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- Bildung und Pflege von Netzwerken und Kooperationen

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Bildung und Pflege von Netzwerken und Kooperationen

01. Wie wichtig ist die Bildung und Pflege von Netzwerken und Kooperationen?

„Netzwerke lassen sich verstehen als eine spezifische Kooperation einer Vielzahl von Akteuren, die über einen längeren Zeitraum eine bestimmte Strategie zur Durchsetzung von Zielen verfolgt. Die Zusammenarbeit in einem Netzwerk ist darauf angelegt, einen „Mehrwert“ für die einzelnen Akteure zu erzielen. Das heißt, Netzwerke bündeln Kompetenzen und Ressourcen, um gemeinsame Ziele zu erreichen, die ein Partner alleine nicht erreichen könnte. Die Zusammenarbeiten, die die Akteure in einem Netzwerk eingehen, können auf der Basis einer eher lockeren Struktur, aber auch auf der Basis einer vertraglich verfestigten und institutionalisierten Struktur stattfinden (vgl. Minderop/Solzbacher 2007).

In jedem Fall aber sind Netzwerke nicht durch eine hierarchische Ordnung gekennzeichnet sondern auf Konsensbildung angewiesen. Dabei bringen wachsende Handlungsverflechtungen gleichzeitig steigende Partizipationsansprüche bei der Bewältigung von komplexen Aufgaben und Anforderungen hervor (Dobischat u. a. 2006). Allerdings ist die Netzwerkbildung kein Selbstläufer, d. h. um bei der Problemlösung erfolgreich zu sein, reicht es nicht aus lediglich ein Netzwerk zu gründen. Entscheidend ist die Zusammensetzung nach spezifischen Kompetenzen, die zur Lösung regionaler Probleme benötigt werden. Folgende Fragen müssen in diesem Zusammenhang geklärt werden: Welcher der Akteure ist Experte für welche Problemstellungen? Eine wesentliche Aufgabe von Netzwerken ist es demnach, den Transfer von Kenntnissen und Kompetenzen zu ermöglichen und zu verbessern. Erfahrungen in Netzwerken zeigen, dass gerade der Austausch personengebundenen Wissens vor Ort für das Gelingen von gemeinsamen Aufgaben und Zielen des Netzwerks von Bedeutung ist. Diese Zusammenarbeit verlangt von den Akteuren eines Netzwerks, dass sie sowohl Methoden der Kooperation, Kommunikation und Verhandlung kompetent anwenden können (vgl. Minderop/Solzbacher 2007).

Dennoch ist die Netzwerkbildung nicht immer das non plus ultra.“Vor lauter ‚netzwerken’ komme ich kaum noch zum Arbeiten“,’ solche und ähnliche Aussagen hört man bisweilen von Netzwerkakteuren. Das bedeutet, Netzwerke können zwar bestimmte Potenziale öffnen, bergen aber auch Gefahren. So etwa besteht bspw. die Gefahr einer Überkomplexität, da Netzwerke oft mit Mitgliedern aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern besetzt sind (z. B. Schulen, Universitäten, Kindergärten etc.). Gleichzeitig sind Netzwerke immer prinzipiell offen, d. h. es können Mitglieder abwandern, es können aber auch im Verlauf des Arbeitsprozesses neue Mitglieder hinzukommen. Immer wieder kann dies bedeuten, dass sich die Struktur und ggf. auch die Ziele des Netzwerkes ändern. Zudem führt die Freiwilligkeit der Teilnahme dazu, dass Rechte und Pflichten nur schwer ableitbar sind.“Quelle: Prof. Dr. Dr. h.c. Ekkehard Nuissl von Rein, Netzwerkbildung und Regionalentwicklung