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Auswirkungen der Globalisierung

→ 3.1.1.3

01. Welche Entwicklungen werden mit den Begriffen „Internationalisierung“ und „Globalisierung“ umschrieben?

Mit Globalisierung bzw. Internationalisierung bezeichnet man die Zunahme der internationalen Verflechtung der Wirtschaft und das Zusammenwachsen der Märkte über die nationalen Grenzen hinaus. Einerseits versuchen die Unternehmen, ihre internationale Präsenz auf den Absatzmärkten zu festigen durch Gründung von Tochtergesellschaften im Ausland, Firmenzusammenschlüsse und Joint Ventures, andererseits ist man bestrebt, sich neue Einkaufsquellen zu erschließen, um dem wachsenden Kostendruck zu entgehen.

Vgl. dazu:>> 3.1.1.3Ökonomische Trends im Handel

02. Welche Tendenzen lassen sich als Folge der Globalisierung erkennen?

Als Folge der Globalisierung sind folgende Tendenzen zu verzeichnen (die nachfolgende Aufzählung kann nur unvollständig sein):

  • Informationstechnologie, Informationsgewinnung:
    Zunahme der Informationsgeschwindigkeit (Computervernetzung); Verdichtung von Raum und Zeit; damit gewinnt der „Rohstoff Wissen“ als Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung an Bedeutung.

    Wissensintensive Industrien und Dienstleistungen weisen in allen entwickelten Volkswirtschaften die größten Wachstumsraten auf. Die Unternehmen sind gezwungen, sich diesen Veränderungen der Produktionsbedingungen und Märkte flexibel anzupassen. Neue unternehmensorientierte Dienstleistungen, die Weiterentwicklung und breite Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnik, Multimedia sowie bio- und gentechnische Innovationen zeigen beispielhaft, welche Beschäftigungschancen der Strukturwandel bietet.

    Durch die zunehmende Globalisierung der Märkte wird die Zahl der Kunden so hoch, dass sie von einem Unternehmen kaum noch überschaut werden kann. Dies führt zu einer wachsenden Bedeutung international orientierter Marktforschung.

    Speziell im Handel werden neue Angebots- und Vertriebsformen auf elektronischer Basis weiterhin zunehmen (grenzüberschreitende Vernetzung informationstechnischer Systeme; B2B, B2C usw.).

  • Internationale Arbeitsteilung:
    Konkurrenz des Produktionsfaktors Arbeit (z. B. unterschiedliches Lohnniveau deutscher, holländischer und polnischer Bauarbeiter); die Globalisierung der Märkte sowie die Verkürzung der Produktlebenszyklen führen u. a. zu einem ansteigenden Kostendruck und damit zu dem Zwang, den Faktor Arbeit noch wirtschaftlicher einzusetzen. Beispiel: Entwicklung und Konstruktion eines neuen Produkts in Deutschland, Herstellung der Teile in Polen und Tschechien, Montage in Spanien, Vertrieb weltweit.

    Die Globalisierung der Märkte verlangt immer häufiger Fremdsprachenkompetenz der Mitarbeiter.

  • Konkurrenz der Standorte:
    Tendenz zur Verlagerung der Produktionsstandorte in das Ausland mit einhergehenden Chancen und Risiken (Abbau von Arbeitsplätzen am nationalen Standort, Kostenvorteile, ggf. Qualitätsprobleme).

  • Logistik:
    Zunahme des internationalen Verkehrsaufkommens und der Bedeutung der Logistik.

  • Internationale wirtschaftliche Verflechtung:
    Wachsende Abhängigkeit der nationalen Unternehmens- und Wirtschaftsentwicklung vom Weltmarkt (z. B. Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von den Entwicklungen in den USA und in Japan); zunehmende Abhängigkeit der Güter- und Geldmärkte; durch die zunehmende Globalisierung nimmt die Komplexität der Beschaffung immer mehr zu.

    Neben dem politischen Willen, den freien Handel international zu fördern (z. B. erklärtes Ziel der EU), schützt am besten die gegenseitige Abhängigkeit der Volkswirtschaften davor, dass dauerhaft Handelshemmnisse errichtet werden. Keine Volkswirtschaft ist autark. Globalisierung ist somit nicht nur die Folge freien Handels, sondern garantiert ihn zugleich.

  • Wachsende internationale Einflüsse auf nationale Wirtschafts- und Sozialpolitiken:
    Als Folge der Globalisierung hat z. B. die Arbeitsmarktpolitik mit zusätzlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Durch die Globalisierung werden nationalstaatliche Maßnahmen und Sozialsysteme z. T. „ausgehebelt”.

  • Rechtssysteme, Patente/Lizenzen:
    Angesichts der fortschreitenden Globalisierung wird es immer wichtiger, auch für Auslandsinvestitionen einheitliche internationale rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen; die Bedeutung gewerblicher Schutzrechte – weltweit – nimmt zu.

  • Sortimentsgestaltung:
    Der zunehmende Wettbewerbsdruck hat zu einer Sortimentserweiterung geführt. Selbst die Discounter haben Frische-Ware (Obst, Fleisch) seit Langem in ihr Sortiment aufgenommen. Ein vermehrtes Angebot internationaler Lebensmittel, wie türkisches Fladenbrot, Bulgur, Mie-Nudeln, türkischer Honig, Polenta usw. wurden aufgenommen.

    Gleichzeitig versuchte man das Produktangebot an die unterschiedlichen Bedürfnissen in den verschiedenen Ländern auszurichten. Dies führte zu einer Sortimentsvereinheitlichung. Mit Internetzugang lässt sich (globale) Kleidung von fast jedem Ort dieser Welt ordern. Das Sortiment vieler Handelsketten unterscheidet sich von New York über Peking bis Berlin nur minimal.

  • Kooperationen:
    Mit der Öffnung der Grenzen wurde eine verbesserte Kooperation mit Unternehmen aus bisher nicht erreichbaren Regionen möglich.

  • Vertrieb:
    Mit der Globalisierung werden neue Vertriebslinien erschlossen (Multi-Channel).

03. Was ist der Wechselkurs einer Währung?

Der Wechselkurs ist der Preis für 100 Einheiten (bzw. für 1 oder 1.000 Einheiten) ausländischer Währung ausgedrückt in inländischer Währung. Kurz nach Einführung der Euro-Währung betrug z. B. der Kurs des Euro gegenüber dem amerikanischen Dollar (USD) 0,8803 am 17. April 2002. Im Sommer des Jahres 2003 begann der Euro seinen Kursanstieg; so notierte er im Frühjahr 2004 im Durchschnitt mit 1,19 gegenüber dem US-Dollar und erreichte im September 2008 einen bisherigen Höchststand von rd. 1,56.

Derzeit liegt der Kurs gegenüber dem US-Dollar bei 1,1570 (Stand: 10.2018). Mitverursacher sind dabei die Stabilitätsprobleme der Länder Griechenland, Spanien und Italien.

Begriffe im Überblick:

  • Wechselkurs: Preis für 100 Einheiten (bzw. für 1 oder 1.000 Einheiten) ausländischer Währung ausgedrückt in inländischer Währung.

  • Kurs: Preis für ausländische Zahlungsmittel.

  • Der Außenwert einer Währung steigt, wenn ihr Kurs steigt; Beispiel: Der Außenwert des Euro steigt, wenn der Kurs des US-Dollars sinkt (und umgekehrt).

  • Devisen: Ausländische Zahlungsmittel (Fremdwährung)

04. Welche Wechselkurssysteme gibt es?

In einer Marktwirtschaft werden die Wechselkurse in zwei Grundformen festgesetzt:

  • Im System fester Wechselkurse wird entweder eine offizielle Parität oder ein Leitkurs festgelegt, um die der Wechselkurs nur innerhalb einer engen Bandbreite schwanken kann. Ein System fester Wechselkurse wird weiterhin unter dem Gesichtspunkt unterteilt, ob die einmal festgelegte Parität grundsätzlich unveränderlich ist – wie z. B. im Goldstandard vor dem ersten Weltkrieg oder derzeit beim Euro – oder ob er anpassungsfähig ist. Anpassungsfähigkeit bedeutet, dass die einmal festgelegten Wechselkurse unter bestimmten Voraussetzungen – etwa bei einem anderweitig nicht erreichbaren Zahlungsbilanzausgleich – schwanken kann.

  • In einem System flexibler Wechselkurse bildet sich der Wechselkurs durch Angebot und Nachfrage nach Devisen frei am Devisenmarkt. Das Ausmaß von Schwankungen ist im Voraus nicht erkennbar. In der Regel kommt es bei flexiblen Wechselkursen gelegentlich zu staatlichen Interventionen zur Stützung der Landeswährung, um volkswirtschaftlichen Schaden zu vermeiden oder um das Vertrauen kreditgebender Länder nicht zu gefährden; z. B. Wechsel-Kurs „Euro/US-Dollar“, „Euro/jap. Yen“.

    Die Globalisierung hat weltweit zu einer Spekulation mit unterschiedlichen Währungen geführt. Dies hat in einigen Fällen zu einem Vertrauensverlust in die betreffende Währung und damit zu einem Kursverfall dieser Währung geführt (vgl. z. B. Asien , Argentinien). Die Globalisierung hat die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Ländern erhöht und die Risiken für Finanzmärkte verstärkt.

05. Was versteht man unter tarifären Handelshemmnissen?

Als tarifäre Handelshemmnisse gilt alles, was den freien Verkehr von Gütern, Dienstleistungen und Kapital zwischen Volkswirtschaften dadurch beeinträchtigt, dass Importe künstlich verteuert und Exporte künstlich verbilligt werden. Die tarifären Handelshemmnisse lassen sich also in Euro und Cent ausdrücken. Insbesondere zählen Zölle, Verbrauchssteuern und Kontingente zu den Instrumenten, die den internationalen Handel auf tarifäre Weise behindern.

Zölle sind das klassische tarifäre Handelshemmnis. Deshalb setzte sich die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft bei ihrer Gründung 1957 zum Ziel, die Zölle innerhalb der Gemeinschaft allmählich abzubauen. Mit dem im Maastrichter Vertrag vereinbarten Binnenmarkt hat die Europäische Gemeinschaft dieses Ziel inzwischen erreicht: Innerhalb der EG und des EWR gibt es keine Binnenzölle mehr, lediglich gegenüber dem Drittstaatsgebiet wird ein gemeinsamer Außenzoll erhoben, wobei es politisches Ziel bleibt, Zölle generell abzuschaffen.

06. Was sind nicht-tarifäre Handelshemmnisse?

Alle Maßnahmen, die den freien Handel behindern, ohne direkt auf die Preise zu wirken, stellen nicht-tarifäre Handelshemmnisse dar. Hierzu gehören neben den klassischen Fällen eines Import- oder Exportverbots und eines Embargos vor allem Vorschriften, die bei Import bzw. Export eingehalten werden müssen, z. B. Kennzeichnungspflichten und die Vorgabe technischer Normen. Nicht in jedem Fall ist damit allerdings die Absicht verbunden, den freien Handel zu behindern und Importe bzw. Exporte zu erschweren. Was immer auch die Absicht bestimmter Vorschriften sein mag: In der Wirkung sind sie immer handelshemmend.