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Kursangebot | Steuern und Überwachen betriebswirtschaftlicher Prozesse | Bilanzschema darstellen

Steuern und Überwachen betriebswirtschaftlicher Prozesse

Bilanzschema darstellen

 

01. Welche Kontenrahmen sind für Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens maßgeblich?

Für Krankenhäuser ist er in der Verordnung über die Rechnungs- und Buchführungspflichten von Krankenhäusern (Krankenhaus-Buchführungsverordnung – KHBV), zuletzt geändert am 21.12.2016, in der Anlage 4 beschrieben. Der DATEV-Kontenrahmen SKR 99 beschreibt folgende Kontenklassen:

0: Anlagevermögenskonten
1: Umlaufvermögenskonten
2: Eigenkapitalkonten/Fremdkapitalkonten
3: Fremdkapitalkonten
4: Betriebliche Erträge
5: Andere Erträge
6: Aufwendungen
7: Weitere Aufwendungen
8: Vortrags- und statistische Konten
9: Statistische Konten.

Für Pflegeeinrichtungen ist er in der Verordnung über die Rechnungs- und Buchführungspflichten der Pflegeeinrichtungen (Pflege-Buchführungsverordnung − PBV), zuletzt geändert am 21.12.2016, in der Anlage 4 beschrieben. Der DATEV-Kontenrahmen SKR 45 beschreibt folgende Kontenklassen:

0: Anlagevermögenskonten
1: Umlaufvermögenskonten
2: Eigenkapitalkonten
3: Fremdkapitalkonten
4: Betriebliche Erträge
5: Andere Erträge
6: Aufwendungen
7: Weitere Aufwendungen
8: Weitere Erträge und Aufwendungen, Vortragskonten
9: Statistische Konten.

Zahnärzte, die die doppelte Buchführung durchführen, können den DATEV-Kontenrahmen SKR 80 nutzen, dieser beschreibt folgende Kontenklassen:

0: Anlagekonten
1: Finanz- und Privatkonten
2: Abgrenzungskonten
3: Einkaufs- und Bestandskonten
4: Betriebliche Aufwendungen
7: Bestände
8: Erlöskonten
9: Vortrags- und Abschlusskonten.

Ärzte, die die doppelte Buchführung durchführen, können den DATEV Kontenrahmen SKR 81 nutzen, dieser beschreibt folgende Kontenklassen:

0: Anlagekonten
1: Finanz- und Privatkonten
2: Abgrenzungskonten
3: Einkaufs- und Bestandskonten
4: Betriebliche Aufwendungen
8: Erlöskonten
9: Vortrags- und Abschlusskonten.

Vereine, Stiftungen und gGmbH, die die doppelte Buchführung durchführen, können den DATEV Kontenrahmen SKR 49 nutzen, dieser beschreibt folgende Kontenklassen:

0: Bestandskonten Aktiva
1: Bestandskonten Passiva
2: Erfolgskonten für ideellen Bereich
3: Erfolgskonten für ertragsteuerneutrale Posten
4: Erfolgskonten für Vermögensverwaltung
5: Erfolgskonten für ertragsteuerfreie Zweckbetriebe Sport
6: Erfolgskonten für andere ertragsteuerfreie Zweckbetriebe
7: Erfolgskonten für ertragsteuerpflichtige Geschäftsbetriebe Sport
8: Erfolgskonten für andere ertragsteuerpflichtige Geschäftsbetriebe
9: Statistik- und Vortragskonten.

Vereine, Kindertagesstätten, Freiberufler wie Ärzte usw., die keine doppelte Buchführung durchführen, ermitteln ihren Gewinn nach der Einnahmeüberschussrechnung (EÜR).

 

02. Wie ist der Kontenrahmen nach Pflege-Buchführungsverordnung (PBV) gegliedert?

Der Kontenrahmen entspricht den Gliederungsvorschriften des § 3 Abs. 2 PBV. Der Kontenrahmen nach PBV ist für alle ambulanten und stationären bzw. teilstationären Pflegeeinrichtungen, die einen Versorgungsvertrag haben, maßgeblich.

Kontenrahmen nach PBV
AktivaAnlagevermögenKlasse 0immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen Finanzanlagen
UmlaufvermögenKlasse 1Umlaufvermögen und aktive Rechnungsabgrenzung
PassivaKlasse 2Eigenkapital, Sonderposten und Rückstellungen
Klasse 3Verbindlichkeiten und passive Rechnungsabgrenzung
ErträgeKlasse 4betriebliche Erträge
Klasse 5andere Erträge
AufwendungenKlasse 6betriebliche Aufwendungen
Klasse 7Weitere Aufwendungen
ErgebnisrechnungenKlasse 8Eröffnungs- und Abschlusskonten
Kosten- und LeistungsrechnungKlasse 9Kostenstellen

 

03. Welche Vorteile hat die Anwendung des Kontenrahmens nach PBV?

Der Kontenrahmen nach PBV bietet den Einrichtungen eine einheitliche Grundstruktur für die Gliederung und Bezeichnung der Konten. Damit wird die buchhalterische Erfassung der Geschäftsvorgänge vereinfacht und vereinheitlicht. Zeitvergleiche und Betriebsvergleiche sowie die Prüfung der Kontierung sind leichter möglich.

Der Kontenrahmen ist unterteilt in zehn Kontenklassen (1. Stelle der Nummer), in zehn Kontengruppen (2. Stelle der Nummer) und in zehn Kontenuntergruppen (3./4. Stelle der Nummer). Die Konten (bis zu 12 Stellen) können vom Unternehmen, je nach den betrieblichen Erfordernissen, individuell benannt werden. Der betriebliche Kontenplan muss den Vorgaben der Pflege-Buchführungsverordnung (PBV) entsprechen.

 

04. Was ist ein Kontenplan?

Der Kontenplan wird aus dem Kontenrahmen abgeleitet und ist auf die Belange des betreffenden Unternehmens speziell ausgerichtet: Er enthält die Grundstruktur des Kontenrahmens, führt jedoch nur die Konten, die das betreffende Unternehmen benötigt und spezifiziert die Bezeichnung in der Kontenunterart.

Beispiel

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Innerhalb der Kontenklasse 6 (Betriebliche Aufwendungen), der Kontengruppe 60 (Löhne und Gehälter) und der Kontenart 601 (Löhne und Gehälter Leitung Pflegedienst, PDL) enthält der Kontenplan des Unternehmens die Konten (6010, 6110, 6500).

Analog wird der Betrieb bei der Bildung seiner Bankkonten verfahren: Je nachdem, welche Bankverbindungen existieren, werden in der Kontengruppe 12 Konten angelegt:

1260Sparkasse ...
1261Volksbank ...
1262Deutsche Bank ...

 

05. Wie wird eine Einnahmeüberschussrechnung (EÜR) durchgeführt?

Steuerpflichtige, die keine doppelte Buchführung durchführen müssen, ermitteln ihren Gewinn nach der EÜR gemäß § 4 Abs. 3. EStG.

Das amtliche Formular EÜR 2018 hat u. a. folgende Positionen und Angaben in Euro:

Betriebseinnahmen:

  • Betriebseinnahmen als umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer

  • davon aus Umsätzen, die in § 19 Abs. 3 Nr. 1 und 2 UStG bezeichnet sind

  • umsatzsteuerpflichtige Betriebseinnahmen

  • umsatzsteuerfreie, nicht umsatzsteuerbare Betriebseinnahmen sowie Betriebseinnahmen für die der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer nach §13b UStG schuldet

  • vereinnahmte Umsatzsteuer sowie Umsatzsteuer auf unentgeltliche Wertabgaben

  • vom Finanzamt erstattete und ggf. verrechnete Umsatzsteuer

  • Veräußerung oder Entnahme von Anlagevermögen

  • private Kfz-Nutzung

  • sonstige Sach-, Nutzungs- und Leistungsentnahmen

  • Auflösung von Rücklagen und Ausgleichsposten.

= Summe Betriebseinnahmen.

Betriebsausgaben:

  • Betriebsausgabenpauschale nach § 3 Nr. 26, 26a und/oder 26b EStG § 3 EStG 

  • Waren, Rohstoffe und Hilfsstoffe einschließlich der Nebenkosten

  • bezogene Fremdleistungen

  • Ausgaben für eigenes Personal (z. B. Gehälter, Löhne und Versicherungsbeiträge).

Absetzung für Abnutzung (AfA):

  • AfA auf unbewegliche Wirtschaftsgüter (ohne AfA für das häusliche Arbeitszimmer)

  • AfA auf immaterielle Wirtschaftsgüter (z. B. erworbene Firmen-, Geschäfts- oder Praxiswerte)

  • AfA auf bewegliche Wirtschaftsgüter (z. B. Maschinen, Kfz)

  • Sonderabschreibungen nach § 7g EStG 

  • Herabsetzungsbeträge nach § 7g Abs.2 EStG 

  • Aufwendungen für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) nach § 6 Abs.2 EStG 

  • Auflösung Sammelposten nach § 6 Abs. 2a EStG 

  • Restbuchwert der ausgeschiedenen Anlagegüter.

Raumkosten und sonstige Grundstücksaufwendungen (ohne häusliches Arbeitszimmer):

  • Miete/Pacht für Geschäftsräume und betrieblich genutzte Grundstücke

  • Miete/Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung

  • sonstige Aufwendungen für betrieblich genutzte Grundstücke (ohne Schuldzinsen und AfA).

Sonstige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben:

  • Aufwendung für Telekommunikation (z. B. Telefon, Internet)

  • Fortbildungskosten (ohne Reisekosten)

  • Rechts- und Steuerberatung, Buchführung

  • Miete/Leasing bewegliche Wirtschaftsgüter (ohne Kfz)

  • Beiträge, Abgaben, Gebühren und Versicherungen (ohne Gebäude und Kfz)

  • Werbekosten

  • Schuldzinsen zur Finanzierung von AHK von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens

  • übrige Schuldzinsen

  • gezahlte Vorsteuerbeträge

  • an das Finanzamt gezahlte und ggf. verrechnete Umsatzsteuer

  • Rücklagen, stille Reserven und/oder Ausgleichsposten

  • übrige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben.

Beschränkt abziehbare Betriebsausgaben und Gewerbesteuer, jeweils unterteilt in: nicht abziehbar und abziehbar:

  • Geschenke

  • Bewirtungsaufwendungen

  • Verpflegungsmehraufwendungen

  • Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer (einschl. AfA und Schuldzinsen)

  • sonstige beschränkt abziehbare Betriebsausgaben

  • Gewerbesteuer.

Kraftfahrzeugkosten und andere Fahrkosten:

  • Leasingkosten

  • Steuer, Versicherung, Maut

  • sonstige tatsächliche Fahrtkosten ohne AfA und Zinsen (z. B. Reparaturen, Wartung, Treibstoff)

  • Fahrtkosten für nicht zum Betriebsvermögen gehörende Fahrzeuge

  • Kfz-Kosten zwischen Wohnung und Betriebsstätte; Familienheimfahrten

  • mindestens abziehbare Kfz-Kosten zwischen Wohnung und Betriebsstätte; Familienheimfahrten.

= Summe Betriebsausgaben

Ermittlung des Gewinns:

  • Summe der Betriebseinnahmen

  • abzüglich Summe der Betriebsausgaben

  • zuzüglich

    • Hinzurechnung der Investitionsabzugsbeträge nach § 7g Abs. 2 EStG (Vorjahre)

    • Gewinnzuschlag nach § 6b Abs. 7 und 10 EStG 

  • abzüglich Investitionsabzugsbeträge nach § 7g Abs. 1 EStG 

  • Hinzurechnungen und Abrechnungen bei Wechsel der Gewinnermittlungsart

  • Ergebnisanteile aus Beteiligungen an Personengesellschaften.

= Korrigierter Gewinn/Verlust

  • bereits berücksichtigte Beträge für die das Teileinkünfteverfahren bzw. § 8b KStG gilt

  • steuerpflichtiger Gewinn/Verlust vor Anwendung des § 4 Abs. 4a EStG

  • Hinzurechnungsbetrag nach § 4 Abs. 4a EStG 

= steuerpflichtiger Gewinn/Verlust

Ergänzende Angaben:
Rücklagen, stille Reserven

  • Rücklagen nach § 6c i. V. m. § 6b EStG, R 6.6 EStR § 6c EStG § 6b EStG 

  • Übertrag von stillen Reserven nach § 6c i. V. m. § 6b EStG, R 6.6 EStR § 6c EStG § 6b EStG 

  • Ausgleichsposten nach § 4g EStG 

Zusätzliche Angaben bei Einzelunternehmen:

Entnahmen und Einlagen:

  • Entnahmen einschließlich Sach-, Leistungs- und Nutzungsentnahmen

  • Einlagen einschließlich Sach-, Leistungs- und Nutzungseinlagen.

Das Formular EÜR wird jährlich neu aufgelegt.

 

06. Was ist bei der EÜR zu beachten?

Auch umsatzsteuerliche Kleinunternehmer (Betriebseinnahmen unterhalb von 17.500 € pro Jahr), haben die EÜR elektronisch, auf dem amtlichen Vordruck (ELSTER) zu übermitteln.

Die Besonderheit der EÜR ist, das Zuflussprinzip: dies bedeutet, dass nur die Einnahmen bzw. Ausgaben zu berücksichtigen sind, welche in dem Wirtschaftsjahr eingenommen bzw. ausgezahlt wurden. Bestandsveränderungen bleiben unberücksichtigt. Dadurch erfolgt keine periodengerechte Gewinnermittlung, dies ist der wesentliche Unterschied zum Betriebsvermögensvergleich (Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG und § 5 Abs. 1 EStG ).

Das Ausfüllen der Anlage EÜR ist aufgrund der Belegdokumentation und steuerrechtlichen Inhalte nicht einfach und sehr zeitintensiv. Da die betrieblichen Steuererklärungen seit 2012 nur noch elektronisch eingereicht werden dürfen, ist die Nutzung einer Buchhaltungssoftware angezeigt.

 

07. Was ist eine Bilanz?

Die Bilanz ist die zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammengefasste Gegenüberstellung der Vermögensteile (Aktiva) und der Kapitalien (Passiva) einer Unternehmung. Die linke Seite der Bilanz (Aktiv- oder Vermögensseite) zeigt, aus welchen Teilen sich das Vermögen zusammensetzt. Die rechte Seite (Passiv-, Kapital- oder Schuldenseite) zeigt, aus welchen Quellen die Mittel zur Anschaffung der Vermögenswerte stammen.

Die allgemeine Gliederungsform der Bilanz ist in § 266 HGB verbindlich festgelegt:

 

Merke

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Das Eigenkapital errechnet sich als rechnerische Größe aus Vermögen minus Schulden.

Das Eigenkapital ist eine Schuld des Unternehmens gegenüber dem Eigentümer des Unternehmens.

Merke

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Die Summe der Aktiva ist immer gleich der Summe der Passiva, dies ist die Bilanzsumme.

Die allgemeine Gliederungsform der Bilanz nach Anlage 1 der KHBV ist abweichend:

 

08. Aus welchen Gründen ist eine Krankenhaus-Buchführungsverordnung (KHBV) und Pflege-Buchführungsverordnung (PBV) notwendig?

Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen unterliegen der Pflicht zur kaufmännischen Buchführung. Die Besonderheit der Krankenhaus- und Pflegebuchführung resultiert aus der dualen Finanzierung der Krankenhäuser nach § 4 KHG und der Pflegeeinrichtungen nach den Landespflegegesetzen. Die aktivierten Fördermittel müssen in der Bilanz durch passive Sonderposten neutralisiert werden.

Die Buchung von Sonderposten ist eine Spezialität der KHBV und PBV. Die KHBV (§ 5 Abs. 3 KHBV) und PBV (§ 5 Abs. 2 PBV) schreiben die Buchungen vor. Die KHBV und PBV dienen auch der bundesweiten Vergleichbarkeit der Einrichtung sowie der einheitlichen Datenvorgabe für Kalkulation und Vorbereitung von Pflegesatzverhandlungensowie Beantragung öffentlicher Einzelförderung sowie Fördermittel für die Gesundheitsbetriebe.

siehe auch: H. Christophers, Pflegesatzverhandlungen – die Grundlagen, Hannover 2019.

Die übrige Buchführung entspricht prinzipiell jenen in Industrie- oder Dienstleistungsbetrieben.

 

09. Wie sind die Haftungsverhältnisse in der Bilanz nach Handelsrecht darzustellen?

Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und die Aufstellungsgrundsätze der Bilanz umfassen auch die Rechnungslegung der Haftungsverhältnisse. Nach Handelsrecht sind folgende Haftungsverhältnisse zu vermerken:

Verbindlichkeiten

  • aus der Begebung und Übertragung von Wechseln

  • aus Bürgschaften

  • Wechsel- und Scheckbürgschaften

  • aus Gewährleistungsverträgen sowie Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten.

Der § 251 HGB lässt zur Angabe der Haftungsverhältnisse ein Wahlrecht zu: Danach kann die Angabe in der Bilanz (auf der Passivseite) oder im Anhang erfolgen.

 

10. Welche vier Arten der Bestandsveränderung sind in einer Bilanz möglich?

  • Aktivtausch: Beim Aktivtausch sind nur Aktivkonten beteiligt. Bei einer Barabhebung vom Bankkonto und Einzahlung in die Kasse, nimmt das Bankkonto ab und das Kassenkonto um den entsprechenden Betrag zu.

    Buchungssatz: Kasse (+) an Bank (-)

  • Passivtausch: Ein Passivtausch erfasst nur Schulden. Die Bilanzsumme bleibt unverändert. Bei der Umwandlung von Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen in ein Darlehen nimmt das Konto kurzfristige Verbindlichkeiten ab und das Konto Darlehen um den Betrag zu.

    Buchungssatz: V. a. L. L (-) an Darlehensschulden (+)

  • Bilanzverlängerung oder Aktiv-Passiv-Mehrung: Die Bilanzsumme auf der Aktiv- und auf der Passivseite erhöht sich um den gleichen Betrag. Beim Kauf von Rohstoffen auf Rechnung nimmt das Konto Rohstoffe als Aktivkonto im Soll zu und das Konto Verbindlichkeiten als Passivkonto im Haben zu.

    Buchungssatz: Rohstoffe (+) an V. a. L. L (+)

  • Bilanzverkürzung oder Aktiv-Passiv-Minderung: Die Bilanzsumme vermindert sich auf der Aktiv- und auf der Passivseite um den gleichen Betrag. Bei Bezahlung einer Rechnung per Banküberweisung nimmt das Bankkonto als Aktivkonto ab und das Konto Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf der Passivseite ebenso.

    Buchungssatz: V. a. L. L (-) an Bank (-)

Merke

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plus und minus auf der Aktivseite = Aktivtausch
plus und minus auf der Passivseite = Passivtausch
plus auf der Aktiv- und plus Passivseite = Aktiv-Passivmehrung
minus auf der Aktiv- und minus Passivseite = Aktiv-Passivminderung

Keiner dieser Geschäftsvorfälle ist erfolgswirksam.

Merke

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Links in den Konten werden die Wertzugänge und rechts die Wertabgänge gebucht.

Aktiva mehren sich links. Aktiva mindern sich rechts.
Passiva mindern sich links. Passiva mehren sich rechts.

Jeder Geschäftsvorfall betrifft immer mindestens zwei Konten bzw. Bilanzpositionen, daher auch doppelte Buchführung.

 

11. Welche Konten werden aus der Bilanz abgeleitet?

Die Positionen der Bilanz werden als aktive (links) und passive (rechts) Bestandskonten geführt, diese werden auch Sachkonten genannt. Die Sachkonten werden im sogenannten Hauptbuch, in T-Konten geführt.

Im Hauptbuch werden die anfallenden Geschäftsfälle nach sachlichen Gesichtspunkten gebucht. So erfasst z. B. das Konto „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ alle Ausgangsrechnungen und im Konto „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen“ alle Eingangsrechnungen.

Um die Übersicht zu bewahren, werden für jeden Kunden (auch Schuldner oder Debitoren) und Lieferanten (auch Gläubiger oder Kreditoren) einzelne Unterkonten, sogenannte Personenkonten, angelegt.

Die Personenkonten werden in Nebenbüchern geführt. Dies bedeutet, dass nicht direkt in der Bilanz gebucht wird, sondern dort nur die Summe der Buchungen für Debitoren und Kreditoren als Verbindlichkeiten bzw. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt wird. Die Debitorenbuchhaltung ist für die Forderungen an die Kunden und die Kreditorenbuchhaltung für die Verbindlichkeiten gegenüber den Lieferanten zuständig.

Bei den Sachkonten unterscheidet man folgende T-Konten:

Das Eröffnungsbestandskonto ist aus der Bilanz abgeleitet. Die links auf der Aktivseite der Bilanz befindlichen Bestände werden rechts auf der Habenseite des Eröffnungsbestandskontos eingetragen bzw. gebucht.

SEröffnungsbilanzkontoH
AB PassivkontenAB Aktivkonten
Summe = Summe
SAktivkontoH SPassivkontoH

AB

+ Mehrung

- Minderung

SB

 

- Minderung

SB

AB

+ Mehrung

Summe = Summe Summe = Summe
SSchlussbilanzkontoH
SB AktivkontoSB Passivkonto
Summe = Summe

AB = Anfangsbestand, SB = Schlussbestand

Die Verbindung der Konten findet über den allgemeinen Buchungssatz

SOLL an HABEN

statt. Die Anfangsbestände der Sachkonten werden aus dem Eröffnungsbestandskonto übertragen. Die Schlussbestände werden im Schlussbestandskonto zusammengeführt.

 

12. Mit welchen Konten wird der Erfolg des Unternehmens ermittelt?

Es gibt erfolgswirksame Geschäftsvorfälle, bei denen neben der Umschichtung der Vermögens- und/oder Schuldenstruktur auch eine betragsmäßige Änderung des Eigenkapitals des Unternehmens eintritt.

Ein Aufwand vermindert das Eigenkapital und muss daher im Soll gebucht werden.

Beispiel

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  • Lohnzahlung:

    Löhne und Gehälter anBank 
  • Kauf von Büromaterial auf Rechnung:

    Aufwand Büromaterial anVerbindlichkeiten a.L.L. 
  • Zinszahlung:

    Zinsaufwand anBank 

Ein Ertrag vermehrt das Eigenkapital und muss daher im Haben gebucht werden.

Beispiel

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  • Verkauf von Waren, bar:

    Kasse anErträge aus Warenverkauf 
  • Lieferung auf Rechnung:

    Forderungen a.L.L. anErträge a.L.L. 
  • Zinsertrag:

    Bank anZinsertrag 

Erfolgskonten sind als Unterkonten des Eigenkapitalkontos angelegt.

Aufwandskonten werden wie Aktivkonten behandelt. Ertragskonten werden wie Passivkonten behandelt.

Bei den Erfolgskonten unterscheidet man folgende T-Konten:

Erfolgskonten haben keinen Anfangsbestand, weil sie nur für einen Zeitraum bebucht werden. Zum Ende der Periode werden die Erfolgskonten über das GUV-Konto im Eigenkapital abgeschlossen.

SAufwandskontoH SErtragskontoH

Kein AB!

+ Mehrung

- Minderung

SB

 

- Minderung

SB

Kein AB!

+ Mehrung

Summe = Summe Summe = Summe

AB = Anfangsbestand, SB = Schlussbestand

Die Schlussbestände der jeweiligen Aufwands- und Ertragskonten werden in das GuV-Konto übertragen.

Buchungssatz für den Schlussbestand Aufwandskonto:

GuV anAufwandskonto 

Buchungssatz für den Schlussbestand Ertragskonto:

Ertragskonto anGuV 
SGuV-KontoH

SB Aufwandskonten

Gewinn

(= Aufwand < Ertrag)

SB Ertragskonten

Verlust

(= Aufwand > Ertrag)

Summe = Summe

Der Gewinn oder Verlust aus dem GuV Konto wird in das Eigenkapital übertragen.

Buchungssatz für Gewinn:

GuV anEigenkapital 

Buchungssatz für Verlust:

Eigenkapital anGuV 
SEigenkapitalkontoH

SB

Verlust

AB

Gewinn

Summe = Summe

Die Verbindung der Konten findet immer über den Buchungssatz SOLL an HABEN statt.

 

13. Wie werden Geschäftsvorfälle dokumentiert?

Im Hauptbuch werden die Geschäftsvorfälle nach sachlichen Gesichtspunkten in die T-Konten gebucht. Als Vorbereitung dieser Buchung dient der Beleg. Der Beleg dokumentiert den Geschäftsvorfall. Ein Geschäftsvorfall ist jede Veränderung von Vermögens- oder Schuldbeständen im Unternehmen.

Zur Buchung der Geschäftsvorfälle im Hauptbuch werden die Belege vorkontiert und das Ergebnis im Grundbuch (oder Tagebuch oder Journal) nach den GoB fixiert.

Das Grundbuch hat folgenden Aufbau: Der Buchungssatz nennt die Konten, auf denen zu buchen ist. Erst das Konto, auf dem im Soll gebucht wird, danach das Konto, auf dem im Haben gebucht wird. Die Konten werden mit dem Wort „an“ verknüpft. Der Wert der Soll-Buchung ist gleich dem Wert der Haben-Buchung.

Beispiel

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Kauf von Vorräten auf Rechnung, Beleg ist die Eingangsrechnung des Lieferanten.

Grundbuch (Tagebuch, Journal)

DatumBelegnummerBuchungssatz KontoSoll in € (Lastschrift)Haben in € (Gutschrift)
09.04.2019ER 901Vorräte1.000 
  an V. a. L. L 1.000

Wird ein Geschäftsvorfall nur auf zwei Konten gebucht, ist das ein einfacher Buchungssatz. Wird durch einen Geschäftsvorfall auf mehr als zwei Konten gebucht, so spricht man von einem zusammengesetzten Buchungssatz. Entweder wird das SOLL oder das HABEN gesplittet, daher auch Splitbuchung.

Beispiel

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Kauf eines Kfz zum Preise von 47.000 €. Die Bezahlung erfolgt per Scheck über 40.000 € der Rest durch Barzahlung 7.000 €, Beleg ist die Eingangsrechnung des Autohauses mit Quittung über Barzahlung.

Grundbuch (Tagebuch, Journal)

DatumBelegnummerBuchungssatz KontoSoll in € (Lastschrift)Haben in € (Gutschrift)
09.04.2019ER 902Kfz/Fuhrpark47.000 
  an Bank 40.000
  an Kasse 7.000

Hier liegt ein Habensplitting vor. Wie zu erkennen ist, sind die Buchungen im Soll und im Haben in allen Fällen ausgeglichen.

Es wird ohne USt.-Ausweisung (Brutto) gebucht, da Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen im Allgemeinen nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind.

 

14. Welche Kontenarten gibt es?

  • Bestandskonten, die langfristig geführt werden und in der Bilanz die Vermögen und Schulden in Aktivkonten und Passivkonten gegenüberstellen. Beispiele: Bank, Fuhrpark, Kasse, Grundstücke, Eigenkapital, Verbindlichkeiten.

  • Erfolgskonten, die unterjährig geführt werden und in der Gewinn- und Verlustrechnung die Aufwendungen und Erträge in Aufwands- und Ertragskonten gegenüberstellen. Beispiele: Mietaufwand, Personalaufwand, Energiekosten, Erträge aus Dienstleistungen.

 

15. Wie gelangt man von der Eröffnungsbilanz zur Schlussbilanz?

Zu Beginn des Jahres werden aus der Eröffnungsbilanz alle Aktiv- und Passivkonten eröffnet. Für jede Bilanzposition gibt es ein oder mehrere Konten. Die Geschäftsvorfälle des laufenden Geschäftsjahres verändern die Bestände sowohl dieser Konten als auch die der entsprechenden Aufwands- und Ertragskonten. Am Ende eines jeden Monats bzw. am Jahresende werden alle Aufwands- und Ertragskonten über das Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen, dieses über das Eigenkapitalkonto und alle Aktiv- und Passivkonten über die Schlussbilanz.

Das Eröffnungsbilanzkonto ergibt sich also aus der Bilanz zum 31.12. des Vorjahres.

Schema für den Kreislauf der Buchführung:

    1. Schritt: Durchführung einer Inventur

    2. Schritt: Erstellung des Inventars

    3. Schritt: Erstellung der Bilanz

    4. Schritt: Umwandlung der Bilanz in ein Eröffnungsbilanzkonto

    5. Schritt: Auflösung des Eröffnungsbilanzkontos in Konten im Hauptbuch; jede Position erhält ein Konto:

      SEröffnungsbilanzkontoH
      AB PassivkontenAB Aktivkonten
      Summe = Summe

      Bei den Aktivkonten (= linke Seite der Bilanz) steht der Anfangsbestand im Soll,
      + Zunahmen im Soll
      - Abnahmen im Haben.

      Bei den Passivkonten (rechte Seite der Bilanz) steht der Anfangsbestand im Haben,
      - Abgänge im Soll
      + Zugänge im Haben.

      SAktivkontoH SPassivkontoH

      AB

      + Mehrung

      - Minderung

      SB

       

      - Minderung

      SB

      AB

      + Mehrung

      Summe = Summe Summe = Summe
    6. Schritt: Buchen der Geschäftsfälle (hier ohne USt).

      Beispiel

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      Finanzbuchhaltung eines Sanitätshauses:

      1. Kauf von Rollstühlen/Waren in bar: 5.000 €

      2. Kunde bezahlt eine offene Rechnung in bar: 20.000 €

      3. Bezahlung einer offenen Eingangsrechnung per Überweisung: 4.000 €

      Die o. g. Geschäftsvorfälle werden wie folgt im Grundbuch (Tagebuch, Journal) dokumentiert:

      DatumBelegnummerBuchungssatz KontoSoll in € (Lastschrift)Haben in € (Gutschrift)
      09.04.2019101Waren5.000 
        an Kasse 5.000
      09.04.2019102Kasse20.000 
        an Forderungen 20.000
      09.04.2019103Verbindlichkeiten4.000 
        an Bank 4.000

      Nach der Inventur und der Erstellung des Inventars wurde folgende Bilanz erstellt:

      Die Bilanz wird am 01.01.2019 in ein Eröffnungsbestandskonto umgewandelt, dies wird im Hauptbuch geführt und dient zur Buchung der Anfangsbestände auf die Bestandskonten:

      SEröffnungsbestandskontoH
      Eigenkapital62.000Grundstücke und Gebäude318.000
      Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten580.000Einrichtung und Ausstattung131.000
      Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung75.000Fahrzeuge134.000
      Sonstige Verbindlichkeiten55.000Waren95.000
        Forderungen aus Lieferung und Leistung68.000
        Kasse7.000
        Bank19.000
       772.000 772.000

      Die Konten werden immer durch SOLL an HABEN verbunden. Die auf der Sollseite des EBK stehenden Anfangsbestände der Passivkonten werden also auf die Habenseite des jeweiligen Passivkontos als Anfangsbestand gebucht. Für die Aktivkonten gilt die Habenbestände des EBK in das SOLL der Aktivkonten als Anfangsbestand. Die Buchungssätze für die Eröffnung der Konten lauten:

      EBK anPassivkonten 
      Aktivkonten anEBK 

      Bestandskontenkreis

      SAktivkonto
      Grundstücke und Gebäude
      H SPassivkonto
      Eigenkapital
      H
      AB318.000     AB62.000
      SAktivkonto
      Einrichtung und Ausstattung
      H SPassivkonto
      Verbindl. gegenü. Kreditinstitut
      H
      AB131.000     AB580.000
      SAktivkonto
      Fahrzeuge
      H SPassivkonto
      Verbindlichkeiten aus L. und L.
      H
      AB134.000     AB75.000
      SAktivkonto
      Waren
      H SPassivkonto
      Sonstige Verbindlichkeiten
      H
      AB95.000     AB55.000
      SAktivkonto
      Forderungen aus L. und L.
      H
      AB68.000 
      SAktivkonto
      Kasse
      H
      AB7.000 
      SAktivkonto
      Bank
      H
      AB19.000 
      Überträgt man die o. g. Geschäftsvorfälle auf die entsprechenden Konten, so ergibt sich folgendes Bild (es werden nur die Konten dargestellt, auf denen sich Veränderungen ergeben haben):
      SAktivkonto
      Waren
      H SPassivkonto
      Verbindlichkeiten aus L. und L.
      H
      AB95.000   103/4.000 AB75.000
      101/5.000       
      SAktivkonto
      Forderungen aus L. und L.
      H
      AB68.000102/20.000
      SAktivkonto
      Kasse
      H
      AB7.000 101/5.000
      102/20.000  
      SAktivkonto
      Bank
      H
      AB19.000 103/4.000

      6. Schritt: Abschluss der Konten (dargestellt am Beispiel des Kontos Kasse):

      6.1

      Addition der wertmäßig größeren Seite (hier Soll: 27.000):

      SAktivkonto
      Kasse
      H
      AB7.000 101/5.000
      102/20.000  
       27.000  
      6.2

      Übertragung der Summe (= 27.000) auf die wertmäßig kleinere Seite:

      SAktivkonto
      Kasse
      H
      AB7.000 101/5.000
      102/20.000  
       27.000 27.000
      6.3

      Ermittlung des Saldos auf der wertmäßig schwächeren Seite; der Saldo ist gleich der Schlussbestand (SB) und wird in das Schlussbestandskonto gebucht:

      SAktivkonto
      Kasse
      H
      AB7.000 101/5.000
      102/20.000 SB 22.000
       27.000 27.000

      Als Formel wird:

      $$AB\;(7.000) +\; Mehrung \;(20.000) -\; Minderung\;(5.000) = SB\;(22.000)$$

      gerechnet.

      Der Schlussbestand der Aktivkonten steht im HABEN und wird im Schlussbestandskonto im SOLL gebucht:

      SBK anAktivkonten 

      Der Schlussbestand der Passivkonten steht im SOLL und wird im Schlussbestandskonto im HABEN gebucht:

      Passivkonten anSBK 

      Merke

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      Das Konto Bank ist ein Wechselkonto als Aktivkonto steht der Schlussbestand im Allgemeinen im Soll. Wird das Konto jedoch z. B. durch einen Dispositionskredit überzogen steht der Schlussbestand nun im Haben. Das Konto Bank ist dann passiv.

    7. Schritt: Durchführen einer Inventur, Erfassung der Saldenbestätigungen der Kunden und Lieferanten.

    8. Schritt: Differenzen aus körperlichen Bestandsaufnahme und Buchbestand buchen (Abschreibungen/Zuschreibungen auf die jeweiligen Bestände).

    9. Schritt: Erstellung des Schlussbestandskontos
      Nach Abschluss aller Konten wird das Schlussbestandskonto erstellt, indem die Schlussbestände der Sollkonten auf der Aktivseite und die Schlussbestände der Passivkonten auf der Habenseite übertragen werden.

    10. Schritt: Erstellung der Schlussbilanz
      Nach Abschluss aller Konten wird die Schlussbilanz erstellt, indem die Schlussbestände der Sollseite des Schlussbestandskontos auf der Aktivseite und die Schlussbestände der Habenseite des Schlussbestandskontos auf die Passivseite der Bilanz nach dem Bilanzschema zusammengefasst übertragen werden.

Generell gibt es nur eine Bilanz zum Stichtag, diese wird aus den Schlussbeständen des Vorjahres gebildet und beinhaltet somit die Anfangsbestände der neuen Rechnungsperiode. Die Finanzbuchhaltung beginnt mit dem Eröffnungsbestandskonto und endet mit der Erstellung des Schlussbestandskonto.

Das folgende Schaubild stellt den Kreislauf der Buchhaltung dar:

Inventur zum 31.12.2018
wird zum
Inventar zum 31.12.2018
ergibt die
Schlussbilanz zum 31.12.2018
ist gleich der
Eröffnungsbilanz zum 01.01.2019
AktivaBilanz 31.12.18Passiva
AnlagevermögenEigenkapital
UmlaufvermögenFremdkapital
Bilanzsumme = Bilanzsumme

Hauptbuch zum 01.01.2019

SollEröffnungs-bestandskonto (EBK)Haben
AB EigenkapitalAB Anlagevermögen
AB FremdkapitalAB Umlaufvermögen
Bilanzsumme = Bilanzsumme

Bestandskonten

SAktivkonto
Anlagevermögen
H SPassivkonto
Eigenkapital
H

AB

Mehrung

Minderung

SB

 

Minderung

SB

AB

Gewinn (GuV)

Summe = Summe Summe = Summe
SAktivkonto
Umlaufvermögen
H SPassivkonto
Fremdkapital
H

AB

Mehrung

Minderung

SB

 

Minderung

SB

AB

Mehrung

Summe = Summe Summe = Summe

Schlussbestände der Bestandskonten in das

SSchlussbilanzkonto (SBK)H

SB Anlagevermörgen

SB Umlaufvermögen

SB Eigenkapital

SB Fremdkapital

Bilanzsumme = Bilanzsumme

 

Inventur zum 31.12.2019
wird zum
Inventar zum 31.12.2019
ergibt die
Schlussbilanz zum 31.12.2019
die ist gleich der
Eröffnungsbilanz zum 01.01.2020

 

AktivaBilanz 31.12.19Passiva
AnlagevermögenEigenkapital
UmlaufvermögenFremdkapital
Bilanzsumme = Bilanzsumme

AB = Anfangsbestand, SB = Schlussbestand

 

16. Was ist ein Privatkonto?

Das Privatkonto ist ein Unterkonto des Kontos Eigenkapital.

Hier werden bei Einzelunternehmern und Personengesellschaften die Privateinlagen und Privatentnahmen des Unternehmers gebucht. Es wird am Jahresende direkt über das Bestandskonto Eigenkapital im Hauptbuch abgeschlossen.

Das Privatkonto dient der Abgrenzung von betrieblich veranlassten Geschäftsvorfällen und privaten Entnahmen, da diese nicht erfolgswirksam werden dürfen; dies ist insbesondere bei der Ermittlung der Steuern wichtig.

Folgende Geschäftsvorfälle sind privater Natur:

  • Privateinlagen: dies sind Geldmittel oder z. B. überlassene Vermögensgegenstände

  • Privatentnahmen: dies sind Entnahmen von Barmitteln oder Sachgegenständen (z. B. Nutzung des Firmen-Pkw, Privatgespräche über das Firmentelefon).

 

17. Wie wird auf dem Konto Privat gebucht?

Das Konto Privat hat keinen Anfangsbestand, da es über das Konto Eigenkapital abgeschlossen wird. Privatentnahmen werden im Soll gebucht, da sich dadurch die Ansprüche des Unternehmers dem Unternehmen gegenüber mindern, Privateinlagen werden im Haben gebucht.

Hinweis

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Privatentnahmen von Waren sind wie ein Warenverkauf zu behandeln, d. h. sie unterliegen ggf. der Umsatzsteuerpflicht. Die Habenbuchung wäre auf dem Konto Umsatzerlöse möglich, besser ist jedoch eine Habenbuchung auf dem Konto Eigenverbrauch.

 

SKonto PrivatH

Privatentnahmen

EK-Mehrung

Privateinlagen

 

Bilanzsumme = Bilanzsumme

Der Einzelunternehmer entnimmt vom Warenlager Elastikbinden im Wert von 20 € netto zzgl. 19 % USt für den Eigenbedarf.

Buchungssatz:

Privatkonto23,80 €anErlöse aus Privatentnahmen20,00 €
  anUmsatzsteuer3,80 €

 

18. Wie muss der Gewinn des Unternehmens bei Privatentnahme und -einlagen korrigiert werden?

Die korrigierte Erfolgsermittlung erfolgt so, dass privat veranlasste Vorgänge das Ergebnis der Unternehmung nicht beeinflussen, dafür muss bei der Gewinn- bzw. Verlustermittlung wie folgt gerechnet werden:

 Eigenkapital am Ende des Geschäftsjahres
-Eigenkapital am Ende des Vorjahres
-Privateinlagen
+Privatentnahmen
=korrigierter Jahreserfolg

Der Gewinn ist beim Privatkonto also der Unterschied zwischen dem Eigenkapital am Schluss des Geschäftsjahres und dem Eigenkapital am Schluss des vorangegangenen Geschäftsjahres, zuzüglich der Privatentnahmen und abzüglich der Einlagen. Privatentnahmen sind ein vorweggenommener Gewinn.

 

19. Wie werden Sonderposten im Krankenhaus gebucht?

Beispiel

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Ein hamburgisches Krankenhaus beantragt für die Erweiterung der technischen Anlagen des Krankenhauses öffentliche Fördermittel (FöMi) und erhält eine Zusage über 500.000 €. Der gestellte Antrag beschreibt idealerweise das zweckgebundene Objekt und enthält als Anlagen Baupläne, Kostenvoranschläge, Investitionspläne usw.

Der Geschäftsvorfall wird insgesamt wie folgend kontiert: Der Antrag selbst ist kein Geschäftsvorfall, der Bewilligungsbescheid der Behörde ist wie eine Ausgangsrechnung zu buchen, das hamburgische Krankenhaus hat nun Forderungen an die auszahlende Behörde.

Buchung bei Bewilligung:

Forderungen nach dem KHG500.000 €anErträge nach dem KHG500.000 €

Forderungen sind erfolgswirksam, daher sind sie gem. § 5 KHBV zu neutralisieren. Forderungen können durch Verbindlichkeiten in der Bilanz und Erträge durch Aufwendungen in der GuV neutralisiert werden.

Buchung der Neutralisierung der Forderungen und des Ertrags:

Zuführung von Fördermitteln nach KHG zu Sonderposten oder Verbindlichkeiten500.000 €anVerbindlichkeiten nach dem KHG500.000 €

Die Fördermittel sind, solange diese nicht investiert worden sind, Verbindlichkeiten gegenüber der Behörde und sind den Sonderposten zuzuführen. Nach dem Bescheid überweist die Behörde das Geld. Solange die Fördermittel nicht investiert sind, hat die Behörde z. B. bei Insolvenz des Krankenhauses einen bevorrechtigten Rechtsanspruch auf die bewilligten Fördermittel.

Buchung der Einzahlung:

Guthaben bei Kreditinstituten500.000 €anForderungen nach dem KHG500.000 €

Diese Buchung ist ein Aktivtausch und somit erfolgsneutral. Die Forderungen werden erfüllt und die Bankbestände mehren sich.

Nachdem dem Krankenhaus nun die Liquidität für die Maßnahme zur Verfügung steht, investiert es die Fördermittel und einen Teil Eigenmittel.

Buchung bei der Investition:

Technische Anlagen in Betriebsbauten750.000 €anGuthaben bei Kreditinstituten750.000 €

Da das Geld der Behörde (die Fördermittel) ausgegeben ist, kann der Betrag auch nicht in bar zurückgezahlt werden. Die Ansprüche der Behörde auf die geförderten Investitionen werden nun durch die Zuführung zu Sonderposten dokumentiert.

Buchung der Zuführung zu Sonderposten:

Verbinlichkeiten nach dem KHG500.000 €anSonderposten aus Fördermitteln nach dem KHG500.000 €

Die Verbindlichkeiten gegenüber der Behörde sinken um 500.000 €, weil diese zweckgebunden investiert wurden. Die Sonderposten zeigen an, in welcher Höhe Fördermittel im Unternehmen gebunden sind.

Das Konto „Sonderposten aus Fördermitteln nach dem KHG“ ist ein passives Bestandskonto. Dieses Konto zeigt an, wie viele Fördermittel im Anlagevermögen des Krankenhauses gebunden sind. Sonderposten sind dem Eigenkapital zuzuordnen, da sie zeitlich wie das gezeichnete Kapital im Unternehmen gebunden und darauf keine Zinsen zu zahlen sind. In der Bilanz stehen die Sonderposten unter dem Posten Eigenkapital. Sie werden in der Bilanzanalyse dem Eigenkapital zugerechnet.

Die geförderten und teilweise mit Eigenmitteln finanzierten technischen Anlagen sind gemäß AfA-Tabelle über zehn Jahre abzuschreiben. Hierbei ist darauf zu achten, dass nur der Teil der AfA erfolgswirksam wird, der auf Eigenmittel basiert, der Rest ist zu neutralisieren.

Buchung der jährlichen Abschreibung:

Abschreibung auf Sachanlagen75.000 €anTechnische Anlagen in Betriebsbauten75.000 €

Nach dem obigen Buchungssatz sind die gesamten AfA erfolgswirksam, der auf Fördermittel beruhende Teil ist zu neutralisieren.

Neutralisierungder FöMi-bedingten AfA: 

Sonderposten aus Fördermitteln nach dem KHG50.000 €anErträge aus der Auflösung von Sonderposten nach dem KHG50.000 €

Die Erträge neutralisieren die AfA in der GuV und die Minderung des passiven Sonderpostens gleicht die Minderung der aktiven technischen Anlagen in der Bilanz aus.

 

20. Welche Besonderheiten sind in der Pflege-Buchführungsverordnung (PBV) berücksichtigt?

Verwahrgelder, die die Pflegeheime für die Bewohner verwalten, sind eine Besonderheit. Hinzu kommt die öffentliche Investitionsfinanzierung, welche analog der Fördermittel (FöMI) im Krankenhaus gebucht werden. Für beide Bereiche finden sich in der Pflege-Buchführungsverordnung (PBV) Regelungen.