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Sonderformen

01. Welche Sonderformen der Finanzierung gibt es?

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Man bezeichnet diese Sonderformen auch als Kreditsubstitute.

02. Was ist Leasing?

Leasing (engl.: mieten, pachten) ist die Vermietung bzw. Verpachtung von Anlagen oder Gütern durch Hersteller oder Leasinggesellschaften für eine vereinbarte Zeit gegen Entgelt. Der Leasingnehmer wird Besitzer, aber nicht Eigentümer. Hersteller oder Leasinggesellschaft bleiben Eigentümer.

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03. Welche Arten des Leasing unterscheidet man?

Leasingarten
UnterscheidungsmerkmalBezeichnungMerkmale
Wer ist Leasinggeber?Direktes LeasingHersteller ist Leasinggeber
Indirektes LeasingLeasinggesellschaft ist Leasinggeber
Anzahl der Leasingobjekte?Equipment-LeasingLeasing einzelner, beweglicher Wirtschaftsgüter
Plant-LeasingLeasing ortsfester, gesamter Betriebsanlagen
Art der Leasingobjekte?Konsumgüter-LeasingLeasing von Verbrauchsgütern für Haushalte
Investitionsgüter-LeasingLeasing von Anlagegütern für Produktionszwecke
Anzahl der Vorbesitzer?First-Hand-LeasingLeasing neuer Wirtschaftsgüter
Second-Hand-LeasingLeasing gebrauchter Wirtschaftsgüter
Art des Leasingvertrages?Operate LeasingUnechtes Leasing:
Kurzfristige Nutzungsverträge mit Kündigungsfrist; von der Laufzeit unabhängige Leasingrate; hohe Kosten.
Finance LeasingEchtes Leasing:
Längerfristige Nutzungsüberlassung; Leasingrate abhängig von der Anzahlung und der Grundmietzeit; Leasingnehmer trägt die Gefahr des Untergangs des Leasinggegenstandes.

04. Welche steuerlichen Voraussetzungen müssen beim Finance Leasing gegeben sein, damit der Leasingnehmer nicht Eigentümer wird?

Aufgrund mehrerer Erlasse des Bundesfinanzhofes gilt: Ist die Grundmietzeit zwischen 40 und 90 % der betriebsüblichen Nutzungsdauer lt. steuerlicher AfA-Tabelle (z. B. bei Pkw = 5 Jahre, bei EDV-Hardware = 3 Jahre) und wurde der Leasing-Vertrag ohne Kauf- oder Verlängerungsoption geschlossen, so ist der Leasing-Gegenstand dem Leasinggeber zuzurechnen. Für den Leasingnehmer sind die Leasingraten Betriebsausgaben und unterliegen der Umsatzsteuer mit 19 %. Weitere Einzelheiten vgl. den Mobilien-Leasing-Erlass.

05. Welche Vor- und Nachteile bestehen für den Leasingnehmer beim Leasing im Vergleich zum Barkauf mit Eigenkapital bzw. zum Kreditkauf mit Abzahlung während der Laufzeit?

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Beispiel

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Vergleich von Finance Leasing und Kreditkauf

Das Unternehmen will einen Pkw für den Außendienst anschaffen. Leasing: 1,95 % monatlicher Mietzins vom Nettoanschaffungspreis (26.000 €) bei einer Vertragsdauer von fünf Jahren. Bank: Laufzeit fünf Jahre, Zinssatz 8 %, Rückzahlung in fünf gleichen Raten jeweils Ende des Jahres, Zinszahlung jeweils Ende des Jahres, Restwert 6.000 €.

Nettoanschaffungswert:26.000,00 €
Bruttoanschaffungswert:30.940,00 €
Jährliche Tilgung:6.188,00 €
Leasingrate, mtl., netto507,00 €
Leasingrate, p. a., brutto7.239,96 €
JahrBankkreditLeasing
TilgungZinsenAnnuität
16.188,002.475,208.663,207.239,96
26.188,001.980,168.168,167.239,96
36.188,001.485,127.673,127.239,96
46.188,00990,087.178,087.239,96
56.188,00495,046.683,047.239,96
Summe38.365,60 
- Restwert- 6.000,00 
Summe32.365,0036.199,80

Die hier dargestellte Rechnung kann nur Modellcharakter haben. In der Praxis ist eine derartige, statische Betrachtung nicht tauglich. Eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage muss weitere Faktoren einbeziehen, u. a.:

  • Berücksichtigung mehrerer Kreditangebote von unterschiedlichen Banken; je nach Absatzlage und Saison werden z. B. direkte Kreditangebote der Hersteller „subventioniert“.

  • Die Leasingkonditionen können für das gleiche Objekt je nach Leasinggesellschaft stark differieren. Zum Teil geben Hersteller z. B. beim Pkw-Leasing je nach Modell besonders günstige Konditionen, um den Absatz zu fördern.

  • Ein exakter Vergleich (Kredit/Leasing) erfordert die Berücksichtigung steuerlicher Aspekte:

    • AfA und Kreditzinsen im Vergleich zur Leasingrate

    • Vorsteuer pro rata temporis oder en bloc beim Kauf

    • Aktivierung des Objektes im Anlagevermögen und AfA bzw. Leasingrate = Betriebsausgaben

    • Ertragslage aktuell bzw. über die Laufzeit

    • Berücksichtigung des steuerlichen Instruments „Ansparabschreibung“

    • Kauf: außerordentlicher Ertrag oder Verlust bei Veräußerung des Gegenstandes

    • Kauf: Berücksichtigung der Investitionszulage für verarbeitendes Gewerbe.

06. Was ist Factoring?

Neben dem Leasing, bei dem Anlagegegenstände durch Dritte vorfinanziert werden, stellt das Factoring eine weitere Möglichkeit dar, einen Teil des Vermögens (Umlaufvermögen), durch spezielle Gesellschaften finanzieren zu lassen:

Der Factor kauft von einem Unternehmen die Forderungen aus Warenlieferungen und zahlt die Rechnungsbeträge unter Abzug eines bestimmten Betrages sofort aus. Für das Unternehmen bedeutet dies eine zeitlich verzogene Verflüssigung (Vorschuss), der in den Außenständen gebundenen Geldmittel. Beim Factoring findet demnach ein Gläubigerwechsel statt: Für den Kunden, der die Ware erhält, ist nicht mehr der Lieferant, sondern der Factor der Gläubiger.

Merke

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Factoring ist der regresslose Verkauf von Forderungen.

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Das Factoring erfüllt folgende Funktionen (Vorteile):

  1. Dienstleistungsfunktion

    • Fakturierung

    • Debitorenbuchhaltung

    • Mahnwesen

    • Inkasso

  2. Finanzierungsfunktion

  3. Delkrederefunktion:
    Der Factor übernimmt das Risiko des Forderungsausfalls (echtes Factoring).

Der Factor kalkuliert folgende Kosten:

  • Factoring- und Delkrederegebühr

  • Zinskosten

  • Kreditprovision

  • Kosten der Buchhaltung.

Factoring kommt nur für Unternehmen mit Jahresumsätzen ab 2 Mio. € oder mehr infrage. Der Verbesserung der Liquidität und der Sicherheit des Zahlungseingangs steht ein möglicher Imageschaden bei den eigenen Kunden gegenüber.