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Teil 1: Fachwirte - Wirtschaftsbezogene Qualifikationen - Auswertung der betriebswirtschaftlichen Zahlen

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Teil 1: Fachwirte - Wirtschaftsbezogene Qualifikationen

Auswertung der betriebswirtschaftlichen Zahlen

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Teil 1: Fachwirte - Wirtschaftsbezogene Qualifikationen


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Aufbereitung und Auswertung der Zahlen

Video: Auswertung der betriebswirtschaftlichen Zahlen

01. Welche Aufgaben erfüllt die Jahresabschlussanalyse?

Die Jahresabschlussanalyse hat folgende Aufgaben (auch: Funktionen):

  • Information über die Entwicklung und Lage des Unternehmens durch eine bedarfsgerechte Aufbereitung des Zahlenmaterials. Die Adressaten sind: Tatsächliche und potenzielle Anteilseigner, Arbeitnehmer und deren Vertreterorganisationen (Gewerkschaften, Betriebsräte), Kunden und Lieferanten, Kreditinstitute, Unternehmensleitung.

  • Die Jahresabschlussanalyse liefert Kennzahlen zur Kontrolle und Steuerung des Unternehmens, z. B. Grad der Zielerreichung bezüglich Erfolg und Liquidität. Hier sind besonders die Unternehmensleitung bzw. der Unternehmensinhaber und das jeweilige Kontrollorgan (z. B. Aufsichtsrat) angesprochen. Analog gilt dies für Wirtschaftsprüfer, Unternehmens- und Steuerberater.

 

02. Welche Arten der Analyse von Jahresabschlüssen lassen sich unterscheiden?

Beispiele (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Die statische Analyse untersucht den Jahresabschluss zu einem bestimmten Zeitli t0.

  • Die dynamische Analyse untersucht den Jahresabschluss im Zeitablauf von t0 bis tn.

  • Die Vergleichsanalyse kann statisch oder dynamisch ausgerichtet sein.

    Beispiel

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    • Zeitvergleich

    • innerbetrieblicher Vergleich

    • zwischenbetrieblicher Vergleich

    • Branchenvergleich

    • Segmentvergleich

    • Soll-Ist-Vergleich.

Die statische Analyse einers Jahresabschlusses hat nur begrenzten Aussagewert. Eine verbesserte Bewertung und Entscheidungsgrundlage gewinnt man, indem Vergleichsanalysen erstellt werden:

Vergleichsanalysen
ZeitvergleichVergleich der Kennzahlen des Unternehmens mit denen der Vorperiode(n)
SegmentvergleichVon Interesse kann auch die Darstellung und Analyse von Segmenten im Zeitablauf sein (z. B. Entwicklung der Sparten 1 bis n im Intervall t0 bis tn)
Branchenvergleich (Benchmarking)Vergleich der Kennzahlen des Unternehmens mit den Durchschnittswerten der Branche bzw. mit dem Zahlengerüst des „Branchenprimus“ (Benchmarking)
Soll-Ist-VergleichVergleich der Ist-Werte mit vorgegebenen Soll-Werten, die z. B. aus der Erfahrung, aus der Zielgröße oder aus alternativen Anlagemöglichkeiten abgeleitet werden.

 

03. Welche Kennzahlen können Gegenstand der Betrachtung sein?

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Rentabilitätsrechnungen

01. Welcher grundsätzliche Unterschied besteht zwischen den Kennzahlen „Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität“?

Prüfungstipp

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Die Darstellung der Unterschiede zwischen diesen Kennzahlen erscheint den Autoren notwendig, weil die Abgrenzung und Anwendung in der Praxis nicht immer „sauber“ ist.

 Kennzahlen
A. Produktivität Mengengröße : Mengengröße
Die Produktivität ist eine Mengenkennziffer . Sie zeigt die mengenmäßige Ergiebigkeit eines Faktoreinsatzes (z. B. Anzahl der Maschinenstunden, Anzahl der Mitarbeiterstunden, Menge des verbrauchten Rohstoffes) zur erzeugten Menge (in Stückzahlen, in Einheiten u. Ä.). Als Einzelwert hat die Produktivität keine Aussagekraft; dies wird erst im Vergleich mit innerbetrieblichen Ergebnissen (z. B. der Vorperiode) oder im zwischenbetrieblichen Vergleich erreicht.
   Wichtige Teilproduktivitäten sind:
A.1 Arbeitsproduktivität = Erzeugte Menge (Stk., E) : Arbeitsstunden
A.2 Materialproduktivität = Erzeugte Menge (Stk., E) : Materialeinsatz (t, kg, u. Ä.)
A.3 Maschinenproduktivität = Erzeugte Menge (Stk., E) : Maschinenstunden
B. Wirtschaftlichkeit = Leistungen : Kosten    oder
 = Ertrag : Aufwand
Die Wirtschaftlichkeit ist eine Wertkennziffer . Sie misst die Einhaltung des ökonomischen Prinzips und ist der Quotient aus Leistungen und Kosten oder Ertrag und Aufwand.
   
C. Rentabilität Periodenerfolg : gewählte Größe X  • 100
Die Rentabilität (auch: Rendite) ist eine Wertkennziffer und misst die Ergiebigkeit des Kapitaleinsatzes (oder des Umsatzes) zum Periodenerfolg. Als Größen für den Periodenerfolg werden verwendet: Gewinn, Return (Gewinn + Fremdkapitalzinsen), Cashflow.
  Es werden vor allem folgende Rentabilitätszahlen betrachtet:
C.1 Eigenkapitalrentabilität = Gewinn : Eigenkapital • 100
Zeigt die Beziehung von Gewinn (= Jahresüberschuss) zu Eigenkapital (= Grundkapital + offene Rücklagen) bzw. arithmetisches Mittel von Anfangskapital und Endkapital
Anfangskapital + Endkapital2
Bei gegebenem Gewinn (210.000 €) und gegebener EKRentabilität (7 %) kann das Eigenkapital berechnet werden, z. B.:
7 % = 210.000 € • 100 : Eigenkapital
→ Eigenkapital = 210.000 € • 100 : 7 = 3.000.000 €
C. 2 Gesamtkapitalrentabilität = (Gewinn + Fremdkapitalzinsen) : Gesamtkapital • 100
Zeigt die Beziehung von Gewinn und Fremdkapitalzinsen zu Gesamtkapital; die Verzinsung des Gesamtkapitals zeigt die Leistungsfähigkeit des Unternehmens (vgl. Leverage-Effekt). Aus dieser Größe lässt sich durch Erweiterung des Quotienten mit dem Faktor Umsatz der Return on Investment (ROI) ableiten:
C. 3 Umsatzrentabilität = Gewinn : Umsatzerlöse • 100
Zeigt die relative Erfolgssituation des Unternehmens: Niedrige Umsatzrenditen bedeuten i. d. R. eine ungünstige wirtschaftliche Entwicklung (siehe: Branchenvergleich und Zeitvergleich über mehrere Jahre).
C. 4 ROI
Return on
Investment
Return • 100Umsatz • UmsatzInvestiertes Kapital
 = Umsatzrendite • Kapitalumschlag
Rein rechnerisch ist der ROI (Return on Investment) bei dieser Definition identisch mit der Gesamtkapitalrentabilität. Die Aufspaltung in zwei Kennzahlen erlaubt eine verbesserte Analyse der Ursachen für Verbesserungen/Verschlechterungen der Gesamtkapitalrendite (vgl. Kennzahlensystem nach Du Pont).

02. Welches Schema hat das Kennzahlensystem nach Du Pont?

Die Gesamtkapitalrentabilität ist definiert als:

Gesamtkapitalrentabilität

$$= (Gewinn + Fremdkapitalzinsen)\; :\; Gesamtkapital * 100$$

= Return

Return (R) = Gewinn + FK-Zinsen
: Gesamtkapital • 100

$$= R\; :\; K * 100$$

Durch die Erweiterung des Quotienten (R · 100 : K) mit der Größe Umsatz (U) entsteht eine differenzierte Berechnungsgröße, die sich aus den Faktoren (Umsatzrendite) und (Kapitalumschlag) zusammensetzt:

$$ROI = \frac{R * 100 * U}{K * U}$$

$$→ ROI = \frac{R * 100}{K} * \frac{U}{K}$$

$$Return\; on\; Investment\; (ROI) = (Return\; :\; Umsatz · 100) * (Umsatz\; :\; Kapitaleinsatz)$$

$$Return\; on\; Investment\; (ROI) = Umsatzrendite * Kapitalumschlag * 100$$

Das Kennzahlensystem ROI ist vom amerikanischen Chemieunternehmen Du Pont entwickelt worden. Es ermöglicht – im Gegensatz zur Kennzahl Gesamtkapitalrentabilität – die Aussage, ob Veränderungen in der Verzinsung des eingesetzten Kapitals auf einer Veränderung der Umsatzrendite oder des Kapitalumschlags beruhen.

Der ROI lässt sich auf folgendes Schema erweitern (Kennzahlensystem nach Du Pont):

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Aus dem Kennzahlensystem von Du Pont lassen sich Maßnahmen zur Verbesserung des ROI ableiten; die nachfolgenden Beispiele gelten unter der Voraussetzung, dass alle anderen Größen jeweils unverändert bleiben.

Merke

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Der ROI steigt, wenn:

  • die Umsatzrendite steigt

  • der Kapitalumschlag steigt

  • der Kapitaleinsatz sich verringert

  • die Forderungsbestände sinken

  • der Gewinn steigt

  • der Aufwand sinkt.