ZU DEN KURSEN!

Teil 1: Fachwirte - Wirtschaftsbezogene Qualifikationen - Wertanalyse

Kursangebot | Teil 1: Fachwirte - Wirtschaftsbezogene Qualifikationen | Wertanalyse

Teil 1: Fachwirte - Wirtschaftsbezogene Qualifikationen

Wertanalyse

01. Welchen Ansatz verfolgt die Wertanalyse (WA)?

Bei der WA geht es um die gezielte Betrachtung der Funktionen und die Frage, wie Kosten reduziert werden können, ohne den Funktionswert zu mindern. Oder anders ausgedrückt: Es geht bei der WA um die Maximierung der Differenz zwischen Funktionswert und den dafür erforderlichen Kosten. Früher waren die zentralen Arbeitsschritte in der DIN 69910 zusammengefasst. Derzeit finden sich die entsprechenden Beschreibungen und Erläuterungen zur WA in der Norm DIN EN 12973:2000 (bzw. den Aktualisierungen dazu). Außerdem sind wichtig: VDI-Richtlinie 2800 und DIN EN 1325. Hier ist das System Wertanalyse auch definiert. Mithilfe der Wertanalyse sollen z. B. folgende generellen Unternehmensziele realisiert werden:

  • Senkung der Herstellungskosten (u. a. durch Vermeidung nicht notwendiger Kosten)

  • Verbesserung der Produktivität

  • Qualitätsverbesserung.

02. Wie ist der Arbeitsplan nach DIN EN 12973:2000 gegliedert?

  • Projekt vorbereiten:

    • Moderator, Koordinator und Team benennen

    • Grobziel, Rahmenbedingungen und Projektorganisation festlegen

    • Projektablauf planen.

  • Objektsituation analysieren:

    • Informationen über Objekt, Umfeld, Kosten sowie Funktionen beschaffen

    • lösungsbedingte Vorgaben ermitteln

    • den jeweiligen Funktionen die Funktionskosten zuordnen.

  • Soll-Zustand beschreiben:

    • alle Informationen auswerten

    • alle Soll-Funktionen und lösungsbedingenden Vorgaben festlegen

    • kostenzielenden Soll-Funktionen zuordnen.

  • Lösungsideen entwickeln:

    • vorhandene Ideen sammeln

    • neue Ideen entwickeln.

  • Lösungen festlegen:

    • Bewertungskriterien festschreiben

    • Lösungsideen bewerten

    • Lösungsansätze darstellen und bewerten

    • Lösungen ausarbeiten und bewerten

    • Entscheidungsvorlage aufbereiten

    • Entscheidung herbeiführen.

  • Lösungen verwirklichen:

    • Umsetzung im Detail planen

    • Realisierung beginnen und kontrollieren

    • Projekt abschließen.

Die Stärken des Instrumentes Wertanalyse liegen u. a. in der praktisch universellen Einsetzbarkeit sowie im Zwang zur Systematik. Schwächen ergeben sich aus der durch die Systematik produzierten „Quasi-Objektivität“, aus der Möglichkeit zur Manipulation (z. B. durch die Auswahl der Nutzkriterien und durch deren Gewichtung) sowie aus dem relativ hohen Arbeits- und Zeitaufwand, der bei sorgfältiger Anwendung besteht.

03. In welchen Schritten ist die Wertanalyse durchzuführen?

Wertanalyse am Beispiel Feuerzeug

  • Arbeitsplan, Schlüsselfragen

    • Was ist es?

    • Was tut es? (Was ist seine Funktion?)

    • Was kostet es?

    • Was könnte die gleiche Funktion erfüllen?

    • Was würde dies kosten?

  • Funktionsarten ermitteln:

    imported

Ausgewählte Fragen aus einer Checkliste für Wertanalytiker:

  • Wie alt ist das zu analysierende Teil?

  • Bietet die Konkurrenz das Teil billiger an?

  • Aus wie vielen Einzelteilen besteht die Baugruppe bzw. das Erzeugnis?

  • Kann man die Dimensionen reduzieren?

  • Kann ein anderer Rohstoff verwendet werden, z. B. Kunststoff statt Stahl?

  • Können die Fertigungstoleranzen erweitert werden?

  • Können komplizierte Formen durch einfachere ersetzt werden?