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Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen - Informationstechnologie und Wissensmanagement

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Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen

Informationstechnologie und Wissensmanagement

Inhaltsverzeichnis

Wissensmanagement

01. Was ist ein Managementinformationssystem (MIS)?

Die Beschreibung von Managementinformationssystemen (MIS) ist in der Literatur nicht einheitlich. Lediglich über die Aufgaben eines MIS gibt es einen relativen Konsens. Vielfach wird der Terminus MIS als Oberbegriff für Informationssysteme mit ähnlicher Aufgabenstellung gewählt; vgl. zum Beispiel:

  • DSS: Decision Support System

  • MSS: Management Support System

  • FIS: Führungsinformationssystem

  • EIS: Executive Information System.

     

02. Welche Aufgaben hat ein Managementinformationssystem?

Die Aufgabe des Managers ist es, Aktivitäten für seine Berichtseinheit zielgerichtet zu planen, zu organisieren, zu steuern und die Wirksamkeit seiner Handlungen zu kontrollieren. Auf jeder Prozessstufe müssen quantitative und qualitative Daten analysiert und bewertet werden, um die Unsicherheit bei und das Risiko von Entscheidungen zu reduzieren. Je höher die Bedeutung der zu treffenden Entscheidung ist, um so mehr Informationen wird man aus dem Unternehmen und der Umwelt heranziehen, um diese Entscheidung abzusichern.

 

Beispiel

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Ein Unternehmen der Automobilindustrie hat das Ziel, seinen Umsatz zu erweitern und plant als geeignete Maßnahme, ein Zweigwerk in einem osteuropäischen Land zu errichten. Zur Absicherung der Entscheidung benötigt man zum Beispiel Daten über die Kaufkraftentwicklung, den Wettbewerb, die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie über die intern zur Verfügung stehenden Ressourcen (Finanzkraft, Know-how, Technologie usw.). Dazu ist es erforderlich, aus der Fülle der zur Verfügung stehenden Daten diejenigen herauszufiltern, die für das anstehende Problem relevant sind und die dem Manager in strukturierter Form zur Verfügung gestellt werden müssen. Die Daten können dabei aus internen und externen Quellen stammen.

 

Aufgrund dieser Problematik hat ein Managementinformationssystem (MIS) folgende Aufgaben:

  1. Integration der Daten:

    Ein MIS muss interne Daten aus unterschiedlichen Ebenen (strategische Ebene, taktische Ebene, operative Ebene), unterschiedlichen Berichtseinheiten (Beschaffung, Produktion, Absatz), unterschiedlichen Zeiträumen (Vergangenheits-, Gegenwarts-, Prognosedaten) sowie externe Daten (Märkte, Länderdaten) zusammenführen. Die Daten müssen dabei möglichst aktuell , im Echtzeitbetrieb sowie vergleichbar zur Verfügung gestellt werden.

  2. Selektion der Daten:

    Es muss möglich sein, aus der Gesamtheit aller Daten diejenigen Informationen zu filtern, die für eine spezifische Fragestellung von Bedeutung sind, z. B. die Selektion je Unternehmenseinheit (Beschaffungsanalysen, Marketinganalysen usw.).

  3. Verarbeitung und Ausgabe der Daten:

    Ein MIS muss unterschiedliche Outputleistungen erfüllen:

    • Aufbereitung und Vergleich von Ist- und Solldaten (Exception Reports)

    • grafische Aufbereitung von Ergebnissen (Visualisierung)

    • Betrachtung von Simulationen (Hochrechnungen, Worst-Case-/Best-Case-Situationen)

    • Integration in das betriebliche Kommunikationssystem (z. B. Intranet).

       

03. Welche Aufgaben hat das Unternehmen bei der Gestaltung des Wissensmanagements zu bewältigen?

Jedes Unternehmen verfügt über Wissen in Bezug auf Prozesse, Fakten, Märkte, Technologien, Anwendungen usw. Die Erzeugung, Verdichtung, Speicherung, Weitergabe und Nutzung von betrieblichem Wissen ist ein Produktionsfaktor von hohem Wert: Die Nichtinanspruchnahme vorhandenen Wissens ist heute eine Ressourcenverschwendung, die schnell zu Wettbewerbsnachteilen führt.

Es gilt also:

  • Betriebliches Wissen ist explizit vorhanden in Form von Dokumenten, Berichten und Daten/Datenbanken.

  • Implizites Wissen umfasst Erfahrungen und Erkenntnisse, das von Personen mehr oder weniger bewusst bei der Lösung betrieblicher Probleme eingesetzt wird. Es ist nicht dokumentiert und wird nur bedingt artikuliert (Weitergabe an Kollegen).

     

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Merke

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Es kommt also für Unternehmen darauf an, explizites Wissen zu erfassen und systematisch zu dokumentieren. Weiterhin muss es (idealerweise) gelingen, relevantes implizites Wissen zu erkennen und in explizites Wissen zu transformieren.

 

04. Welche Verfahren zum Aufbau eines Wissensmanagementsystems gibt es?

  1. Erfassung, Speicherung, Weitergabe und Nutzung des expliziten Wissens, z. B.:

    • Einrichtung eines zentralen Dokumentenarchivs (Dokumentenrepositorium)

    • Einrichtung eines Informationsdienstes (z. B. Führungskräftebrief, Rubriken in der Firmenzeitschrift, Rundbrief, Zeitschriftenumlauf, Weiterleitung von Informationen per Intranet usw.)

    • Qualifizierung und Information der Mitarbeiter über betriebliche Fakten, Prozesse, Entwicklungen und Regelungen (Lehrgänge, Betriebsversammlung, Meetings)

    • Vernetzung des expliziten Wissens (z. B. Aufbau eines Managementinformationssystems, vgl. oben).

  2. Erkennen, Erfassen, Dokumentieren und Weiterleiten des impliziten Wissens:

    Hier besteht die zentrale Aufgabe darin, das implizit vorhandene Wissen zu lokalisieren, daraus die betrieblich relevanten Informationen zu filtern und in explizit vorhandenes Wissen zu transformieren.

    Einen Ansatz dazu liefert das SECI-Modell der Japaner Nonaka und Takeuchi (1995). Wissen entsteht und kann sich in einem Kreislauf mit folgenden Phasen vermehren:

     

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    Sozialisation:

    Wissen wird in der betrieblichen Zusammenarbeit erworben und ist implizit vorhanden.

    Externalisierung (lat.: Verlagerung nach außen):

    Implizit vorhandenes Wissen wird erfasst, dokumentiert und damit in explizites Wissen transferiert (Berichte, Regeln, Handbücher, Betriebsanweisungen).

    Kombination (engl.: Combination):

    Das durch Externalisierung neu geschaffene, explizite Wissen wird mit vorhandenem, expliziten Wissen kombiniert. Dadurch entsteht eine Vermehrung des Wissens (Gewinnen neuer Erkenntnisse durch Wissenskombination).

    Internalisierung (lat.: Verinnerlichen):

    Neues Wissen wird von Personen verinnerlicht. Es ist als implizites Wissen vorhanden und kann im Wege der Sozialisation an andere weitergegeben werden.

    Das SECI-Modell fand auch Skeptiker. Trotzdem unterstützt es die praktischen Erfahrungen im Umgang mit Wissen und Wissensträgern, z. B.:

    1. Mitarbeiter sollten generell Anreize erhalten, ihr Wissen an andere weiterzugeben.

    2. Es darf keine Monopolisierung von Wissen geben. Die bewusste Zurückhaltung von Wissen ist eine Pflichtverletzung des Arbeitnehmers.

    3. Wissenszuwächse müssen in geeigneter Weise erfasst, dokumentiert und zugänglich gemacht werden (z. B. Ergebnisse von Projekten, Ursachen von Kundenreklamationen). Dies verlangt eine standardisierte Erfassung und Verwaltung des Wissens.

    4. Der informelle Erfahrungsaustausch unter Kollegen hat einen hohen Stellenwert im Unternehmen. Er kann auch durch ein noch so ausgefeiltes Informationssystem nicht ersetzt werden.

       

05. Welche Vorteile hat die Einführung eines Wissensmanagement?

Vorteile eines Wissensmanagement, z. B.:

  • schneller Zugriff auf relevante Daten

  • Transparenz, Einheitlichkeit und Absicherung der Entscheidungsgrundlagen

  • Wissen wird dokumentiert und „geht nicht in Rente“.

  • verbesserte Einarbeitung neuer Mitarbeiter

  • Konserviertes Wissen stellt einen Wettbewerbsvorteil dar.

     

06. Wie lässt sich ein Managementinformationssystem aufbauen?

  1. Die im Unternehmen an unterschiedlichen Stellen und in unterschiedlichen Formaten vorhandenen Informationen werden aus den operativen Datenbanken gefiltert, geordnet, auf ein einheitliches Format gebracht und mit Zusatzinformationen verknüpft (Metadaten, z. B. Zeitpunkt, Quelle, Thema). Man bezeichnet diesen Vorgang als ELT-Prozess (Extraktion, Laden und Transformation der Daten in eine analytische Datenbank).

  2. Analog verfährt man mit externen Daten.

  3. Die so gewonnenen Daten bilden ein Data Warehouse (dt.: Datenlager). Es integriert die gesammelten Datenbestände und ermöglicht andererseits eine Trennung nach speziellen Fragestellungen oder für bestimmte Anwender.

  4. Für bereichsspezifische Anwendungen kann das Data Warehouse zu umfangreich und zu schwerfällig sein. Man kopiert in diesem Fall bestimmte Datenbestände in gesonderte Datenbänke, den Data Marts (dt.: Datenmärkte), aus der Abfragen leichter gewonnen werden können.

     

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Die Realisierung einer Data Warehouse-Architektur nimmt erhebliche Ressourcen in Anspruch. In der Praxis ist ein schrittweiser Aufbau dringend zu empfehlen: Die zu erfassenden Datenbestände werden nach und nach als Module erfasst und verarbeitet. Ebenfalls beschränkt man in der Aufbauphase die Möglichkeiten der Auswertung.

 

07. Welche Anwendungsmöglichkeiten bietet eine Data Warehouse-Architektur?

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig und können folgendermaßen klassifiziert werden:

  1. Abfragen (engl.: query):

    Themen- oder bereichsspezifisch können Abfragen mithilfe einer Abfragesprache (z. B. SQL: S tructured Q uery L anguage) formuliert und über ein Datenbankmanagementsystem (DBMS) verarbeitet werden.

  2. Berichtswesen (reports):

    Periodisch oder aperiodisch können Berichte mit festen oder variablen Vorgaben erzeugt werden.

  3. Data Mining (dt.: Datenschürfung):

    Mithilfe statistischer und anderer mathematischer Verfahren zur Datenmustererkennung werden Zusammenhänge aus großen Datenmengen gewonnen.

  4. OLAP (Online Analytical Processing):

    OLAP-Werkzeuge ermöglichen eine gezielte Datenanalyse, ohne dass die Abfrage in einer bestimmten Programmiersprache formuliert werden muss (vgl. oben: SQL). Beispielsweise kann der Umsatz eines Produkts X zum Zeitpunkt Y in der Region Z ermittelt werden (Mehrdimensionalität von Kennzahlen).

     

08. Was versteht man unter der „Bildung von Netzwerken“ im Rahmen von Lernprozessen?

Der Begriff „Netzwerk“ hat mehrere Dimensionen (vgl. z. B. Soziologie → soziales Netzwerk; Informationstechnologie → Kopplung mehrerer Computer).

Im Zusammenhang mit Lernprozessen findet der Ausdruck „Netzwerk“ vielfältige Verwendung; es gibt also keinen eindeutigen Begriffsinhalt. Unter „Bildung von Netzwerken“ können im Rahmen des Lernens folgende Inhalte zugeordnet werden:

  • Netzwerkbildung im Sinne „ganzheitlichen Lernens“:

    Lernen mit Kopf, Gefühl und Körper; Nutzen beider Gehirnhälften.

  • Netzwerkbildung im Sinne „Lernen mit anderen“:

    Erfahrungen austauschen, Wissensdefizite abbauen, eigenes Lernen durch Lernen mit anderen aktivieren und stimulieren, gegenseitige Hilfe vermeidet Frust beim Lernen usw. In der betrieblichen Praxis hat sich die Einrichtung fach-/abteilungsübergreifender Workshops – Arbeitstagungen – sowie von Mentorensystemen (Ältere + Jüngere; Positionsinhaber + Nachfolger; Fachspezialist + Generalist) bewährt.

  • Netzwerkbildung im Sinne der „Vernetzung von Informationsquellen“:

    Buch + Fachzeitschrift + eigener PC + Intranet + Internet + Foren (z. B. www.fach-wirt/forum.de, www.uni-protokolle.de, www.google.de/wirtschaftsfachwirt) + Lexika (z. B. www.wikipedia.com) + eigene Notizen + eigenes Ordnungssystem usw.

  • Netzwerkbildung als „Angebot des Buchhandels“:

    Mittlerweile gibt es Buchhandlungen und Verlage, die unter der Überschrift „Netzwerk-Lernen“ als Verbundwerbung Lehr- und Lernmittel zu reduzierten Preisen per Download anbieten, vgl. z. B.: www.netzwerk-lernen.de

Informationstechnologie

01. Was versteht man unter Informationen?

Informationen sind Nachrichten, die aus einem Inhalt und einer Darstellung bestehen. Eine Information ist zweckorientiertes Wissen über Personen, Sachen oder Sachverhalte.

02. Welche Bedeutung hat das Informationsmanagement für Unternehmen?

Der Zweck von Informationen besteht i. d. R. darin, Handlungen vorzubereiten, durchzuführen und zu kontrollieren. Informationen reduzieren den Unsicherheitsgrad von Entscheidungssituationen.

03. In welcher Form werden Informationen in Unternehmen verwertet?

Informationen sind sowohl Instrument als auch Gegenstand des Handelns. Informationen als Führungsinstrument besitzen Lenkungscharakter und sind geeignet, Unternehmensprozesse zu steuern.

Informationen als Gegenstand des Handels sind Wirtschaftsgüter, die einen Marktpreis besitzen und einer Kosten-Nutzen-Analyse unterworfen werden. Beispiele für die Zuordnung von Informationen in den Bereich eines Wirtschaftsgutes sind alle Statistiken und Informationsblätter, die der Informationsgewinnung dienen.

04. Welche Anforderungen werden an Informationen und Informationssysteme gestellt?

Beispiele:

  • Vollständigkeit

  • Aktualität

  • Aktivität (Erleichterung des Zugriffs)

  • Eindeutigkeit

  • Benutzerfreundlichkeit.

05. Wie lässt sich der Prozess der Informationsgewinnung, -speicherung und -weiterleitung darstellen?

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06. Was versteht man unter dem Informationsbedarf?

Der Informationsbedarf ist die Menge von Informationen, die von einem oder mehreren Entscheidungsträgern zur Lösung anstehender Probleme benötigt wird.

07. Was sind Informationsquellen?

Informationsquellen sind sämtliche Personen, Gegenstände und Prozesse, die Informationen liefern. Es kommt daher darauf an, dass ein Unternehmen über die richtigen, d. h. für seine Zwecke notwendigen und geeigneten Informationsquellen verfügt und damit alle benötigten Informationen in der richtigen Zeit und Menge beschaffen kann.

Beispiel

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Führungskräfte in der Produktion müssen ihr Wissen über den laufenden Stand der Technik ständig aktualisieren; geeignete Möglichkeiten sind z. B.: Fachzeitschriften, Informationsmaterialien/Messen der Hersteller, Forschungsinstitute, Bibliotheken, Datenbanken, Internet/Intranet, Fachtagungen und Erfahrungsaustausch mit Kollegen.

08. Was ist das Problem der Informationsbeschaffung?

Die Güte einer Entscheidung hängt wesentlich von der Eignung und Qualität der verfügbaren Informationen ab. Der Verarbeiter von Informationen muss daher über genügend Fachwissen und Gespür für die Bewertung seiner Informationen und deren Aussagekraft besitzen, wenn er nicht Gefahr laufen will, seine Entscheidungen auf falschen oder unvollständigen Informationen aufzubauen.

09. Auf welche Weise wird die Informationsbeschaffung vorgenommen?

Zunächst müssen die erforderlichen Informationsquellen (externe, interne) ausgewählt werden und sodann müssen Umfang, Genauigkeit und Häufigkeit der zu beschaffenden Informationen festgelegt werden. Diese orientieren sich am Informationsbedarf.

10. Welche Arten der Informationsbearbeitung werden unterschieden?

Man unterscheidet:

  1. die verwender- und die nichtverwenderorientierte Informationsbeschaffung ,

    wobei die verwenderorientierte Informationsbeschaffung als Informationsnachfrage und die nicht verwenderorientierte Beschaffung als Informationsangebot bezeichnet werden

  2. nach dem Ort der Entstehung zwischen

    • betriebsinterner und

    • betriebsexterner Informationsbeschaffung.

11. Wie lassen sich betriebsinterne Informationen beschaffen und auswerten?

Bei betriebsinternen Informationen werden Daten weiterverwendet, die aus anderen Anlässen anfallen. Beispiele sind die Kosten, die der betrieblichen Kostenrechnung entnommen werden und Personaldaten, die von der Personalabteilung zur Verfügung gestellt werden. Allerdings ist in jedem Fall darauf zu achten, dass die Datengrundlagen übereinstimmen, um nicht methodisch zu falschen Ergebnissen zu gelangen.

Weitere Beispiele:

Managementinformationssystem (MIS), Personalinformationssystem, (PIS), Warenwirtschaftssystem

Vgl. Fragen 19. ff, S. 87 ff.

(WWS), Betriebsdatenerfassung

Vgl. Fragen 19. ff, S. 87 ff.

(BDE) in der Produktion.

12. Was sind externe Quellen der Informationsbeschaffung?

Betriebsexterne Daten lassen sich über selbstständige Institute, statistische Ämter und andere Institutionen (Kammern, Verbände), freie Anbieter oder einfach aus statistischen Quellen beschaffen.

13. Was versteht man unter der Informationsbewertung?

Oftmals können Informationen nur unter erheblichen Kosten beschafft werden. In jedem Fall ist eine Kosten-Nutzen-Analyse anzustellen, um sicherzustellen, dass die Kosten nicht höher sind als der durch die Informationsbeschaffung erreichte Nutzen.

14. Welchen Arbeiten sind im Rahmen der Informationsbe- und -verarbeitung auszuführen?

Die im Wege der Informationsbeschaffung gewonnenen Informationen/Daten liegen i. d. R. nicht in der für den Betrieb erforderlichen Form und Darstellungsart vor. Daher ist eine Be- und Verarbeitung der Informationen notwendig:

  • Aufbereitung der Informationen, z. B.:

    • selektieren

    • ordnen

    • zusammenfassen, verdichten.

  • Speichern der ausgewählten Informationen

  • Pflege und Aktualisierung der Informationen/Datenbestände.

15. Wie werden Informationen weitergeleitet?

Informationen erfordern einen Informationsträger in Form von Nachrichten oder Daten, die ihrerseits durch Datenträger wie Signale oder Schriftstücke dargestellt werden.

16. Welche Informationsträger lassen sich unterscheiden?

Informationen können auf verschiedenen Trägern (auch: Datenträger, Speichermedien) erfasst, bearbeitet, gespeichert und weitergeleitet werden – manuell oder maschinell.

Beispiele für Informationsträger:

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Man kann daher EDV-verwaltete Informationen und nicht-EDV-verwaltete Informationen unterscheiden. Die steigenden Anforderungen an das Informationsmanagement bezüglich Geschwindigkeit, Qualität, Menge, Sektion, Vernetzung und Wirtschaftlichkeit der Datenbearbeitung und -bereitstellung führen zu einer weiteren Zunahme der Dv-gestützten Informationsbe- und -verarbeitung.

17. Wer benötigt Informationen aus dem Unternehmensbereich?

  • die Gesellschafter

  • der Aufsichtsrat

  • der Betriebsrat

  • die Gläubiger (Lieferanten, Kreditgeber, Banken)

  • die Finanzbehörden zur Feststellung der Steuerlast

  • die Öffentlichkeit (Produkte, Beschäftigungslage, Umweltpolitik u. Ä.)

  • die statistischen Ämter

  • die Institute, die sich mit Betriebsvergleichen befassen.

18. Welche Aufgabe und Bedeutung hat das Informationsmanagement aus betrieblicher Sicht?

Informationen sind heute eine wichtige Ressource eines Unternehmens. Die Aufgabe des Informationsmanagements ist die planmäßige Gewinnung, Verarbeitung und Weiterleitung aller relevanten Informationen in dem betreffenden Unternehmen. In größeren Betrieben wird dafür zunehmend eine eigenständige Organisationseinheit gebildet. Die Aufgaben werden überwiegend mithilfe der EDV/IT gelöst.

Als Gründe für die wachsende Bedeutung lassen sich nennen:

  • Verdichtung von Raum und Zeit

  • rasante Zunahme des Wissens

  • zunehmende Globalisierung

  • rasch wachsende Entwicklung der technischen Kommunikationsmittel

  • Notwendigkeit der Informationsselektion.

Das Informationsmanagement muss sich auf alle Planungsebenen beziehen:

  • Strategisches Informationsmanagement:

    Grundsätzliche, langfristige Planungen und Entscheidungen der Informationsbeschaffung, -verarbeitung und -weiterleitung (z. B. grundsätzliche Entscheidungen zur EDV-Technologie und -struktur sowie langfristig orientierte Entscheidungen über Standorte, Produktprogramme u. Ä.).

  • Taktisches Informationsmanagement:

    Mittelfristige Planungen und Entscheidungen, die aus dem strategischen Informationsmanagement abgeleitet werden (z. B. Wahl einer bestimmten Rechnertechnologie und Entscheidungen zur innerbetrieblichen Vernetzung).

  • Operatives Informationsmanagement:

    Kurzfristige Planungsarbeiten und Entscheidungen unter Nutzung der vorliegenden Informationsstrukturen:

    Beispiel

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    KostensenkungsprogrammeAbleitung von Kennzahlen aus der Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung zur Beeinflussung der Kosten; Reports zur Kostenkontrolle
    EntscheidungsvorbereitungDatengewinnung zur Vorbereitung von Entscheidungen über Standorte, Produktions- und Investitionsprogramme
    ProzessoptimierungDeckungsbeitragsrechnung, Auftragszeiten, Durchlaufzeiten, Optimierung von Beschaffungs-, Produktions-, Absatz- und Logistikprozesse
    QualitätsverbesserungSPC (Statistical Process Control), Erfassung von Fehlerarten und Fehlerhäufigkeiten
    ManagementunterstützungAbsatz-, Umsatz-, Ergebnis- und Personalkennzahlen
    Forschung und Entwicklung (F&E)Entwicklungsdauer, Projektverfolgung, Datenbanken (Zeichnungen, Stücklisten)

Generell muss ein Informationsmanagementsystem im Wesentlichen folgende Schwerpunkte in vernetzter Form bearbeiten und betriebsbezogene Lösungen bereitstellen:

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19. Was versteht man unter einem Warenwirtschaftssystem?

Warenwirtschaftssysteme sind Programme der Informationstechnologie, die dazu dienen, den gesamten Warenfluss mengen- und wertmäßig zu erfassen, zu steuern und zu kontrollieren. Kernstück eines jeden Warenwirtschaftssystems ist die möglichst artikelgenaue Erfassung des Warenein- und -ausgangs . Die Verknüpfung von Wareneingangs- und Warenausgangsinformationen ermöglicht eine permanente Lagerbestandsfortschreibung . Verknüpft man zusätzlich die Bestandsfortschreibung mit einer Lagersteuerung, die für die einzelnen Artikel Mindestbestandsmengen vorgibt, können automatisch Bestellungen ausgelöst oder den Disponenten Bestellvorschläge vorgelegt werden.

20. Welche Aufgaben sollen mithilfe eines Warenwirtschaftssystems erfüllt werden?

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21. In welche Teilsysteme lässt sich ein Warenwirtschaftssystem gliedern?

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22. Was versteht man unter Betriebsdatenerfassung (BDE)?

Darunter wird im Allgemeinen das Erfassen betrieblicher Daten, die Datenüberprüfung und die Datenspeicherung verstanden. Teilweise wird der Begriff auch auf die Verarbeitung und Verwendung der Betriebsdaten ausgeweitet. Die Daten können über

  • Barcodekarten, RFID

  • Stempelkarten

  • Sensoren

  • Magnetkarten

  • manuelle Eingaben

erfasst werden.

Die Betriebsdatenerfassung umfasst daher alle Maßnahmen und Methoden, die dazu dienen, das betriebliche Geschehen transparenter zu machen.

23. Welche Datenarten können mittels BDE erfasst werden?

  • Mengen

  • Maße

  • Ausschuss

  • Anwesenheit

  • Zeiten

  • Formen

  • Störungen

  • Prozesskennzahlen.

24. Welche internen und externen Informationsquellen lassen sich im Rahmen der Informationstechnologie nutzen?

Informationsquellen
InterneExterne
Beispiele:
  • Umsatzstatistiken
  • Auftrags-/Bestellstatistiken
  • Kunden-/Außendienstberichte
  • eigene Studien über Länder, Kunden und Märkte
  • Warenwirtschaftssystem
  • Betriebsdatenerfassung
Beispiele:
  • Publikationen von Ministerien, Behörden, nationaler statistischer Ämter, der Bundesbank
  • Archivmaterial/Informationsdienste von nationalen Handelskammern, Wirtschaftsforschungsinstituten
  • Online-Datenbanken
  • Bibliotheken