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Bewertung von Risiken

01. Welche Kriterien können zur Bewertung der Risiken eingesetzt werden?

Man verwendet i. d. R. zwei Merkmale, zum Teil mit unterschiedlichen Ausprägungen:

  • Schadensausmaß (= Auswirkung, Schadenshöhe) mit den Ausprägungen z. B.

    unwesentlich – gering – kritisch – katastrophal

    unbedeutend – gering – mittel – schwerwiegend – existenzbedrohend

  • Eintrittswahrscheinlichkeit (= Auftretenswahrscheinlichkeit) mit den Ausprägungen z. B.

    0 - 20 % – 21 - 40 % – 41 - 60 % – 61 - 80 % – 81 - 100 %

    unvorstellbar – unwahrscheinlich – entfernt vorstellbar –gelegentlich – wahrscheinlich – häufig.

02. Wie können Risiken bewertet werden?

  1. Risikomatrix:
    Zur Bewertung des Risikos (eines Unternehmens, einer technischen Anlage oder eines technischen Prozesses) werden die ermittelten Risikofaktoren in eine Matrix (Risikoportfolio) mit den Dimensionen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß eingetragen:

    Beispiel

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    Risikomatrix (allgemein):

    imported
  2. Risikoportfolios:
    Sie zeigen die Risikostruktur bei Geschäftsfeldern/Unternehmensbereichen. Die Einteilung erfolgt i. d. R. wie bei der Risikomatrix (Eintrittswahrscheinlichkeit, Schadensausmaß). In der Analyse werden die Risiken im Portfolio eingetragen. Hierzu trägt man Projekte oder Geschäftsfelder in den aufgespannten Raum ein. Im Rahmen der Handlungsfunktion versucht man Normstrategien abzuleiten (z. B. vermindern, vermeiden, versichern).

    Beispiel

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    Risikoportfolio:

    imported

    Handlungsnormen:

    Risiko 1:Zum Beispiel Markt-Risiko; vermindern durch intensive Investition (neue Techniken) und Kundenorientierung.
    Risiko 2:Zum Beispiel Betrugsrisiko; vermindern durch verschärfte interne Kontrollen, verbesserte Sicherheitsmaßnahmen im IT-Bereich (Internet).
    Risiko 3:Zum Beispiel Risiko der Gebäudezerstörung; wird bei den bestehenden Sicherheitsmaßnahmen als ein geringes Risiko eingestuft, das außerdem versichert ist.
  3. Swot-Analyse:
    Eine geeignete Merhode zur Erfassung und Bewertung von Risiken ist die SWOT-Analyse. Sie basiert auf den englischen Begriffen:

    SStrengths (Stärken)
    WWeakness (Schwächen)
    OOpportunities (Chancen)
    TThreats (Gefahren).

    Beispiel

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    SWOT-Analyse:

    imported

    Welche Einzelheiten je nach Sachverhalt eingetragen werden, richtet sich nach den spezifischen Bedingungen im Unternehmen. Dabei helfen folgende Fragen:

    • Strengths:

      • Was läuft gut?

      • Wo stehen wir im Augenblick?

      • Was macht uns stark?

    • Weakness:

      • Was ist schwierig?

      • Was fehlt uns?

      • Welche Störungen gibt es?

    • Opportunities:

      • Wo sehen wir unsere Zukunftschancen?

      • Was können wir ausbauen?

      • Welche Möglichkeiten der Verbesserung haben wir?

    • Threats:

      • Wo bestehen Gefahren?

      • Welche Probleme kommen auf uns zu?

      • Welche Risiken existieren?

      • Womit müssen wir rechnen?

  4. Risikobewertung in der Versicherungswirtschaft:
    In der Versicherungswirtschaft gehört die Identifizierung, Bewertung und Höhe des Risikos zum Tagesgeschäft (Häufigkeit des Risikos, Schadenhöhe im Risikofall). Zum Beispiel wird dies bei einer Voranfrage zum Versicherungsfall erfasst und danach die Versicherungsprämie kalkuliert.

  5. Weitere Methoden zur Risikoanalyse, z. B.:
    Szenario-Technik, Post-Mortem-Analyse (Analyse nach dem Ende des Ereignisses), Expertenbefragungen, Delphi-Methode, Kreativitätstechniken, Checklisten, Auswertung von Erfahrungen (z. B. industrielle Unfälle, Insolvenzen).