Ein Jahresabschluss kann mithilfe von Kennzahlen weiter analysiert und verglichen werden. Dazu werden grundsätzlich statische sowie auch dynamische Kennzahlen verwendet.
Auf Grund der unendlichen Fülle und oft nicht einheitlichen Definition von komplexeren Kennzahlen, werden wir hier einige grundlegende Kennzahlen betrachten.
Dabei ist zu beachten, dass eine Kennzahl für sich alleine keine Aussagekraft besitzt. Eine Kennzahl erhoben für mehrere (vergleichbare) Unternehmen dagegen schon. So hat z.B. eine Eigenkapitalquote von 20% keinerlei Bedeutung, wenn man es z.B. nicht mit dem Konkurrenten vergleicht. Was ein "guter Wert" für eine Kennzahl ist, muss immer in Verbindung mit dem Umfeld des Unternehmens definiert werden. Dies kann der Konkurrent oder die ganze Branche sein.
$\frac{Eigenkapital }{ Gesamtkapital }\equiv Eigenkapitalquote$
$\frac{ Anlagevermögen }{ Umlaufvermögen }\equiv Vermögensintensität$
$\frac{ Anlagevermögen }{ Gesamtvermögen }\equiv Anlageintensität$
$\frac{ Umlaufvermögen }{ Gesamtvermögen }\equiv Umlaufintensität$
$\frac{ Nettoinvestitionen}{ SAV zu hist. AK/HK }\equiv Investitionsquote$
$\frac{ Abschreibungen auf SAV }{ SAV zu hist. AK/HK }\equiv Abschreibungsquote$
$\frac{ EK + langfr. FK }{ AV }\equiv Goldene Bilanzregel (≥1)$
$\frac{ Zahlungsmittel }{ kurzfr. Verbindlichkeiten }\equiv Liquiditätsgrad 1$
$\frac{ Monetäres UV }{ kurzfr. Verbindlichkeiten }\equiv Liquiditätsgrad 2$
Um sich einen ersten Überblick über das Unternehmen zu verschaffen, werden in der Regel statische und somit schnell und einfach zu berechnende Kennzahlen genutzt.
Je nach Informationsbedarf bzw. zur Verfügung stehender Informationen kann ein Analyst beliebig viele Kennzahlen zur Analyse nutzen. Dabei ist es nicht unüblich, dass erfahrene Analysten Modifikationen oder gar eigene Kennzahlen für sich entwickeln.
Weitere Beispiele für gängige Kennzahlen sind:
Monetäres Umlaufvermögen | ||
Ford. und sonst. Vermögensgegenstände | ||
+ Wertpapier des Umlaufvermögens | ||
+ Flüssige Mittel | ||
+ Aktive Rechnungsabgrenzungsposten | ||
= Monetäres UV |
EBITDA | ||
Jahreserfolg | ||
± Außerordentliches Ergebnis | ||
± Ertragssteuern | ||
= EBT | ||
+ Zinsaufwand | ||
= EBIT | ||
+ Abschreibungen auf SAV | ||
+ Abschreibungen auf Goodwill, der aus Konsolidierung entstanden ist | ||
= EBITDA |
Gesamtpersonalaufwand | ||
Löhne und Gehälter | ||
+ Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersvorsorge | ||
= Gesamtpersonalaufwand |
Betriebsnotwendiges Vermögen | ||
Immaterielles Anlagevermögen | ||
+ Sachanlagen (SAV) | ||
+ Vorräte (ohne Anzahlungen) | ||
+ Kundenforderungen | ||
- Lieferverbindlichkeiten | ||
= Betriebsnotwendiges Vermögen |
Eine professionelle Jahresabschlussanalyse bedarf immer Branchenwissen, das Wissen über statische und dynamische Kennzahlen sowie die Kenntniss über deren Zusammenhang.
Eine sehr wichtige Kennzahl in der Praxis ist der Cash-Flow! Mit diesem wollen wir uns im nächsten Kapitel etwas näher befassen!
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