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Schäden an der Schmierung

01. Welche Aufgaben haben Schmierstoffe zu erfüllen?

Fette, Öle und Festschmierstoffe haben folgende Aufgaben zu erfüllen:

  • Verminderung von Verschleiß und Energieverlust an gleitenden Kontaktstellen

  • Korrosionsschutz

  • Abbau von Spannungsspitzen und zusätzlicher Reibung der Wälzkörper bei Wälzlagern

  • Kühlung und Abfuhr von Wärme durch strömendes Öl.

02. Welche Maßnahmen sind notwendig, um eine optimale Wartung und Schmierung zu gewährleisten?

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  • Fettschmierung:

    • Einhaltung der Wartungsvorschriften laut Schmierplan.

    • Nur die laut Maschinenunterlagen vorgeschriebenen Schmiermittel einsetzen.

    • Da Schmiermittel altern und verschmutzen, sind sie in der vorgeschriebenen Frist zu erneuern (Fettaustausch). Außerdem: Fett verhärtet und verstopft die Schmiernippel sowie die Bohrungen.

    • Zentralschmieranlagen müssen in ihrer Funktionsfähigkeit überprüft werden. Die Fettbehälter sind regelmäßig nachzufüllen.

    • Die übermäßige Erwärmung von Lagerstellen deutet auf eine unzureichende Schmierung hin.

  • Die Ölschmierung

    wird vorteilhaft dort eingesetzt, wo benachbarte Maschinenelemente ebenfalls mit Öl versorgt werden und hohe Drehzahlen ein häufigeres Schmieren sowie eine zusätzliche Wärmeabfuhr erforderlich machen.

Maßnahmen:

  • Regelmäßige, nach Betriebsstundenvorgabe vorgeschriebene Ölwechsel durchführen; Filter säubern oder erneuern.

  • Ölstände (Schaugläser, Ölmessstäbe) der Zentralschmierung, der Getriebe und der Hydraulikanlagen kontrollieren und ggf. ergänzen.

  • Nur die vorgeschriebenen Ölqualitäten verwenden und die Einsatztemperaturen beachten.

  • Regelmäßig die Führungsbahnen reinigen und die Schmierung überprüfen.

  • Ölleckstellen müssen auch aus Umweltschutzgründen rechtzeitig beseitigt werden.

Merke

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Durch eine regelmäßige Maschinenreinigung und Pflege lassen sich Undichtheiten und Beschädigungen an Maschinensystemen leichter erkennen und mögliche Maschinenausfälle verhindern.

03. Welche Schmierungsarten werden für Lagerstellen angewendet?

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  • Hydrodynamische Schmierung:

    Der tragende Schmierfilm wird erst bei genügender Umgebungsfrequenz durch den mitgerissenen Schmierstoff aufgebaut.

    Bei Maschinen und Anlagen, die immer nur kurzzeitig betrieben werden, tritt bei dieser Schmierungsart infolge von Trocken- und Mischreibung in der Anlaufphase verstärkt Verschleiß auf.

  • Hydrostatische Schmierung:

    Durch das in das Wellenlager eingepresstes Drucköl werden die Gleitflächen schon vor dem Anlauf der Maschine getrennt, sodass kein Verschleiß (Flüssigkeitsreibung) entstehen kann (→ Hydrostatische Lager).

    Um Schäden an der Lagerstelle zu vermeiden, müssen folgende Anforderungen erfüllt sein:

    • Die Maschine darf nur in Betrieb gesetzt werden, wenn der erforderliche Öldruck erreicht wurde.

    • Bei nachlassendem Öldruck muss die Maschine abgeschaltet werden.

    • Beim Abschalten der Maschine muss die Ölpumpe noch solange den Öldruck liefern, bis die Welle zum Stillstand gekommen ist.

04. Wie erfolgt die Schmiermittelzuführung bei der Öl- und Fettschmierung?

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  1. Die Ölschmierung

    wird meist bei Gleitlagern aus Metall mit kleinen bis sehr hohen Drehzahlen und Belastungen eingesetzt.

    • Schmierung mit Umlauföl:

      • Das Lager befindet sich im Ölbad.

      • Mithilfe eines Schmierringes, der sich lose auf der Welle mitdreht, wird das Öl an die Lagerstelle befördert.

    • Zentralschmierung:

      Die Zuführung des Schmiermittels mittels Pumpen über Leitungen und Kanäle ermöglicht eine automatische Kontrolle und genaue Dosierung des Schmiermittels für jede Lagerstelle.

  2. Die Fettschmierung

    wird bei Lagern mit geringen Drehzahlen und hoher Belastung sowie Gelenklagern eingesetzt.

    Das Fett kann auf verschiedene Arten in die Lagerstelle eingebracht werden:

    • Handschmierung: → mittels Schmiernippel oder Staufferbuchse.

    • Selbsttätige Schmierung: → Durch einstellbaren Federdruck wird Fett aus einer Fettbuchse in das Lager gepresst.

    • Depotfettfüllung: → Aus einem Depot wird das Fett vom Lager entnommen. Lager dieser Bauart gelten als wartungsfrei.

    Beim Schmieren mit Fett ist Folgendes zu beachten:

    • Nur den für die Schmierstelle vorgeschriebenen Schmierstoff einsetzen und kontrollieren, ob der Schmierstoff auch in das Lager gelangt.

    • Schmiernippel vor Benutzen der Fettpresse säubern und defekte Schmiernippel austauschen.

    • Auffällige Lagergeräusche und Erwärmungen deuten immer auf mögliche Lagerschäden hin.

05. Welchen Einfluss haben Kühlschmierstoffe auf den Fertigungsprozess?

Nach DIN 51385 werden folgende Kühlschmierstoffe unterschieden:

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Die Auswahl der Kühlschmierstoffe hängt vom Fertigungsprozess (mehr kühlen oder schmieren) und von der Wirtschaftlichkeit ab.

Kühlschmierstoffe dienen zur Kühlung und Schmierung im Kontaktzonenbereich zwischen Werkzeug und Werkstück.

Funktionen:

  • Verhindern den vorzeitigen Werkzeugverschleiß und eine Aufbauschneidenbildung

  • mindern die Gefahr einer thermischen Randzonenschädigung des Werkstücks

  • helfen bei der Späneabfuhr.

06. Was ist beim Einsatz von Kühl- und Schmierstoffen zu beachten?

  1. Für den Fertigungsvorgang ist nur der jeweils geeignete Kühlschmierstoff einzusetzen.

  2. Nichtwassermischbare Kühlschmierstoffe (Schneidöl, Honöl u. a.) können ihre positiven Eigenschaften durch den Eintrag von Fremdölen und Fremdstoffen verlieren.

  3. Unbedingt zu beachten ist die temperaturabhängige Viskosität des eingesetzten Kühlschmierstoffs für den jeweiligen Fertigungsprozess.

  4. Eine Erhöhung der Viskosität (Verringerung der Fließfähigkeit) eines Kühlschmierstoffs hat auf den Fertigungsprozess folgende Auswirkungen:

    • Der Spantransport durch Verkleben der Späne wird behindert

    • die Wärmeleitfähigkeit wird geringer und damit nehmen Kühlwirkung, Nebelbildung und Entflammbarkeit ab

    • der Kühlschmierstoffaustrag mit den Spänen nimmt zu.

  5. Kühl- und Schmiermittelbehälter sind regelmäßig zu säubern. Die Flüssigkeiten müssen rechtzeitig ausgetauscht werden.

07. Was ist beim Einsatz von wassermischbaren Kühlschmierstoffen zu beachten?

Wassermischbare Schmierstoffe enthalten 2 % bis 10 % ölhaltiges Konzentrat und 90 % bis 98 % Wasser.

  1. Das Ansetzwasser sollte sauber, möglichst weich und keimfrei sein sowie höchstens eine Gesamthärte von 2,85 mmol/l (entspricht Härtebereich 3) aufweisen.

  2. Die Zusammensetzung des Konzentrats (Emulgator) bestimmt die Aufnahmefähigkeit von Fremdöl (z. B. aus Maschinenbetten).

  3. Bakterien- und pilztötende Zusätze, korrosionshemmende Stoffe, Antischaummittel und Hochdruckzusätze (EP-Zusätze) sind in verschiedenen Konzentraten in unterschiedlicher Zusammensetzung erhältlich.

  4. Für den jeweiligen Fertigungsprozess ist deshalb nur das geeignete Produkt einzusetzen.

  5. Wassermischbare Kühlschmierstoffe müssen auch aus hygienischen Gründen rechtzeitig erneuert werden.