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Informationslogistik

→ 6.3.2

01. Welche Aufgabe hat die Informationslogistik im Handel?

Informationslogistik umfasst die Planung und Durchführung der Maßnahmen zur Gestaltung eines reibungslosen Informationsflusses. Dabei lässt sich unterteilen in den warenbezogenen und den sonstigen Informationsfluss.

Schwerpunkte:

  • Kennzeichnung der Ware

  • Vereinheitlichung der Identifikationssysteme

  • Datenerfassung und -pflege (z. B. Artikelstammdaten)

  • Informationsgewinnung über Kundenverhalten

  • Steuerung des Datenflusses.

Der Informationsfluss lässt sich unterteilen in den warenbezogenen und den sonstigen Informationsfluss.

Warenbezogener Informationsfluss

Für ein funktionierendes Warenwirtschaftssystem muss die Ware eindeutig gekennzeichnet werden (Menge, Preis, Haltbarkeitsdatum u. Ä.). Der Handel setzt dabei verschiedene Systeme der Datenerfassung und -übertragung ein (z. B. Barcode, RFID; vgl. Frage 03.). Zur Optimierung der Prozesskette ist es heute in weiten Bereichen gelungen, die Warenkennzeichnung zwischen den einzelnen Distributionsstufen zu vereinheitlichen. Auch setzt der Handel leistungsfähige Systeme der Warenidentifizierung ein (EAN, SSCC usw.). Der Prozess der Informationsweiterleitung muss umkehrbar (retrograd) sein (Reklamationen, Rücksendungen, Gutschriften).

Sonstiger Informationsfluss

Der Handel ist bestrebt, von den vor- und nachgelagerten Teilnehmern des Distributionsprozesses Informationen zu erhalten, die nicht direkt warenbezogen sind. So wird z. B. angestrebt, über Preisausschreiben die persönlichen Daten, Vorlieben und Verkaufsverhalten des Kunden in Erfahrung zu bringen und datenmäßig zu verdichten. Ähnliche Informationen können über Payback-Karten und Kundenkarten gewonnen werden. Im Online-Handel sind diese Ziele bereits vielfach realisiert (vgl. eBay, Amazon). Energisch wendet sich der Verbraucherschutz gegen Selbstzahlerkassen, weil hier eine eindeutige Verknüpfung zwischen dem gekauften Warensortiment und einem identifizierten Kunden hergestellt werden kann.

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Vgl. dazu: >> 6.3.2 Waren-Identifikationssysteme

02. Was versteht man unter „Efficient Consumer Response“ (ECR)?

Efficient Consumer Response (ECR) ist die ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungskette vom Hersteller über den Handel bis hin zum Kunden. Ziel ist dabei, die Wünsche des Kunden in Erfahrung zu bringen und bestmöglich zu befriedigen – unter Beachtung der Kosten. Dabei müssen sowohl die Waren- als auch die Informationsströme zwischen Hersteller, Handel und Kunde untersucht werden.

In der Logistik wird ein ähnlicher Begriff verwendet: Supply Chain Management (SCM; englisch: supply = liefern, versorgen; chain = Kette). Darunter versteht man die Optimierung der gesamten Prozesse der Güter, der Informationen sowie der Geldflüsse entlang der Wertschöpfungskette vom Lieferanten bis zum Kunden.

03. Welche Systeme der Informationstechnologie werden im Handel eingesetzt?

Efficient Replenishment
ist die Übertragung des Just-in-Time-Konzeptes (der Industrie) auf den Handel: Damit soll einerseits die Abverkaufsseite optimiert werden, sodass beispielsweise keine Versorgungslücken im Einzelhandel entstehen (Out-of-Stock-Situationen); zum anderen können dadurch die Warenbestände minimiert werden und Lagerüberhänge gehören der Vergangenheit an. Instrumente, z. B.: EDI = Electronic Data Interchange, Elektronischer Datenaustausch; CD = Cross Docking, Warenvertriebssystem ohne Bestandshaltung im Distributionslager; VMI = Vendor Managed Inventory, Konzept zur Verlagerung der Bestandsführung vom Handel auf den Lieferanten.

EDI
Electronic Data Interchange (Elektronischer Datenaustausch innerhalb eines Unternehmens und/oder zwischen Unternehmen): Ziel ist die Beschleunigung des Datenaustausches, die Fehlerreduzierung und die Kostensenkung. EDI erlaubt eine Senkung der Warenbestände bei gleichzeitiger Verbesserung der Warenverfügbarkeit.

EAN
EAN-Code: Artikelkodierung (Internationale Artikelnummerierung; früher: Europäische Artikelnummerierung; maschineller Strichcode auf der Ware). Die Vergabe der EAN an den Hersteller erfolgt durch die GS1. Die EAN ist Bestandteil des EPC (Electronic Product Code).

EAN-Code auch: Barcode
Verschlüsselte, maschinenlesbare Darstellung der Artikelnummer, die entweder vom Hersteller auf das Verpackungsmaterial oder vom Handel durch Aufkleben von Etiketten aufgebracht wird. Man geht davon aus, dass der Barcode langfristig durch den EPC ersetzt wird.

EAN-128-Code
Internationaler EAN-Standard zur Kodierung logistischer Informationen (Herstellungs- und Verfallsdatum, Gewicht, Größe, Chargennummer usw.), der Anfang der 90er-Jahre entwickelt wurde. Es lassen sich mehr als 70 Datenelemente darstellen. Zentraler Bestandteil ist die Nummer der Versandeinheit (NVE; international auch: SSCC = Serial Shipping Container Code). Dadurch ist eine Warenverfolgung über das Internet möglich (Ermittlung des Sendungsstatus); außerdem kann die Herkunft von Lebensmitteln rückverfolgt werden.

EAN International
Gemeinnützige Organisation in Brüssel zur Weiterentwicklung der Artikelnummerierung. Schloss sich im Januar 2004 mit der amerikanischen Organisation UCC (Uniform Code Council) zur international ausgerichteten Organisation GS1 (Global Standards One) zusammen.

RFID
Radiofrequenz-Identifikation: Die Artikelnummer (EPC) ist auf einem Smart-Chip unter dem Warenetikett angebracht. Der Smart Chip verfügt über eine Miniantenne, sodass die EPC ohne Sichtverbindung von einem Empfangsgerät (Reader) gelesen werden kann. Die Reichweite liegt zwischen einem und zehn Metern.

Die RFID kann auch zur Warensicherung eingesetzt werden: Mithilfe von Sende- und Empfangsantennen wird ein räumlich begrenztes Frequenzfeld erzeugt. Wird eine Ware aus diesem Feld entfernt, ertönt ein Alarmsignal.