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Motivations- und Kreativitätsförderung

01. Was ist Motivation?

Das Motiv ist der Beweggrund für ein bestimmtes Handeln und Denken. Typisch menschliche Motive sind: Befriedigung existenzieller Bedürfnisse wie Durst, Hunger; Befriedigung sozialer Bedürfnisse wie Kontakt zu anderen, Befriedigung von Machtbedürfnissen.

Mitarbeiter motivieren bedeutet demnach, den Mitarbeitern konkrete Beweggründe für ein bestimmtes Handeln oder Denken geben, ihnen also Handlungsanreize liefern.

Vereinfacht gesagt kann man auch formulieren:

Mitarbeiter motivieren heißt, Mitarbeiter durch Anreize zu veranlassen, das zu tun, was sie tun sollen.

Man unterscheidet zwei Arten der Motivation:

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02. Was ist Kreativität?

Als Kreativität bezeichnet man die Fähigkeit eines Menschen, neue Problemlösungen hervor zu bringen. Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit/Bereitschaft, von alten Denkweisen abzurücken und zwischen bestehenden Erkenntnissen neue Verbindungen herzustellen. Man unterscheidet zwei Arten der Kreativität:

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Beispiel

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  • Assoziative Kreativität:

    Der Mitarbeiter verbessert den Ablauf bei der Motormontage und stützt sich dabei auf seine bisherige Erfahrung und betriebliche Erkenntnisse.

  • Originäre Kreativität:

    Der Mitarbeiter einer Druckerei entwickelt ein völlig neues Verfahren, um bei der Bearbeitung und dem Transport von Papierbögen die elektromagnetische Aufladung des Papiers zu verringern.

 

03. Welche Bedeutung haben Motivation und Kreativität für das Leistungsergebnis des Mitarbeiters?

Die Leistung eines Mitarbeiters, also sein Arbeitsergebnis in mengen- und qualitätsmäßiger Hinsicht, ergibt sich aus dem Zusammenwirken von drei Faktoren:

► der Leistungsbereitschaftdem „Wollen
► der Leistungsfähigkeitdem „Können
► der Leistungsmöglichkeitdem „Erlauben“.
  • Die Leistungsbereitschaft eines Mitarbeiters kann also durch Maßnahmen der Motivation verbessert werden. Der Industriemeister kann durch gezielte Anreizmaßnahmen auf ein erwünschtes Verhalten der Mitarbeiter hinwirken. Dazu einige Beispiele:

    erwünschtes VerhaltenAnreize/Motivation – Beispiel
    • Pünktlichkeit
    • Sorgfalt in der Arbeitsausführung
    • Übernahme neuer Aufgaben
    Anerkennung, Lob, Prämie
    Anerkennung, Lob, Prämie
    Bestätigen, ermuntern, unterstützen
  • Die Leistungsfähigkeit eines Mitarbeiters kann durch kreativitätsfördernde Maßnahmen verbessert werden. Der Industriemeister kann durch gezielte Maßnahmen zur Förderung der Kreativität die Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters erhöhen, indem er Kreativitätstechniken einsetzt, vermittelt und neue Ideen der Mitarbeiter aufgreift und unterstützt.

    Kreativität im Sinne sich mit neuen Ideen engagieren, „was könnte an meinem Arbeitsplatz besser gemacht werden“ ist eine Quelle langfristiger Unternehmenssicherung. Kreative Mitarbeiter zu gewinnen, zu fördern und zu erhalten muss ein Leitgedanke in der Führungsarbeit des Meisters sein.

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04. Welche kreativitätsfördernden Techniken und Maßnahmen kann der Industriemeister zur Verbesserung der Mitarbeiterleistung einsetzen?

  • Beispiele für Maßnahmen zur Förderung der Kreativität:

    • Einführung des betrieblichen Vorschlagswesens (BVW)

    • kreativitätsfördernder Führungsstil: kooperativ, anerkennend, wertschätzend

    • Einrichtung von Qualitätszirkeln

    • Verbesserung der Teamarbeit

    • Einrichtung teilautonomer Gruppen

    • Prozess der kontinuierlichen Verbesserung (KVP).

  • Beispiele für Techniken zur Förderung der Kreativität:

Begriff: Kreative Techniken sind gekennzeichnet durch folgende Eigenschaften:

  • spontane Reaktionen von Kopf und Bauch (Verstand und Gefühl)

  • Betrachtung des Problems aus verschiedenen Blickwinkeln

  • Herstellen von Analogien

  • Assoziieren/Zuordnen.

Aus der Fülle der Kreativitätstechniken werden hier einige Beispiele genannt:

  • Ideenzettel:

    Die Teilnehmer sammeln gezielt Informationen und Erfahrungen zum Thema.

  • Brainstorming/Brainwriting (= „Gedankensturm“):

    Brainstorming bedeutet, einen freien, unzensierten Ideenfluss erzeugen. Dabei werden die Ideen gesammelt, geordnet, bewertet und später in Gruppenarbeit eingehender bearbeitet.

  • Synektik:

    Durch geeignete Fragestellungen werden Analogien gebildet. Durch Verfremdung des Problems will man zu neuen Lösungsansätzen kommen. Beispiel: „Wie würde ich mich als Kolben in einem Dieselmotor fühlen?

  • Bionik:

    Ist die Übertragung von Gesetzen aus der Natur auf Problemlösungen. Beispiel: „Echo-Schall-System der Fledermaus → Entwicklung des Radarsystems“.

  • Morphologischer Kasten:

    Die Hauptfelder eines Problems werden in einer Matrix mit × Spalten und y Zeilen dargestellt. Zum Beispiel erhält man bei einer „4 × 4-Matrix“ 16 grundsätzliche Lösungsfelder.

  • Wertanalyse:

    Die Wertanalyse (WA) basiert auf folgender Grundüberlegung: Ein Produkt erfüllt bestimmte Funktionen und hat damit für den Verbraucher einen bestimmten Wert/Nutzen. Beispiel: Ein Feuerzeug erfüllt u. a. die Funktion Feuer, Wärme oder Licht zu spenden. Jede Funktion eines Produktes verursacht in der Herstellung spezifische Kosten. Die Wertanalyse verfolgt nun das Ziel, den vom Verbraucher erwarteten Wert eines Produkts mit den geringsten Kosten herzustellen. Die Vorgehensweise ist stark normiert und orientiert sich an quantifizierten Zielen (vgl. VDI 2800).

  • Assoziieren:

    Einem Vorgang/einem Begriff werden einzeln oder in Gruppenarbeit weitere Vorgänge/Begriffe zugeordnet; z. B.: „Lampe“: Licht, Schirm, Strom, Birne, Schalter, Fuß, Hitze.