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Kosten- und Leistungsrechnung - Prinzipien der Kostenrechnung

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Kosten- und Leistungsrechnung

Prinzipien der Kostenrechnung

Die Verrechnung von Kosten ist abhängig davon, nach welchem Grundprinzip man vorgeht. Zu diesen zählen

  • das Verursachungsprinzip,
  • das Durchschnittsprinzip und
  • das Tragfähigkeitsprinzip.
Verrechnungsprinzipien in der KLR
Verrechnungsprinzipien in der KLR

Das Versuchsachungsprinzip

Das wichtigste Prinzip in der Kosten- und Leistungsrechnung ist das sog. Verursachungsprinzip.
Es existiert

  • in allgemeiner Form und
  • in spezieller Form.

Allgemein besagt das Verursachungsprinzip, dass einem bestimmten Kalkulationsobjekt nur jene Kosten angelastet werden sollen, die dieses Objekt verursacht hat. Bei diesem Kalkulationsobjekt kann es sich um eine komplette Kostenstelle, um ein Produkt, einen Betriebsbereich etc. handeln.

In seiner speziellen Form besagt das Verursachungsprinzip hingegen, dass dem einzelnen Kostenträger (als spezielles Kalkulationsobjekt) nur jene Kosten zugerechnet werden dürfen, die dieser verursacht hat. 

Beispiel

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Die Unternehmung Diamant AG produziert hochwertige Luxusuhren.

Prüfungstipp

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Nach dem Verursachungsprinzip sollen einem Kostenträger nur die Kosten zugeordnet werden, die dieser auch verursacht hat. Beispielsweise sind Einzelkosten nach dem Verursachungsprinzip zurechenbar (Mehlverbrauch pro gebackenem Brot). Bei der Verrechnung von fixen Kosten in einer Vollkostenrechnung kann das Verursachungsprinzip nicht eingehalten werden, da verursachungsgerechte Bestimmungsgrößen fehlen (wie viele Mietkosten der Ladenmiete hat das einzelne Produkt (Brot, Kuchen) verursacht?). In der Kostenrechnung wird angestrebt, alle Kosten möglichst verursachungsgerecht zuzuordnen.

Das Durchschnittsprinzip

Das Durchschnittsprinzip verrechnet alle entstandenen Kosten auf die Kostenträger anhand von Wert- (€) und/oder Mengengrößen (Gewicht, Zeiten). Den gewählten Bezugsgrößen wird unterstellt, dass ein verursachungsnaher Zusammenhang zwischen Faktorverbrauch und Kostenentstehung existiert.  

Das Tragfähigkeitsprinzip

Das Tragfähigkeitsprinzip verteilt Kosten nicht nach dem Verursachungsprinzip, sondern fragt, welcher Kostenträger aufgrund des von ihm erzielten Marktpreises welche Kosten tragen kann.

Merke

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Das Tragfähigkeitsprinzip fragt, welcher Kostenträger aufgrund des erzielten Marktpreises welche Kosten tragen kann.

Methode

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Dies bedeutet, dass einem Produkt,

  • das einen hohen Marktpreis erzielt,
  • auch hohe Kosten zugerechnet werden und einem Produkt
  • mit niedrigem Marktpreis entsprechend
  • weniger Kosten.

Beispiel

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Man denke z. B. an eine Bäckerei, die zwei Brote herstellt und beide Brote in der Herstellung exakt die gleichen Kosten verursachen, beispielsweise 2 €. Brot A lässt sich für 5 € verkaufen, Brot B nur für 3 €. Nach dem Tragfähigkeitsprinzip würde man nun mehr Kosten auf Brot A verrechnen, so dass die Herstellung von Brot A vermeintlich teurer, die Herstellung von Brot B wegen der zu wenig verrechneten Kosten günstiger erscheint. Eine Kostenrechnung auf dieser Basis ist wenig geeignet, um die Basis für die betriebliche Entscheidungsfindung zu stellen.

Das Verursachungsprinzip als Kausalitätsprinzip

Das Verursachungsprinzip als Kausalitätsprinzip geht von einer Ursache-Wirkungs-Beziehung aus. Kosten entstehen also dadurch, dass produziert wurde. In seiner Ausprägung als Finalitätsprinzip hingegen geht es um eine Zweck-Mittel-Beziehung. Kosten entstehen als Mittel zum Zweck der Leistungsentstehung, anders ausgedrückt: Kosten entstehen, damit produziert wird. Kosten wirken also auf die Leistungserstellung ein (= Kosteneinwirkungsprinzip nach Kosiol).

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenAdam fährt mit seinem Auto zur Tankstelle, um zu tanken.
Nach dem Kausalitätsprinzip tankt er, weil er gefahren ist. Nach dem Finalitätsprinzip tankt er, weil er fahren will.

Das Durchschnittsprinzip und Tragfähigkeitsprinzip

Bei dem Durchschnittsprinzip stellt man die Frage: Welche Kosten entfallen im Durchschnitt auf den Kostenträger bzw. auf das Kalkulationsobjekt? Das Tragfähigkeitsprinzip ist ein Spezialfall des Durchschnittsprinzips für jene Schlüsselgrößen, welche von den Absatzpreisen der Kostenträger abhängen. Man verrechnet daher die nicht verursachungsgemäß zuordenbaren Kosten im proportionalen Verhältnis zu den Deckungsbeiträgen bzw. zu den Absatzpreisen der Kostenträger auf eben jene Kostenträger.

Beispiel zu den Ausprägungen der Prinzipien

Beispiel

Hier klicken zum AusklappenDie Diamant AG hat Fixkosten in der abgelaufenen Periode in Höhe von 100.000 €. Sie stellt vier Produkte her, über die folgende Informationen verfügbar sind:
Produkt Mengeneinheiten Preis variable Kosten Gewicht (kg/ME)
1100832
2200722
3300216
440030,54

Eine Aufgabe zu diesem Fall könnte wie folgt lauten:

Ermittle die Fixkosten pro Stück für die einzelnen Produktarten

a) nach dem Verursachungsprinzip,

b) nach dem Durchschnittsprinzip
    - mit dem Gewicht als Schlüsselgröße und
    - mit der Stückzahl als Schlüsselgröße

c) nach dem Tragfähigkeitsprinzip
    - mit den Absatzpreisen als Schlüsselgröße und
    - mit den Deckungsbeiträgen als Schlüsselgröße.

Die Lösungen sehen wie folgt aus:
a) Nach dem Verursachungsprinzip lassen sich die Fixkosten nicht zuordnen.
b) Das Durchschnittsprinzip kalkuliert nach Maßgabe des Gewichts folgendermaßen:

Zunächst muss das Gesamtgewicht ausgerechnet werden. Dieses beträgt
2 kg/ME · 100 ME + 2 kg/ME · 200 ME + 6 kg/ME · 300 ME + 4 kg/ME · 400 ME = 4.000 kg.
Dadurch ergibt sich: 100.000 € ÷ 4.000 kg = 25 €/kg.

Durchschnittsprinzip nach Maßgabe des Gewichts

Damit lassen sich die Stück- und Sortenkosten berechnen:

Produkt Stückkosten (€) (kg pro Stück * 25 €/kg) Sortenkosten (€) (Stückkosten * ME)
1505.000
25010.000
315045.000
410040.000

Durchschnittsprinzip nach Maßgabe der Stückzahl

Das Durchschnittsprinzip mit der Maßgabe der Stückzahl als Schlüsselgröße rechnet 100.000 € ÷ 1.000 ME, denn es werden von den vier Produkten insgesamt 1.000 Stück hergestellt. Pro Mengeneinheit erhält man daher 100 €.

Produkt Stückkosten (€) Sortenkosten (€)
110010.000
210020.000
310030.000
410040.000

Tragfähigkeitsprinzip nach Maßgabe der Absatzpreise

c) Nach dem Tragfähigkeitsprinzip mit den Absatzpreisen als Bezugsgröße errechnet man zunächst die Summe der mit den Stückzahlen multiplizierten Absatzpreise als:
8 · 100 + 7 · 200 + 2 · 300 + 3 · 400 = 4.000 €.
Damit erhält man 100.000 ÷ 4.000 = 25 € pro einem Euro an Umsatz. Daher gilt folgende Zuordnung:

Produkt Stückkosten (€) Sortenkosten (€)
1200,0020.000,00
2175,0035.000,00
350,0015.000,00
475,0030.000,00

Tragfähigkeitsprinzip nach Maßgabe der Deckungsbeiträge

Beim Tragfähigkeitsprinzip mit der Maßgabe der Deckungsbeiträge rechnet man zunächst die Deckungsbeiträge aus (=Verkaufspreis pro Stück - variable Kosten pro Stück) und multipliziert diese dann mit den jeweiligen Stückzahlen. Man erhält  5 · 100 + 5 · 200 + 1 · 300 + 2,5 · 400 = 2.800 €.
Also rechnet man 100.000 ÷ 2.800 = 35,71 € pro Euro an Deckungsbeitrag.

Man erhält folgende Tabelle:

Produkt Stückkosten (€) Sortenkosten (€)
1178,5517.855,00
2178,5535.710,00
335,7110.713,00
489,2835.712,00