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Steuerrechtliche Grundlagen - Abschreibung gebrauchter Wirtschaftsgüter bei Privateinlage und Privatentnahme

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Steuerrechtliche Grundlagen

Abschreibung gebrauchter Wirtschaftsgüter bei Privateinlage und Privatentnahme

Wird ein Wirtschaftsgut vom Privatvermögen in ein Betriebsvermögen eingelegt (Privateinlage), und wurde für dieses Wirtschaftsgut vorher Abschreibungen im Rahmen von Überschusseinkünften (§ 2 I 1 EStG) geltend gemacht, so bilden die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten die Bemessungsgrundlage für die weiteren AfA.

Beispiel 101:
Der Steuerpflichtige V aus Hamburg besitzt ein Mehrfamilienhaus und vermietet dieses an mehrere Parteien. Am 2.1.2015 kaufte er sich eine Gartensprenkelanlage für 3.000 €. Die Nutzungsdauer beträgt fünf Jahre. Die Anlage schreibt er linear über die Laufzeit ab. Der Teilwert beträgt Ende des Jahres 2016 unstreitig 2.500 €. Am 1.1.2017 legt V die Sprinkleranlage in sein Betriebsvermögen ein, da der Rasen seines Betriebsgeländes ebenfalls besprüht werden kann.

Die Privateinlage in das Betriebsvermögen erfolgt zum Teilwert von 2.500 € (§ 6 I Nr. 5 EStG). Die AfA allerdings bemisst sich nach den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Da in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt 2/5 = 40 % von 3.000 €, also 1.200 €, abgeschrieben wurden, beträgt der Restbuchwert am Ende des Jahres 2016 noch 1.800 €. Es werden also in den letzten drei Jahren der Nutzungsdauer noch 1.800/3 = 600 € pro Jahr abgeschrieben. 

Eine Privatentnahme liegt vor, wenn ein Wirtschaftsgut aus einem Betriebsvermögen in das Privatvermögen des Steuerpflichtigen überführt wird, so ist die weitere AfA nach dem Teilwert oder gemeinen Wert zu bemessen. Es gilt hier der Teilwert bzw. der gemeine Wert zum Zeitpunkt der Entnahme, d.h. zum Zeitpunkt der Überführung ins Privatvermögen.