen nicht beim Endverbraucher an.

  • Umverpackungen sind zusätzliche Verpackungen, die die Lagerung (z. B. Stapelfähigkeit) verbessern. Umverpackungen können in der Verkaufsstelle zurückzulassen werden.

Die Verpackungsverordnung schreibt vor:

  1. Eigenschaften:

    Transportverpackungen müssen folgende Eigenschaften erfüllen, z. B.: gewichtsreduziert, platzsparend, optimale Dimensionen für Transport und Umschlag (stapel-, handhab-, automatisier-, unterfahrbar, beanspruchungsresistent (Stoß, Druck)).

  2. Rücknahmepflicht:

    Die Verpackungsverordnung schreibt weiterhin in § 4 die Rücknahmepflichten für Transportverpackungen vor:

  3. Kennzeichnung lt. § 14 VerpackV:

    Verpackungen können zur Identifizierung des Materials mit den im Anhang IV festgelegten Nummern und Abkürzungen gekennzeichnet werden. Die Verwendung anderer Nummern und Abkürzungen zur Identifizierung der gleichen Materialien ist nicht zulässig.

  4. Kennzeichnung lt. Produktsicherheitsgesetz (ProdSG):

    ► RECHTSGRUNDLAGEN:

    § 3 ProdSG – Allgemeine Anforderungen an die Bereitstellung von Produkten auf dem Markt

    (1)

    Soweit ein Produkt einer oder mehreren Rechtsverordnungen nach § 8 Absatz 1 unterliegt, darf es nur auf dem Markt bereitgestellt werden, wenn es

    1. die darin vorgesehenen Anforderungen erfüllt und

    2. die Sicherheit und Gesundheit von Personen oder sonstige in den Rechtsverordnungen nach § 8 Absatz 1 aufgeführte Rechtsgüter bei bestimmungsgemäßer oder vorhersehbarer Verwendung nicht gefährdet.

    (2)

    Ein Produkt darf, soweit es nicht Absatz 1 unterliegt, nur auf dem Markt bereitgestellt werden, wenn es bei bestimmungsgemäßer oder vorhersehbarer Verwendung die Sicherheit und Gesundheit von Personen nicht gefährdet. Bei der Beurteilung, ob ein Produkt der Anforderung nach Satz 1 entspricht, sind insbesondere zu berücksichtigen:

    1. die Eigenschaften des Produkts einschließlich seiner Zusammensetzung, seine Verpackung (Hervorhebung durch Verfasser), die Anleitungen für seinen Zusammenbau, die Installation, die Wartung und die Gebrauchsdauer,

    2. die Einwirkungen des Produkts auf andere Produkte, soweit zu erwarten ist, dass es zusammen mit anderen Produkten verwendet wird,

    3. die Aufmachung des Produkts, seine Kennzeichnung, die Warnhinweise, die Gebrauchs- und Bedienungsanleitung, die Angaben zu seiner Beseitigung sowie alle sonstigen produktbezogenen Angaben oder Informationen,

    4. die Gruppen von Verwendern, die bei der Verwendung des Produkts stärker gefährdet sind als andere.

      Die Möglichkeit, einen höheren Sicherheitsgrad zu erreichen, oder die Verfügbarkeit anderer Produkte, die ein geringeres Risiko darstellen, ist kein ausreichender Grund, ein Produkt als gefährlich anzusehen.

    § 6 ProdSG – Zusätzliche Anforderungen an die Bereitstellung von Verbraucherprodukten auf dem Markt

    (1)

    Der Hersteller, sein Bevollmächtigter und der Einführer haben jeweils im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit bei der Bereitstellung eines Verbraucherprodukts auf dem Markt

    1. sicherzustellen, dass der Verwender die Informationen erhält, die er benötigt, um die Risiken, die mit dem Verbraucherprodukt während der üblichen oder vernünftigerweise vorhersehbaren Gebrauchsdauer verbunden sind und die ohne entsprechende Hinweise nicht unmittelbar erkennbar sind, beurteilen und sich gegen sie schützen zu können,

    2. den Namen und die Kontaktanschrift des Herstellers oder, sofern dieser nicht im Europäischen Wirtschaftsraum ansässig ist, den Namen und die Kontaktanschrift des Bevollmächtigten oder des Einführers anzubringen,

    3. eindeutige Kennzeichnungen zur Identifikation des Verbraucherprodukts anzubringen.

      Die Angaben nach Satz 1 Nummer 2 und 3 sind auf dem Verbraucherprodukt oder, wenn dies nicht möglich ist, auf dessen Verpackung (Hervorhebung durch Verfasser) anzubringen. Ausnahmen von den Verpflichtungen nach Satz 1 Nummer 2 und 3 sind zulässig, wenn es vertretbar ist, diese Angaben wegzulassen, insbesondere weil sie dem Verwender bereits bekannt sind oder weil es mit einem unverhältnismäßigen Aufwand verbunden wäre, sie anzubringen.

03. Was ist eine Pendelverpackung?

Eine Pendelverpackung ist eine Mehrwegverpackung. Durch ein Anreizsystem (Pfand, Gelderstattung, kostenlose Rücknahme, Übernahme der Transportkosten) wird der Abnehmer bewogen, die Verpackung an den Lieferanten zurückzugeben. Beispiele hierfür sind Euro-Paletten, Pfandflaschen, Tonerkassetten.

04. Was ist eine Umverpackung?

Eine Umverpackung ist eine Umschließung, die von einem einzigen Absender für die Aufnahme von einem oder mehreren Versandstücken und für die Bildung einer Einheit zur leichteren Handhabung und Verladung während der Beförderung verwendet wird.

Beispiel

Hier klicken zum Ausklappen

Umverpackungen:

  • eine Ladeplatte, wie eine Palette, auf die mehrere Versandstücke gestellt oder gestapelt werden und die durch Kunststoffband, Schrumpf- oder Dehnfolie oder andere geeignete Mittel gesichert werden oder

  • eine äußere Schutzverpackung wie eine Kiste oder ein Verschlag.

05. Welche Anforderungen werden an das Behältersystem gestellt?

Behältersysteme, die für den Transport oder in der Fertigung verwendet werden, müssen mehreren Anforderungen entsprechen.

Das Behältersystem muss

  • der Qualität und den Eigenschaften des aufzunehmenden Materials entsprechen

  • identifizierbar bzw. unterscheidbar sein

  • ihrer Dimension entsprechend hohe Tragfähigkeit besitzen

  • mit den üblichen Transportmitteln oder manuell transportierbar sein

  • handhabbar sein

  • stapelbar sein mit der Möglichkeit, Transporteinheiten (Gebinde) zu bilden

  • die Erfüllung von rechtlichen Bestimmungen und Vorschriften gewährleisten

  • standardisiert und als Behältersystem verfügbar sein.

Beispiel

Hier klicken zum Ausklappen
imported

06. Welche Zielsetzung hat das EUL-Konzept?

EUL ( Efficient Unit Loads) ist ein System zur effizienten Gestaltung logistischer Einheiten. Das System ist dann effizient, wenn alle Komponenten entlang der Transportkette so aufeinander abgestimmt sind, dass die Ziele der Transportlogistik bestmöglichst erreicht werden können. Die Komponenten der Transportkette sind:

Effiziente Gestaltung der

  • Verpackung

  • Transportträger (z. B. Paletten, Regale, Behälter, Container)

  • Lkw-Ladeflächen, Frachtdimensionen der sonstigen Verkehrsträger (Flugzeug, Schiene, Schifffahrt)

  • Laderampen

  • Wareneingangs- und -ausgangstore

  • innerbetriebliche Fördermittel (z. B. Transportbänder, Flurförderfahrzeuge)

  • der Warenumschlags- und Lagereinrichtung.

Durch die Einführung des EUL-Konzepts können die Logistikkosten deutlich gesenkt werden.

07. Was bezeichnet man als duales System?

Das Duale System ist ein Konzept integrierter Entsorgungs- und Recyclingsysteme, getragen von den Verbänden der Wirtschaft als Initiative zur Umsetzung der Verpackungsverordnung und verfolgt das Ziel, durch die Errichtung eines flächendeckenden, haushaltsnahen Erfassungssystems für gebrauchte Verpackungen eine teilweise Befreiung von den Pfand- und Rücknahmeverpflichtungen der Verpackungsverordnung zu erreichen. Der „Grüne Punkt“ zeigt an, dass sich der Hersteller an dem Sammel- und Sortiersystem der Dualen System Deutschland AG (DSD) beteiligt und ein Lizenzentgelt bezahlt wurde, mit dem das System finanziert wird. Ziel des Dualen Systems ist die Abfallvermeidung/-reduzierung sowie die Rückführung der Abfallstoffe in den Wertstoffkreislauf.

Warenausgang

01. Welche Arbeiten werden gewöhnlicherweise im Warenausgang ausgeführt?

Der Warenausgang (vielfach auch: Versand) beginnt mit der Abförderung des Lagergutes aus den Regalen und endet mit der Bereitstellung für die Auslieferung. Der Warenausgang ist damit die Schnittstelle zwischen dem Betrieb des Käufers und dem des Abnehmers.

Beispiel

Hier klicken zum Ausklappen

Die Mitarbeiter des Warenausgangs lagern fertig produzierte Fenster im Versandlager ein, stimmen den Auslieferungstermin mit dem Kunden und der Objektmontage ab und sorgen für die organisatorische Abwicklung des Versandes über Spediteure.

Zu den typischen Aufgaben des Warenausgangs gehören:

  • Identifikation und Prüfung auf Vollständigkeit der Waren mit dem Kundenauftrag

  • Vergabe eines Abstellplatzes für die Kundenkommission und Organisieren der Versandabwicklung

  • Auswahl der Versandart

  • Erstellen der Ladelisten, Versandpapiere und Etiketten

  • Vergabe des Speditionsauftrages

  • Ermittlung der Frachtkosten

  • Zusammenarbeit mit den Zollbehörden

  • Verladung und Übergabe an Transportdienstleister.

Die administrativen Aufgaben werden in der Praxis häufig von der Auftragsabwicklung oder anderen Abteilungen erledigt und die Mitarbeiter im Warenausgang sind lediglich für das physische Warenhandling zuständig.

02. Welche Bestimmungen enthält die Abgabenordnung (AO) zum Warenein- und -ausgang?

Die steuerrechtlichen Buchführungsvorschriften ergeben sich aus den §§ 140 ff. AO (Abgabenordnung). Im Wesentlichen sind dies:

  • § 143 AO Aufzeichnung des Wareneingangs und

  • § 144 AO Aufzeichnung des Warenausgangs.

Verladung

01. Welche Bedeutung hat die Ladungssicherung?

In den letzten Jahren sind Verbesserungen bei der Ladungssicherung erkennbar: erweiterte Ausstattung der Fahrzeuge, Einsatz von Spezialfahrzeugen für bestimmte Ladegüter, Hilfsmitteln zur Ladungssicherung, z. B. textile Zurrgurte. Weiterhin ist ein verstärktes Sicherheitsbewusstsein der für den schadensfreien Transport Verantwortlichen erkennbar. Trotzdem berichten nach wie vor die Medien täglich über schwere Unfälle, die auf ungenügende oder gar fehlende Ladungssicherung zurückzuführen sind:

  • Fahrer beim Bremsen von eigener Ladung im Führerhaus zerquetscht.

  • Ladung verrutschte – Umkippender Anhänger begrub Pkw.

  • Pkw verlor Couch auf BAB – Massenkarambolage.

  • In der Kurve vom Lkw gerollt – Kabeltrommel erschlug Radfahrer.

  • Tod lauerte hinter Lkw-Bordwand – Zwei Entladearbeiter erschlagen.

imported

 

02. Wer ist für die Ladungssicherung verantwortlich?

Verantwortlich für eine sachgemäße Ladungssicherung ist jeder, der an der Verladung und der Beförderung beteiligt ist. Also nicht nur der Fahrzeugführer, sondern auch der Verlader (z. B. Staplerfahrer = Erfüllungsgehilfe des Absenders), der Absender (und seine Erfüllungsgehilfen) , der Fahrzeughalter und der Arbeitgeber/ Unternehmer.

03. Welche Pflichten hat der Fahrzeugführer bezüglich der Ladungssicherung?

Der Fahrzeugführer (= Erfüllungsgehilfe des Frachtführers) hat u. a. zu beachten:

  • Vor Fahrtantritt:

    • Kontrolle der Lastverteilung

    • Kontrolle auf Überladung

    • Kontrolle der Ladungssicherung

  • Während der Fahrt:

    • Fahrverhalten unter Beachtung der Ladung

    • Nachkontrolle, gegebenenfalls Nachbesserung der Ladungssicherung

    • Geschwindigkeit

    • Witterungsverhältnisse

  • Bei Gefahrgut:

    • Kein Versandstück befördern, dessen Verpackung beschädigt oder undicht ist.

    • Bei Tankfahrzeugen, Aufsetztanks und Batteriefahrzeugen: Füllungsgrad beachten.

Weitere Informationen enthält die BGI 649 „Ladungssicherung auf Fahrzeugen“.

imported

 

04. Welche Grundregeln zur Ladungssicherung sind zu beachten?

Folgende Grundregeln sind zu beachten:

  • Das Fahrzeug muss für das Ladegut geeignet sein, d. h. die durch die Ladung auftretenden Kräfte müssen durch Aufbau und Ausrüstung des Fahrzeuges aufgenommen werden können.

  • Die Ladung ist auf der Ladefläche so zu platzieren, dass der Ladungsschwerpunkt möglichst auf der Längsmittellinie des Fahrzeuges liegt und so niedrig wie möglich gehalten wird (Lastverteilungsplan).

  • Beim Beladen und beim Transport dürfen das zulässige Gesamtgewicht bzw. die zulässigen Achslasten nicht überschritten werden. Die Mindestachslast der Lenkachse darf nicht unterschritten werden. Sonst ist das Lenkverhalten des Fahrzeuges stark beeinträchtigt. Teilladungen sind so zu verte206ilen, dass alle Achsen anteilig belastet werden.

  • Die Ladung ist so zu verstauen oder durch geeignete Hilfsmittel zu sichern, dass sie unter üblichen Verkehrsbedingungen nicht verrutschen, verrollen, umfallen, herabfallen oder ein Kippen des Fahrzeuges verursachen kann. Zu den üblichen Verkehrsbedingungen gehören Vollbremsungen, scharfe Ausweichmanöver oder Unebenheiten der Fahrbahn. Hilfsmittel sind z. B. rutschhemmende Unterlagen, Zurrgurte und -ketten, Klemmbalken, Schutzkissen, Netze, Kantenschoner u. v. m.

  • Die Fahrgeschwindigkeit ist je nach Ladegut auf die Straßen- und Verkehrsverhältnisse sowie auf Fahreigenschaften des Fahrzeuges abzustimmen.

  • Beim Einsatz von Gurten und Ketten sind grundsätzlich die vorhandenen Zurrpunkte zu verwenden.

Quelle: Ladung sichern – aber richtig; Info des Freistaates Sachsen

05. Welche Rechtsgrundlagen, Richtlinien, Normen und Informationen sind bei der Ladungssicherung zu beachten?

Wichtige Vorschriften finden sich z. B. in folgenden Quellen:

  • Straßenverkehrsordnung (StVO)

  • Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)

  • Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB)

  • Verordnung über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße und mit Eisenbahnen

  • Handelsgesetzbuch (HGB)

  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

  • Unfallverhütungsvorschrift der Berufsgenossenschaften (BGV D 29) „Fahrzeuge“

  • BGI 649: Ladungssicherung auf Fahrzeugen

  • Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG)

  • VDI 2700: Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen:

  • Sicherung des Ladegewichts: 80 % nach vorn, 70 % zur Seite und 50 % nach hinten

  • DIN EN 12195: Ladungssicherungseinrichtungen auf Straßenfahrzeugen

  • DIN 75410: Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen

  • Richtlinien für Autodecks und Autoverladung.

Entsorgungslogistik

01. Welche Aufgabe hat die Entsorgungslogistik?

Die Entsorgungslogistik (auch: Retrologistik, Reverselogistik) befasst sich mit der Planung, Steuerung und Kontrolle der Reststoffströme sowie der Retouren einschließlich der dazugehörigen Informationsflüsse.

imported

02. Welche Ziele hat die Entsorgungslogistik?

Die Entsorgungslogistik hat sowohl ökonomische als auch ökologische Ziele. Ökonomische Ziele sind beispielsweise die Reduzierung von Logistikkosten. Ökologische Ziele setzen sich zusammen aus der Schonung der natürlichen Ressourcen und der Minimierung der Emissionen im Rahmen entsorgungslogistischer Prozesse.

Sowohl Zielsetzungen als auch Aufgaben der Entsorgungslogistik werden durch gesetzliche Bestimmungen definiert. Vor allem im Bezug auf die Reihenfolge der Rückstandsbehandlung gibt es eine Fülle von gesetzlichen Vorschriften.

03. Warum hat die Entsorgungslogistik an Bedeutung zugenommen?

Für die ansteigende Bedeutung der Entsorgungslogistik sowie der Abfallwirtschaft (als Teilelement) lassen sich folgende Ursachen nennen:

imported

04. Mit welchen Objekten befasst sich die Entsorgungslogistik?

imported

 

05. Wie ist der Begriff „Abfall“ definiert?

Der Abfallbegriff ist in § 3 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) definiert.

RECHTSGRUNDLAGEN

§ 3 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)

(1)

Abfälle im Sinne dieses Gesetzes sind alle Stoffe oder Gegenstände, derer sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss. Abfälle zur Verwertung sind Abfälle, die verwertet werden; Abfälle, die nicht verwertet werden, sind Abfälle zur Beseitigung.

(2)

Eine Entledigung im Sinne des Absatzes 1 ist anzunehmen, wenn der Besitzer Stoffe oder Gegenstände einer Verwertung im Sinne der Anlage 2 oder einer Beseitigung im Sinne der Anlage 1 zuführt oder die tatsächliche Sachherrschaft über sie unter Wegfall jeder weiteren Zweckbestimmung aufgibt.

(3)

Der Wille zur Entledigung im Sinne des Absatzes 1 ist hinsichtlich solcher Stoffe oder Gegenstände anzunehmen,

  1. die bei der Energieumwandlung, Herstellung, Behandlung oder Nutzung von Stoffen oder Erzeugnissen oder bei Dienstleistungen anfallen, ohne dass der Zweck der jeweiligen Handlung hierauf gerichtet ist, oder

  2. deren ursprüngliche Zweckbestimmung entfällt oder aufgegeben wird, ohne dass ein neuer Verwendungszweck unmittelbar an deren Stelle tritt.

Für die Beurteilung der Zweckbestimmung ist die Auffassung des Erzeugers oder Besitzers unter Berücksichtigung der Verkehrsanschauung zugrunde zu legen.

06. Was versteht man unter Abfallvermeidung?

Gemäß § 3 Abs. 20 KrWG wird unter „Vermeidung“ diejenige Aktivität verstanden, um einen Stoff, Material oder Erzeugnis nicht zu Abfall werden zu lassen. Zudem sollen Handlungen eingeleitet werden, um die Abfallmenge zu reduzieren.

07. Welche Vermeidungsstrategien für Abfälle gibt es?

EreignisVermeidungsstrategie
Ausschuss
  • Schulung der Mitarbeiter
  • Aufstellen von Regeln und Frühwarnsystemen
  • Instandhaltung von Maschinen
VerpackungsmaterialDesign und Konstruktion des Produkts unter Berücksichtigung der Verpackung (raumsparend); Mehrwegverpackungen integrieren
Veraltete Roh- und HilfsstoffeOptimierung der Bestellmenge und des Lagerbestandes
Unfertige und fertige Erzeugnisse, die nicht mehr absetzbar sind.Stärkere Vernetzung der Produktion mit dem Absatzbereich und höhere Anpassung bei Nachfrageschwankungen
AbfälleEffiziente Verfahren (neuester „Stand der Technik“) einsetzen, um die Abfälle so gering wie möglich zu halten, und um möglichst hohe Wiederverwertbarkeit zu erreichen.
ProdukteLebensdauer erhöhen, Einkauf von abfall- und schadstoffarmen Erzeugnissen, Wiederverwendbarkeit von Produkten

08. Welche Rolle spielt die Produktverantwortung bei der Abfallverminderung?

Gemäß § 23 KrWG („Produktverantwortung“) sind Erzeugnisse bei ihrer Herstellung und ihrem Gebrauch darauf auszurichten, dass Abfälle vermindert werden. Im Rahmen des § 23 KrWG beinhaltet die Produktverantwortung die Entwicklung und Produktion von Erzeugnissen, die langlebig und mehrfach verwendbar sind. Darüber hinaus sind Sekundärrohstoffe oder verwertbare Abfälle vorrangig bei der Herstellung von Erzeugnissen einzusetzen.

09. Was versteht man unter Recycling?

Unter Recycling wird der Prozess der Wiederverwertung und -verwendung von in Produktionsrückständen, Produkten und Altstoffen gebundenen natürlichen Ressourcen in der Güterproduktion verstanden. Das Recycling stellt die am weitesten verbreitete Form der Umweltentlastung durch die Unternehmen dar. Ein als Kreislaufprozess verstandenes Recycling soll eine möglichst weitgehende Rückgewinnung der bei der Produktion eingesetzten natürlichen Ressourcen ermöglichen und damit die Neuzufuhr von Energie und Rohstoffen minimieren.

Formen des Recycling
Verwertung WiederverwertungAbfallstoffe werden in ihre Bestandteile zerlegt und dem gleichen Rohstoffkreislauf zugeführt, z. B. Altpapier zur Papierherstellung, Autoschrott zur Eisen- und Stahlherstellung.
WeiterverwertungAbfallstoffe werden einem anderen als dem ursprünglichen Rohstoffkreislauf zugeführt, z. B. Verbrennung von Abfallstoffen und Energiegewinnung.
Verwendung WiederverwendungProdukte werden für den gleichen Zweck erneut verwendet; ggf. ist eine Vorbehandlung erforderlich, z. B. Glasflaschen, runderneuerte Autoreifen.
WeiterverwendungAbfallstoffe werden einem anderen Gebrauch zugeführt, z. B. Kunststoffabfälle zur Verwendung als Wärmeisolierung oder Baustoff.

10. Erläutern Sie verschiedene Recyclingarten.

RecyclingartenErläuterung
PapierrecyclingAltpapier wird gesammelt und zu neuem Papier verarbeitet.
GlasrecyclingGlas wird in Containern gesammelt und eingeschmolzen. Dadurch können neue Glasprodukte erzeugt werden.
KupferrecyclingKupfer wird gesammelt und eingeschmolzen. Das Kupfer kann für neue Verwendungen eingesetzt werden.
Handwerkliches RecyclingAutoreifen werden zu Schuhen verarbeitet. Bei Computern werden kleinere Defekte behoben und voll funktionsfähig am Markt angeboten.

11. Zeigen Sie Vor- und Nachteile der gemischten und getrennten Sammlung auf.

 Gemischte SammlungGetrennte Sammlung
Vorteilegeringe Zahl von Containern und somit niedrige KostenSortieraufwand im Lager entfällt, Einsparung von Prozesskosten durch Vorsortierung
Nachteilezusätzlicher Sortieraufwand im Lager und dadurch zusätzliche KostenMehrere Behälter werden benötigt; hohe Kosten (evtl. auch Leerkosten), hoher Platzbedarf