Kursangebot | | Sichern der Qualitätsmanagementziele durch Qualifizierung der Mitarbeiter

Sichern der Qualitätsmanagementziele durch Qualifizierung der Mitarbeiter

01. Worin besteht das Erfordernis, die Mitarbeiter qualitätsseitig zu qualifizieren?

Die ISO 9000:2015 definiert „Qualifikation als nachgewiesene Fähigkeit, Wissen und Fertigkeiten anzuwenden.“

Das gesamtheitliche Anliegen eines Qualitätsmanagementsystems erfordert die Einbeziehung aller Mitarbeiter eines Unternehmens. Die qualitätsbezogene Qualifizierung der Mitarbeiter festigt den Qualitätsgedanken. Jeder Mitarbeiter muss wissen was er tut, warum er es tut und welche Auswirkung sein Tun hat.

02. Welche Formen der Qualifizierungsmaßnahmen gibt es?

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03. Wann ist eine Qualifizierung der Mitarbeiter erforderlich?

Allgemeine interne Qualitätsschulungen sind in regelmäßigen Abständen sinnvoll. In ihnen sollte die jeweilige aktuelle Qualitätslage im Mittelpunkt stehen.

Wird im Rahmen der Qualitätsüberwachung ein konzentrierter Anstieg der Fehlerhäufigkeit erkennbar, kann sich aus der Ursachenermittlung (z. B. nach der 8D-Methode) als Folgemaßnahme eine qualitätsbezogene Mitarbeiterschulung (bereichs- oder teambezogen) ergeben.

FMEA-Schulungen sind für den betreffenden Mitarbeiterkreis nach der Erstqualifizierung dann erforderlich, wenn sich beispielsweise aus Kundenforderungen ergibt, dass die FMEA nach der Systematik des Kunden zu erfolgen hat.

Erfolgt die Anschaffung von Messtechnik, z. B. einer 3D-Messmaschine, ist das für die Bedienung ausgewählte Personal selbstverständlich zu qualifizieren. Meist bieten die Hersteller entsprechende Lehrgänge im Paket mit dem Produkt an.

Werden geeignete Mitarbeiter in einem anderen Arbeitsbereich eingesetzt, ist eine umfassende und gründliche Einarbeitung die Mindestvoraussetzung zur Einhaltung der Qualitätsvorgaben. Learning by doing ist nur eine Methode der Einarbeitung. Häufig ist eine weitere zielgerichtete interne oder externe Qualifizierung erforderlich.

Bei Fertigungssystemen mit großer Variantenvielfalt und schwankenden Los- bzw. Auftragsgrößen kommt der flexiblen Einsetzbarkeit der Mitarbeiter eine besondere Bedeutung zu. Je mehr Mitarbeiter an möglichst vielen unterschiedlichen Arbeitsplätzen eingesetzt werden können, desto flexibler lässt sich die Auftragsplanung mit der Schicht- oder Arbeitsplatzbesetzungsplanung in Einklang bringen. Es erhöht sich dadurch auch der Auslastungsgrad der Fertigungsmittel. Zur Erlangung dieser Mitarbeiterflexibilität ist ebenfalls eine Qualifizierung durch eine gründliche Einarbeitung mit entsprechendem Training erforderlich.

Auch weiterbildende Fachlehrgänge und Seminare dienen letztendlich der Erhöhung der Prozesssicherheit und der Erreichung der Qualitätsziele.

04. Wie lässt sich der Schulungsbedarf ermitteln?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Schulungsbedarf zu ermitteln:

  • Durch Ermittlung des aktuellen Qualifikationsstandes (= Vergleich von Anforderungsprofil und Eignungsprofil)

  • durch Mitarbeiterbefragung

  • durch Vorgesetzteneinschätzung

  • bei steigender Fehlerhäufigkeit

  • bei Investitionen von Fertigungseinrichtungen.

Der Schulungsbedarf bzw. der Qualifikationsstand lässt sich in einer Qualifikationsmatrix darstellen.

Beispiel

Hier klicken zum Ausklappen

Qualifikationsmatrix

 Arbeitsplatz AArbeitsplatz BMaschine 1Maschine 2
Frau CXX X
Herr AXXXX
Herr G  XX

Aus der Matrix wird ersichtlich, welche Mitarbeiter für welche Arbeitsplätze qualifiziert (einsetzbar) sind und welche ggf. noch Qualifikationsdefizite haben.

05. Wie muss die Qualifizierung der Mitarbeiter dokumentiert werden?

Der in der ISO 9000:2015 geforderte Nachweis über die Qualifikation (siehe 9.4.4/01.) ist in entsprechenden Dokumenten darzulegen. Er wird im Rahmen von externen Auditierungen und Kundenaudits abgefragt. Die durch die Qualifizierungsmaßnahmen erbrachten Nachweisdokumente (Teilnahmebescheinigungen, Zeugnisse u. Ä.) liegen normalerweise in der Personalabteilung vor. Interne Qualifikationen sind mindestens in Form einer Teilnehmerliste mit Angabe der Thematik zu dokumentieren. Auch die o. g. Qualifikationsmatrix ist ein entsprechendes Nachweisdokument.