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- Lieferantenkredit, Bestellerkredit, AKA-Finanzierung

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Lieferantenkredit, Bestellerkredit, AKA-Finanzierung

01. Was ist an Lieferantenkrediten problematisch?

Es handelt sich um ganz normale Warenkredite, die dadurch entstehen, dass ein Exporteur Waren auf Ziel verkauft. Damit liegen die Risiken schon offen auf der Hand: Die Forderung aus dem Zielverkauf ist völlig ungesichert und der Exporteur riskiert, dass er nicht nur kein Geld erhält, sondern auch noch die Ware verloren geben muss. Dieses Risiko wird er durch z. B. dokumentäre Zahlungsbedingungen bzw. durch Ausfuhrversicherungen reduzieren bzw. durch Exportfactoring abwälzen wollen.

02. Was ist typisch für Bestellerkredite?

Ähnlich wie beim ungesicherten Liefererkredit muss der Exporteur zunächst einmal seine Lieferung vorfinanzieren. Beim Liefererkredit besteht die Finanzierungsnotwendigkeit darin, dass er das in Forderungen gebundene Kapital finanzieren können muss. Erst wenn der Kunde zahlt, ist das gebundene Kapital wieder freigesetzt und steht in liquider Form zur Verfügung. Benötigt der Exporteur vorher liquide Mittel, muss er das gebundene Kapital auf andere Weise freisetzen (z. B. durch Factoring) oder muss fremdfinanzieren (z. B. durch Kreditaufnahme).

Beim Bestellerkredit streckt der Lieferer seinem Kunden die liquiden Mittel vor. In der Regel wird er seine Bank veranlassen, dem Kunden über dessen Bank einen Kredit in Höhe der Warenrechnung einzuräumen. Damit fließen bei ihm selbst keine liquiden Mittel ab. Allerdings ist dieser Kredit zweckbestimmt: Der Kunde darf ihn nur in Anspruch nehmen, um die Rechnung zu begleichen.

Für den Lieferer haben Bestellerkredite folgende Vorteile:

  • Da der Kunde dank des Kredits die Rechnung sofort bezahlt, fließen dem Lieferer sofort liquide Mittel zu.

  • Er muss bei eigenem Liquiditätsbedarf daher nicht fremdfinanzieren und schont somit seine Kreditlinie.

  • Er weist in seiner Bilanz weniger Forderungen aus (weil der Kunde ja gezahlt hat) und ist für Kreditgeber daher weniger riskant.

03. Wann kommt eine AKA-Finanzierung in Frage?

Bei Exportgeschäften bietet sich eine AKA-Finanzierung an, weil damit Bestellerkredite an Kunden in aller Welt finanziert werden können. Eine Finanzierung über die KfW ermöglicht lediglich Bestellerkredite an Kunden in Entwicklungsländern. Die Laufzeit des Kredits muss mindestens zwölf Monate betragen und ist somit kürzer als bei den KfW-Krediten. Allerdings ist eine AKA-Finanzierung nur ab einer Kreditsumme von 0,5 Mio. € möglich. Der Exporteur muss die AKA-Finanzierung über seine Hausbank beantragen; die Hausbank haftet bis zu 75 % der Kreditsumme gegenüber den AKA-Plafonds. Natürlich wird die Hausbank dieses Haftungsrisiko nicht alleine tragen wollen und schon gar nicht umsonst. Für den Exporteur liegt hierin der Haken: Welches Risiko überwälzt die Hausbank auf ihn? Wie viel verlangt die Hausbank für die Haftung?