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Kosten- und Erlösrechnung - Kostenstellenausgleichsverfahren

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Kosten- und Erlösrechnung

Kostenstellenausgleichsverfahren

Bei dem Kostenstellenausgleichsverfahren stellt die leistende Kostenstelle der empfangenden Kostenstelle die direkt zurechenbaren Kosten (Einzelkosten) sowie anteilige Gemeinkosten in Rechnung. 

Zur Berechnung des Kostenstellenausgleichsverfahrens geht man so vor:

Kostenstellenausgleichsverfahren: 
1. Schreibe die primären Gemeinkosten der Hilfskosten- als auch der Hauptkostenstellen auf.
2. Lege eine Schwelle (= Abbruchkriterium) für die Verrechnung der Gemeinkosten auf die Hauptkostenstellen fest.
3. Errechne
a) die Summe der primären Gemeinkosten der Hauptkostenstellen und
b) die Summe der primären Gemeinkosten überhaupt. Diese Zahl bleibt immer gleich.
4. Wieviel macht 3a) von 3b) prozentual aus?
5. Brich die Berechnung ab, wenn die auf die Hauptkostenstellen verrechneten Kosten die Schwelle aus 2. überschreiten.
6. Verrechne die primären Gemeinkosten der ersten Hilfskostenstelle auf alle anderen Kostenstellen, und zwar nach Maßgabe der Inanspruchnahme. Berechne anschließend für alle Kostenstellen die Summe der verrechneten Kosten.
7. Gehe nach 3.
8. Mache weiter mit den Kosten der zweiten Hilfskostenstelle. Lege hier insbes. auch die sekundären Gemeinkosten um.

Ausgangstabelle

von/an I II III IV V ges. Menge Primärkosten (€)
I 20 10 70 100 1.000
II 10 10 40 20 80 1.500
III 10 20 70 100 2.000
IV 3.000
V 4.000

Kostenstellenvergleichsverfahren Beispiel

Im vorliegenden Beispiel 30 schreibt man also zunächst die primären Gemeinkosten hin und legt ein Abbruchkriterium fest, hier 94 %. Danach werden die 1.000 € der ersten Hilfskostenstelle verteilt, und zwar auf die Kostenstellen 2, 3 und 4, jeweils nach Beanspruchung. Damit hat die Hauptkostenstelle 4 bereits 3.700 € an Kosten, nämlich 3.000 € primäre und $\ 70 \cdot 10 = 700\ € $ sekundäre Gemeinkosten. Die beiden Hauptkostenstellen tragen damit $\ 3.700 + 4.000 = 7.700\ € $ von 11.500 € insgesamt und damit 66,96 % der primären Gemeinkosten. Das Abbruchkriterium von 94 % ist damit noch nicht überschritten, man muss daher weiterrechnen (s. Tab. 20) .

Die (mittlerweile bei 1.700 € liegenden) Kosten der zweiten Kostenstelle werden hiernach verteilt, und zwar wieder auf die Kostenstellen, die Leistungen von ihr in Anspruch genommen haben, also $\ {1.700 \over 80} = 21,25\ {€ \over ME} $. Hierdurch werden der Hauptkostenstelle 4 weitere $\ 40 \cdot 21,25 = 850\ € $ zugeordnet, der Hauptkostenstelle 5 lediglich die Hälfte, nämlich 425 €. Dadurch trägt die Hauptkostenstelle 4 mittlerweile 4.550 € an Gemeinkosten (3.000 € hiervon primär, der Rest sekundär), Hauptkostenstelle 5 wurden 4.425 € zugerechnet, nämlich 4.000 € primär und der Rest sekundär. Dies macht insgesamt 8.975 € an auf die Hauptkostenstellen verrechneten primären Gemeinkosten, also $\ {8.975 \over 11.500} = 78,04 % $ insgesamt. Da dies noch unterhalb der Abbruchschwelle liegt, rechnet man weiter und bricht erst ab, nachdem (quasi im zweiten Durchlauf) die erste Kostenstelle nochmals verteilt wird auf alle anderen.

  Hilfskostenstellen Hauptkostenstellen Vtlg. Kosten Hakos Vtlg. auf Hakos
  1 2 3 4 5 4 & 5 % von 11.500 €
PK 1.000 1.500 2.000 3.000 4.000 7.000 60,87
von I -1.000 200 100 700 -    
= 0 1.700 2.100 3.700 4.000 7.000 66,96
von II 212,5 -1.700 212,5 850 425    
= 212,5 0 2.312,5 4.550,00 4,425 8,975 78,04
von III 231,25 462,5 -2.312,5 - 1.618,75    
= 443,75 462,5 0 4.550,00 6.043,75 10,594 92,12
von I -443,75 88,75 44,375 310,625      
=   551,25 44,375 4.860,63 6.043,75   94,82


Tab. 20: Kostenstellenausgleichsverfahren