Kursangebot | Kosten- und Erlösrechnung | Maschinenstundensatz und Selbstkosten - Berechnung

Kosten- und Erlösrechnung

Maschinenstundensatz und Selbstkosten - Berechnung

Im vorangegangenen Beispiel ist nach der sog. Maschinenstundensatzrechnung zu verfahren.

Der Name Maschinenstundensatzrechnung ist etwas hoch gegriffen. Oftmals wird – wie in der vorliegenden Aufgabe- eine differenzierende Zuschlagskalkulation gerechnet, wobei die Maschinenkosten als Teil der Fertigungskosten Eingang in das Kalkül finden.

Schema zur Bestimmung des Maschinenstundensatzes

Methode

Das Vorgehen ist hier also wie folgt:
Berechne
  • kalkulatorische Abschreibungen,
  • kalkulatorische Zinsen,
  • kalkulatorische Wagnisse und
  • variable Kosten.
Diese bilden insgesamt die Maschinenkosten.

Bestimmung der kalkulatorischen Abschreibungen

Für die kalkulatorischen Abschreibungen verteilt man bei linearer Abschreibung die Anschaffungskosten abzgl. des Restbuchwerts auf die Nutzungsdauer, dies ergibt die Abschreibungen pro Jahr, hier also $$\ AB_{jährl.}={AK-RBW_n \over n}= {500.000-0 \over 10}=50.000\ € $$ Im Jahr wird insgesamt $\ 250 \cdot 8 = 2.000 $ Stunden gearbeitet, d.h. die Abschreibungen pro Stunde liegen bei $\ {50.000 \over 2.000}=25\ {€ \over h} $.
Ähnlich rechnet man bei den kalkulatorischen Zinsen. Pro Jahr liegen diese bei
$$\ Zins^{kalkul.}= \Big({AK + RBW_n \over 2}\Big) \cdot i= \Big({500.000 + 0 \over 2}\Big) \cdot 0,08= 20.000\ € $$ Bezogen auf die eine gearbeitete Stunde erhält man damit $\ {Kosten \over Stunde} = {20.000 \over 2.000} = 10\ {€ \over h} $.

Bestimmung der kalkulatorischen Wagnisse


Die kalkulatorischen Wagnisse betragen $\ {2.400\ € \over 2.000\ h} = 1,2\ {€ \over h} $.
Die variablen Kosten, die pagatorisch sind, betragen für Wartung und Reinigung monatlich (!) 40 + 60 = 100 €. Es wird 2.000 h im Jahr gearbeitet bzw. $\ {2.000 \over 12} = 166,67 $ Stunden pro Monat. Bei Kosten von $\ 100\ {€ \over Monat} $ erhält man damit $$\ {100 {€ \over Monat} \over 166,67 {h \over Monat}} = 0,6\ {€ \over Monat} \cdot {Monat \over h}=0,6\ {€ \over h} $$ Für die Kilowattstunde wendet man $\ 10 \cdot 0,3 =3\ {€ \over h} $ auf. Die Kosten einer Maschinenstunde liegen damit insgesamt bei 39,80 €, wie die folgende Auflistung nochmals zeigt:

Kostenart hier konkret... Kosten pro Maschinenstunde, d.h. €/h
kalkulatorische Kosten kalkulatorische Abschreibungen 25
kalkulatorische Zinsen 10
kalkulatorische Wagnisse 1,2
pagatorische Kosten Wartung & Reinigung 0,6
Kilowattstunde 3
Kosten einer Maschinenstunde insgesamt 39,8


Tab. 99: Kalkulation der Kosten einer Maschinenstunde

Berechnung der Selbstkosten


Wenn also eine Stunde 39,80 € kostet und pro Stunde 100 ME gefertigt werden, dann kostet eine Mengeneinheit schließlich 0,398 €, denn man rechnet
$$\ {{Kosten \over Stunde} \over {Menge \over Stunde}}= {Kosten \over ME} $$ also hier
$$\ {Kosten \over ME}= {39,8 {€ \over h} \over 100 {ME \over h}} = 0,398\ {€ \over ME} $$ Dies war aber gewissermaßen noch der kleinste – wenn auch der aufwändigste – Teil der Aufgabe. Alsdann sind nämlich in einer differenzierenden Zuschlagskalkulation die Selbstkosten zu ermitteln. Man rechnet

Position Betrag (€)
Materialeinzelkosten 0,15
Materialgemeinkosten (50 %) 0,075
Fertigungseinzelkosten 0,1
Fertigungsgemeinkosten (200 %) 0,2
Maschinenkosten 0,398
Herstellkosten 0,923
Kosten für Verwaltung & Vertrieb (30 %) 0,2769
Selbstkosten 1,2


Tab. 100: Differenzierende Zuschlagskalkulation mit Maschinenstundensatzrechnung