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Bildungscontrolling

01. Was bedeutet Bildungscontrolling?

Die Strategie einer Unternehmung und die daraus resultierenden Anforderungen an die Personalentwicklung, die sich in operationalisierten Zielsetzungen konkretisieren, stellen den Ausgangspunkt jeglicher Maßnahmen des Bildungscontrollings dar (vgl. Thom 1992). Bildungscontrolling muss sich an den übergeordneten Zielen orientieren. Damit soll keinesfalls eine einseitig unternehmungsorientierte Perspektive eingenommen werden. Es kann auch um mitarbeiterorientierte Ziele (z. B. Förderung der Arbeitsmarktfähigkeit) gehen.

02. Was erfassen die zeitpunktbezogenen Instrumente des Bildungscontrolling?

Die zeitpunktbezogenen Instrumente des Bildungscontrolling erfassen die Leistungsbeiträge personalwirtschaftlicher Maßnahmen und machen die eingesetzten Ressourcen transparent. Da sich die Messung der erzielten Wirkungen (Output) als sehr schwierig erweist, dominieren in der betrieblichen Praxis häufig inputorientierte Ansätze.

  • Kostenstrukturanalyse
    Im Sinne des Kostencontrolling geht es hier darum, die Höhe, die Struktur und die Entwicklung der direkten und indirekten Kosten von Bildungsmaßnahmen zu analysieren und zu überwachen. Die hierfür notwendigen Informationen lassen sich aus dem betrieblichen Rechnungswesen und dem Personalinformationssystem gewinnen. Die Kostenanalyse erarbeitet Grundlagen für Make-or-Buy-Entscheidungen oder dient als Basis für die Investitionsplanung.

  • Budgetierung
    In der Budgetierung werden Plangrößen für einzelne Aktivitätsfelder definiert. Diese dienen später in Soll-Ist-Vergleichen zur Identifikation von Abweichungen zwischen tatsächlichen und geplanten Kosten. Obwohl die Probleme eines budgetorientierten Controllings (z. B. Fortschreibung von Budgets) hinlänglich bekannt sind, ist dieses Instrument in der Praxis sehr verbreitet.

  • Kennzahlensysteme
    Die Vielzahl der personalwirtschaftlichen Informationen kann mithilfe von Kennzahlen aufbereitet und strukturiert werden (vgl. Schulte 1989 und 1995). Mit der „Balanced Scorecard“ haben Kaplan/Norton einen Ansatz vorgelegt, der den Aufbau ausgewogener Kennzahlensysteme fördert.

03. Worauf fokussieren die prozessorientierten Instrumente des Bildungscontrolling?

Die prozessorientierten Instrumente fokussieren auf die Art und Weise die personalwirtschaftliche Leistungserstellung. Sie machen Ansatzpunkte für eine kontinuierliche Prozessverbesserung sichtbar.

  • Personalaudit
    Im Zentrum dieses Konzeptes steht die Analyse und Bewertung der Ergebnisse und vor allem der Prozesse des Personalmanagements. Dies kann mithilfe von Checklisten oder im Rahmen einer Beratung durch interne und/oder externe Experten erfolgen. Die Ziele des Audits bestehen darin, Verbesserungspotenziale im Bildungsprozess zu identifizieren.

  • Vorgangsanalyse
    Dieses Instrument zerlegt den Bildungsprozess in Teilschritte, zeigt Verbindungen zwischen diesen Teilschritten auf und ordnet ihnen Zeitbedarf und Kosten zu (vgl. Scholz 1994). Die Vorgangsanalyse erlaubt Aussagen über die Vollständigkeit eines Prozesses, über die logisch-zeitliche Abfolge seiner Einzelaktivitäten und über Abhängigkeiten zwischen Prozessschritten sowie deren grundsätzliche Notwendigkeit. Darüber hinaus lassen sich die Verteilung des Zeitbedarfs und der Kosten detailliert analysieren.

  • Prozessorientiertes Benchmarking
    Auch dieses Verfahren setzt bei den Kernprozessen einer Unternehmung an. Die Grundidee besteht darin, die eigenen Prozesse und Aktivitäten mit denjenigen anderer Unternehmungen zu vergleichen und dadurch Verbesserungspotenziale aufzuspüren. Dieser Vergleich kann auch Unternehmungen aus anderen Branchen umfassen und orientiert sich idealerweise an den besten einer Vergleichsgruppe (Best Practice).