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Abzinsung von unverzinslichen Verbindlichkeiten

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Unverzinsliche Verbindlichkeiten, welche eine Laufzeit von mindestens einem Jahr haben, sind seit nach dem Steuerrecht abzuzinsen, und zwar mit einem Zinssatz von 5,5 % (§ 6 I Nr. 3 EStG).

Beachte, dass handelsrechtlich eine Abzinsung von Verbindlichkeiten unzulässig ist. Ein Abzinsen würde gegen das Realisationsprinzip verstoßen, denn man würde sich reicher rechnen als man ist.

Video: Abzinsung von unverzinslichen Verbindlichkeiten

Unverzinsliche Verbindlichkeiten, welche eine Laufzeit von mindestens einem Jahr haben, sind seit dem 1.1.1999 abzuzinsen, und zwar mit einem Zinssatz von 5,5 % (§ 6 I Nr. 3 EStG)

Verbuchung des Zinsaufwands

Wenn die Verbindlichkeit länger als ein Jahr besteht, so ist in den Folgejahren die Verbindlichkeit zu erhöhen und zwar durch den Buchungssatz

Merke

Zinsaufwand an Verbindlichkeit.

Ob die 12-Monatsgrenze überschritten ist, entscheidet sich nach der Restlaufzeit der Verbindlichkeit am Bilanzstichtag.

Beispiel

Beispiel:
Der Einzelunternehmer Hubert aus Trier erwirbt am 31.12.2015 eine unverzinsliche Verbindlichkeit in Höhe von 30.000 €, die eine Laufzeit von drei Jahren aufweist.

Am 31.12.2015 hat die Verbindlichkeit noch eine Restlaufzeit von drei Jahren, außerdem ist sie unverzinslich. Damit hat eine Abzinsung zu erfolgen. Der Vervielfältiger für drei Jahre liegt bei 0,852 (§ 12 III BewG). Die Verbindlichkeit wird deswegen mit 30.000 € · 0,852 = 25.560 € angesetzt. Man könnte auch rechnen: $\ \frac {30.000}{1,055^3}= 30.000 \cdot 1,055^{-3} = 30.000 \cdot 0,852 = 25.560\ € $. Der Unterschied zum Rückzahlungsbetrag von 30.000 € bildet im Jahr 2015 einen Ertrag, der das steuerliche Einkommen erhöht.

Beachte aber, dass der steuerliche Wert von 0,852 ungenauer ist, aber korrekt. Wir geben also die mathematisch genauere, aber steuerlich eben nicht korrekte Variante nur für das Verständnis an.

Im Jahre 2017 liegt der Verteilungsfaktor bei 0,898 für zwei Jahre (§ 12 III BewG). Dieser wird gerechnet als $\ \frac {1}{1,0552} = 0,898 $. Die Verbindlichkeit ist entsprechend hochzubuchen auf $\ 30.000 \cdot 0,898 = 26.940\ € $. Der Buchungssatz zur Aufstockung der Verbindlichkeit lautet

Merke

Zinsaufwand an Verbindlichkeit 1.380 €.

Die Restlaufzeit einer Verbindlichkeit ist taggenau zu berechnen. Allerdings kann vereinfachend unterstellt werden, dass ein Monat 30 Tage und das Kalenderjahr 360 Tage besitzt. Der Monat, in welchem der Fälligkeitstag liegt, ist mit dem Anteil der tatsächlichen Tage einschließlich des Fälligkeitstages, allerdings höchstens mit 30 Tagen anzusetzen.

Beispiel

Beispiel:
Am Bilanzstichtag 31.12.2015 beträgt eine Verbindlichkeit mit einem Nennwert von 100.000 €, die unverzinslich ist, noch vier Jahre, acht Monate und 21 Tage.

Die Restlaufzeit beträgt zwischen vier und fünf Jahren. Folglich ist ein Vervielfältiger anzuwenden, der zwischen jenem für vier Jahre und jenem für fünf Jahre, also zwischen den Zahlen 0,807 und 0,765, liegt. Die Differenz dieser Vervielfältiger lautet 0,807 - 0,765 = 0,042. Der Teilbetrag des Jahres beträgt $\ \frac {8}{12} + \frac {21}{360} = 0,725 $. Mit anderen Worten betragen acht Monate und 21 Tage dann 72,5 % eines ganzen Jahres. Es sind damit 72,5 % der Differenz der Vervielfältiger anzusetzen, also $\ 0,725 \cdot 0,042 = 0,030 $. Der Vervielfältiger für vier Jahre wird entsprechend reduziert, der maßgebende Vervielfältiger liegt also bei 0,807 - 0,030 = 0,777. Daher erfolgt ein Ansatz in der Bilanz am 31.12.2016 in Höhe von $\ 100.000 \cdot 0,777\ € $.

Multiple-Choice
Mit viel viel Prozent wird eine unverzinsliche Verbindlichkeit mit einer Restlaufzeit von mehr als 12 Monaten abgezinst?
0/0
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Hinweis:

Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an. Es können auch mehrere Aussagen richtig oder alle falsch sein. Nur wenn alle richtigen Aussagen angekreuzt und alle falschen Aussagen nicht angekreuzt wurden, ist die Aufgabe erfolgreich gelöst.

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Autor: Daniel Lambert

Dieses Dokument Abzinsung von unverzinslichen Verbindlichkeiten ist Teil eines interaktiven Online-Kurses zum Thema Steuerrechtliche Grundlagen.

Dipl.-Math. Dipl.-Kfm. Daniel Lambert gibt seit vielen Jahren Kurse zur Prüfungsvorbereitung. Er unterrichtet stets orientiert an alten Prüfungen und weiß aus langjähriger Erfahrung, wie sich komplexe Sachverhalte am besten aufbereiten und vermitteln lassen. Daniel Lambert ist Repetitor aus Leidenschaft seit nunmehr 20 Jahren.
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Diese Themen werden im Kurs behandelt:

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  • Gewinnermittlungsmethoden
    • Einleitung
      • Überblick über die Gewinnermittlungsmethoden
      • Handelsbilanz und Steuerbilanz
    • Allgemeiner Betriebsvermögensvergleich
      • Betriebsvermögensvergleich
      • Betriebseinnahmen
      • Betriebsausgaben
      • Entnahme aus dem Betriebsvermögen
      • Einlage in das Betriebsvermögen
    • Besonderer Betriebsvermögensvergleich
      • Maßgeblichkeit
      • Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben
      • Teilweise nicht abzugsfähige Betriebsausgaben
      • Geschenkaufwendungen
      • Bewirtungsaufwendungen
      • Verpflegungsmehraufwand
      • Berechnung der Zinsschranke
      • Beispiel zur Berechnung der Zinsschranke
    • Einnahmenüberschussrechnung
      • Gewinnermittlung nach der Einnahmenüberschussrechnung
      • Beispiele zur Einnahmenüberschussrechnung
    • Schätzung
      • Vollschätzung und Teilschätzung
    • Aufgaben zu Kapitel 1
      • Berechnung des Eigenkapitals - Aufgabe
      • Berechnung des Eigenkapitals - Lösung
      • Berechnung abzugsfähiger Zinsen - Aufgabe
      • Berechnung abzugsfähiger Zinsen - Lösung
      • Bilanzierung und Vermögenszuordnung - Aufgabe
      • Bilanzierung und Vermögenszuordnung - Lösung
  • Wirtschaftsgut
    • Bilanzierungsfähigkeit im Steuerrecht
      • Positives Wirtschaftsgut
      • Negatives Wirtschaftsgut
    • Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
      • Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung - Definition & Erklärung
      • Grundsatz der Einzelbewertung
      • Stichtagsprinzip
      • Grundsatz der Abgrenzung der Sache nach
      • Realisationsprinzip
      • Allgemeines Imparitätsprinzip
      • Niederstwertprinzip
      • Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung - Zusammenfassung
    • Immaterielle Wirtschaftsgüter
      • Überblick über die immateriellen Wirtschaftsgüter
      • Patente und Lizenzen
      • Derivativer Geschäfts- oder Firmenwert
    • Forderungen
      • Bewertung von Forderungen
      • Arten von Forderungen und Wertberichtigung
      • Einzelwertberichtigung auf Forderungen
      • Pauschalwertberichtigung auf Forderungen
    • Verbindlichkeiten
      • Arten von Verbindlichkeiten und Bewertung
      • Abzinsung von unverzinslichen Verbindlichkeiten
      • Tilgungsdarlehen
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      • Bilanzierung von Immobilien
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      • Rückstellung für Abraumbeseitigung
      • Spezielle steuerrechtliche Arten von Rückstellungen
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      • Arten von Rechnungsabgrenzungsposten - ARAP und PRAP
      • Transitorische Abgrenzungsposten
      • Überblick über die aktivischen Rechnungsabgrenzungsposten
      • Aktivische Rechnungsabgrenzungsposten - Normalfälle und Beispiele
      • Verbuchung eines Disagios mittels aktivischen Rechnungsabgrenzungsposten
      • passivischer Rechnungsabgrenzungsposten (PRAP)
      • Transitorische und antizipative Rechnungsabgrenzungsposten
    • Aufgaben zu Kapitel 2
      • Aufgabe Forderungen
      • Lösung Forderungen
      • Aufgabe zu Grundstücken
      • Lösung zu Grundstücken
      • Aufgabe steuerliche Behandlung von Miete
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  • Betriebsvermögen
    • Betriebsvermögen bei Einzelunternehmen
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      • Betriebsvermögen oder Privatvermögen
      • Notwendiges Betriebsvermögen
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      • Zurechnung von Immobilien zu Betriebs- oder Privatvermögen
    • Betriebsvermögen bei Personengesellschaften
      • Arten von Personengesellschaften
      • Sonderbetriebsvermögen der Gesellschafter
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    • Betriebsvermögen bei Kapitalgesellschaften
      • Nutzung des Betriebsvermögens bei Kapitalgesellschaften
    • Zurechnung von Wirtschaftsgütern
      • Arten von Leasing
      • Zuordnung des Leasinggegenstands
      • Bilanzierung des Leasinggegenstands beim Leasinggeber und Leasingnehmer
    • Mietereinbauten und Mieterumbauten
      • Allgemeines
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      • Betriebsvorrichtung
  • Bewertung
    • Anschaffungskosten
      • Bewertung von Vermögensgegenständen und Wirtschaftsgütern
      • Berechnung der Anschaffungskosten nach § 255 I HGB
      • Anschaffungskosten nach § 255 I HGB - Anschaffungspreisminderungen
      • Anschaffungsnebenkosten nach § 255 I 1 HGB
      • Nachträgliche Anschaffungskosten nach § 255 I 2 HGB
    • Herstellungskosten
      • Herstellungskosten nach § 255 II HGB - Bestandteile und Berechnung
      • Herstellungsaufwand und Erhaltungsaufwand - Abgrenzung
    • Teilwert
      • Teilwert und Teilwertvermutungen
      • Widerlegung der Teilwertvermutung
      • Teilwertermittlung des Vorratsvermögens: Verfahrensüberblick
      • Bewertung des Vorratsvermögens nach der Subtraktionsmethode
      • Bewertung des Vorratsvermögens nach der Formelmethode
    • Bewertungsvereinfachungsverfahren
      • Bewertungsvereinfachungsverfahren nach § 240 HGB
      • Festwertverfahren nach § 240 III HGB
      • Bewertungsvereinfachungsverfahren - Voraussetzungen der Gruppenbewertung
      • Bewertungsvereinfachungsverfahren - Durchschnittsbewertung
      • Bewertungsvereinfachungsverfahren - Gleitendes Durchschnittsverfahren
      • Bewertungsvereinfachungsverfahren - Periodisches Durchschnittsverfahren
      • Bewertungsvereinfachungsverfahren - Verbrauchsfolge- und Veräußerungsfolgeverfahren
      • LIFO-Verfahren - Last In - First Out
      • Perioden-LIFO - Last In - First Out
      • Permanentes LIFO - Last In - First Out
    • Abschreibungen und Absetzungen
      • Abschreibungsmethoden im Handels- und Steuerrecht
      • Absetzung und Absetzungsberechtigung
      • Berechnung der Abschreibung - Abschreibungszeitraum und Abschreibungshöhe (AfA)
      • Absetzung/Abschreibung nach Einkommensteuergesetz (EStG)
    • Absetzung beweglicher Wirtschaftsgüter
      • Absetzung für Abnutzung
      • Absetzung für Abnutzung - Lineare Abschreibung (AfA)
      • Absetzung für Abnutzung - Degressive Abschreibung (AfA)
      • Absetzung für Abnutzung - Leistungsabschreibung
      • Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA)
      • Teilwertabschreibung
      • Unterschiede zwischen der Absetzung für außergewöhnlichen Abnutzung (AfaA) und der Teilwertabschreibung
      • Sonderabschreibungen
      • Erhöhte Absetzung
      • Geringwertige Wirtschaftsgüter - Bewertung und Abschreibung
      • Abschreibung gebrauchter Wirtschaftsgüter bei Privateinlage und Privatentnahme
    • Absetzung unbeweglicher Wirtschaftsgüter
      • Abschreibung (AfA) von Immobilien
      • Abschreibungsarten für Immobilien
      • Abschreibung von Immobilien bei Privatentnahmen
      • Abschreibung von Immobilien bei Privateinlagen
      • Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA) bei Immobilien
    • Aufgaben zu Kapitel 4
      • Bewertung von Wirtschaftsgütern - Aufgabe
      • Bewertung von Wirtschaftsgütern - Lösung
      • Fortgeführte Anschaffungskosten
      • Lösung zur Aufgabe fortgeführte Anschaffungskosten
      • Berechnung der Anschaffungskosten
      • Lösung zu Berechnung der Anschaffungskosten
      • Selbstkontrolle (Aufgabe 5)
      • Lösung zu Aufgabe 5
  • Änderungen von Steuerbilanzen
    • Bilanzberichtigung und Bilanzänderung
      • Bilanzberichtigung
      • Unterschied zwischen Bilanzänderung und Bilanzberichtigung
    • Aufgaben zu Kapitel 5
      • Selbstkontrolle (Aufgabe 1)
      • Lösung zu Aufgabe 1
  • 153
  • 29
  • 261
  • 0
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