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Teil 1: Fachwirte - Wirtschaftsbezogene Qualifikationen - Führen durch Zielvereinbarung

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Teil 1: Fachwirte - Wirtschaftsbezogene Qualifikationen

Führen durch Zielvereinbarung

01. Wie sind Zielvereinbarungsprozesse zu gestalten?

Führen durch Zielvereinbarung (Management by Objectives; MbO) bedeutet: Die Entscheidungsebenen arbeiten gemeinsam an der Zielfindung. Dabei legen Vorgesetzter und Mitarbeiter zusammen das Ziel fest, überprüfen es regelmäßig und passen das Ziel an. Da das Gesamtziel der Unternehmung und die daraus abgeleiteten Unterziele ständig am Markt orientiert sein müssen, ist „Führen durch Zielvereinbarung“ aufgrund kontinuierlicher Zielpräzisierung ein Prozess. Als Voraussetzungen von MbO müssen u. a. geschaffen werden:

  • ein System hierarchisch abgestimmter und klar formulierter Ziele

  • klare Abgrenzung der Kompetenzen

  • Bereitschaft der Vorgesetzten zur Delegation

  • Fähigkeit und Bereitschaft der Mitarbeiter, Verantwortung zu übernehmen.

  • Vorteile von MbO:

    • Entlastung der Vorgesetzten

    • Das Streben der Mitarbeiter nach Eigenverantwortlichkeit und selbstständigem Handeln wird unterstützt.

    • Das Konzept ist auf allen hierarchischen Ebenen anwendbar.

    • Die Beurteilung kann am Grad der Zielerreichung fixiert werden und wird damit unabhängig von den Schwächen merkmalsorientierter Bewertungsverfahren.

    • Die Mitarbeiter werden gefördert.

  • Zielvereinbarungsgespräch

    Das Zielvereinbarungsgespräch ist Bestandteil des Führungsprinzips MbO. Vorgesetzter und Mitarbeiter haben eine Reihe von Aspekten zu berücksichtigen – und zwar vor, während und nach dem Gespräch:

    Vor dem Gespräch:

    Der Vorgesetzte soll

    • Mitarbeiter auffordern, einen Zielkatalog für die zu planenden Perioden zu erstellen (evtl. vor dem Gespräch als schriftliche Kopie vorlegen lassen)

    • eine eigene Position über die zu vereinbarenden Ziele erarbeiten

    • Gesprächstermin vereinbaren

    • Rahmenbedingungen klären und organisieren (Raum, Getränke)

    • möglichst jegliche Störungen des Gespräches schon im Vorfeld ausschließen.

    Der Mitarbeiter soll

    • eigene Zielvorstellungen erarbeiten und eventuell als Kopie dem Vorgesetzten übergeben

    • Argumente erarbeiten und festhalten

    • Fragen und Probleme, die besprochen werden sollen, aufschreiben.

    Während des Gesprächs:

    Der Vorgesetzte soll

    • zu Beginn den Kontakt zum Mitarbeiter herstellen, eine entspannte Gesprächsatmosphäre schaffen, nicht mit der Tür ins Haus fallen

    • den Mitarbeiter seine Zielvorstellungen detailliert erklären lassen; hierbei nicht unterbrechen oder frühzeitig bewerten

    • nicht die eigene Meinung an den Anfang stellen

    • sich auf die Zukunft konzentrieren und dem Mitarbeiter Vertrauen in sich selbst und in die Unterstützung durch den Vorgesetzten vermitteln

    • zu einer gemeinsamen Entscheidung „moderieren“ und festhalten; vom Vorgesetzten dominierte Ziele motivieren eher wenig.

    Der Mitarbeiter soll

    • die eigene Zielkonzeption ausführlich darlegen

    • seine Wünsche an den Vorgesetzten offen äußern

    • die Meinung des Vorgesetzten erfassen und überdenken (respektieren)

    • selbst auf eine konkrete tragfähige Vereinbarung achten.

    Nach dem Gespräch:

    Der Vorgesetzte soll

    • mit Interesse das Vorankommen des Mitarbeiters verfolgen

    • Hilfsmittel erarbeiten, um den Grad der Zielerreichung zu erfassen und um den Mitarbeiter unterstützen zu können.

    Der Mitarbeiter soll

    • für sich selbst ein Kontrollsystem installieren

    • bei Änderungen der Rahmenbedingungen das Gespräch über Zielmodifikationen suchen

    • bei Problemen den Vorgesetzten informieren

    • bei schlechtem Vorankommen den Vorgesetzten um Unterstützung bitten.