ZU DEN KURSEN!

Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen - Langfristige Fremdfinanzierung

Kursangebot | Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen | Langfristige Fremdfinanzierung

Teil 2: Wirtschaftsfachwirte - Handlungsbezogene Qualifikationen

Langfristige Fremdfinanzierung

01. Welche wichtigen Formen der langfristigen Fremdfinanzierung gibt es?

Formen der langfristigen Fremdfinanzierung
  • Darlehen/Investitionskredit
  • Schuldscheindarlehen
  • Schuldverschreibungen
  • Anleihen
  • Industrieobligationen
  • Wandelschuldverschreibungen
  • Optionsanleihen
  • Null-Kupon-Anleihen
    Nicht im Rahmenplan genannt.
  • Anleihen mit variablen Zinssätzen
    Nicht im Rahmenplan genannt.
  • Sonderformen
  • Leasing
  • Factoring

02. Welche Besonderheiten hat das langfristige Bankdarlehen (Investitionskredit)?

Langfristige Bankdarlehen dienen der Finanzierung größerer Investitionsvorhaben. Die Laufzeit beträgt mehr als vier Jahre und kann frei vereinbart werden – bis zu 20 Jahren und mehr. Kreditgebende Banken sind z. B. Hausbank, KfW-Bankengruppe, regionale Banken zu Förderung des Mittelstandes in den jeweiligen Bundesländern (vgl. im Internet, Stichwort Mittelstandförderung). Die Absicherung erfolgt in der Regel über Grundschulden, Pfandrechte, Sicherungsübereignung und/oder Bürgschaften der öffentlichen Hand.

Bei kürzeren Laufzeiten ist der Zinssatz fest vereinbart oder variabel. Für längere Laufzeitzeiten kann eine Gleitklausel integriert werden bzw. es wird vertraglich eine Neuverhandlung der Vertragsmodalitäten vereinbart. Es können Sondertilgungen vereinbart oder ausgeschlossen werden.

Nach der Rückzahlungsart werden unterschieden: Fälligkeitsdarlehen (Blockdarlehen), Tilgungsdarlehen mit gleich bleibender Annuität und Abzahlungsdarlehen.

03. Welche Besonderheiten hat das Schuldscheindarlehen?

Es werden langfristige Großkredite von sogenannten Kapitalsammelstellen (Versicherungen, Banken, Pensionskassen, Sozialversicherungsträger) an Unternehmen gegen Ausfertigung eines Schuldscheines (Dokument zur Beweiserleichterung, kein Wertpapier) ausgegeben. Man unterscheidet:

  • Fristenkongruentes Schuldscheindarlehen:

    Dauer der Kapitalüberlassung = Dauer der Kapitalnutzung

  • Revolvierendes Schuldscheindarlehen:

    Für ein langfristiges Schuldverhältnis wechseln die Kreditgeber in kürzeren Zeitabschnitten.

04. Welche Besonderheiten hat die Schuldverschreibung?

Emissionsfähige Unternehmen können zur Finanzierung langfristiger Investitionen Schuldverschreibungen (auch: Obligationen, Anleihen, festverzinsliche Wertpapiere) ausgeben. Die Schuldverschreibung wird als Wertpapier an der Börse gehandelt. Die Börsenzulassung des Kreditnehmers ist also Voraussetzung . Als Kreditnehmer treten am Markt auf: Bund, Länder, Gemeinden, Post, Bahn, Hypothekenbanken. Die übliche Laufzeit beträgt zehn Jahre. Die Zinszahlung an den Kreditgeber (Anleger) erfolgt jährlich oder halbjährlich. Der Ausgabekurs kann unter dem Nennwert liegen. Die Rückzahlung erfolgt zum Nennwert. Die Kreditvergabe ist gegen Grundschulden bis ca. 40 % des Beleihungswertes abgesichert.

05. Was sind Anleihen?

Anleihen sind Kredite, die gegen Forderungspapiere/Schuldverschreibungen am Kapitalmarkt aufgenommen werden. Zu ihnen gehören/zählen u. a.:

  • Industrieobligationen

  • Wandelschuldverschreibungen

  • Optionsanleihen

  • Nullkupon-Anleihen

    Nicht im Rahmenplan genannt.
  • Anleihen mit variablen Zinssätzen

    Nicht im Rahmenplan genannt.
    .

Sie begründen Forderungsrechte der Inhaber auf Zinsen, Rückzahlungen u. Ä. aber kein Stimmrecht.

06. Welche Besonderheiten haben Industrieobligationen?

Industrieobligationen sind langfristige, festverzinsliche Darlehen, die von einem Industrieunternehmen gegen Teilschuldverschreibungen ausgegeben werden. Sie begründen das Recht auf Verzinsung und Rückzahlung für den Besitzer der Industrieobligation

07. Was ist eine Wandelschuldverschreibung?

Sie ist eine Sonderform der Schuldverschreibung/Industrieobligation und begründet zusätzlich das Umtauschrecht auf Aktien.

08. Welche Besonderheiten hat die Optionsanleihe?

Der Investor bleibt bis zum Ende der Laufzeit Kreditgeber (im Gegensatz zur Wandelschuldverschreibung) und erhält zusätzlich das Recht (Option, lt.: Erwerbsrecht) zu einem späteren Zeitpunkt Aktien zu erwerben. Bei der Ausgabe einer Optionsanleihe müssen Bezugsverhältnis, -frist und -kurs festgelegt werden. Man unterscheidet bei der Optionsanleihe drei Kursermittlungen:

  • inkl. Optionsschein

  • exkl. Optionsschein

  • nur für den Optionsschein.

09. Welche Besonderheiten hat die Null-Kupon-Anleihe?

Kupons sind durchnummerierte Dividendenscheine für die Auszahlung der Dividende bzw. für die Ausgabe neuer Aktien. Bei der Null-Kupon-Anleihe (dt.: Anleihe ohne Kupon) wird der gesamte Zinsertrag erst am Ende der Laufzeit ausgezahlt . Diese Form der Finanzierung ist besonders interessant für Unternehmen mit positiven Gewinnaussichten, da während der Laufzeit keine Zinszahlungen anfallen.

10. Welche Besonderheiten hat die zinsvariable Anleihe?

Sie ist eine Anleihe mit variabler Verzinsung (auch: Floating Rate Note): In bestimmten Zeitabständen, z. B. jeden 3. oder 6. Monat, wird der Zinssatz an einen Referenzzinssatz (z. B. EURIBOR: Euro I nter b ank O ffered R ates) angepasst. Die Laufzeit der Anleihe liegt meist zwischen 12 und 24 Monaten. Die Zinsauszahlungen sind jährlich, halbjährlich oder pro Quartal. Die Floating-Rate-Anleihe hat für Kreditnehmer und -geber einen gewissen spekulativen Charakter: Der Anleger „hofft“ auf steigende Zinsen, der Kreditnehmer auf sinkende.