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Finanzwirtschaftliche Analysen

→ 1.4.3.2, 3.10.2, 5.4.4

Die finanzwirtschaftliche Analyse (auch: Finanzanalyse) untersucht die Passivseite der Bilanz (Mittelherkunft). Sie lässt sich in folgende Teilgebiete gliedern:

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Vgl. dazu>> 1.4.3.2Controllinginstrumente
 >> 3.10.2Unternehmensplanungen entsprechend den Konjunkturzyklen
 >> 5.4.4Integration von Preis- und Konditionenpolitik

01. Welche Rahmenbedingungen werden im Rahmen der Finanzpolitik untersucht?

Bei den Rahmenbedingungen wird die geld- und fiskalpolitische Entwicklung untersucht. Die Fiskalpolitik ist die Finanzpolitik des Staates zur Steuerung der Konjunktur mithilfe von Einnahmen und Ausgaben. Man unterscheidet folgende Formen der Fiskalpolitik:

  • Expansive (nachfragesteigernde) fiskalpolitische Instrumente sind z. B.

    • Senkung der Ertragsteuern und der Verbrauchsteuern

    • Vergabe von öffentlichen Aufträgen

    • Ausbau von Sozialleistungen

    • Förderung von Beschäftigungsprogrammen.

    Expansive Fiskalpolitik kann zu einer Erhöhung des verfügbaren Einkommens bei Verbrauchern und Unternehmen führen. Die erhöhte Nachfrage des Staates kann zu einem Preisanstieg führen. Dies beeinflusst die Investitionsplanung und deren Finanzierung positiv.

  • Restriktive (nachfragesenkende) fiskalpolitische Instrumente sind z. B.

    • Erhöhung von Einkommen- und Verbrauchsteuern

    • Verringerung öffentlicher Aufträge

    • Abbau von Sozialleistungen

    • Abbau von Beschäftigungsprogrammen.

    Restriktive Finanzpolitik beeinflusst die die Investitionsplanung und deren Finanzierung in der Regel negativ.

  • Die Geldpolitik (hoheitlich bei der EZB) beinhaltet alle Maßnahmen zur Regelung der Geldversorgung und des Kreditangebots der Banken, die unter Beachtung der gesamtwirtschaftlichen Ziele ergriffen werden (z. B. Geldmenge, Preisstabilität, Zinsentwicklung).

    Insgesamt ist in den letzten Jahren ein stetiges Geldmengenwachstum im Euroraum festzustellen. Dafür sprechen die niedrige Inflation, das schwache Wachstum und die hohe Verschuldung in Europa (Stand: 2018). Die hohe Geldmenge soll die Wirtschaft ankurbeln: Fallende Renditen für Staatsanleihen haben oft auch fallende Renditen für Unternehmensanleihen zur Folge. Unternehmen können sich so billiger verschulden, um etwa Investitionen zu finanzieren.

02. Welche Auswirkungen haben die Abschreibungssätze auf die Finanzanalyse?

Jeder Investor ist bestrebt, den Aufwand für Investitionskosten möglichst zügig abzuschreiben (Kapitalrückfluss). Dies wird steuerlich geregelt durch die geltende Abschreibungsmethode und die AfA-Tabelle der Finanzbehörden.

  • AfA-Methoden; es gelten derzeit:

    • AfA in gleichen Jahresbeträgen (lineare Abschreibung)

      • Bei geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG), die ab dem 01.01.2018 angeschafft werden, ist eine Sofortabschreibung bis zu einem Betrag von 800 € netto möglich.

      • Unternehmen haben auch die Möglichkeit, einen Sammelposten für geringwertige Wirtschaftsgüter zu bilden, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten (netto) zwischen 250,01 € und 1.000 € liegen. Dieser Sammelposten (Pool) muss im Jahr der Bildung und den darauf folgenden vier Jahren abgeschrieben werden, also mit 20 % pro Jahr.

  • AfA-Sätze
    der Finanzbehörde (z. B. sechs Jahre für Pkw, die betrieblich genutzt werden).

Die Fiskalpolitik versucht also durch eine Veränderung der AfA-Methoden und (gelegentlich) der AfA-Sätze die Investitionstätigkeit der Unternehmen je nach Konjunkturverlauf anzuregen oder zu dämpfen. Dies ist bei der Finanzierung von Investitionsvorhaben zu beachten. Je günstiger die Abschreibungsmethoden und je höher die Abschreibungssätze sind, desto besser ist der Kapitalrückfluss der Investition.