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Moderation

01. Was versteht man unter „Moderation“?

Moderation kommt aus dem Lateinischen (= moderatio) und bedeutet, das „rechte Maß finden, Harmonie herstellen“. Im betrieblichen Alltag bezeichnet man damit eine Technik, die hilft,

  • Einzelgespräche

  • Besprechungen und

  • Gruppenarbeiten (Lern- und Arbeitsgruppen)

so zu steuern, dass das Ziel erreicht wird.

Vgl. dazu:>> 2.1.4Führungsmethoden und Führungsstile
 >> 7.4.2Verhandlungen durchführen (Einkauf)

02. Welche Aufgaben hat der Moderator?

Das Problem bei der Moderation liegt darin, dass die traditionellen Strukturen der Gruppenführung noch nachhaltig wirksam sind. Die Mitarbeiter sind es gewohnt, Anweisungen zu erhalten; die Vorgesetzten verstehen sich in der Regel als Leiter einer Gruppe mit hierarchischer Kompetenz und Anweisungsbefugnissen.

Bei der Moderation von Gruppengesprächen müssen diese traditionellen Rollen abgelegt werden:

Merke

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Der Vorgesetzte als Moderator einer Besprechung steuert mit Methodenkompetenz den Prozess der Problemlösung in der Gruppe und nicht den Inhalt. Der Moderator ist der erste Diener der Gruppe.

Der Vorgesetzte als Moderator ist kein „Oberlehrer“, der alles besser weiß, sondern er ist primus inter pares (Erster unter Gleichen). Er beherrscht das „Wie“ der Kommunikation und kann Methoden der Problemlösung und der Visualisierung von Gesprächsergebnissen anwenden. In fachlicher Hinsicht muss er nicht alle Details beherrschen, sondern einen Überblick über Gesamtzusammenhänge haben.

Eine der schwierigsten Aufgaben für den Moderator ist die Fähigkeit zu erlangen, seine eigenen Vorstellungen zur Problemlösung denen der Gruppe unterzuordnen, sich selbst zurückzunehmen und ein erforderliches Maß an Neutralität aufzubringen. Dies verlangt ein Umdenken im Rollenverständnis des Vorgesetzten.

Der Moderator hat somit folgende Aufgaben:

  1. Er steuert den Prozess und sorgt für eine Balance zwischen Individuum, Gruppe und Thema!

    Ablauf der Besprechung, Kommunikation innerhalb der Gruppe, roter Faden der Problembearbeitung, Anregungen, Zusammenfassen, kein Abschweifen vom Thema, verschafft allen Gruppenmitgliedern Gehör.

  2. Er bestimmt das Ziel und den Einsatz der Methodik und der Techniken!

    Die Gruppe bestimmt vorrangig die Inhalte und Lösungsansätze.

  3. Er sorgt dafür, dass Spannungen und Konflikte thematisiert werden.

    Sachliche Behandlung.

  4. Er spielt sich nicht (inhaltlich) in den Vordergrund!

    Zuhören, ausreden lassen, kein Besserwisser, Geduld haben.

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03. Wie ist der Ablauf der Moderation (Phasen)?

  1. Begrüßung, Kennenlernen, Anwärmen

  2. Problemorientierung
    Zielorientierte Schlüsselfragen

  3. Problembearbeitung

  4. Ergebnisorientierung

  5. Abschluss, Präsentation

  6. Protokoll
    Dokumentation der Ergebnisse

04. Was ist der Moderationszyklus?

Der Moderationszyklus ist die logische Strukturierung von Moderationssitzungen und Workshops in acht Schritten (nach Seifert, Moderationsexperte):

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05. Welche Rollen von Teammitgliedern machen das Team effektiv?

Anhand von Verhaltensmustern lassen sich in der Teamarbeit unterschiedliche Rollen der Mitglieder wahrnehmen. Dabei unterscheidet man drei hauptsächliche Rollen:

  • Handlungsorientierte Rollen: Macher, Umsetzer, Perfektionist

  • Kommunikationsorientierte Rollen: Koordinator, Teamarbeiter, Wegbereiter

  • Wissensorientierte Rollen: Erfinder, Beobachter Spezialist

Macherist mutig; überwindet Hindernisse
Umsetzersezt Geplantes in die Tat um
Perfektionistvermeidet Fehler, stellt effiziente Ergebnisse her
Koordinatorfördert Entscheidungsprozesse
Teamarbeitervermindert Reibungsverluste; fügt sich ein; verbessert die Kommunikation
Wegbereiterstellt Kontakte her; sieht Lösungsansätze
Erfinderschafft neue Ideen
Beobachterprüft Vorschläge auf ihre Machbarkeit
Spezialisthat Fachwissen und verfügt über detaillierte Informationen

Dabei gilt: Die richtige Kombination von verschiedenen Teamrollen macht Teams effektiv.

06. Wie erfolgt die Nachbereitung der Moderation?

Die Moderation ist persönlich und organisatorisch nachzubereiten:

  • Persönliche Nachbereitung:

    Der Moderator wird über seine Rolle, die eigene Wirkung im Moderationsprozess und das Ergebnis der Gruppensitzung reflektieren (Y Frage 03.):

    • War die Vorbereitung ausreichend?

    • Wie war die Wirkung des Moderators? Sprache, Verhalten, Beherrschen der Techniken

    • Wurde das gesetzte Ziel erreicht?

    Das Ergebnis dieser Analyse wird einzeln oder mit dem Co-Moderator durchgeführt und mündet in Verbesserungsaktionen für die nächste Sitzung.

  • Organisatorische Nachbereitung:

    • Erstellen des Protokolls,

    • Steuern, Überwachen und Unterstützen der Erledigung von Aufgabenpaketen bis zur nächsten Sitzung,

    • Dokumentieren von Merkpunkten für die nächste Sitzung,

    • Rückgabe von Medien und Hilfsmitteln,

    • Sitzungszimmer aufräumen.