Kalkulatorische Abschreibungen - Berechnung

Kostenartenrechnung
Systematisierung

Bei den kalkulatorischen Abschreibungen geht man grundsätzlich von den Wiederbeschaffungskosten als Abschreibungsausgangssumme aus.

Hier besteht ein erheblicher Unterschied zwischen dem internen Rechnungswesen (=Kostenrechnung) und dem externen Rechnungswesen (=Jahresabschluss). Im internen Rechnungswesen bildet man die Abschreibungen vom Wiederbeschaffungswert, im externen Rechnungswesen nach HGB schreibt man hingegen höchstens von den Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten ab.

Kalkulatorische Abschreibungen - Formel

Die Formel für die Berechnung kalkulatorischer Abschreibungen lautet:

$$\ AB_t={WBW-RBW_n \over n} $$
Hierbei bezeichnet n die Nutzungsdauer, WBW den Wiederbeschaffungswert, $\ RBW_n $ den Restbuchwert (am Ende der Laufzeit!) und $\ AB_t $ die Abschreibung des Jahres t.

Beispiel 26:
Am 1.1.2006 kauft sich Fritz eine neue Maschine im Werte von 1.000 €. Die Nutzungsdauer beträgt fünf Jahre. Am Ende des Jahres 2006 stellt Fritz fest, dass die Maschine mittlerweile 1.200 € kostet. Wie ist kostenrechnerisch abzuschreiben, wie lauten hingegen die bilanziellen Abschreibungen? Gehe von einer linearen Abschreibung aus.

Bei der kostenrechnerischen Abschreibung geht man von den Wiederbeschaffungskosten, also von 1.200 €, aus. Man schreibt daher $\ {1.200 \over 5} = 240\ € $ jedes Jahr ab.

Aufstellen des Abschreibungsplans

Der Abschreibungsplan lautet:

Zeit Abschreibung Restbuchwert
1 240 960
2 240 720
3 240 480
4 240 240
5 240 0


Tab. 7: Kalkulatorische (= kostenrechnerische) Abschreibung

Bilanzielle Abschreibung

Bei der bilanziellen Abschreibung hingegen darf man wegen des Höchstwertprinzips nicht mehr als die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abschreiben. Dies bedeutet, dass auch bei einem Wertanstieg höchstens nur von den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten ausgegangen werden darf.

Die Abschreibung liegt bei $\ AB_t = {1.000 \over 5} = 200\ € $

Zeit Abschreibung Restbuchwert
1 200 800
2 200 600
3 200 400
4 200 200
5 200 0


Tab. 8: Bilanzielle Abschreibung

Der Sinn, dass man bei der kostenrechnerischen Abschreibung von den Wiederbeschaffungskosten ausgeht, liegt in der Substanzerhaltung. Wenn nämlich die jährlichen Abschreibungen als Aufwendungen in die Verkaufspreise eingerechnet werden und daher durch die Verkaufserlöse um genau den Betrag der Abschreibungen steigen, so sind dem Unternehmen nach fünf Jahren $\ 5 \cdot 240 = 1.200\ € $ zugeflossen. Davon kann man sich die neue Maschine gerade leisten, denn ihr Verkaufspreis war in der Zwischenzeit auf 1.200 € gestiegen. Wenn hingegen nur $\ 5 \cdot 200 = 1.000\ € $ abgeschrieben würden und über die Verkaufserlöse wieder eingenommen werden, so stehen dem Unternehmen lediglich 1.000 € zur Verfügung, was aber nicht reicht, um die Maschine neu zu kaufen, denn diese kostet mittlerweile 1.200 €.
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Der Sinn, dass man bei der kostenrechnerischen Abschreibung von den Wiederbeschaffungskosten ausgeht, liegt in der .
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